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AKKU-HOCHENTASTER im Test


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Obst & Garten - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 01.11.2022
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ONLINE-INHALTE

Eine Tabelle mit den detaillierten Eigenschaften der getesteten Geräte finden Sie unter dem Webcode 6776 auf

D erEinsatz von Hochentastern im O bstbau ist besonders bei Streuobstwiesen und Altbeständen interessant, denn dort scheidet die Arbeit mit Hebebühnen aus räumlichen oder ökonomischen Gründen aus.

Grundsätzlich sind Arbeitshöhen von bis zu 5m möglich. In den letzten Jahren nahmen die Akkuvarianten zu und erfüllen nun mehr und mehr die Anforderungen im professionellen Bereich. Denn neben dem Wegfall von gesundheitsgefährdenden Abgasen, akuter Verbrennungsgefahr und Lärmbelästigung benötigen die mit Akku betriebenen Hochentaster im Gegensatz zu den Benzinern keine Fliehkraftkupplungen zur Übertragung, sie haben ab der ersten Kettenumdrehung die volle Leistung. Die Gleichstrommotore sind bei höherer Leistungsfähigkeit immer leichter und unempfindlicher geworden.

SO WURDE GETESTET ...

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Die Hochentaster kamen im Test bei Korkenzieherweide, Walnuss, Pflaume, Esche, Fichte, Ahorn, Kastanie und Mammutbaum zum Einsatz. Getestet wurden der HTA 135 von Stihl, der Selion Telescopic von Pellenc, das Kombisystem PPX1000 von EGO mit Hochentasteraufsatz PSX2500 und das Kombisystem DPAS-2600 von Echo mit Hochentasteraufsatz MTA-DPP und Verlängerung MTA-EXT. Grundsätzlich sind alle vier Testkandidaten sehr gut für derartige Arbeiten geeignet. Gerade zur schnellen Beseitigung von Trockenschäden gibt es technisch kaum eine bessere Lösung.

Beim Test wurde dem Gewicht die höchste Priorität eingeräumt. Danach kamen Reichweite, Schnittgeschwindigkeit und Sägekopfneigung. Deshalb sollte vor dem Kauf genau überprüft werden, in welchen Höhen bereichen, unter welchen Bedingungen (Erreichbarkeit der Bäume) und wie lange die Maschinen zum Einsatz kommen sollen. So lässt sich die körperliche Belastung des Bedieners reduzieren.

.Empfehlenswert ist es, wenn zwei Personen sich beim Entasten abwechseln, damit sich die Ermüdungserscheinungen in Grenzen halten und ausreichend Erholungsphasen gewährleistet werden. Der Test hat gezeigt, dass gegenüber den Benzinern kaum noch Leistungsabstriche bestehen, denn alle getesteten Geräte sind dank Rückenakku leistungsstark und ganztagstauglich geworden.

GESTÄNGEKONSTRUKTION

Bei den professionellen Hochentastern kommen vier unterschiedliche Gestängevarianten und jeweils zwei verschiedene Motorplatzierungen zum Einsatz. Die einfachste Variante ist ein starres Rohr (z. B. Stihl) mit den Vorteilen geringer Herstellungskosten und hoher Stabilität. Hauptnachteile sind die begrenzte Reichweite und die sperrigen Transportmaße.

Die zweite Möglichkeit sind Aufsteckgestänge (z. B. Echo). Sie kommen hauptsächlich bei sogenannten Multitools zum Einsatz, damit man mit der Motorgrundeinheit noch andere Arbeiten als das Entasten vornehmen kann. Die Transportmaße sind sehr gering, die Geräte können somit sogar im „normalen“ Kofferraum transportiert werden. Nachteile sind eine nicht so hohe Stangenstabilität (Durchbiegung), geringere erreichbare Höhen und keine stufenlose Längeneinstellung. Bei den zusammensteckbaren Gestängen ist auf ein sehr stabiles Kupplungsende zu achten. Das eingesteckte Ende darf sich nach der Arretierung weder horizontal noch vertikal bewegen (z. B. Echo).

