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AKTUELL: Exklusiv! Das Drei-Freunde-Interview: Til Schweiger & Samuel Finzi & Milan Peschel: Manche Männer werden nie erwachsen


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 38/2018 vom 14.09.2018

Drei Kinostars, drei Freunde, ein neuer Film – und um über den zu reden hat uns Til Schweiger auf seine Finca nach Mallorca eingeladen. Rausgekommen ist aber viel mehr: Ein richtig lustiges Gespräch über Klassenclowns, Männerfreundschaften und das Älterwerden


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 38/2018

Kleine Bootstour nach Drehschluss auf Mallorca: Til Schweiger (l.) mit Tochter Lilli, Samuel Finzi und Milan Peschel (r.)


Andreas (Milan Peschel) macht sich aus Liebeskummer zum Affen


BILD der FRAU:Sie scheinen viel Spaß bei den Dreharbeiten gehabt zu haben. Werden Männer jemals erwachsen?
Milan Peschel: Manchmal frage ich mich wirklich: Was ...

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BILD der FRAU:Sie scheinen viel Spaß bei den Dreharbeiten gehabt zu haben. Werden Männer jemals erwachsen?
Milan Peschel: Manchmal frage ich mich wirklich: Was mache ich, wenn ich groß bin? Ich sehe mich nicht als Erwachsenen – jedenfalls nicht so, wie ich Erwachsene früher gesehen habe.
Samuel Finzi: Ich glaube, wenn Männer unter sich bleiben, werden sie wahrscheinlich nie erwachsen.
Til Schweiger: Du meinst, wenn sie mit Frauen zusammen sind, werden sie schneller alt? Das kann vorkommen(lacht).
Das fängt ja gut an. Wie kam es eigentlich, dass Sie das „ Klassentreffen“-Trio wurden?
Samuel: Da bin ich jetzt echt neugierig, was du sagst, Til!
Til: Musst du gar nicht sein … Ganz einfach: Sobald ein Drehbuch fertig geschrieben ist, überlege ich sofort sehr genau, wer die Rollen spielen könnte. Und für diesen Film wollte ich eben drei ganz unterschiedliche Männer-Typen haben – Samuel und Milan passen perfekt!
Milan: Wir drei haben schon einiges miteinander erlebt. Das spürt man, wenn man den Film ansieht.Sie sind auch privat Freunde?
Til: Samuel und ich sind schon lange befreundet – und seit diesem Film zähle ich auch Milan zu meinen Freunden. Herrlich, dass die beiden mich hier auf Mallorca besuchen.
Milan: Aber gerne doch … ich könnte noch länger bleiben …! Man fühlt total zu Hause.
Til: Danke, das höre ich gern. Aber nicht, dass jetzt alle denken, wir würden hier nur faulenzen! Ich hab hier einen Großteil des Drehbuchs geschrieben, und als klar war, wer mitspielt, haben wir hier Urlaub gemacht und nebenbei geprobt – und hier war auch der letzte Drehtag.
Wie wichtig sind Männerfreundschaften für Sie?
Til: Freundschaften generell sind wichtig. Mit Männerfreundschaften verbindet man immer, zusammen auf der Couch zu sitzen, um Fußball zu gucken oder über Frauen zu reden …
Milan: … Männer können aber auch ganz lange miteinander schweigen.
Til: Mann kann übrigens auch mit Frauen befreundet sein(grinst) – das ist nur immer etwas schwieriger …
Aha.
Til: Na ja, weil da immer noch eine andere Komponente mitspielt, wenn die Frau attraktiv und der Mann heterosexuell ist. Aber um es kurz zu sagen: Freundschaft ist das Wichtigste im Leben. Das zeigt ja auch unser Film.
Wie schlimm ist es, wenn eine Freundschaft wieder kaputtgeht, wie gerade die zwischen Ihnen Til und Jan Ullrich?
Die ist nicht kaputtgegangen. Ich weiß, dass Jan ein herzensguter, großzügiger und liebevoller Mensch ist – eigentlich. Wenn er das wieder wird, ist er sofort wieder mein Freund.
Schöne Botschaft. Zurück zum Film. Erinnern Sie sich an Ihre letzten Klassentreffen?
Samuel: Bei mir ist das bestimmt 25 Jahre her und es war lustig. Damals waren wir alle gerade zehn Jahre raus aus der Schule, ich hab da keine großen Veränderungen bemerkt.
Til: Das war bei meinem letzten Klassentreffen vor sechs, sieben Jahren anders – und irgendwie auch ernüchternd. Man konnte genau sehen, wer sich weiterentwickelt hat und somit jung geblieben – und wer stehen geblieben ist.
Waren Sie früher mehr Klassenclown, Außenseiter oder vielleicht sogar Mobbing-Opfer?
Til: Ich werde nie vergessen, wie ich in der 12. Klasse mit meinem Kumpel in Kunst einen Vortrag über die Architektur eines modernen Klinikums in Gießen halten sollte. Auf jedem Foto, das wir beim Referat zeigten, waren wir in Großaufnahme zu sehen, vom Gebäude höchstens mal die Dachrinne …(grinst). Da gab es großes Gelächter, die haben sich alle weggeschmissen.
Das gab Ärger, oder?
Der Kunstlehrer hat mich danach mit tiefer Stimme ermahnt: „Til, mit dieser Art wirst du im Leben scheitern.“ Wenn ich heute zurückdenke, ist es wohl genau diese Art, die mich dahin gebracht hat, wo ich heute bin.
Wie war das bei Ihnen, Samuel und Milan?
Samuel: Mir ist erst Jahre nach meinem Abschluss aufgefallen, dass ich schon in der Schule gern alle zum Lachen gebracht habe. Ich war der Klassenclown – und heute mache ich das beruflich.
Milan: Genau wie bei mir! Ich finde, Humor hat etwas sehr Verbindendes.
Im Film geht’s auch um die Midlife-Crisis von Männern. Stecken Sie noch drin?
Milan: Sagt mir nichts(lacht).
Samuel: Männer in der Midlife-Crisis sollen laut Definition in Sachen Sex nichts anbrennen lassen. Außerdem werden sie spirituell und sie tun alles, um jung zu bleiben …
Til:(Lacht.) Das ist bei mir die einzige Ausnahme: Ich will nicht jung bleiben, ich bin jung.
Auf dem Papier sind Sie 54.
Til: Stimmt. Aber in einigen Religionen heißt es, dass jeder Mensch mit einem gewissen Alter zur Welt kommt. Daran glaube ich, weil ich das in der eigenen Familie erlebt habe. Mein älterer Bruder war schon als kleiner Junge ruhig und überlegt, während ich mich immer furchtlos und mit kindlicher Begeisterung überall hineingestürzt habe. Das ist bis heute so geblieben. Wir haben beide die gleichen Eltern, sind beide gleich erzogen, und trotzdem ist der eine so und der andere so.
Merken Sie trotzdem schon erste Alterserscheinungen?Müssen Sie – wie im Film – auf Geräte wie den Nasenhaarschneider zurückgreifen?
Samuel: So was brauchte man mit Anfang zwanzig tatsächlich nicht. Tja, irgendwann ist es dann aber so weit.
Til: Ich habe keinen Nasenhaarschneider!
Milan: Ich auch nicht. Ich habe ein paar graue Haare und manchmal auch Haare in der Nase. Aber die entferne ich anders …
Na gut, lassen wir das … Einer der schönsten Sätze, die Samuel Finzi in „Klassentreffen“ sagt, lautet: „Ich will im Alter nicht jung aussehen. Ich will glücklich aussehen.“ Wie glücklich sind Sie heute?
Til: Ich bin glücklich! Ich frage mich auch oft: Til, du hast alles, was du brauchst. Du bist relativ gesund, du hast wunderbare Kinder, tolle Freunde. Du hast eine Karriere hingelegt, die du niemals für möglich gehalten hättest. Warum läufst du nicht von morgens bis abends mit einem Smile durch die Gegend?! Aber ich arbeite daran. Ich stehe auf jeden Fall auf der Sonnenseite des Lebens.
Samuel: Für mich ist Glück eine Lebenseinstellung – und danach lebe ich jeden Tag.
Milan: Genauso sehe ich das auch, Samuel. Ich versuche jeden Tag, auch das kleine Glück zu erkennen und zu genießen – mal gelingt’s gut, mal weniger. Es gehört eben auch eine bestimmte Fähigkeit dazu, das Glück zu erkennen. Ich kenne viele Leute, die allen Grund hätten, glücklich zu sein, es aber einfach nicht erkennen. Denen kannst du leider nicht helfen.

