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AKTFOTOGRAFIE: Workshop: Beeindruckende Fotos mit natürlichem Licht Sinnliche Aktaufnahmen


CanonFoto - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 20.09.2019

Fotograf Henrik Pfeifer verrät Ihnen seine Tricks, wie Sie kunstvolle Aktporträts mit Tiefenwirkung nur mit Fensterlicht im eigenen Heimstudio zaubern.


Artikelbild für den Artikel "AKTFOTOGRAFIE: Workshop: Beeindruckende Fotos mit natürlichem Licht Sinnliche Aktaufnahmen" aus der Ausgabe 6/2019 von CanonFoto. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: CanonFoto, Ausgabe 6/2019

Lichtbild, so wurde eine Fotografie früher genannt. Und das beschreibt wunderbar, worauf es in erster Linie beim Fotografieren ankommt: Ohne Licht können Sie kein Foto machen. Es ist wichtig, wie Sie das Licht einsetzen, und sehr spannend, was Sie durch unterschiedliche Herangehensweisen erreichen können. Das Tolle an der Arbeit mit vorhandenem Licht ist, dass man es nicht großartig ändern kann. Natürlich können Sie als Fotograf Hilfsmittel wie Reflektor, ...

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Lichtbild, so wurde eine Fotografie früher genannt. Und das beschreibt wunderbar, worauf es in erster Linie beim Fotografieren ankommt: Ohne Licht können Sie kein Foto machen. Es ist wichtig, wie Sie das Licht einsetzen, und sehr spannend, was Sie durch unterschiedliche Herangehensweisen erreichen können. Das Tolle an der Arbeit mit vorhandenem Licht ist, dass man es nicht großartig ändern kann. Natürlich können Sie als Fotograf Hilfsmittel wie Reflektor, Diffusor oder künstliche Lichtquellen zur Steuerung und Verstärkung des Lichts verwenden. Und dennoch müssen Sie auf das natürliche Licht, sowohl in Innenräumen als auch bei Outdoor-Shootings, achten. Auf den folgenden Seiten zeigt Ihnen Fotograf Henrik Pfeifer, wie Sie das Fensterlicht für beeindruckende Aktaufnahmen auch zu Hause benutzen. Je nachdem ob es von der Seite oder von hinten als Gegenlicht zum Model einfällt, können Sie damit ganz unterschiedliche Stimmungen im Bild kreieren. So kann ein Foto etwas mystisch und sinnlich wirken wie die Beispiele auf den Seiten 31–32 oder aber auch ganz weich und zart wie die Aufnahme auf Seite 33.(hp/ab)

Licht verstehen und gekonnt einsetzen

Wie sich das natürliche Licht auf Ihre Porträtaufnahmen auswirkt, lässt sich wunderbar an den folgenden drei Beispielen erklären, die alle mit Tageslicht entstanden sind. Die Lichtquelle ist ein Fenster.

FRONTALES LICHT
Der Fotograf fotografiert hier mit dem Licht. Das Licht fällt gerade auf das Model. Es entstehen so gut wie keine Schatten, die Augen glänzen in dem direkt einfallenden Licht. Dadurch, dass fast keine Schatten zu sehen sind, wirkt das Foto allerdings sehr zweidimensional. Bei einem Ganzkörperporträt wird der Körper dabei nicht modelliert, und die Rundungen wirken recht flach.

SEITLICHES LICHT
Der Fotograf fotografiert seitlich zum Licht. Jetzt fällt das Licht auch seitlich auf das Model. Dadurch entstehen viele Schatten, die dem Gesicht auch viel Kontur geben. Die Aufnahme wirkt aber dreidimensional: Durch die Schatten wird der Körper modelliert, und die Körperrundungen werden wunderbar hervorgehoben. Allerdings haben die Augen nun viel weniger Glanz.

GEGENLICHT
Der Fotograf fotografiert gegen das Licht. Das Licht fällt nun von hinten auf das Model. Das vom Licht abgewandte Gesicht ist im Schatten, was das Model sehr geheimnisvoll erscheinen lässt. Die Augen sind völlig dunkel und haben gar keinen Glanz mehr. Bei einem Ganzkörperporträt kommen die Konturen des Körpers besonders eindrucksvoll zum Vorschein.

1


VON OBEN

Dieses Bild ist ein Teil einer ganzen Fotoserie. Das Model hatte die Aufgabe, sich frei durch den Raum zu bewegen, während ich ihm folgte und das fotografierte, was sich mir bot. Dabei entstand auch dieser stille Moment. Um das Bild nachzuempfinden, ist es natürlich nicht nötig, das Model durch den Raum zu „jagen“. Es kann sich gleich in der Nähe des Fensters, auf den Boden oder wie hier auf ein Sofa legen. Wichtig ist, dass die Lichtquelle (das Fenster) seitlich ist, in diesem Fall rechts von ihm. Wenn nur wenig Licht vorhanden ist, empfiehlt sich unabhängig von dem Wunsch nach wenig Schärfentiefe eine möglichst offene Blende (z. B. f/2). Durch die Wahl der offenen Blende kam ich bei 1/80 Sekunde Belichtungszeit trotz geringen Lichts mit ISO 100 zurecht. Das brauchen Sie: einen Raum mit Fenster, lichtstarkes Objektiv mit einer Brennweite von 30-50mm

Fotos: Henrik Pfeifer / Humboldt Verlag; Texte: Henrik Pfeifer, Ana Barzakova; Skizzen: Ines Peichär

50mm | 1/80s | F/2 | ISO 100

2


Fotos: Henrik Pfeifer / Humboldt Verlag; Texte: Henrik Pfeifer, Ana Barzakova; Skizzen: Ines Peichär

30mm | 1/60s | F/2 | ISO 100

TÜRRAHMENMEDITATION

In dieser Location wurde es schon fast zu hell. Die Sonne knallte so heftig ins Zimmer, dass wir uns auf die Flucht vor dem Licht machen mussten. Während ich sonst eher die Nähe zum Fenster suche, haben wir uns in diesem Fall in die hinterste Ecke des Zimmers verzogen und in der Tür eines dunklen Durchgangszimmers fotografiert.

