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Aktivlautsprecher: Master and Servant


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 09.05.2018

Es gibt HiFi-Fans, die noch nie über den Erwerb einer Aktivbox nachgedacht haben. Die Begegnung mit einer Canton IQ Vento 9 aktiv kann das schlagartig ändern.


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Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 6/2018

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man benötigt für den Betrieb eines aktiven Lautsprechers keinen externen Verstärker, da die Endstufen bereits eingebaut und optimal auf die anzutreibenden Chassis ausgelegt sind. DSPs, Mikroprozessoren und D/A-Wandler sorgen zudem im Inneren einer aktiven Box für einen Bedienkomfort und eine Flexibilität, wie sie passive Lautsprecher niemals bieten können.

Gerade in diesem Punkt ist die neueste Aktive aus dem Hause ...

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... Canton, die IQ Vento 9 Aktiv für 4400 Euro das Paar (aus Master und Slave), unschlagbar, in Sachen Preis/Leistung ebenso. Es dürfte eine Weile dauern, bis man alle Funktionen intuitiv bedienen kann. Wahrscheinlicher ist aber, dass man sie gar nicht alle benötigt – vor allem, wenn man nur ein Stereopaar betreibt.

Wer will, hat dennoch eine enorme Spielwiese vor sich. Der Hintergrund der Ausstattung ist laut Entwickler Frank Göbl, dass die Lautsprecher, ähnlich den Soundbars von Canton, flexibel an unterschiedlichste Räume anpassbar sein sollen. So gibt es neben einer Klangregelung (Bässe, Mitten und Höhen) drei Equalizer-Voreinstellungen (freistehend, wandnah und in einer Ecke stehend). Das dazu notwendige Frequenzgang-Management übernimmt ein D2 Audio DSP.

Die IQ Vento 9 Aktiv bietet drei „Power“-Modi. Man kann die Lautsprecher manuell ein- und ausschalten wie einen Verstärker. Man kann aber auch eine Einschaltautomatik aktivieren und einem Eingang zuweisen. So können sich die Boxen beispielsweise zeitgleich mit dem Fernseher oder dem CD-Player einschalten. Der Eco-Mode schließlich sorgt dafür, dass sich die Box ausschaltet, wenn länger kein Signal eingeht.

Ab Werk gibt der Master den linken Kanal wieder, man kann die Kanäle aber zuweisen und den Master auch rechts aufstellen. Und für noch mehr Flexibilität sollen zukünftig die neuen Canton Connects sorgen, also externe Kästchen mit weiteren Anschlüssen und Funktionen. Darüber hinaus sind auch 5.1-Setups mit den neuen Ventos möglich. Hier kommt dann ebenfalls die neue aktive Zwei-Wege-Kompaktbox Vento 3 ins Spiel.

Familienbande
Ihrem Familiennamen gerecht werdend, sitzen in der IQ Vento Chassis aus der Vento 896 (getestet instereoplay 3/17). Die Keramik-Hochtöner und die Titanium-Mitteltöner sind identisch mit denen des passiven Vento-Topmodells. Die Basschassis wurden überarbeitet. Konus und Staubschutzkalotte sind nahezu gleich groß und verbinden sich zu einer Doppelmembran. Das Gehäuse bietet ein paar Liter mehr als das der 896, da es etwas weiter geschwungen ist. Angetrieben werden die Chassis von je eigenen Endstufen, die so ausgelegt sind, dass sie bei allzu hohen Belastungen wie ein Limiter reagieren und die Box sich nicht einfach ausschaltet.

Der fest montierte Sockel bietet dem Bassreflexrohr einen definierten Abstand und somit genug Raum „zum Atmen“.


Anschlüsse gibt es in ausreichendem Maße, zumindest am Master: Neben je einem analogen XLR- und Cinch-Eingang stehen ein optischer, ein koaxialer und ein USB-B-Digitaleingang bereit sowie ein koaxialer Digitalausgang. Über diesen sendet der Master das Musiksignal an den Dig-In des Slaves. Man kann auf das Kabel jedoch auch verzichten und zur Signalübertragung eine 5-GHz-Funkverbindung nutzen. Diese besteht übrigens auch bei einer Kabelverbindung, da über sie auch die Boxensynchronisation stattfindet. So ist es auch möglich, blitzschnell zwischen „ wired“ und „wireless“ umzuschalten und festzustellen, dass man nur einen minimalen Unterschied hört. Zusätzlich besteht auch die Option, Master und Slave mit je einem Monosignal (Cinch oder XLR) zu füttern.

Schnell noch ein Wort zum XMOS-USB-Chip im Master: Er decodiert zwar Signale bis 192 kHz/24 Bit, leitet aber nur ein 96/24-Signal an den Slave. Und DSD bleibt ganz außen vor.

Impulsiv und räumlich
Zwei Dinge fielen im Hörtest unmittelbar auf: Zum einen ist die IQ Vento 9 ungeheuer impulsiv! Hier hat man klar das Gefühl, das Aktiv-Konzept zu hören, so schnell, druckvoll und dynamisch spielt sie. Die zweite Auffälligkeit: Die Abbildung ist grandios. Das Klangbild breitet sich schön in alle Dimensionen aus, Instrumente sind gut ortbar und haben viel Raum.

Der leichte Anstieg des Hochtonpegels ab 5 kHz verleiht der Box eine angenehme Spritzigkeit, lässt das Klangbild aber keineswegs ins Aufdringliche kippen. Die IQ Vento 9 Aktiv ist somit wahrlich eine Box für alle Fälle, Stile und Pegel.

Wer mag, kann die Quellen ausschließlich am Master anschließen und sie dem Slave per Kabel oder Funk schicken.