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Aktuell: Fortsetzung der B-Wagen-„Zweiterstellung”, neue Niederflurbahnen, Taktverdichtungen: Bonn investiert in Stadt- und Straßenbahn


Strassenbahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 20.12.2019
Artikelbild für den Artikel "Aktuell: Fortsetzung der B-Wagen-„Zweiterstellung”, neue Niederflurbahnen, Taktverdichtungen: Bonn investiert in Stadt- und Straßenbahn" aus der Ausgabe 1/2020 von Strassenbahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Strassenbahn Magazin, Ausgabe 1/2020

B100C 9374 mit einem Schwesterfahrzeug unterwegs auf Linie 66. Die Zweiterstellung der Hochflur-Sechsachser weiten die Stadtwerke Bonn und die Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises GmbH (SSB) auf 40 der 61 vorhandenen Wagen aus MICHAEL BEITELSMANN (3)


■ In Bewegung befinden sich derzeit die Rahmenbedingungen des ÖPNV in Bonn. Nachdem auf dem Fahrzeugsektor die sogenannte „Zweiterstellung” der Stadtbahnwagen erfolgreich läuft, wird das Programm ausgeweitet. Gleichzeitig verzögert sich die Auslieferung der dringend erwarteten Niederflurbahnen für die beiden reinen ...

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... Straßenbahnlinien, für deren Strecken wiederholt Ausbauplanungen aufgerollt werden. Dank üppiger Bundesund Landesförderung wird zudem massiv in die bestehende Infrastruktur investiert, Busse und Bahnen fahren häufiger. Allerdings wird gerade in Bonn weiterhin um den richtigen Weg bei der Verkehrswende gerungen – Gerichte drohen angesichts der noch immer zu hohen Stickoxidbelastung weiterhin mit Diesel-Fahrverboten für die Innenstadt.

Wagenpark aktuell

Das erfolgreiche Projekt „Zweiterstellung”, in dem 25 ältere Bonner Stadtbahnwagen von Grund auf modernisiert werden, wird von den Stadtwerken Bonn (SWB) und der Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises GmbH (SSB) fortgesetzt und um 15 weitere Fahrzeuge aufgestockt. Zudem ist ein Lüftungs- und Klimatisierungskonzept entwickelt worden, um den Komfort für die Fahrgäste insbesondere an heißen Sommertagen zu erhöhen. Seit Dezember 2012 wurden die in den 1970ern beschafften Serien der Stadtbahnwagen des Typs B80/B100 (Nummernreihen 74 bis 77) in der eigenen Werkstatt einer Verjüngungskur unterzogen. Sie stehen dem Betrieb damit längerfristig zur Verfügung.

Aber auch im Wagenpark für die beiden Bonner Straßenbahnlinien wird sich etwas tun. Nachdem die Stadtwerke vor drei Jahren entschieden, die schadanfälligen und von Korrosionsschäden betroffenen 24 Niederflurbahnen vollständig zu ersetzen, startete eine Neuausschreibung für dann insgesamt 26 Fahrzeuge. Zuvor erhielten die 1994 beschafften Siemens/DUEWAG Nieder flurbahnen Typ „Bonn”, die über konventionelle Antriebsdrehgestelle und Einachslaufwerke im Mittelteil verfügen, eine notdürftige Instandsetzung. Zwischenzeitlich sind mehrere Angebote eingegangen, die aktuell geprüft werden. Mit einer Vergabeent-scheidung ist in Kürze zu rechnen. Dennoch wird sich die Lieferung der Bahnen aller Voraussicht nach noch hinziehen. Die Stadtwerke rechnen mit einer Auslieferung der ersten Fahrzeuge nicht vor Ende 2021, vor 2022 ist mit dem Fahrgasteinsatz daher nicht zu rechnen.

Bei Tw 7578 ist die Zweiterstellung, die auch mit einer markanten Umgestaltung der Fahrzeugfront einhergeht, bereits vollzogen


Technisch verschlissen sind die 1994 beschafften 24 Niederflurzüge Typ „Bonn”. Voraussichtlich ab 2022 sollen sie, so die aktuelle Planung, von der nachfolgenden Wagengeneration abgelöst werden


Taktverdichtungen bei Bus und Bahn

Schon seit dem 28. August 2019 wurden die Takte der Straßenbahn- und Stadtbahnlinien im Bonner Stadtgebiet und im Verkehr zum benachbarten Rhein-Sieg-Kreis sowie verschiedener Buslinien verdichtet. Die Grundtakte der Regionallinien wurden mit den angrenzenden Städten und Gemeinden mehrheitlich angepasst und aufeinander abgestimmt.

