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AKTUELL


FONO FORUM - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 05.06.2020
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Screenshots mit Gian Bhogal, Johannes Hubmer und Electra Lochhead


Die erste Corona-Oper

Am 1. Mai wurde sie auf Youtube uraufgeführt und ist seitdem dort abrufbar: die erste digitale Oper. Im Mittelpunkt von „Tag 47“ stehen vier Protagonist/innen und ihre Gedanken und Gefühle in den Zeiten von Corona. Komponist und Kopf der neugegründeten Kammeroper Salzburg ist Gordon Safari, den wir im FONO FORUM 4/20 als Leiter des Bach- WerkVokal porträtiert haben.

Gewinner

Die Gewinner unseres Gewinnspiels aus Fono Forum 6/20 sind Patrik Schönfeld, aus Köln, Kyriaki Pazwantidou aus Siegburg, sowie Antonella Giangrande aus Köln. Sie dürfen sich über je zwei Karten für Joachim Kühn solo plays Ornette Coleman und Stefano Bollani plays Jesus Christ Super Star (verschoben auf 01.07.2020) im Kunstmuseum Basel -Innenhof-, freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Fragen & Anregungen

Wir freuen uns immer über Fragen, Anregungen, Lob und Kritik. Schreiben Sie uns einfach: FONO FORUM, Reiner H. Nitschke Verlags-GmbH, Eifelring 28, D-53879 Euskirchen oder leserbriefe@fonoforum.de. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen.

Wen haben wir im Sinn?

Gewinnen Sie 20 Klassik-CDs

Heute suchen wir einen Mann, dessen Mutter laut Wikipedia mit Vornamen Täubchen hieß. Mit zwölf Jahren kam er in die Hauptstadt seines Landes, begann eine Lehre in einer Seidenfabrik und studierte dann Komposition. Mit einem landesherrlichen Stipendium ging er zur Fortbildung nach Paris, leitete den dortigen deutschen Gesangsverein und gründete, wieder in der heimischen Hauptstadt, einen eigenen Chor, kurz darauf eine Musikschule und dann noch ein Orchester, das er selbst dirigierte. Er schrieb einige seinerzeit beliebte Lieder, ist den meisten Musikfreunden heute aber nur noch bekannt als Namensgeber der privaten Musikschule, die nach 86 Jahren verstaatlicht wurde, wobei der Name des Gründers bewusst getilgt wurde. Wiederum 30 Jahre später wurde dieses „Konservatorium“ in ein Hochschulinstitut umgewandelt, das nun wieder und bis heute den Namen des Gründers führt. Hier unterrichte ten unter anderen Humperdinck, Pfitzner, Reubke und Schönberg, zu den Schülern gehörten Claudio Arrau, Edwin Fischer, Otto Klemperer, Bruno Walter, Armin Mueller-Stahl, Trude Hesterberg, Friedrich Hollaender und Willy Sommerfeld. Wen suchen wir?

Schicken Sie Ihre Antwort bitte an: FONO FORUM, Stichwort „Preisrätsel“, Reiner H. Nitschke Verlags-GmbH, Eifelring 28, D-53879 Euskirchen. Einsendeschluss ist der 16.07.2020 Eine durch Gewinnspieleintragungsfirmen generierte Teilnahme ist nicht gestattet.

Der Gewinner: Die Lösung des Mai-Rätsels lautet: Komponist: Terry Riley, Werk: In C. 20 Klassik-CDs hat Thomas Backhaus aus Ebersbach gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Fünf Fragen Fünf Antworten

Schaghajegh Nosrati

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1Ein Stück, das Ihnen viel bedeutet, das aber viel zu wenig bekannt ist: Spontan denke ich da an die Vokalmusik von Sergej Rachmaninow, insbesondere das Lied „Zdes’ khorosho“ oder auch die „Allnächtliche Vigil“ op. 37. Ähnlich wie Liszt und Alkan gehört Rachmaninow meiner Meinung nach zu den Komponisten, die leider stark unterschätzt bzw. nur auf den Aspekt der Virtuosität reduziert werden, obwohl ihre Musik weitaus vielfältiger und anspruchsvoller ist, als allgemein angenommen wird.