Dritte Variante sind Teleskopgestänge (z. B. Pellenc, Stihl). Sie erlauben die schnelle und flexible Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort. Dieses Rohr-in-Rohr-System ist herstellungstechnisch aufwendig und etwas sperrig im Transport.

Zu guter Letzt gibt es die Kombination aus Teleskop- und Aufsteckgestänge (z. B. EGO). Hier kommen die Vorteile beider Systeme – Transportmaße, Längenflexibilität und Universalität – zum Tragen. Die Transportlänge wird durch die Teilbarkeit geringer gehalten.

»Alle getesteten Geräte sind dank Rückenakku leistungsstark und ganztagstauglich.«

EKKEHARD MUSCHE

MOTORPLATZIERUNG

Die Platzierung des Motors am Schneidkopf hat den Vorteil, dass man nur Kabel im Teleskoprohr verbaut. Das verringert das Gewicht und vereinfacht die Gestängekonstruktion. Nachteil ist das größere Kopfgewicht. Befindet sich der Motor unten beim Bediener, sind gelagerte Wellen zur Kraftübertragung notwendig (z. B. Echo). Noch komplizierter und aufwendiger wird dies beim Teleskopgestänge (z. B. Stihl), denn die Motorleistung muss in jeder Länge übertragen werden. Das geschieht bei Stihl mittels Zahnwelle und einem innen verzahnten Rohr aus Aluminium.

Aber egal, aus welchem Material die Gestänge bestehen und wie sie konstruiert sind, große Äste sollten damit nur behutsam heruntergezogen werden. Denn Teleskop- oder Zusammensteckrohre aus Aluminium werden dadurch verbogen und solche aus Carbon reißen. Beschädigte Gestänge sind sofort auszutauschen, weil die Bruchgefahr zunimmt und es zu schweren Verletzungen kommen kann. Wird diese Beschädigung ignoriert oder nicht bemerkt, geht das bei Multitools (z. B. Echo) und Maschinen mit unten befindlichem Motor (z. B. Stihl) sofort zu Lasten von Welle und Motor. Außerdem sind ein massiver Abfall der Schnittleistung und der Akkukapazität die Folge.

SCHNEIDGARNITUREN

Bei den Schneidgarnituren haben sich die Ketten mit 3/8“ Hobby oder 1/4“-Teilung durchgesetzt. Beide sind sehr gut für die Entastung geeignet. Die 1/4“-Teilung bietet einen feinen, sauberen Schnitt mit geringerer Spangröße, verklemmt aber schneller. Lobenswert sind in dieser Hinsicht die Umrüstungsmöglichkeiten beim Stihl HTA 135 sowohl in der Kettenteilung als auch in der Schwertlänge. Die Kettenspannung erfolgt bei EGO und Stihl per Schlitzschraube im Schwertdeckel und bei Echo frontal neben dem Schwert. Pellenc besitzt dagegen einen automatischen Kettenspanner, was weniger Arbeitsunterbrechungen zur Folge hat. Alle besitzen einen Asthaken zum Herunterziehen des abgesägten Materials. Die angeschraubten und somit wechselbaren (z. B. EGO) sind professioneller als die gegossenen als Teil des Getriebegehäuses (z. B. Stihl). Eine Zackenleiste (z. B. EGO) leistet ebenfalls hervorragende Dienste, um den Sägekopf beim Sägevorgang besser an der gewünschten Stelle zu halten.

POSITION DES KETTENÖLTANKS

Meist befindet sich der Kettenöltank direkt am Sägekopf. Das macht dieses Bauteil voluminös, birgt die Gefahr der Beschädigung im Geäst und ist somit noch nichtderWeisheit letzter Schluss. Pellenc istdereinzige Hersteller, der den Kettenöltankunten belässt, was den Schneidkopfschmaler macht und den ÖltankvorBeschädigungen schützt. Außerdem erleichtertdies die Nach- füllung. ImGegenzugwird dafür eine in derLängeflexibleÖlleitung und eine leistungsfähige Ölpumpe benötigt. Die vonPellencregelt sogar elektro- nisch dieÖlmenge.EGO hat dagegen eine klassischmechanische,regulierba- re Ölpumpeingeschlossener Metallausführung.