Im Schienenverkehr wurden die Taktzeiten der Stadtbahnlinie 16 von Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit von etwa 7:30 bis 9:30 Uhr und von ca. 15:00 bis 19:00 Uhr zum 10-Minuten-Takt verdichtet. Ferner wurde ein 30-Minuten-Grundtakt bis Betriebsschluss eingeführt. Sonn- und feiertags gilt nach dem morgendliche 60-Minuten-Takt neu eine halbstündliche Zugfolge. Der bestehende stündliche Nachtverkehr zwischen Köln-Niehl und Wesseling verkehrt jetzt bis Bonn Hbf. Aufgrund des neuen 10-Minuten-Taktes der Stadtbahnlinie 16 in der Hauptverkehrszeit wurden Fahrplananpassungen auf den Linien 61, 62, 63 und 66 auch an den Wochentagen nötig. Samstags wurde der Takt von ca. 9:30 bis 20:30 Uhr vom bisherigen 15/30-auf einen 10/20-Minuten-Grundtakt verbessert. Der 15/30 Minuten-Takt an Sonn- und Feiertagen beginnt jetzt schon ab 9:30 Uhr.

Investitionen in Infrastruktur

Insgesamt rund 150 Millionen Euro Infrastrukturinvestitionen sind von 2018 bis 2023 für neue Gleise und Weichen, barrierefreie Ausbauten von Haltestellen, neue Aufzüge, moderne Sicherungsanlagen und Stellwerkserneuerung vorgesehen. Die Sanierungen der Bahnhöfe „Hochkreuz” und „Rheinaue” begannen 2019, ebenso der barrierefreie Ausbau der Station „Buschdorf”. In Vilich wird gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG der neue Verknüpfungshaltepunkt zwischen der in Bau befindlichen S-Bahn-Linie 13 und der Stadtbahnlinie 66 erstellt. Hinzu kommen Maßnahmen aus dem NRW-Programm „Fördermittel für Erhaltungsmaßnahmen an kommunalen Schienenstrecken” nach dem vom Land Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen, sogenannten „Spiekermann-Gutachten” zum Zustand der kommunalen Schienen-Infrastruktur. Die Höhe der Fördersumme beläuft sich hier auf 73,8 Millionen Euro. SWB-Fachleute erarbeiten hierfür derzeit eine Maßnahmenliste.

Tram nach Endenich?

In die jahrzehntealte Diskussion über eine adäquate Schienenanbindung in die Stadtteile Poppendorf, Endenich und Hardtberg kommt wieder Bewegung. Der Bonner Stadtrat lässt aktuell die Möglichkeiten einer schienengebundenen oberirdischen Verbindung von der Innenstadt in den Bonner Westen prüfen, nunmehr unter dem Namen „Westbahn”. Hierzu hat die Verwaltung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie fünf denkbare Varianten untersucht. Eine Tunnelanlage, wie sie bis 2015 zumindest offiziell geplant wurde, ist nicht mehr dabei. Laut Ratsvorlage präferiert die Verwaltung die Varianten A und C, wobei die Variante C (über die Endenicher Straße) den höchsten Punktwert erzielt hat. Allerdings bedient sie nicht den sensiblen Bereich um die Poppelsdorfer Allee und den Uni-Campus. Das weitere Vorgehen der Stadt bleibt abzuwarten; bis zu einer konkreten Trassenfestlegung unter Einbindung der Öffentlichkeit ist es noch ein langer Weg. MBE