Unfall statt Erholung: Der Sauna-Abend der drei Kumpel endet in einem Desaster


ZUR PERSON TIL SCHWEIGER


GEBURTSTAG: 19. 12. 1963 in Freiburg im Breisgau.
KARRIERE: u.a. „Der bewegte Mann“ (1993), „Keinohrhasen“ (2007), „Männerherzen“ (2009 und 2011), „Honig im Kopf“ (2014), „ Tatort“-Hamburg seit 2013.
PRIVAT: Aus der Ehe mit Dana (50) stammen die Kinder Valentin (22), Luna (21), Lilli (20) und Emma (15).

i KINO-TIPP

„Klassentreffen 1.0 – die unglaubliche Reise der Silberrücken“ ab 20. 9. im Kino. 30 Jahre ist es her, dass Thomas (Til Schweiger), Andreas (Milan Peschel) und Nils (Samuel Finzi) gemeinsam die Schulbank drückten. Nun wollen sie beim Klassentreffen wie einst die Sau rauslassen … Regisseur Til Schweiger gelingt wieder der richtige Mix aus Komik und Emotion – und er zeigt mit Gags über Wehwehchen bei Männern um die 50 viel Selbstironie.

ZUR PERSON SAMUEL FINZI


GEBURTSTAG: 20. 1. 1966 in Plowdiw (Bulgarien).
KARRIERE: u. a. „Tatort“-Kiel (2005 bis 2014), TV-Serie „Flemming“ (2009-2012), „Kokowääh“ (2011, 2. Teil 2013), „Honig im Kopf“ (2014).
PRIVAT: Mit Freudin Sorrel Jardine hat er zwei Kinder (11 und 6 Jahre alt).

ZUR PERSON MILAN PESCHEL


GEBURTSTAG: 1. 1. 1968, Berlin.
KARRIERE: u. a., „Schlussmacher“ (2013), „Das kalte Herz“ (2016), „Gundermann“ (2018).
PRIVAT: Mit Ehefrau Magdalena Musial (50) hat er zwei Kinder (Sofia, 17, Stasys, 19).


Fotos: Agency Blowup, instagram, Getty Images, WARNER BROS. 2018 (3)