EIN STABILERSÄGEKOPF

Vorherrschend ist der starre, nicht verstellbare Sägekopf. Damit gehen die Herstellerkein Stabilitätsrisiko ein. DenndieGefahr der Beschä- digung einerderartigen Einstellvorrichtung beim professionellen Entasten ist sehr groß. Es macht aber imGegenzugexakte Unter- und Oberschnitteunmöglich, und dieGefahr des Verklemmens von Schwertund Kette, beson- ders beidickeren Ästen, ist grö- ßer. Nurbei Pellenc ist die Neigung des Sägekopfes mög- lich undgewährleistet, den Schnitt immer an der richti- gen Stellesetzen zu können.

ERGONOMISCHE GERÄTE NOTWENDIG

Die Arbeit mit dem Hochentaster ist anstrengend und ermüdend, denn ein gewichtiger Teil der Maschine ist über 2 bis 3 mvom Haltepunkt entfernt. Die Last an Armen, Schultern und Händen zerrt schon erheblich. Da wird jede Arbeitsstunde und jedes Gramm zu viel. Erschwerend kommt hinzu, dass der Blick ständig nach oben gerichtet ist. Deshalb muss besonders bei dieser Gerätegruppe sehr stark auf die Belastungen des Bedieners geachtet werden. Dazu zählt, den Akkupack nicht zwangsweise mit dem Gerät herum- schleppen zu müssen, sondern ihn im Rückentragegestell positionieren zu können. Auch die werkzeuglose Verschiebung der Tragegurteinhängung zählt dazu (z. B. Stihl). Ein zusätzlicher Abstützpunkt, wie eine am Tragegurt befestigte Schale, wäre lohnenswert. Am wichtigsten ist aber die Lastverteilung, das heißt, wie viel Kraft der Bediener für das Manövrieren des Hochentasters benötigt. Je näher der Gewichtsmittelpunkt am Handgriff und Aufhängegurt ist, desto leichter geht’s.

KETTENGESCHWINDIGKEIT

Ein hochwertiger bürstenloser Gleichstrommotor ist für den professionellen Einsatz Grundvoraussetzung und sollte mit einer Mindestspannung von 36 V betrieben werden. Im Bereich von über 50 V ist das Motordrehmoment im optimalen Bereich, um auch dickere Äste mit hoher Schnittgeschwindigkeit kappen zu können, und man hat in allen Drehzahlbereichen ein hohes Drehmoment am Sägewerkzeug anliegen. Der EGO-Hochentaster mit einer Kettengeschwindigkeit von 22 m/s ist in dieser Hinsicht vorbildlich.

BEZUGSQUELLEN

Echo

EGO

Pellenc

Stihl

PFLEGE UND WARTUNG

Bei allen ist die Schneideinrichtung einfach demontier- und zerlegbar. Reinigungs- und Wartungsarbeiten stellen kein Problem dar. Echo besitzt für das Winkelgetriebe sogar einen Schmiernippel, was sehr lobenswert ist. Aber auch der Elektromotor bedarf einer Pflege, besonders, wenn er wie bei Hochentastern Schmutz und Spänen ausgesetzt ist. Deshalb hat der Stihl-Motor ein gut erreichbares und leicht zu reinigendes Sieb vor der Luftansaugung platziert.

Bei der passiven Kühlung wie bei Pellenc sind die Kühlrippen regelmäßig von Ablagerungen zu befreien. Bei allen Teleskop- und Zusammenstecksystemen sind die Verbindungs-, Verriegelungs- und Schubbereiche stets sauber zu halten, damit keine Funktionseinschränkungen eintreten. Besonders die Arretierung ist empfindlich. Das Eindringen von Erdreich in diesem Bereich erzeugt Riefen und Blockaden und macht dieses kostenintensive Bauteil schnell zunichte. Deshalb sind diese Bereiche gründlich mit Druckluft zu reinigen und danach mit gleitenden, nicht fettenden Sprays zu behandeln.