Bremen

Klage gegen Tram-Ausbau abgewiesen

■ Zwar noch nicht am Ziel, doch einen wesentlichen Schritt vorangekommen ist nun das Projekt der Verlängerung der Linie 8 über Huchting hinaus ins nie-dersächsische Weyhe/Leeste auf einem Teilstück der Trasse der Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE). Im März 2013 war der Planfeststellungsbeschluss für diese Maßnahme ergangen, gegen den Anwohner jedoch erfolgreich vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg Klage einlegten. Das Lüneburger Urteil hob nun das Bundesverwaltungsgericht (BVG) Leipzig Anfang November 2019 auf. Damit ist die Realisierung der Linie 8 ein erhebliches Stück näher gerückt. Allerdings hatte die vorherige Landesregie- rung ein Junktim herbeigeführt und beschlossen, die Linie 8 sowie die ein kurzes Stück auf derselben Trasse verlaufende Verlängerung der Linie 1 nach Mittelshuchting nur im Paket zu betrachten. Erst, wenn Baurecht für beide Maßnahmen vorliege, solle – so der Beschluss – mit der Netzerweiterung begonnen werden. Da gegen die Verlängerung der Linie 1 ebenfalls geklagt wurde, muss hier der weitere Verfahrensablauf abgewartet werden. Anfang Februar 2020 geht es vor dem OVG Bremen bei diesem Projekt in die nächste Runde.

Bremen: Noch heißt die Endstation der Linie 8 Huchting. Doch nach dem jüngsten Gerichtsurteil scheint ein Weiterbau nach Niedersachsen bis Weyhe/Leeste jetzt wieder greifbar


Anlässlich des Urteils zur Linie 8 verwiesen Bremens Bürgermeister Bovenschulte (SPD) und Bausenatorin Schäfer (Grüne) auf die Bedeutung der Maßnahmen in Bremens Süden für die gesamte Stadt. Schäfer wurde dahingehend in der Lokalpresse zitiert, dass der Ausbau des Straßenbahnnetzes gerade auch im Hinblick auf das Projekt „Autofreie City bis 2030” – ein wesentlicher Bestandteil der Koalitionsvereinbarung der Rot-grün-roten Landesregierung – von besonderer Wichtigkeit sei. Sie hoffe sehr, auch im Falle der Verlängerung der Linie 1 werde in absehbarer Zeit eine Entscheidung fallen.

Gegen beide Projekte regte sich von Anfang an Widerstand in der Ortspolitik und bei Anwohnern. Man fürchtet vor allem, der beliebte Ringbusverkehr werde der Verlängerung der Linie 1 zum Opfer fallen. Ferner wurde immer wieder die Führung der Strecken über die Trasse der BTE kritisiert und eine alternative Route gefordert. Aus der Ortspolitik kommt nun die Forderung nach Beibehaltung des Ringbusverkehrs und Verzicht auf die Verlän-gerung der Linie 1. Die Linie 8 findet dagegen Zustimmung. Die Spitze der Landespolitik hat dagegen gerade erneut die Notwendigkeit des Netzausbaus in vorgesehener Form zur Stützung der Verkehrswende unter-strichen. AMA

Düsseldorf

Direktvergabe und NF6-Verschrottung

■ Das Gesamtnetz der Rheinbahn wird auch in den nächsten gut 22 Jahren ausschließlich durch das Düsseldorfer Verkehrsunternehmen bedient. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am 28. Oktober, dass die Rheinbahn auch nach dem Auslaufen der Bestandsbetrauung am 31. Oktober 2019 weiterhin direkt mit den Verkehrsleistungen beauftragt werden kann. Der Vergabesenat des OLG Düsseldorf hatte die Entscheidung der Vergabekammer Rheinland am 28. Oktober 2019 aufgehoben und den Nachprüfungsantrag eines Busunternehmers als unbegründet zurückgewiesen. Der Beschluss des OLG ist rechtskräftig.

Ein mittelständischer Busunternehmer wollte lediglich einige Buslinien aus dem Netz herauslösen und hatte deshalb einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer Rheinland gestellt. Die Vergabekammer gab dem Unternehmer Recht und verbot die Direktvergabe des gesamten von der Rheinbahn betriebenen Schienen- und Busnetzes. Gegen diese Entscheidung hatten die Rheinbahn, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die beteiligten Städte und Kreise sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf eingelegt, die nun erfolgreich war.

