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AHNENGALERIE: MITSUBISHI PAJERO: EINER FÜR ALLE


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 12.05.2020

Als Mitsubishi 2018 den Pajero vom europäischen Markt nimmt, ist dies das Ende einer 35-jährigen Erfolgsgeschichte. Seit dem Debüt im Jahr 1983 haben die verschiedenen Pajero-Generationen die Geländewagen- Szene in Deutschland geprägt – sowohl konzeptionell als auch durch technische Innovationen.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 6/2020

Das Angebot an Geländewagen in Europa ist Anfang der 1980er Jahre überschaubar. Da tummeln sich einerseits die hochpreisigen Luxus- Offroader vom Schlage eines Mercedes G oder Range Rover auf dem Markt, ihnen gegenüber stehen kernige Arbeitstiere wie der Land Cruiser J4 oder Land Rover Serie III. Letztendlich ...

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Das Angebot an Geländewagen in Europa ist Anfang der 1980er Jahre überschaubar. Da tummeln sich einerseits die hochpreisigen Luxus- Offroader vom Schlage eines Mercedes G oder Range Rover auf dem Markt, ihnen gegenüber stehen kernige Arbeitstiere wie der Land Cruiser J4 oder Land Rover Serie III. Letztendlich bringen noch Exoten wie der Lada Niva oder aus den USA importierte Jeeps und Chevys Farbe in das europäische Geländewagensortiment …

1983: Pajero L040


1985: L040 Fünftürer


1991: Pajero V20


2000: Pajero V60


2007: Pajero V80


1983: Pajero L040

… und in dieses Umfeld drängt die erste Pajero- Generation: Mit der nur knapp vier Meter kurzen, dreitürigen Karosserie und dem komfortablen Fahrwerk mit vorderer Einzelradaufhängung verfolgt sie ein neues Konzept, das den Pajero von seinen Hauptkonkurrenten unterscheidet. Er schafft den Spagat zwischen spartanischem Offroad-Nutzfahrzeug und luxuriösem 4x4-Allrounder – was bislang Fahrzeugen vorbehalten ist, die eine Preisklasse höher angesiedelt sind.
Zur Markteinführung 1983 beschränkt sich das Modellangebot auf drei Pajero-Varianten, die alle auf dem kurzen Radstand (235 Zentimeter) basieren: Da ist zum einen die geschlossene Stahlblech-Karosse, die alternativ mit einem 2,3 Liter großen und 84 PS starken Turbodiesel oder einem 2,6-Liter-Vergasermotor mit 103 Pferdestärken lieferbar ist. Alternativ steht die Softtop-Version mit Planenverdeck zur Wahl, die ausschließlich mit dem Selbstzünder zu haben ist. Bei den technischen Komponenten greift Mitsubishi auf bereits im Pick-up L200 bewährte Teile zurück. So bekommt der Pajero L040 einen zuschaltbaren Allradantrieb mit Geländereduktion – beides über einen zweiten Schalthebel auf der Mittelkonsole aktivierbar. Ebenfalls vom Pick-up inspiriert ist die Fahrwerkskonstruktion mit vorderer Drehstabfederung sowie einer hinteren Starrachse, die über Blattfedern an einem massiven Leiterrahmen aufgehängt ist.

1985: Der Viertürer kommt

Zwei Jahre nach der Markteinführung erweitert Mitsubishi die Pajero-Baureihe um eine fünftürige Karosserieversion. Mit 4,6 Meter Länge übertrifft diese den Kurzen um stattliche 665 mm, was den Langen zum Siebensitzer macht. So bietet die Rücksitzbank bei ihm drei Passagieren Platz, während jene der kurzen Karosserieversionen nur für zwei Personen ausgelegt ist. Dahinter offeriert der Viertürer zwei Klappsitze, die nicht nur auf Kurzstrecken ein einigermaßen bequemes Reisen ermöglichen.

1987: Die Modellvielfalt wächst

Zum Modelljahr 1987 baut Mitsubishi das Pajero-Angebot deutlich aus. War der lange Viertürer bislang generell mit einem Hochdach ausgestattet, ist ab jetzt auch eine Flachdach-Version lieferbar: Mit 1,88 Meter passt nun selbst der lange Pajero in jedes Parkhaus.
Darüber hinaus modifiziert Mitsubishi auch das Motorenprogramm: Der Wirbelkammer-Diesel erhält eine Hubraumaufstockung auf 2,5 Liter, wodurch bei unveränderter Höchstleistung sein Drehmoment von 181 Newtonmeter auf 201 Nm steigt. Gleichzeitig offeriert Mitsubishi – allerdings nur für ein Jahr – den Turbodiesel in Kombination mit der langen Karosserieversion auch mit einer Vierstufen-Automatik. Der Vierzylinder- Benziner erhält optional und gegen einen Aufpreis von 1000 Mark einen geregelten Dreiwege-Katalysator, der sich nicht auf die Motorleistung auswirkt – es stehen auch hier 103 PS zur Verfügung.

