Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 11 Min.

AKKUFAMILIEN: Endlich Licht im Akku-Dschungel


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 13.12.2019

Power4All oder PowerExchange heißen die Werkzeugserien, die mit ein und demselben Akku laufen. So sparen Sie Kosten für Akkus und Ladegeräte und können kabellos arbeiten. Doch welches System passt zu Ihnen? Finden Sie’s raus!


Artikelbild für den Artikel "AKKUFAMILIEN: Endlich Licht im Akku-Dschungel" aus der Ausgabe 1/2020 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 1/2020

Statt Steckdose ist heute der Akku die wichtigste Energiequelle in der Werkstatt


Viele Heimwerker können sich b estimmt noch gut an die ersten G ehversuche mit Akkuwerkzeugen erinnern. Und vielleicht ging es Ihnen ähnlich wie Redakteur Bernhard Eder: Die Freude über die ersten kabellosen Werkzeuge war groß, aber keiner der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) hatte ausreichend Kraft, ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von selbermachen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von SO FUNKTIONIERT DAS: Lithium-Ionen-Akkus. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SO FUNKTIONIERT DAS: Lithium-Ionen-Akkus
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von NEWS • TIPPS & TRICKS • LESERPROJEKTE: Praktische Hilfsmittel für Werkstatt und Baustelle. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS • TIPPS & TRICKS • LESERPROJEKTE: Praktische Hilfsmittel für Werkstatt und Baustelle
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Der große DIY-Wettbewerb: Mein bestes s Projekt: Mitmachen und gewinnen!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der große DIY-Wettbewerb: Mein bestes s Projekt: Mitmachen und gewinnen!
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TRENDTHEMA: TV WAND: TV-Wand mit 3D-Vertäfelung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRENDTHEMA: TV WAND: TV-Wand mit 3D-Vertäfelung
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TRENDTHEMA: TV-WAND: TV-Bildschirm befestigen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRENDTHEMA: TV-WAND: TV-Bildschirm befestigen
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TRENDTHEMA: TV-WAND: Wandverkleidung und Randleiste anbringen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRENDTHEMA: TV-WAND: Wandverkleidung und Randleiste anbringen
Vorheriger Artikel
ALTE BAUSTOFFE: Historische Baustoffe
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Schwierig: Schwalbenschwanz
aus dieser Ausgabe

... wenn es wirklich darauf ankam, oder hatte sich gar entladen. Über die Jahre hinweg sammelten sich zudem auf dem Fenstersims der heimischen Werkstatt, dem Akkufriedhof, immer mehr ausrangierte Energiespeicher an und manchmal passte der Akku desselben Herstellers nicht mehr in die Maschine des nächsten Jahrgangs.

Akkufamilien

Bis Anfang der 2000er-Jahre hatten viele Heimwerker ein buntes, inkompatibles Akku-Farbenspiel im Werkzeugregal angesammelt: ein orangener Bohrschrauber von Black+Decker, eine grüne Heckenschere von Bosch, ein roter Bohrhammer von Hilti. Dann sind die Hersteller auf die Idee des Wechsel-Akkusystems gekommen: Mit ein und demselben Akku können unterschiedliche Geräte betrieben werden, die ersten Akkufamilien waren geboren. Mittlerweile haben alle Werkzeughersteller ihr eigenes GeräteÖkosystem, das mit ihrem Akkutyp betrieben werden kann. Untereinander sind die Systeme aber nicht kompatibel, sogar bei Marken, die zusammengehören, wie Bosch Grün und Blau.

Wer heute ein Akkuwerkzeug kauft, erwirbt also nicht nur eine neue Maschine, sondern steigt in das Akku system des jeweiligen Herstellers ein. Weitere Maschinen derselben Leistungsklasse sind günstiger, weil nicht jedesmal Akkupacks und Lade geräte gekauft werden müssen. Das spart richtig Geld. Ein bis zwei Ersatzakkus reichen für den normalen Heimwerker völlig aus: Während ein Akku verwendet wird, lädt man den Ersatzakku.

Mehr als die Hälfte der Elektrowerkzeuge werden in Deutschland mittlerweile als Akkugeräte verkauft. Heimwerker, die vorausschauend denken, wählen neue Akkuwerkzeuge nicht allein nach ihrer Funktion aus, sondern berücksichtigen bei der Wahl des Gerätes auch, ob es im gesamten Akkusystem noch weitere kompatible Geräte gibt, die man sich wünscht oder die zukünftig benötigt werden.