Düsseldorf: Weitere 22 Jahre erbringt die Rheinbahn das Verkehrsangebot, worüber Ende Ok-tober das OLG Düsseldorf entschied. Die NF6-Serie – hier Tw 2125 – ist unterdessen um einen Wagen geschrumpft


Indes entschied die Rheinbahn, den bei einer Entgleisung am 4. Juni 2019 auf der Karl-Geusen-Straße am Abzweig zum Betriebshof Lierenfeld schwer beschädigten NF6-Niederflurwagen 2148 nicht wieder aufzubauen, sondern zu verschrotten. Es handelt sich um das jüngste Fahrzeug der Serie. Somit besteht die Serie nur noch aus 47 Bahnen, die derzeit nach und nach bei der Firma IFTEC in Leipzig für weitere 16 Jahre ertüchtigt werden. MBE

Magdeburg

Breiter Weg Nord wiedereröffnet

■ Mit einem kleinen Straßenbahnfest wurde am 27. Oktober 2019 der sanierte Nordabschnitt des Breiten Weges wiedereröffnet. Seit dem 4. Juli wurde der Abschnitt zwischen der Julius-Bremer-Straße und dem Opernhaus auf einer Länge von rund 450 Metern quasi neu gebaut und mit neuestem Standard versehen. Die Strecke erhielt einen komplett neuen Unterbau und neue Gleise, die mit Rollrasen begrünt wurden. Investiert wurden 4,5 Mio. Euro, wovon das Land Sachsen-Anhalt 3,2 Mio. Euro als Fördermittel bereitstellte. Auch die Seitenstreifen wurden neu gestaltet und mit Bäumchen und Sträuchern versehen. Etwa alle 50 Meter entstanden barrierefreie Fußgängerüberwege. Die Haltestellen Opernhaus und Katharinenturm wurden auf den neuesten Stand gebracht, neu gepflastert möbliert und etwas angehoben. Die stadtauswärtige Haltestelle am Opernhaus wurde näher an die Steinernetischstraße verlegt, um die Umsteigebeziehungen zum Bus zu verbessern. Verbaut wurden 100 Tonnen Schienen, 1.350 Schwellen, 900 m³ Schotter, 1.500 m² Rollrasen und 1.600 m² neues Pflaster.

Am 27. Oktober war das Publikum eingeladen, die sanierte Strecke zu tes-ten und sich vom neuen Komfort zu überzeugen. Nachdem OB Lutz Trümper, MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel und Mitglieder der „IGNah” um 10:30 Uhr am Opernhaus das weiße Band durchschnitten hatten, startete um 10:45 Uhr die Jungfernfahrt mit den Gästen zum Alten Markt. Von 11 bis 16 Uhr wurde von der IGNah ein kostenloser Pendelverkehr mit den historischen Triebwagen 23 und 124 im 10-Minuten-Takt auf dem neuen Abschnitt angeboten, der sehr rege in Anspruch genommen wurde. Am Alten Markt standen zudem verschiedene aktuelle und historische Fahrzeuge zur Besichtigung bereit, so z. B. die historischen Gotha- und Tatrazüge, der neueste NGT8D 1383, der neue Fahrschulwagen, einer der beiden Schienenschleifwagen und ein Solaris-Gelenkbus. Neben den Gleisen fanden zudem Gleisbautechnik und der neueste Unimog Platz.

Magdeburg: Kleine Fahrzeugparade am Alten Markt anlässlich der Wiedereröffnung der Trasse Breiter Weg Nord, rechts der Schienenschleifwagen 703


Seit dem 28. Oktober fahren die SL 1, 2, 5, 8, 9 und 10 wieder regulär über den Breiten Weg Nordabschnitt. Weil durch den Neubau des Breiten Wegs die Straßenbahnen künftig schneller unterwegs sein werden, da die Schrittgeschwindigkeit in diesem Bereich entfällt, änderte sich der Fahrplan im gesamten Netz geringfügig. Die erste Probefahrt hatte es übrigens am 25. Oktober gegen 10 Uhr mit Tw 1301 + Bw 2204 gegeben. DP

Jena

Ausschreibung für neue Trams gestartet

■ Um den immer häufiger auftretenden Kapazitätsengpässen auf den hoch frequentierten Straßenbahnlinien entgegenzuwirken, hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Jena am 21. Oktober 2019 ein Fahrzeug- und Infrastrukturprogramm in dreistelliger Millionenhöhe beschlossen. Damit konnte der Ausschreibungsprozess zur Beschaffung einer neuen Niederflurwagengeneration für die Saalestadt gestartet werden. Nach der Zusage des Landes Thüringen zur finanziellen Förderung der ersten beiden Lieferlose sollen in dem Rahmen zunächst zweimal jeweils zwölf Triebwagen als Ersatz für die Generation der 33 Triebwagen des Typs GT6M aus den 1990ern gekauft werden. Die Einlösung einer Option über neun weitere Exemplare ist abhängig von der Zusage weiterer öffentlicher Fördermittel.

