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AHNENGALERIE TOYOTA LAND CRUISER-TEIL 2: DIE GELÄNDEWAGEN-LEGENDE (TEIL 2)


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 14.07.2020

Der Name Land Cruiser steht seit 70 Jahren und in über 170 Ländern der Welt für Langlebigkeit, Zuverlässigkeit, Variantenvielfalt sowie bedingungslose Geländetauglichkeit: Jeder Land Cruiser-Fahrer kennt dieses beruhigende Gefühl von unerschütterlicher Solidität auf jedem Untergrund.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 8/2020

Dieser zweite Teil der Land Cruiser-Historie beschäftigt sich mit den jüngeren Modellreihen des Geländewagen-Urgesteins aus den Baujahren 1990 bis heute. Den Vorgängerversionen in der Ahnengalerie der Geländewagen-Ikone – vom Urvater „Toyota Jeep BJ” von 1951 bis hin zur legendären Baureihe J7 ab 1984 – widmete sich bereits ...

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Dieser zweite Teil der Land Cruiser-Historie beschäftigt sich mit den jüngeren Modellreihen des Geländewagen-Urgesteins aus den Baujahren 1990 bis heute. Den Vorgängerversionen in der Ahnengalerie der Geländewagen-Ikone – vom Urvater „Toyota Jeep BJ” von 1951 bis hin zur legendären Baureihe J7 ab 1984 – widmete sich bereits die erste Episode dieses Zweiteilers (siehe OFF ROAD 7/2020).

1990-1997: Toyota Land Cruiser J8

1990 löst der völlig neu entwickelte Land Cruiser J8 den in die Jahre gekommenen J6 ab. Mehr denn je ist der große Station nun auf Komfort und Luxus getrimmt. So spendiert Toyota seinem neuen Premium-Offroader in der Deutschland-Version eine Wärmeschutzverglasung, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, ein elektrisches Schiebedach und eine getrennt regelbare Heizung für den Fond. Ab 1992 gesellen sich auch noch Lederausstattung, Klimaanlage und elektrisch verstell- und beheizbare Vordersitze dazu.
Gänzlich neue Wege beschreitet die 80er-Serie in Sachen Antrieb und Fahrwerk. So ist der Toyota Station Wagon der erste japanische 4x4, der – je nach Exportland – mit Zuschalt-Allrad oder einem permanenten Allradantrieb zu haben ist. Um einen höheren Fahrkomfort und bessere Handling-Eigenschaften zu erzielen, entwickelt Toyota für den J8 zudem ein komplett neues Fahrwerk, bei dem die Starrachsen von Längslenkern, Panhardstab und Querstabilisator geführt werden und Schraubenfedern die Blattfederpakete des J6 ersetzen.
In Deutschland ist der Land Cruiser Station ausschließlich als HDJ 80 erhältlich – mit einem 4,2 Liter großen Turbodiesel-Direkteinspritzer, der es ursprünglich auf 167 PS (ab 1992: 160 PS; ab 1995: 170 PS) Höchstleistung bringt. In anderen Märkten ist der Sechszylinder auch als Saugdiesel mit 130 PS verfügbar. Für die Benziner-Märkte steht zunächst ein Ottomotor mit 4,0 Liter Hubraum und 155 PS bereit. 1992 gesellt sich ein 4,5-Liter-DOHC-Reihensechszylinder mit Vierventil-Kopf dazu. In der Vergaser-Version leistet dieser 190 PS, als Einspritzer 215 Pferdestärken. Kombiniert sind die Motoren mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer elektronisch gesteuerten Vierstufen-Automatik samt Wandlerüberbrückung.
Insgesamt sind bis Ende 1997 knapp 550 000 Land Cruiser J8 Station vom Band gelaufen. In Venezuela wird der große Geländewagen unter den Modellbezeichnungen „Autana” und „Burbuja” noch weitere zehn Jahre, also bis 2007, gebaut.