DER VORTEIL VON LI-ION-AKKUS GEGENÜBER ANDEREN ZELLEN IST DIE DEUTLICH HÖHERE ENERGIEDICHTE

Säbelsäge (oben) und der 9-Ah-Akku für 18-V-Geräte


Doch welcher Hersteller hat das beste Akkusystem für Sie? Finden Sie es anhand unserer Mini-Übersichten heraus!

Durchbruch mit Lithiom-Ionen

Mitte der 2000er-Jahre stellten die Werkzeughersteller aufgrund eines EU-Verbots von Cadmium-Akkus vermehrt auf Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) um. Mittlerweile werden diese leistungsstarken Akkus im Werkzeugbereich fast ausschließlich eingesetzt. Die genaue Funktionsweise und den Aufbau eines solchen Akkus haben wir für Sie auf den Seiten 6–7 detailliert dargestellt. Die Leistung der Akkuzellen und damit die Leistung der kabellosen Werkzeuge wurde seit Einführung des Lithium-Ionen-Akkus immer besser. Auch die Ladetechnologien wurden stetig verbessert und oft ist der Akku schneller geladen als in der Maschine verbraucht. Moderne Li-Ion-Akkus entladen sich bei richtiger Lagerung auch nicht (Kasten auf Seite 41), sodass man stets ein einsatzfähiges Werkzeug zur Hand hat.


PRINZIP AKKUFAMILIE: EIN 18-V-AKKU IST MIT ALLEN 18-V-GERÄTEN KOMPATIBEL


Leistungsdaten

Werkzeuge mit Lithium-Ionen-Akkus sind in unterschiedliche Leistungsklassen aufgeteilt: Es gibt 3, 6, 7, 2, 10 8 14, 4 18 V und 18 V. Je höher die Voltzahl, desto größer ist auch die Kraft, mit der das Werkzeug arbeitet. Diese Unterteilung ergibt sich daraus, dass die einzelnen Zellen, aus denen der Akku aufgebaut ist, je 3,6 V Spannung liefern. Seit einiger Zeit geben immer mehr Hersteller nicht mehr die durchschnittliche Spannung an – etwa 10,8 V oder 18 V – stattdessen die maximale von 12 V oder 20 V. Es hat sich also die Bezeichnung, nicht aber die Leistung geändert. Akkuwerkzeuge der 7,2-V- und der 14,4-V-Klasse bieten einige Hersteller noch an. Jedoch verschwinden diese Geräte mehr und mehr aus den Regalen. Das Hauptaugenmerk liegt bei 18 V. Hier gibt es das breiteste Angebot an Akkuwerkzeugen, vom leichten Schrauber bis hin zu kräftigen Winkelschleifern oder Gartengeräten. Für Anwendungen mit höchstem Leistungsbedarf, zum Beispiel für große Handkreissägen oder Akkurasenmäher, dient die 36-V-Klasse. Einige Hersteller schalten zudem zwei 18-V-Akkupacks in Reihe anstelle eines einzelnen 36-V-Akkupacks, was die 36-V-Akkus noch vielseitiger einsetzbar macht.


DIE AKKUS VON VERSCHIEDENEN MARKEN SIND NICHT KOMPATIBEL, NUR MIT WERKZEUGEN DER GLEICHEN MARKE


Die Kapazität von Akkus ist ausschlaggebend dafür, wie lange mit einem Werkzeug gearbeitet werden kann und sie wird in Amperestunden (Ah) gemessen. Genaue Infos dazu finden Sie im Kasten links auf Seite 36. Gängige Kapazitäten bei 18-V-Akkus sind 2–6 Ah. Je größer die Kapazität, desto größer, schwerer und teurer sind auch die Akkus. Den größten „Tank“ hat man derzeit bei DeWalt: stolze 12 Ah, Ryobi und AEG haben jeweils 9 Ah neu im Sortiment. Mehr Amperestunden bedeuten allerdings auch mehr Gewicht.