Insgesamt sollen 118,5 Millionen Euro in die neuen Fahrzeuge investiert werden, die größer und flexibler als die Bestandswagen werden sollen. Auch sollen sie durch Multifunktionsflächen für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder, neue Fahrer- und Fahrzeugassistenzsysteme, Klimatechnik und moderne Fahrgastinformationssysteme mit verbesserter Außenanzeige deut- entlich den heutigen Anforderungen angepasst werden. Die Lieferung der ersten Triebwagen wird bei optimalem Verlauf frühestens für 2022 erwartet.

Außer in die Beschaffung der Fahrzeuge wird parallel auch in die Infrastruktur investiert. 34,5 Millionen Euro sind dabei für die notwendigen Anpassungen im Betriebshof und im Streckennetz vorgesehen. MKO

Jena: GT6M 617 am 25. Juni 2019 am Nollendorfer Platz, die Ablösung dieses Wagentyps wird in der Saalestadt jetzt gesucht


Industrie

Siemens

Avenio für Nürnberg

■ Die VAG Nürnberg hat für rund 44 Millionen Euro zwölf vierteilige Avenio bestellt, was einem Stückpreis von etwa 3,6 Millionen Euro pro Fahrzeug entspricht. Zusätzlich wurden drei bis 2034 laufende Optionen über insgesamt bis zu 75 weitere Trams vereinbart. Wie Siemens mitteilt, ist die Inbetriebnahme der ersten Serie für 2022 geplant. Die VAG möchte mit den zusätzlichen Wagen Angebotsverbesserungen umsetzen. Die künftigen Nürnberger Avenios sind 2,3 Meter breit, 36,85 Meter lang und 3,55 Meter hoch. Laut Siemens erlaubt das Innenraumkonzept einen schnellen Fahrgastwechsel. Zwischen dem Eingang und weiteren Sitz- und Stehplätzen gibt es keine Stufen. Multifunktionsflächen für Rollstuhlfahrer oder Rollatoren sind gleich an den Eingängen angeordnet, an der zweiten Tür ist laut Hersteller eine Klapprampe eingebaut. Die Bahn ist klimatisiert, zu 90 Prozent recyclebar, verwendet Bremsenergie zum Heizen oder speist sie zurück ins Netz. Eingebaut ist in den bestellten Bahnen ausschließlich LED-Beleuchtung, außerdem gibt es WLAN. FBT/MSP

Bombardier

Erster Flexity erreicht Zürich

■ In der Nacht auf den 13. November 2019 erreichte der erste Flexity von Bombardier die Gleise der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Die Lieferung des 42,86 Meter langen Wagens erfolgte nach dem Testbetrieb in Bautzen in einem Stück auf dem Straßenweg. Das zweite von 70 fest bestellten Fahrzeugen wird im Februar 2020 von Wien direkt auf der Straße nach Zürich folgen. Bis Ende 2020 sollen gemäß Planung zehn Fahrzeuge geliefert sein. Zum Abschluss kommt die Auslieferung bis Ende 2024. Es besteht eine Option über weitere 70 Wagen.

Der 54 Tonnen schwere Flexity erreicht bei 91 Sitz- und 188 Stehplätzen einen maximalen Achsdruck von elf Tonnen. Die Fahrwerke verfügen bei einem Raddurchmesser von 620/ 540 Millimetern über durchgehende Achsen, nur das zweite der vier Drehgestelle ist nicht angetrieben. Die sechs flüssigkeitsgekühlten Motoren verfügen je über eine Leistung von 110 Kilowatt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 60 Kilometern pro Stunde, der minimal befahrbare Kurvenradius beträgt 14,5 Meter. Am 2,4 Meter breiten Wagen sind sechs Türen mit einer lichten Breite von 1300 Millimetern versehen und zwei mit 800 Millimetern Breite.