Komfort und Sicherheit werden Anfang der 1990er Jahre auch für die Geländewagenfahrer immer wichtiger – doch in diesen Kategorien verlangt der Land Cruiser J7 – selbst als Light Duty – seinen Fans einiges an Kompromissbereitschaft ab. Unter diesen Vorzeichen bringt Toyota im Jahr 1996 den Land Cruiser J9 „Prado” auf den Markt. Er tritt als komfortorientierter Geländewagen die Nachfolge des J7 Light Duty an, während das kompromisslose Arbeitstier Land Cruiser J7 Heavy Duty weitergebaut wird.
Dem gestiegenen Sicherheitsbewusstsein tragen vier Scheibenbremsen ebenso Rechnung wie das serienmäßige ABS. Ab Mitte 1997 wird der Fahrer zudem vom Fahrzeugstabilitätsprogramm VSC und von der Antriebsschlupfregelung A-TRC elektronisch unterstützt. Das Interieur des J9 wirkt aufgeräumt und komfortabel, Raumgefühl und Platzangebot sind mehr als großzügig. Der übersichtliche Arbeitsplatz des Fahrers liegt auf Limousinen-Niveau und auch in Sachen Ausstattung muss der Land Cruiser keine Vergleiche mehr scheuen. Beim J9 bricht Toyota mit seiner überlieferten Geländewagen-Tradition: Erstmals ist die Vorderachse eines Land Cruiser mit einer modernen Einzelradaufhängung an doppelten Dreiecksquerlenkern versehen, Schraubenfedern und ein Stabilisator ergänzen die neue Fahrwerkskonfiguration. Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich in einem um Klassen besseren Fahrkomfort als beim J7, und dank seiner stabilen Konstruktion macht der J9 auch im Gelände eine gute Figur. Zu uns kommt er mit permanentem Allradantrieb, der zunächst per Zentraldifferenzial die Motorkraft zu gleichen Teilen an Vorder- und Hinterachse leitet. 1993 wird dieses durch ein Torsen-Differenzial mit variabler Kraftverteilung ersetzt. Ein Reduktionsgetriebe ist stets mit an Bord, an der Hinterachse sorgt alternativ ein Sperrdifferenzial oder eine elektronische Traktionskontrolle für ein Plus an Vortrieb. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise per Fünfgang-Schaltgetriebe oder über eine elektronisch geregelte Vierstufen-Automatik.
Zur Modelleinführung 1996 umfasst die Motorenpalette vier Triebwerke, davon kommen zwei auf den europäischen Markt: Neben dem 125 PS starken 3,0-Liter-Turbodiesel aus dem J7 gibt es für den LC 90 auch einen neuen V6-Benziner mit 3,4 Liter Hubraum und 178 PS. Nur ein Jahr später folgt ein 2,7 Liter großer DOHC-Reihenvierzylinder mit Benzineinspritzung und 152 PS. Im Sommer 2000 schließlich präsentiert Toyota den komplett neuen Common-Rail-Direkteinspritzer 3.0 D-4D mit Turbolader und Ladeluftkühlung. Dieser kraftvolle, auch bei uns erhältliche Selbstzünder leistet 163 PS und entwickelt ein Drehmoment-Maximum von 343 Nm.
Die bei den Geländewagen von Toyota immer kürzeren Modellzyklen bescheren dem Land Cruiser J9 nach nur sieben Produktionsjahren und knapp 500 000 gebauten Exemplaren das Aus.

1996-2002: Toyota Land Cruiser J9

1990-1997: Toyota Land Cruiser J8


1996-2002: Toyota Land Cruiser J9


1998-2007: Toyota Land Cruiser J10


2002-2009: Toyota Land Cruiser J12


seit 2007: Toyota Land Cruiser J20


seit 2009: Toyota Land Cruiser J15


1998-2007: Toyota Land Cruiser J10

Mit dem J10 Station präsentiert Toyota 1998 den Nachfolger des J8. Zu uns kommt er als Land Cruiser 100 mit vorderer Einzelradaufhängung und aufwändig geführter hinterer Starrachse. Neu ist beim großen Toyota die optionale Fahrwerks-Höhenverstellung mit regelbarer Dämpfungscharakteristik namens TEMS.
Angetrieben wird der Land Cruiser J100 für Europa von einem Sechszylinder-Selbstzünder mit Turbolader und 204 PS Höchstleistung. Daneben tritt auch der aus dem J8 bekannte Benziner mit 4,5 Litern Hubraum seinen Dienst unter der J10-Haube an. Eine Premiere feiert dann 1998 der erste V8-Benziner in einem Land Cruiser: Das 4,7-Liter-Aggregat leistet 235 PS und entwickelt ein Drehmoment-Maximum von 430 Nm. 2006 spendieren die Japaner dem V8 noch eine variable Ventilsteuerung (VVT-i) sowie die elektronische Drosselklappensteuerung ETCS-i, was zu einer Leistungssteigerung auf 275 PS führt.
Der V8 ist im J100 generell mit einem Automatikgetriebe gekoppelt, während der 4,2-Liter-Turbodiesel auch mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe erhältlich ist. Ein permanenter Allradantrieb mit Zentraldifferenzial, das in der Geländeuntersetzung automatisch gesperrt wird, übernimmt die Kraftverteilung. Mit dem Land Cruiser J105 hat Toyota zusätzlich eine Heavy-Duty-Version für die Märkte mit hohem Geländeanteil – wie Australien, Asien, Afrika oder Südamerika – im Programm. Diese Version verfügt über das leicht modifizierte Fahrwerk des Vorgängermodells J8 mit zwei Starrachsen an Schraubenfedern und wird von einem 4,2 Liter großen Saugdiesel mit 130 PS angetrieben. Als die Produktion des J10 Ende 2007 eingestellt wird, haben bereits mehr als 5,5 Millionen Land Cruiser die Welt erobert, darunter gut zwei Millionen Station Wagon.