1989: Dreiliter-V6 und Intercooler

Ende der 1980er Jahre werden die Forderungen nach mehr Leistung auch in der Offroad-Gemeinde immer lauter: So ersetzt nun im Pajero ein drei Liter großer V6-Zylinder den bisherigen 2,6-Liter-Benziner und der Diesel erhält einen die Leistung steigernden Ladeluftkühler. Der neue Pajero 2500 TD Intercooler bringt 95 PS, während das maximale Drehmoment auf 235 Nm steigt. Damit übertrifft er sogar den neuen V6-Benziner mit 125 Nm, der im Gegenzug bei der Höchstleistung mit 141 PS die Nase vorn hat. So gestärkt erzielt der Pajero eine Höchstgeschwindigkeit von 164 Stundenkilometer und spurtet in 13,8 Sekunden auf Tempo hundert. Zwei weitere Neuerungen bleiben dem Benziner vorbehalten: Nur bei ihm kann optional zum Fünfgang-Schaltgetriebe eine Vierstufen-Automatik geordert werden. Außerdem bekommt die hintere Starrachse Schraubenfedern, was den Fahrkomfort weiter erhöht – der Diesel muss noch bis 1990 auf dieses Fahrwerks-Update warten.

1991: Pajero V20

Im Mai 1991 bringt Mitsubishi unter dem Typkürzel V20 die zweite Pajero- Generation in elf Modellversionen zu den Händlern. Seine neu gezeichnete Karosserie ist beim Viertürer in der Länge um zehn Zentimeter gewachsen, während der Kurze um stattliche 21 cm zulegt – was sich speziell auf das Platzangebot der Rücksitze des neu gestalteten Innenraums auswirkt.
Das Fahrwerk und die Motoren werden dagegen vom Vorgänger übernommen, für den Einsatz im V20 jedoch modifiziert. So erhält der Diesel einen neuen Turbolader und einen größeren Ladeluftkühler, was zusammen eine Leistungssteigerung um vier auf nunmehr 99 Pferdestärken und 240 Nm maximales Drehmoment bringt. Die Leistungsdaten des überarbeiteten V6 lauten nun 150 PS und 236 Newtonmeter.
Der bewährte Zuschalt-Allrad des Vorgängers kommt im neuen Modell nur noch in der GL getauften Basisausstattung zum Einbau. Die beiden anderen Versionen GLX und GLS erhalten dagegen den neu entwickelten Permanent-Allrad „Super Select 4WD“. Dieser verteilt per Zentraldifferenzial mit paralleler Viscosperre die Antriebsmomente je zur Hälfte auf beide Achsen. Im Bedarfsfall kann die Sperre auch manuell aktiviert, eine Geländuntersetzung zugeschaltet oder der Vorderradantrieb deaktiviert werden.

1994: Neue Motoren

Zum Modelljahr 1994 implantiert Mitsubishi eine neue Topmotorisierung: Hinter der sperrigen Bezeichnung „Pajero DOHC-24 V6 3500“ verbirgt sich ein 3,5 Liter großer V6-Zylinder- Benziner mit Vierventiltechnik. Der Saugrohr-Einspritzer bringt 208 PS und wuchtet 300 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle.
Eine komplette Neuentwicklung gibt es auch bei den Dieselmodellen zu vermelden: Der Vierzylinder-Wirbelkammer-Motor des Pajero 2800 TD hat 2,8 Liter Hubraum und generiert 125 Pferdestärken, das Drehmoment-Maximum beträgt 291 Newtonmeter. Die beiden neuen Motoren sind sowohl mit einem Fünfgang- Schaltgetriebe als auch mit einer Vierstufen-Automatik lieferbar. Zwei Jahre später erhält dann auch der „alte“ Dreiliter-V6 einen Vierventilkopf, was die Leistung um 31 PS und das Drehmoment um 19 Nm anwachsen lässt.

1996: Facelift und Euro-2-Motoren

Auffälligste Neuerung zum Modelljahr 1998 sind die weit ausgestellten Kotflügel und die neu gestaltete Fahrzeugfront des facegelifteten Pajero. Unter dem Blech ist alles beim Alten geblieben, nur der Schadstoff-Ausstoß der Motoren wurde reduziert: Sowohl der 3,5-Liter-V6 als auch der 2800 TD erfüllen nun die Euro-2-Abgasnorm. Während sich die Modifikationen beim Diesel nicht auf die Höchstleistung auswirken, stehen im Benziner nurmehr 194 PS zur Verfügung, was sich im Fahrbetrieb jedoch nicht bemerkbar macht.
Die bisherige Karosserieversion bleibt als Pajero Classic im Modellprogramm und in ihm kommen auch weiterhin der Dreiliter-V6 und der Diesel mit 2500 Kubik zum Einsatz.