Die 18-V-Klasse entscheidet

Die Akkuklasse mit 18 V hat sich bei Werkzeugen und Gartengeräten am besten etabliert. Manche Hersteller wie beispielsweise Worx verwenden auch die Angabe 20 V (Maximalspannung). 18-V-Geräte haben genügend Power, um Kabelgeräte zu ersetzen und sie sind zusammen mit den Akkupacks noch relativ leicht und handlich. Hier bieten die Hersteller auch die umfangreichsten Systeme an. Um die Auswahl des richtigen Herstellers zu erleichtern, sollte man berücksichtigen, dass manche Marken wie Bosch, Einhell, Makita oder Ryobi Werkzeugmaschinen und Gartengeräte auf der gleichen Akkuplattform anbieten. Einige sind auf den Werkzeugbereich spezialisiert (etwa Metabo, DeWalt oder Skil), andere sind reine Gartenspezialisten wie Al-Ko, Gardena oder Stihl. Viele Heimwerker haben auch Geräte aus zwei oder drei unterschiedlichen Akkufamilien zu Hause, weil sie beispielsweise Bohrer und Sägen von Bosch mögen, im Garten aber nur mit Kärcher oder Stihl arbeiten.

Bis zu 130 Werkzeuge mit einem 18-V-Akku

Das wohl umfangreichste Angebot in der 18-V-Klasse hat der Hersteller Makita mit etwa 130 Akkuwerkzeugen und -Gartengeräten („LXT 18V“), plus 15 weitere Gartengeräte der Marke Dolmar, die ebenfalls kompatibel sind. Schade ist allerdings, dass Makita-Akkus zu den Maschinen der eigenen Low-Budget-Marke Maktec nicht kompatibel sind. Für Poweranwendungen bietet der Hersteller ein 2-x-18-V-System an, bei dem zwei Akkupacks in 16 unterschiedliche Maschinen eingesetzt werden können, um 36 V Spannung zu erzielen.

Die Geräte und Akkus von Einhell (Power-X-Change) und Ryobi (one+). sind um etwa 30–50% günstiger in der Anschaffung. Beide Hersteller bieten mehr als 100 18-V-Geräte und Werkzeuge. Ebenfalls mehr als 100 Geräte kann man mit den Akkus von Metabo betreiben. Die Geräte sind allerdings eher im professionellen Bereich anzusiedeln, sowohl hinsichtlich des Preises als auch des Sortiments: Es sind neben den Standardgeräten auch spezielle Maschinen wie Gewindebohrer oder ein Bohrhammer für 1.000 Euro dabei. Ähnlich sieht es bei den Herstellern Dewalt (79 Geräte) und AEG (74 Geräte) aus.

Werkstatt, Garten und Lifestyle

Nach dem gewohnten Einsatz in der Werkstatt und der Erweiterung auf Gartengeräte sind die Grenzen sicher noch nicht gesetzt, es werden weitere Werkzeuge folgen und die Akkufamilien erweitern. Bereits jetzt stehen mobile Kaffeemaschinen zur Verfügung, die mit Werkzeugakkus betrieben werden. Dies verdeutlicht, dass dem Einsatz von Akkus keine Grenzen gesetzt sind: Camping-Leuchten, beheizbare Jacken, Ladestationen für Smartphones, Radios, Ballpumpen oder sogar Tischkreissägen – alle diese Geräte können bereits mit einem Akku betrieben werden.

Der neue Multischleifer von Worx läuft mit Akku


Worx Powershare: Innovativ und vielseitig

Der Hersteller Worx hat sich voll auf eine Leistungsklasse festgelegt und nennt sie 20 V Max. Dabei handelt es sich um normale 18-V-Akkus. Das Sortiment für Werkstatt und Garten wächst stetig und Preis und Leistung der Geräte sind meistens sehr überzeugend. Es gibt auch ausgefallene Kombigeräte und Nischenprodukte wie die JawSaw.

selber machen meint: Großes Sortiment mit Spaßfaktor und ausgefallenen Geräten. Einige Kombigeräte sind für Heimwerker definitiv überflüssig. Nur 18-V-Geräte.


AKKUGERÄTE ERLEICHTERN DIE ARBEIT: MAN MUSS SIE NICHT ABSETZEN, UM KABEL NACHZUZIEHEN


Die Akku-Handkreissäge mit 190-mm-Sägeblatt gibt es auch mit bürstenlosem Motor


AEG Pro 18v: MFür die Baustelle

Wer ab und an auch härtere Sanierungseinsätze hat und nicht nur Möbel zusammenschraubt, ist mit AEG gut beraten. Die robusten Maschinen werden auch von Handwerkern gern genommen. Die Preise liegen etwas niedriger als beispielsweise bei Metabo oder Bosch Blau, was die orangenen Geräte attraktiv macht.

selber machen meint: Kräftige Maschinen; Performance und Preise sind etwa mit Makita vergleichbar. Großes Sortiment, allerdings ohne Gartengeräte. Hier ist ein zweites System nötig.