2Ein Stück, das alle/die meisten anders spielen als Sie: Es ist nicht einfach, darauf zu antworten; als Interpret(in) möchte man gerne glauben, dass man alles auf eigene, individuelle Weise spielt. Aber ein solches Denken ist naiv, denn zweifellos schwingen Hörgewohnheiten und Aufführungstraditionen immer mit, ob bewusst oder unbewusst.

Ich würde aber behaupten, dass sich mein Bachspiel am ehesten von dem vieler anderer Pianist(inn)en unterscheidet, allein schon, weil ich der barocken Tradition gemäß eigene Kadenzen und Verzierungen einbringe.

3Ein Stück, das Sie nie wieder spielen wollen (aber früher spielen mussten): „Libertango“ von Astor Piazzolla. Ich musste das Stück im Rahmen meines Studiums im Fach Ensemblespiel lernen und dabei feststellen, dass mich Piazzollas Musik (trotz argentinischem Feuer) seltsam kalt lässt.

4Das letzte Musikerlebnis, das Sie umgehauen hat: Die Auff ührung aller Streichquartette von Beethoven im Jahr 2019, gespielt vom Belcea-Quartett im Pierre-Boulez- Saal Berlin. Es war einfach nur magisch.

5Ein Stück, das Sie nie verstanden haben: Die Sonatine für Flöte und Klavier von Pierre Boulez. Ich empfinde das Stück als eine einzige Zumutung, sowohl für den Interpreten als auch den Zuhörer (bei allem Respekt für den Komponisten).

Ihren Durchbruch feierte die 31-jährige Bochumerin mit dem iranischen Namen beim Bach-Wettbewerb 2014 in Leipzig. 2019 sprang sie auf Bitten von András Schiff in Berlin für Radu Lupu ein.

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Nach zwei Bach-Aufnahmen ist gerade ihre dritte CD mit Solowerken von Alkan beim Label CAvi erschienen.


Geburts- und Gedenktage

Matti Salminen, Bass 75. Geburtstag *7. 7.1945 Turku, Finnland

Helen Donath, Sopran 80. Geburtstag *10.7.1940 Corpus Christi, Texas

Giovanni Battista Bononcini, Komponist 350. Geburtstag *18.7.1670 in Modena, Italien +9.7.1747 in Wien

Siegfried Kurz, Dirigent, Komponist 90. Geburtstag *18.7.1930 in Dresden

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Isaac Stern, Geiger 100. Geburtstag * 21.7.1920 in Kremenez, Ukraine +22.9.2001 in New York

Josef Strauss, Komponist 150. Todestag *20.8.1827 in Wien +22.7.1870 in Wien

Mikis fieodorakis, Komponist 95. Geburtstag *29.7.1925 auf der Insel Chios, Griechenland

In memoriam

Am 11. April starb im Alter von 93 Jahren der aus Philadelphia stammende Jymie Merritt, der als Bassist der „klassischen“ Besetzung von Art Blakeys Jazz Messengers 1958-62 unsterblich wurde. Er blieb zeitlebens dem Hard Bop treu und spielte u. a. mit Max Roach, Lee Morgan und Archie Shepp.

Am 16. April starb im Alter von 88 Jahren der kanadische Cembalist Kenneth Gilbert, der u. a. für die Archiv Produktion und die EMI Couperin, Rameau, Bach und Froberger einspielte, die erste kritische Gesamtausgabe der Sonaten von Scarlatti herausgab und in Montreal, Antwerpen, Stuttgart und Salzburg als Professor unterrichtete. Am 17. April starb mit 84 Jahren der aus Philadelphia stammende Jazzbassist Henry Grimes, der sich nach Anfängen bei Goodman, Mulligan, Monk und Rollins in Richtung Free Jazz entwickelte und mit Größen wie Cecil Taylor und Steve Lacy arbeitete, ehe er für über 30 Jahre von der Bildfläche verschwand. Seit 2002 war er wieder in hochkarätigen Projekten zu erleben.