Das Design stammt von Milani, Thalwil, Schweiz. Der Wagenführer verfügt über eine hervorragende Sicht. Erstmals in Zürich erfolgt die Steuerung des Fahrzeugs nicht über ein Handrad, sondern mittels Joystick. Wie von der Bevölkerung ausdrücklich gewünscht, sind ausschließlich Holzsitze verbaut. Die Fußbodenhöhe liegt auf 375 Millimetern, im Eingangsbereich auf 350 Millimetern. An den Türen befinden sich vertikale Lichtbänder, die je nach Tür- freigabe rot oder grün leuchten. Analog dazu besteht um die Beleuchtungskörper an den Wagenenden ein ansonsten weiß leuchtendes Lichtband, das ebenfalls diese Farben annimmt. JÜL

Bombardier: Flexity 4001 anlässlich der offiziellen Präsentation in der Zentralwerkstätte am 15. November 2019, erst in der Nacht auf den 13. November traf der Wagen in Zürich ein


Stadler

127 Metro-Züge für Atlanta

■ Der Bahntechnikkonzern Stadler und die Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority (MARTA) haben am 15. November einen Vertrag über die Lieferung von 127 Metro-Zügen im Umfang von 600 Millionen US-Dollar zuzüglich zweier Optionen über je 25 weitere Züge geschlossen. Den Zuschlag an Stadler hatte MARTA bereits am 29. März 2019 erteilt. Die neuen Züge sind für den Einsatz am weltgrößten Flughafen, dem Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport, vorgesehen. Für Stadler ist dies die größte Einzelbestellung von Fahrzeugen in der Unternehmensgeschichte und zudem der erste große Metro-Auftrag in den USA. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2023 in den Fahrgastbetrieb gehen. MSP

Škoda Electric: Seit 2019 bietet der tschechische Fahrzeugproduzent in seinem Portfolio auch den Obustyp Škoda 33Tr an, einen 18 Meter langen, dreiachsigen Voll-Niederflur-Obus für den Stadtverkehr. Škoda Electric liefert die gesamte elektrische Ausrüstung für den Obus und führt die gesamte Montage durch. Die elektrische Ausrüstung befindet sich auf dem Dach des Fahrzeugs. Der Obus kann mit einer Spannung von 600 oder 750 Volt Gleichstrom betrieben werden, optional sind Traktionsbatterien bestellbar

Ausland

Frankreich: Nizza

Neue Linie T3 eröffnet

■ Der Gemeindeverband „Métropole Nice Côte d’Azur” investierte rund 730 Millionen Euro in die Errichtung zweier neuer Tramlinien. In vier Etappen erfolgte ab Juni 2018 die Betriebsaufnahme der neuen West-Ost-Linie T2. Die Eröffnung des letzten Abschnitts, der Tunnelstrecke von der Station Jean Médecin zur Endstation Port Lympia, fand am 14. Dezember 2019 statt. Die T2 verläuft vom Stadtzentrum Richtung Westen parallel zur Promenade des Anglais, an der Station Grand Arénas verzweigt sich die T2 und führt zum Flughafen sowie zur Departements-Verwaltung CADAM. Im Stadtzentrum verläuft die 11,3 Kilometer lange T2 auf einer Länge von 3,2 Kilometer unterirdisch, es besteht keine Gleisverbindung mit der 2007 eröffneten Linie T1. Bereits 105.000 Fahrgäste nutzen täglich die neue Tramlinie.

Am 12. November 2019 kam die Linie T3 hinzu, sie verkehrt zwischen Flughafen und der Haltestelle Digue des Français auf den Gleisen der T2 sowie über eine 3,8 Kilometer lange Neubaustrecke weiter Richtung Norden nach Saint-Isidore. Geplant ist zudem eine Verlängerung bis Lingostière Centre Commercial.

Siemens: Ab 2022 rollt der Avenio als vierteilige Version auch bei der Nürnberger VAG


Für den Betrieb der Linien T2 und T3 lieferte Alstom 25 Zweirichtungswagen des Typs Citadis Compact 405A. An der Endstation CADAM entstand ein neues Depot. Bemerkenswert ist, dass nur der Tunnelabschnitt mit Oberleitung verse- hen ist. An der Oberfläche erfolgt die Energiezufuhr über das von Alstom entwickelte SRS-System: Während des Aufenthalts an der Haltestelle senken sich automatisch zwei Stromabnehmer auf zwei im Boden eingebettete Stromschienen und laden innerhalb von 20 Sekunden die am Dach montierten Ecopacks (Energiespeicher) nach. ROS