Akku: Vor- und Nachteile

Viele Verlängerungskabel sind bereits dem Rasenmäher oder der Heckenschere zum Opfer gefallen. Gerade, wenn ein Werkzeug viel bewegt wird, erweist sich die Akkuversion als komfortabel. Die Stichsäge muss man nicht mehr absetzen und die Kabeltrommel kann beim Rasentrimmen in der Werkstatt bleiben. Und in der Leistung stehen Akkuwerkzeuge den kabelgebundenen mittlerweile kaum noch nach. Die Vorteile sind klar: Mit einer Akkufamilie spart man Geld, ein Ladegerät und zwei bis drei Akkus reichen für einen konstanten Dauerbetrieb aus. Die Folgekosten sind zudem gering, da Treibstoff und Motorwartung wie bei den Benzingeräten entfallen. Das Arbeiten ist leise und abgasfrei. Der Nachteil: Man ist an einen Hersteller gebunden und dadurch in der Auswahl der Werkzeuge beschränkt. In den Systemen von Makita, Bosch, Einhell, Ryobi und Black+Decker sind aber jeweils alle wichtigen Gartengeräte vertreten. Viele Gartenbesitzer haben zudem eine zusätzliche Werkzeugfamilie aus reinen Gartengeräten, um alle Aufgaben schnell erledigen zu können


FÜR KLEINGÄRTNER REICHT EIN 18-V-SYSTEM AUS, FÜR GROßE GÄRTEN BIETET SICH EIN 36-V-SYSTEM AN

Makita: Das größte Sortiment

Der japanische Hersteller Makita hat sein Akkusystem von Anfang an sehr konsequent ausgebaut. Das liegt vielleicht auch daran, dass man in Japan schon früh auf den Li-Ion-Akku gesetzt hat. Die bei Heimwerkern und Profis beliebte Marke lässt beim Angebot und meist auch bei der Leistung keine Wünsche offen. Es gibt viele Spezialmaschinen.

selber machen meint: Bei Makita bekommt man jedes Werkzeug mit Akku.

Voltklassen und typische Geräte

3,6 V: Kleine und leichte Werkzeuge wie etwa der Ixo-Schrauber von Bosch (Bild rechts). Ansonsten bieten nur wenige Hersteller diese Klasse an. Ein kleiner 3,6-VSchrauber mit ein paar Bits in der Küchenschublade erspart eine Schraubendreher-Sammlung und ist schnell griffbereit, um etwa einen Möbelgriff zu befestigen.
7,2 V: Leichtes Spezialwerkzeug und Werkstattzubehör, überwiegend mit fest verbautem Akku. Von Makita gibt es beispielsweise Lampen und kleine Schrauber.
10,8 / 12 V: Handliche, leichte Werkzeuge, beispielsweise die kleinsten Schlagbohrschrauber (Test in Ausgabe 12/19), kompakte Sägen oder Leuchten. Fast alle Heimwerker- und Profimarken bieten diese Klasse an: von AEG über Bosch bis Metabo.
18 V: Nahezu alle Elektrowerkzeuge sind als 18-V-Akkuvariante erhältlich. Neben Werkstattmaschinen wie Bohrern, Schleifern und Sägen ist auch ein breites Spektrum an Gartengeräten erhältlich. Die größten Sortimente in diesem Bereich haben Makita (130 Werkzeuge), Ryobi und Einhell (je mehr als 100).
36 V: Leistungsstarke Gartengeräte wie Kettensägen, Rasenmäher oder Werkzeuge wie Bohrhammer. Stark aufgestellt sind hier Stihl, Al-Ko, Metabo, HiKoki und Ryobi.
48–96 V: Hauptsächlich Gartengeräte wie Rasenmäher oder schwergewichtige Werkzeuge wie Trennschleifer. Einige wenige Anbieter wie DeWalt im Bereich Werkstatt oder Stiga im Garten.

Einhell Power-X-Change: Günstig und große Auswahl

Einhell mit Firmensitz in Bayern gehört zu den Marken mit dem größten Akkuwerkzeugsortiment für Heimwerker. Produziert wird in China, jedoch sind die Qualität und die Leistung der allermeisten Tools aus unserer Sicht in Ordnung. Der günstige Preis macht das Power-X-Change-System noch attraktiver.

selber machen meint: Größtes Sortiment eines deutschen Herstellers, sehr interessant für Sparfüchse.