2000: Pajero V60

Nach 17 Jahren schickt Mitsubishi Ende April 2000 die dritte Pajero-Generation zu den Händlern – und erstmals handelt es sich beim V60 um eine komplette Neukonstruktion. Die pausbäckige Karosserie ruht nun nicht mehr auf einem Leiterrahmen, sie ist vielmehr selbsttragend konstruiert. Auch das Fahrwerk ist neu konstruiert: An der vorderen Einzelradaufhängung werden nun Federbeine statt der bisherigen Drehstabfedern verbaut und die hintere Starrachse weicht einer Mehrlenker-Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern. Da gleichzeitig die Spurweite um zehn Zentimeter wächst, sind die Fahreigenschaften auf der Straße nun nochmals deutlich besser – während der serienmäßige Super Select 4x4 mit Reduktion auch den neuen Pajero für Geländeeinsätze fit macht.
Für flottes Fortkommen sorgen wahlweise ein 3,2 Liter großer Vierzylinder- Turbodiesel mit 160 PS oder ein 3,5-Liter-V6, in dem 202 Pferde galoppieren. Beide Triebwerke sind neu konstruierte Direkteinspritzer und können wahlweise mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer Vierstufen-Automatik geordert werden. Weiterhin gibt es den Pajero sowohl als Dreitürer mit kurzem wie auch als Fünftürer mit langem Radstand – jeweils mit geschlossener Stahlblech- Karosserie.

2003: Facelift und neue Assistenzsysteme

Dezente Feinarbeiten an der Karosserie sowie im Innenraum kennzeichnen die Pajero ab 2003. Wichtiger aber sind die Neuerungen bei den Assistenzsystemen: So bringt die Kombination aus Stabilitäts- und Traktionskontrolle ein Plus an Fahrdynamik und Sicherheit im Grenzbereich. Das „EBAC-System“ erleichtert darüber hinaus Bergabfahrten im Gelände und das Automatikgetriebe erhält eine manuelle Schaltgasse.

2007: Pajero V80

Auf dem Pariser Autosalon 2006 präsentiert Mitsubishi die letzte Evolutionsstufe des Pajero. Bei der Entwicklung dieser vierten Generation steht im Lastenheft die Devise: „Bewährtes erhalten und mit Neuem verbessern statt das Rad neu zu erfinden.“ Obwohl die Karosserie vollkommen neu gezeichnet ist, wirken die Modifikationen doch eher wie eine Modellpflege, bei der die Linien geglättet und die wulstigen vorderen Radhäuser eingestutzt worden sind. Deutlich frischer als im Vorgänger präsentiert sich dagegen der Innenraum. Das Armaturenbrett wirkt aufgeräumter und ergonomischer. Das Fahrwerk ist konstruktiv unverändert, doch härtere Federn und eine nochmals verbreiterte Spur verringern die Wankneigung. Überarbeitete Bremsen sorgen für einen kürzeren Bremsweg sowohl beim kurzen Drei- als auch beim langen Fünftürer, der wieder mit maximal sieben Sitzplätzen punktet.
Die neuen Motoren liefern ihre Leistung weiterhin an den permanenten Allradantrieb Super Select 4x4. Der 3,2-Liter-Turbodiesel verfügt nun aber über einen neuen Zylinderkopf und ein Commonrail-Einspritzsystem, sodass er die Euro- 4-Norm erfüllt. In Verbindung mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe liegt seine Höchstleistung bei 160 PS, bei der Automatik-Version mit gleich vielen Übersetzungsstufen sind es zehn Pferdestärken mehr. Der V6-Benziner hat nun 3,8 Liter Hubraum und eine variable Ventilsteuerung, sodass er 250 PS an das bei ihm serienmäßige Automatikgetriebe liefert.
2009 erhält der Diesel eine Leistungssteigerung auf 200 PS, im Jahr darauf nimmt Mitsubishi den Benziner vom deutschen Markt. Im Sommer 2012 bekommt der Pajero ein letztes kleines Facelift mit überarbeiteter Frontpartie, ehe er Ende 2018 von Mitsubishi Deutschland aus den Preislisten gestrichen wird.

Pajero-Derivate

1999: Pajero Pinin

Vom Erfolg des Pajero sollen auch andere Allradmodelle aus dem Hause Mitsubishi profitieren. So bringen die Japaner bereits 1999 mit dem Pajero Pinin einen kompakten Allradler im aufstrebenden SUV-Segment. Der – nomen est omen – bei Pininfarina in Italien produzierte Drei- oder Fünftürer wird von einem 1,8 bzw. zwei Liter großen Benzin-Direkteinspritzer mit 120 bzw. 129 PS angetrieben und verfügt über den Super Select 4x4 mit Untersetzung. Ab der Überarbeitung 2001 leistet der Pajero Pinin nurmehr 115 PS, verfügt weiterhin über den Permanent-Allrad, allerdings ohne Untersetzung. Das SUV-Modell unter den Pajeros bleibt bis 2005 im Programm.
2002 folgt mit dem Pajero Sport ein 4,55 Meter langer, aber flacher Geländewagen, der seine Technik zu großen Teilen vom Pick-up-Modell L200 übernimmt. Angetrieben wird er entweder vom 2,5-Liter-Diesel mit 99 PS (ab 2001: 115 PS) oder vom Dreiliter-V6 mit 177 Pferdestärken. Der Pajero Sport bereichert bis Ende 2006 das Mitsubishi-Portfolio an Offroadern.

2002: Pajero Sport


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