Für den Bildlook positionieren Sie Ihr Model in einem Türrahmen, sodass eines oder mehrere Fenster im Hintergrund sind und Sie im Gegenlicht fotografieren können. Auf eine Aufhellung der Schattenseite habe ich bewusst verzichtet, da ich die Atmosphäre genauso sehr spannend empfinde. Aufgrund der beengten Raumsituation bin ich auf eine kurze Brennweite von 30mm gegangen. Mit ein wenig mehr Platz wäre das natürlich auch mit einem 50mm-Objektiv möglich gewesen. Wegen des hellen Gegenlichts habe ich ISO 100 gewählt und mit einer Blende f/2 und einer Verschlusszeit von 1/60 Sekunde aus der Hand fotografiert.

Das brauchen Sie: einen Raum mit Fenster und Verbindung zu einem dunklen Nachbarraum, lichtstarkes Objektiv mit einer Brennweite zwischen 30–50mm


MAN BRAUCHT NICHT VIEL, UM ZU EINEM GUTEN ERGEBNIS ZU KOMMEN. WICHTIG IST,


DASS MAN WEISS, WAS MAN TUT.

Henrik Pfeifer Porträt- und Aktfotograf

DER FOTOGRAF
Henrik Pfeifer, 1968 in Remscheid geboren, fotografiert seit mehr als 40 Jahren. Heute lebt er in Berlin und arbeitet weltweit als Regisseur und Fotograf unter anderem für den amerikanischen Playboy. Darüber hinaus ist Pfeifer Fotobuchautor und engagiert sich für den deutschen Schauspielnachwuchs.www.henrik-pfeifer.de Instagram: @henrik.pfeifer.photography

3


AN DER WAND STEHEN

Gerade für ein unerfahrenes Model ist es hilfreich, wenn es irgendetwas hat, woran es sich festhalten oder wenigstens anlehnen kann. Das Stehen und Posen im freien Raum ist nämlich gar nicht so einfach. Daher stelle ich meine Models immer gerne an eine Wand, weil man so viel einfacher spielerisch eine coole Pose finden kann. In diesem Fall habe ich hinter dem Model das Fenster zuhängen müssen, da die Sonne so sehr hineingeschienen hat, dass der Hintergrund einfach nur gnadenlos überbelichtet gewesen wäre. Stattdessen haben wir mit dem direkten Sonnenlicht, was ein wenig weiter rechts auf den Boden schien, gearbeitet. Der helle Boden hat das Licht reflektiert. Bei einem dunkleren Boden hätte man auch mit einem weißen Laken als Reflektor arbeiten können. Da wir uns vor dem Sonnenlicht versteckt haben, musste ich mit ISO 400 arbeiten. Bei einer Brennweite von 50mm konnte ich dann mit Blende f/2 mit 1/60 Sekunde Belichtungszeit aus der Hand fotografieren.

Das brauchen Sie: einen Raum mit Fenster, lichtstarkes Objektiv mit einer Brennweite von 30–50mm

BUCHTIPP
In seinem Buch „Aktfotografie zu Hause“ führt Sie Porträtfotograf Henrik Pfeifer in die Welt der stilvollen Aktfotografie mit einfachen Mitteln im eigenen Heimstudio. Von der Auswahl der Fotoausrüstung über Belichtung und Kameraeinstellungen bis hin zur Bildkompositon und Pose – Schritt für Schritt und mit zahlreichen Beispielen auch von Fotografenkollegen lernen Sie alles über das beliebte Fotogenre. 224 Seiten | 26,99 € ISBN 978-3-86910-216-0 www.humboldt.de

FOTOREPORTAGE Für ihr Projekt „9 Miles“ fotografierte die Kölnerin Laura Kirst Waisenkinder in Südafrika. Immer mit dabei war ihr Zoomobjektiv: Sigma 24-70mm F2,8 DG OS HSM | Art.


OBJEKTIV-TIPP

Bei seinem 24-70mm-Standardzoom setzt Sigma auf eine Kombination von drei SLD-Glaselementen (Super Low Dispersion) und vier asphärischen Linsen und kann so Abbildungsfehler deutlich reduzieren. Das Zoom aus Sigmas Art-Serie stellt die vierte Generation von 24-70mmf2,8- Objektiven aus dem Hause Sigma dar. Während beim inzwischen 18 Jahre alten ersten Modell, dem Sigma 24-70mm F2,8 EX DG Aspherical DF, noch auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet werden musste, ist dieser beim aktuellen Modell Sigma 24-70mm F2,8 DG OS HSM | Art natürlich verbaut. Ein Innengehäuse aus Metall macht den lichtstarken Allrounder zu einem robusten Begleiter – auch für unterwegs. Angeboten wird das Objektiv für Nikon F, Canon EF und Sigma SA-Mount.www.sigma-foto.de | Preis: 1.449 Euro

Laura Kirst fotografierte diesen intimen Moment während einer Gebetsansprache.


Foto: Laura Kirst, Hersteller; Texte: Lars Kreyßig

Canon EOS 5D Mark II | 24mm | 1/320s | F/2,8 | ISO 100

Ein Junge spricht ein Gebet. Laura Kirst zeigte sich davon beeindruckt, dass er sich mit wenig Scheu vor die Gruppe stellte.


Canon EOS 5D Mark II | 45mm | 1/250s | F/1,8 | ISO 1250