Am 22. April starb mit 73 Jahren in München der als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin in London geborene Peter Jonas, der nach Stationen beim Chicago Symphony Orchestra und der English National Opera 1993 Intendant der Bayerischen Staatsoper München wurde. Er öffnete das Haus in alle Richtungen, musikalisch hin zum Barock – mit ihm begann das Münchner Barockwunder –, aber auch zur Neuen Musik (mit 14 Uraufführungen in 13 Jahren) und szenisch mit spannenden Regiekonzepten von Konwitschny, Alden, Jones u. a. Er gewann Zubin Mehta als GMD und erfand die Open-air-„Oper für alle“. Mit 60 zog er sich ins Privatleben zurück.

Im Alter von 89 Jahren starb am 25. April der litauische Komponist Vytautas Barkauskas, für dessen „intuitive“, im Tonalen wurzelnden Werke sich Musiker wie Yuri Bashmet, Gidon Kremer und David Geringas einsetzten.

Am 27. April starb im Alter von 83 Jahren die griechische Sopranistin Jeannette Pilou. Mit 23 debütierte sie als Violetta an der Scala, und bald sang sie die großen Sopranpartien im italienischen und französischen Fach, aber auch Gluck, Mozart und von Einem an den großen Häusern der Welt. Allein an der Wiener Staatsoper war sie 185 Mal in 16 Rollen wie Manon, Mimi, Cio-Cio-San und Micaela zu erleben.

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Am 29. April starb mit 93 Jahren in seiner Heimatstadt London der Cellist Martin Lovett, das letzte lebende Mitglied des legendären Amadeus-Quartetts, das von 1947 bis 1987 bestand. Ein Porträt nach einem Besuch bei Lovett brachten wir im FF 12/2017. Am 30. April starb im Alter von 79 Jahren in Paris der nigerianische Schlagzeuger Tony Allen, der als einer der prägenden Köpfe des „Afrobeat“ gilt, mit Hiphoppern und Elektronik- Musikern arbeitete und doch immer dem Jazzfeeling treu blieb. Brian Eno nannte ihn „den vielleicht größten Schlagzeuger, der je gelebt hat“ (siehe Nachruf Seite 66/67). Am 1. Mai starb in München im Alter von 93 Jahren Georg Hörtnagel, der zunächst Solobassist des Bayerischen Staatsorchesters und ein gefragter Solist und Kammermusikpartner war, ehe er 1966 die Konzertdirektion Hörtnagel gründete.

Am 1. Mai starb mit 72 Jahren der Darmstädter Bassist Jürgen Wuchner, der Mitglied des Vienna Art Orchestra war, eine Mingus-Tribute-Band mit Karl Berger, Matthias Schubert u. a. leitete und Trio mit Christopher Dell und Günter Baby Sommer spielte.

Mit 72 Jahren starb am 2. Mai in Pittsburgh der Altsaxofonist Richie Cole, der in den Bands von Buddy Rich und Lionel Hampton begann und seit Mitte der 70er-Jahre als Bandleader die Fahne des Bebop und Hardbop hochhielt.

Er hat über 50 Alben unter eigenem Namen aufgenommen. Am 3. Mai starb mit 90 Jahren die amerikanische Mezzosopranistin Rosalind Elias, die 1954-96 knapp 700 Mal in der Met auftrat, u. a. als Charlotte im „Werther“, als Carmen, als Olga im „Onegin“ und als Cherubino im „Figaro“. Sie gastierte oft in Europa, u. a. als Carmen an der Wiener Staatsoper, und debütierte 2011 als Heidi Schiller in Sondheims „Follies“ am Broadway. Sie ist auf zahlreichen Operngesamteinspielungen zu hören.


Foto: Irène Zandel

Foto: PR

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