Für Haus und Garten gibt es ein umfangreiches Sortiment von Einhell

Ryobi One+: Für Werkstatt, Garten und Hobby

Ryobi ist der Tausendsassa unter den Akkusystemen für Heimwerker. Es gibt über 100 Geräte. Neben den klassischen Werkzeugen auch Praktisches wie eine Lötstation, Beleuchtung, einen Ventilator und einen großen Gartengerätepark.

selber machen meint: Wer wirklich alles mit einem 18-V-Akku betreiben will, ist hier richtig.

Amperestunden und Volt

Die Kapazität von Akkus misst man in Amperestunden (Ah). Ein Akku mit „2 Ah“ liefert eine Stunde lang zwei Ampere oder zwei Stunden lang ein Ampere. Doppelte Kapazität bedeutet also doppelte Laufzeit. Zur Erklärung passt der Autovergleich ganz gut: Die Motorleistung (PS) entspricht der Voltklasse (zum Beispiel 18 V). Der Tankinhalt und somit die Reichweite wird von den Amperestunden bestimmt. Beim Trennen mit dem Winkelschleifer ist die Laufzeit (Ah) meist nicht entscheidend, eine ausreichende Power jedoch schon. Vergleichbar ist das mit dem Auto am Berg oder beim Überholen, wo man mehr PS/ kW benötigt. Je größer die Kapazität, desto größer, schwerer und teurer sind sie. Gängige Kapazitäten bei 18-V-Akkus sind 1,5 bis 6 Ah.

Metabo: Für Werkstattprofis

Das Unternehmen mit Sitz in Nürtingen richtet sich mit seinen Werkzeugen an Handwerk und Industrie. Aber viele Heimwerker sind ebenfalls Fans der robusten und leistungsstarken Maschinen. Große Auswahl an Bohrschraubern, Winkelschleifern und speziellen Schleifgeräten.

selber machen meint: Wer arbeiten will wie die Profis, der greift zu Metabo. Für Heimwerkeranforderungen sind die Geräte preislich und leistungsmäßig jedoch oft überdimensioniert.

Es gibt viel prakische Peripherie wie Leuchten, dafür aber nur eine Heckenschere


Einen Winkelschleifer mit 230er-Scheiben (36 V) gibt es sonst nur noch von Makita

DeWalt XR / XR Flexvolt: Für Schwerarbeiter

Besonderheit bei DeWalts System: der 54-V-Akku mit bis zu 12 (!) Ah ist auch mit den 18-V-Geräten kompatibel, andere Hersteller koppeln höchstens zwei 18-V-Akkus zu 36 V. Ansonsten gibt es keine Kompatibilität zwischen den Leistungsklassen. DeWalt bietet Profiwerkzeuge an, zum Beispiel viele Schlagschrauber, und hat kein so umfassendes Sortiment für Heimwerker oder den Garten.

selber machen meint: Für regelmäßige harte Einsätze sind die Werkzeuge der Hit, für Gelegenheitsanwender zu teuer.

Der 54-V-Bohrhammer überzeugt mit seiner Leistung wie ein Kabelgerät


Der 54-V-Akku mit Schutzkappe – ein Kurzschluss ist bei dieser Energiedichte gefährlich

Black+Decker Heimwerker-Klassiker

Black+Decker war Pionier im Bereich der kabellosen Werkzeuge und erfreut sich aufgrund des vielfältigen Angebots und der günstigen Preise großer Beliebtheit. Mit neuen Features, wie etwa dem bluetoothfähigen 18-V-Akku, wird das Sortiment stetig weiterentwickelt. Neben den Gartengeräten können auch Haushalts-Staubsauger mit den Werkzeugakkus betrieben werden.

selber machen meint: Breites Angebot, vernünftige Qualität, gute Preise.

Der neue smarttech-Akku wird über USB geladen und ist so gleichzeitig Powerbank

Bosch Power4All ; Immer ein Kandidat

Mit dem Power All-System war Bosch im Jahr 2010 einer der ersten Hersteller, die ein Wechselakku-System einführten. Angefangen hat alles mit sieben 18-V-Geräten. Allein in dieser Leistungsklasse ist das Sortiment auf mittlerweile mehr als 50 Geräte angewachsen. Das Gartensortiment lässt auch kaum noch Wünsche offen. Außer Rasenmähern gibt es aber keine 36-V-Geräte.

selber machen meint: Umfangreiches Sortiment für Haus und Garten, aber keine 36-V-Werkzeuge.

Die Ladestandanzeige ist bei Bosch immer am Gerät

Mindestens zwei Systeme .