2002-2009: Toyota Land Cruiser J12

Wie sein Vorgänger kommt auch der J12 als Drei- und Fünftürer auf den Markt, und beide Karosserieversionen haben in Länge, Breite, Radstand und Spurweite zugelegt. Doch der neue Land Cruiser ist auch stärker, sicherer und komfortabler geworden – kein anderer Toyota jener Zeit verfügt über ein vergleichbar umfangreiches Paket an Assistenzsystemen. So hat der J12 als Weltpremiere die elektronische Berganfahrkontrolle HAC (Hill-Start Assist Control) an Bord, die ein Zurückrollen beim Anfahren in der Steigung verhindert – in der Gegenrichtung unterstützt die Bergabfahrkontrolle DAC (Downhill Assist Control) den Fahrer.
Gegen den Trend setzt Toyota beim J12 weiterhin auf einen robusten Leiterrahmen, der neu entwickelt wurde und um 60 Prozent steifer als beim Vorgänger ist. An der Vorderachse kommt eine Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern zum Einbau, während die hintere Starrachse von einer Mehrlenker-Konstruktion geführt wird. Schraubenfedern rundum sowie neu entwickelte Stoßdämpfer zählen zum Serien-Standard, während Toyota der Top-Ausstattung das aus dem J10 bekannte aktive Federungssystem TEMS samt integrierter Luftfederung mit Niveauausgleich an der Hinterachse spendiert. Das Verteilergetriebe ist mit einem Torsen-Differenzial bestückt, das sich per Tastendruck zu einhundert Prozent sperren lässt, für schwieriges Terrain steht zusätzlich eine Geländeuntersetzung bereit.
Insgesamt kommen neun verschiedene Motoren im Land Cruiser J12 zum Einsatz, darunter drei Dieseltriebwerke. In Deutschland besteht die Wahl zwischen dem Selbstzünder 3.0 D-4D mit 163 PS oder dem 4,0 Liter großen V6-Benziner mit 249 PS. In zwei Ausbaustufen entwickelt der Diesel schließlich 166 bzw. 173 PS, dem V6-Benziner entlocken die Toyota-Ingenieure bis zum Produktionsende 2009 schließlich 285 PS.

2007 bis heute: Toyota Land Cruiser J20

Im Frühjahr 2008 löst der Land Cruiser J20 seinen Vorgänger J10 als größten und luxuriösesten Geländewagen von Toyota ab. In der Länge übertrifft der neue Station seinen Vorgänger um 60 Millimeter, in der Breite hat er drei Zentimeter zugelegt. So präsentiert sich der J20 als automobiler Riese im Format 4950 x 1970 x 1865 mm (L x B x H), der auch im Innenraum mit einem Längenzuwachs von 130 Millimeter glänzt.
Als Flaggschiff der Land Cruiser-Flotte kommt dem Station Wagon auch eine Vorreiter-Rolle in Sachen Technik zu – inklusive einer Europa- und zwei Weltpremieren: Mit der dynamischen Fahrwerkskontrolle KDSS (Kinetic Dynamic Suspension System) verfügt der Land Cruiser J20 über ein System, das Fahrstabilität, Komfort und Wankverhalten optimiert, indem es die Stabilisatoren an der Vorder- und Hinterachse an die Fahrbahnbeschaffenheit der Straße anpasst. Im Gelände hingegen neutralisiert das KDSS die Wirkung der Stabis, um die volle Nutzung der Federwege und damit auch eine maximale Achsverschränkung zu ermöglichen.
Eine Weltpremiere feiert im J20 die Kombination aus dem aktiven Dämpfungssystem AVS (Adaptive Variable Suspension) und der aktiven Niveauregulierung AHC (Active Height Control): Sie steuern gemeinsam die komplette Radaufhängung und passen sowohl die Feder-als auch Dämpfungsrate den jeweiligen Bedingungen automatisch an. Darüber hinaus lässt sich die Fahrzeughöhe in fünf Stufen variieren: Der Station Wagon kann vorn um elf und hinten um zehn Zentimeter angehoben oder abgesenkt werden. Eine weitere Weltneuheit präsentiert Toyota im J20 mit dem geländeabhängigen Geschwindigkeitsregelsystem Crawl Control: Wenn es der Fahrer wünscht, übernimmt die Elektronik die Gas- und Bremssteuerung, um abschüssiges Gelände oder steile Anstiege sicher und mit konstanter Schrittgeschwindigkeit zu meistern.
Die deutschen Modelle, die auf den schlichten Namen „Land Cruiser V8” getauft werden, kommen ausschließlich mit Motoren dieser Konstruktionsweise auf den Markt. Es ist zum einen der erste V8-Diesel von Toyota: Mit Common-Rail-Einspritzung, 4431 ccm Hubraum, 32 Ventilen, zwei oben liegenden Nockenwellen je Zylinderbank und zwei Turboladern mit variabler Schaufelgeometrie bringt es der Selbstzünder auf 286 PS (ab 2012: 272 PS) und 650 Nm bei 1600 U/min. Ebenfalls Land Cruiser V8 heißt in Deutschland der 4,7 Liter große Benziner mit stufenlos variabler Ventilsteuerung (VVT-i) und Ansaugluftsteuerung (ACIS), der 288 PS leistet und ein Drehmoment-Maximum von 445 Nm entwickelt.
Angetrieben wird der Station Wagon permanent über alle vier Räder. Herzstück ist auch hier ein zentrales Torsen-Differenzial mit begrenztem Schlupf, das die Antriebskraftverteilung auf Vorder- und Hinterachse zwischen 40:60 und 30:70 variiert. Offroad kann das Mitteldifferenzial zu hundert Prozent gesperrt und die Geländereduktion zugeschaltet werden.
Während der V8-Benziner nur bis 2010 in der Preisliste von Toyota Deutschland geführt wird, endet der offizielle Import des Land Cruiser V8 Diesel erst im Herbst 2015 – der Selbstzünder erfüllt die ab September gültige Abgasnorm Euro 6 nicht.

