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Aktuell: „Das Glück kommt erst, wennman verzeiht“


Stars und Melodien - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 14.01.2021

Mit entwaffnender Ehrlichkeit gibt Michelle Einblick in ihr Seelenleben und sie macht Mut, über Traumata zu reden


Michelle will ermutigen und wachrütteln

Artikelbild für den Artikel "Aktuell: „Das Glück kommt erst, wennman verzeiht“" aus der Ausgabe 2/2021 von Stars und Melodien. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stars und Melodien, Ausgabe 2/2021

Mit dunklem Haar zeigt sich Michelle bei ihren jüngsten Auftritten. Ihr Stern funkelt heller als früher


Sie sind zwar kein Paar mehr, doch im Duett („Nie verdient“) ist sie mit Matthias Reim erfolgreich


Schon wenn man die ersten Lieder ihres neuen Albums „Anders ist gut“ hört, spürt man, dass Michelle (48) sich selbst näher gekommen ist. Den inneren Wandel hat die aus Blumberg im Schwarzwald stammende Sängerin bereits bei ihrer letzten Tournee „Tabu“ ...

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... vollzogen. Da hat sie gegen Ende des Konzertabends die künstlichen Wimpern abgelegt und sich ganz ungeschminkt gezeigt.

„Ich habe mich nie verstellt, und ich möchte mehr denn je Natürlichkeit und Echtheit zeigen“, erklärt Michelle. Das ist ihr bestens gelungen. Denn auf ihrem „Mega-Baby“, wie sie ihr neues Album nennt, hat sie nachdenkliche, ermutigende, tröstende, verständnisvolle und ausgelassene Momente geschaffen.

Wie sieht sie es selbst? „Ich präsentiere mich durch meine Musik jetzt anders. Und das ist gut so. Ich durfte endlich die ganze Bandbreite meiner Emotionen ausschütten und mich mitteilen. Das fühlt sich gut und befreiend an. Meine bisherige Karriere stelle ich keineswegs in Abrede. Sie hat meinen Charakter mitgeprägt. Ich bin froh darüber, meine Lieder, meine Liebe zur Musik mit vielen Menschen geteilt zu haben.“

Die Gründe, warum sie es selbst als das authentischste Album ihrer Karriere empfindet, beschreibt sie so: „Zuallererst, weil ich es mit Peter Plate und Ulf Sommer gemacht habe. Ich stand schon seit vielen Jahren auf die Gruppe Rosenstolz. Sie sprechen eine ganz eigene Sprache, weil sie einfach echt sind. Und ich glaube, dass jetzt die Zeit ist, dass die Menschen wieder Geschichten brauchen und dass sie sich jetzt auch wieder Geschichten anhören. Wir sind in einer sehr stillen Zeit, wo wir ein bisschen ausgebremst werden. Ich möchte diese nutzen, dass man wieder ein bisschen hinhört.“

Zu ihren sehr persönlichen Liedern zählt „Brief an meinen Vater“. Offen erzählt Michelle: „Es ist keine Abrechnung, sondern mein erwachsener Rückblick auf meine Kindheit – mit ausgestreckter Hand der Versöhnung. Es war eine Kindheit, die sehr schwierig war.“ Wichtig ist für sie dabei, „dass man sie verarbeiten und vor allen Dingen verzeihen kann. Dass man manchmal eine Weile braucht, dass es aber ohne Verzeihen im Leben einfach nicht geht.“


„Man hat immer die Kraft zum Aufstehen“


Die Sängerin ist überzeugt, „dass man selbst nur glücklich wird, wenn man irgendwann an diesem Punkt ist und eine Geschichte eine Geschichte sein lässt. „Ich glaube, dass es da ganz viele Menschen gibt, die Gewalt erlebt haben. Es gibt ganz viele Kinder, die genau in dieser Situation heute stecken, in der ich als Kind auch war, und ich glaube, dass es immer noch ein Tabuthema ist. Und das sollte es nicht sein. Jeder sollte sagen können: „Hey, mir geht’s zu Hause nicht gut, mir passiert das und das. Und ich weiß aber als Erwachsener – als Kind weiß man es natürlich nicht – dass es da einen Weg heraus gibt und man immer die Kraft hat, selber aufzustehen. Glück kann man ausschließlich in sich selbst finden. Man muss es nur zulassen, und dazu braucht es nie- mand anderen.“ Die Stehaufrau hat schon vielen Nackenschlägen wie einem Schlaganfall und Trennungen getrotzt. Wenn sie dazu ermutigen will, selbst das Leben in die Hand zu nehmen und eigenverantwortlich zu handeln, dann kann man ihrer Botschaft vertrauen. So sagt sie eines ganz klar: „Was ich euch allen ans Herz lege, ganz egal, was im Leben passiert: Andere sind nie schuld. Man ist es immer selbst. Man kann nie sagen, mein Leben ist so schlecht, weil z. B. meine Eltern mich geschlagen haben. Nein! Es ist immer nur ein Auslöser.“


Michelle: „Anders zu sein ist gut und richtig“


Hat sie das Gefühl, anders zu sein? „Ich glaube, jeder ist anders. Mein Hund, alle Menschen sind anders. Es geht darum, dass anders gut und richtig ist. Niemand ist gleich. Wichtig ist, dass man sich selber annimmt und dass es nichts gibt, wo man sagt: „Das ist aber blöd, weil es vielleicht mit den Augen einiger anderer negativ anders ist. Das waren immer die besten Momente, wo ich kopfüber ins kalte Wasser reingesprungen bin.“

Tanja Hewer (sie nahm nach der Scheidung wieder ihren Geburtsnamen an) mit ihren Töchtern Celine und Marie-Louise (r.)


CD-TIPP

Hörenswert auf dem neuen Album „Anders ist gut“ von Michelle sind die Titel „Ich zieh’ das jetzt durch“, „Heldin“, „C’est la vie – So ist das Leben“ und „Brief an meinen Vater“.

Die Sängerin mit ihrer Bernhardiner-Hündin Ronja vor dem Marmorpalais im Neuen Garten in Potsdam. Der knuddelige Vierbeiner ist fast immer an ihrer Seite, auch bei Interviews