Es gibt Akkufamilien, die ein relativ vollständiges Sortiment für die Werkstatt und für den Garten bieten, wie etwa Makita, Bosch, Ryobi, Einhell und Black+Decker. Man kann also tatsächlich mit nur einem 18-V-System auskommen. „Genau so“, dachte ich am Anfang, „mache ich es mit Bosch“, als ich Bohrschrauber, Sauger und Heckenschere gekauft hatte. „Aber eigentlich brauche ich eine Kettensäge mit richtig Power“, dachte ich. Schwupps, kam Stihl dazu. Und Ryobi brachte damals den ersten Akkukompressor auf den Markt. „Will ich unbedingt“ – und schon steckte ich im dritten System. Ist aber nicht schlimm: Ich habe meine Favoriten gefunden und habe jetzt gar keine Einschränkungen mehr.

Bernhard Eder, Redakteur

Gardena Power System: Gartenklassiker

Die wohl bekannteste Gartengeräte-Marke bietet zwei Leistungsklassen. Das 18-V-Akkusystem ist leicht, kompakt und eher für kleine Gärten ausgelegt. Für größere Aufgaben und längeres Arbeiten ist das 40-V-System gedacht. Was uns auffiel: Der 18-V-Akku braucht fast sechs Stunden zum Laden.

selber machen meint: Zum kompletten Gartensystem fehlt eine Kettensäge. Sonst bleiben keine Wünsche offen.

Stihl Lithium-Ion Compact: Für Gärtner mit Anspruch

Die Akku-Kettensägen von Stihl zählen zu den besten Modellen auf dem Markt


Mittlerweile kann man viele Kommunalarbeiter mit Stihl-Akkupacks auf dem Rücken beobachten. Und auch für Heimwerker gibt es ein kleines Sortiment von der Gartenprofi-Marke. Von den drei Geräten mit Akku waren wir nicht ganz überzeugt. Das Compact-System mit dem 36-V-Wechselakku hingegen wird aber jeden Gärtner begeistern – wenn auch die Geräte nicht ganz billig sind.

selber machen meint: Wer viel im Garten zu bewältigen hat, ist mit Stihl gut bedient; die Akku-Kettensägen gehören zu den besten.

Al-Ko Energy Flex: Das vielseitigste Gartensystem

Die große Stärke von Al-Ko: Es gibt ein komplettes Gartensortiment mit Akku, von der Kettensäge bis zum Laubbläser. Das EasyFlex-System (18 V) ist für den kleinen Garten ausgelegt, EnergyFlex (40 V) bietet etwas mehr Kraft und Ausdauer für größere Aufgaben im Grünen.

selber machen meint: Großer Maschinenpark mit attraktiver Preis-Leistungs-Spanne.

Kärcher Battery Power: Das neue System

Erst in diesem Sommer hat Kärcher seine Akkugeräte vorgestellt. Eine Besonderheit ist der Akku selbst mit einem Display, das die Betriebs- und Ladedauer anzeigt. Beim Hochdruckreiniger sollte man allerdings zum Kabelgerät greifen, um wirklich effektiv reinigen zu können. Teils lange Ladezeiten.

selber machen meint: Es sollen laut Hersteller noch einige weitere Geräte folgen, dann wird das System wirklich interessant und vielseitig.

Die richtige Lagerung schont den Akku

Extreme Temperaturen und Tiefentladung (die vollständige Erschöpfung der Kapazität bis zum Nullwert), können Akkus schädigen. Beides sollten Sie vermeiden. Daher ist es wichtig, Li-Ion-Akkus kälte- und hitzegeschützt zu lagern. Andere Akkutypen laden Sie vor der Nutzung etwa halb auf.

* Spezielle Nickel-Metallhybrid-Akkus entladen sich nur zu etwa 15 % pro Jahr

Leichtes Heckenschneiden dank Akku am Gürtel


solo by Al-Ko Powerflex: Für Powergärtner

Schon der Akku verspricht Kraft pur: 42 V und 7,5 Ah. Damit funktioniert auch das System anders: Der Nutzer muss den Akku mit einem Gürtel um die Hüfte schnallen und das Verbindungskabel am Gerät anschließen. Das macht die Geräte schön leicht und gleichzeitig sehr kraftvoll

selber machen meint: Praktisches Tragesystem für häufige Einsätze in großen Gärten.

Fotos B. Eder, Hersteller, J. Schönmuth Illustrationen T. Straszburger Text B. Eder