2009 bis heute: Toyota Land Cruiser J15

Auf der Frankfurter IAA 2009 feiert der Land Cruiser J15 seine Weltpremiere und tritt die Nachfolge des J12 an – bis heute gibt es ihn auch in Deutschland als kurzen Drei- und langen Fünftürer. Toyota widersetzt sich auch bei diesem Land Cruiser dem SUV-Trend – der J15 ist ein „echter” Geländewagen geblieben: Sein Fahrgestell mit massivem Leiterrahmen basiert auf dem des Vorgängers, doch in der Länge legt der Fünftürer um 45 Millimeter zu, der Dreitürer ist nun 85 Millimeter länger. Hinten bleibt es bei der schraubengefederten Starrachse, die in der TEC-Ausstattungsversion über eine 100-Prozent-Sperre verfügt, die Kraftverteilung erfolgt über ein ebenfalls komplett sperrbares Torsen-Zentraldifferenzial und auch eine Geländeuntersetzung ist weiterhin an Bord.
Natürlich verfügt der J15 über eine Vielzahl von Assistenzsystemen – die teilweise bereits aus dem J20 bekannt sind, teilweise auch Neuentwicklungen darstellen. Seine Premiere feiert hierzulande beispielsweise das Multi-Terrain-Select-System, eine Weiterentwicklung der Antriebsschlupfregelung A-TRC. Es optimiert die elektronische Schlupfregelung bei den Automatik-Modellen, indem es die Beschleunigungs-, Bremsund Traktionskontrolle den Geländebedingungen automatisch anpasst. Die Motorenpalette umfasst weltweit eine Vielzahl an Aggregaten mit Hubräumen zwischen 2,7 und 4,6 Liter, die auch in anderen Land Cruiser-Modellen zum Einsatz kommen. In Deutschland ist der Land Cruiser 150 mit dem 3,0-Liter-D-4D-Turbodiesel in Kombination mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Fünfstufen-Automatik lieferbar. Dank Common-Rail-Einspritzung, piezo-elektrischen Injektoren und einem Einspritzdruck von 2000 bar leistet der Selbstzünder 190 PS. Das maximale Drehmoment von 420 Nm liegt zwischen 1600 und 2800 U/min an.
Mit dem dritten Facelift im Sommer 2015 implantiert Toyota einen 2,7-Liter-Common-Rail-Diesel, der die neuen Schadstoffgrenzen einhält und bis heute den J15 antreibt. Der Vierzylinder mit 16-Ventil-Kopf bringt es auf eine Höchstleistung von 177 PS (130 kW) bei 3400 Kurbelwellenumdrehungen und entwickelt ein maximales Drehmoment von 420 Nm, das zwischen 1400 und 2600 U/min anliegt. Heute ist der J15 der einzige Vertreter aller Land Cruiser-Baureihen, der sich noch im offiziellen Lieferprogramm von Toyota Deutschland findet.