Nizza: Zwei neue Tramlinien stellen die Verbindung zwischen dem Stadtzentrum, den westlichen Stadtteilen und dem Flughafen Nizza-Côte d’Azur her, eingesetzt sind Citadis Compact 405A


Österreich: Innsbruck

Erstmals alle neuen Tram-Linien in Betrieb

■ Seit 15. Dezember 2019 verkehren auf den Linien 1, 3 und 5 wieder Straßenbahnen. Wegen Bauarbeiten sowie verspäteter Lieferung der neuen Flexity-Bahnen war seit 26. Januar 2019 auf den Linien 1 und 3 beziehungsweise seit 15. April auf der Linie 5 ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet.

Bombardier schaffte es nicht, die 20 bestellten Flexity-Bahnen wie ver-Innenraumeinbart bis Ende 2018 bereitzustellen. Mit rund einem Jahr Verzögerung erteilte die Eisenbahnbehörde vergangenen Sommer die Typenzulassung für die neue Triebwagenserie (Tw 327 bis 335, 371 bis 381), der erste Planeinsatz erfolgte am 9. August 2019 mit Tw 328 auf der Linie 6. Mitte Dezember 2019 waren 14 der 20 Wagen ausgeliefert und 13 im Einsatz. Die noch fehlenden Wagen liefert Bombardier voraussichtlich bis Mai 2020, bis dahin besteht ein Fahrzeugengpass. Laut IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH) muss Bombardier aufgrund der Lieferverzögerung eine Pönale von 2,7 Millionen Euro entrichten.

Die gemeinderätliche „Arbeitsgruppe Linie 6” beschloss die Igler Bahn wieder vom Bergisel ins Stadtzentrum zu verlängern. Die Linie 6 soll ab Frühjahr 2020 täglich im Stundentakt via Hauptbahnhof zur Mühlauer Brücke verkehren. In Zukunft soll die Bahn der wichtigste Zubringer zum Schloss Ambras sein. ROS

Innsbruck: Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ist das Innsbrucker Tram-Netz komplett in Betrieb, im Bild passiert der neue Flexity-Tw 329 die Haltestelle Rennerschule in Richtung Stadtzentrum


Graz: Der Verein „Tramway Museum Graz” nahm am 12. Oktober 2019 den Beiwagen 111B wieder in Betrieb. Der 1915 von der Grazer Waggonfabrik gebaute Zweiachser wurde in der Museumswerkstätte Ferlach des Vereins „Nostalgiebahnen in Kärnten” in Elfenbein und mit grünen Zierlinien lackiert, optisch passend zu dem im Vorjahr in Betrieb genommenen Triebwagen 93. Nach dem Festakt pendelte der Zug Tw 93 + Bw 111B zwischen Jakominiplatz und Mariatrost, aufgenommen an der Haltestelle Mariagrün

Schweiz: Basel

Künftig nur noch Einfachhaltestellen

■ Bis Ende 2020 verschwinden in Basel alle Doppelhaltestellen. Dort wo zwei Züge hintereinander halten, ist es für Fahrgäste schwierig, die richtige Einsteigeposition zu finden. Dies gilt besonders für Personen mit körper-lichen Einschränkungen, die gegebenenfalls sehr schnell lange Wege zurück legen müssen, um ihren Zug zu erreichen. Daher hat die Stadt Basel zusammen mit Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) und Baselland Transport AG (BLT) einen mehrmonatigen Versuch durchgeführt, währenddessen mehrere Haltestellen nur noch als Einzelhaltestellen bedient worden sind. Das Ergebnis ist positiv ausgefallen: Für die Fahrgäste bedeutet es ein einfacheres und schnelleres Einsteigen, wobei sich die Fahrzeit lediglich um durchschnittlich 50 Sekunden erhöht; dies betrifft vor allem die Region um den Steinenberg, schwankt aber je nach Wochentag und Tageszeit. Auf der Basis dieses Ergebnisses fiel die Entscheidung, bis voraussichtlich Dezember 2020 alle Doppelhaltestellen aufzuheben. Betroffen sind in der Innenstadt die Haltestellen Bankverein, Barfüsserplatz, Marktplatz, Aeschenplatz und Heuwaage. Die baulichen Maßnahmen hierfür sind überschaubar: Am Bankverein und an der Heuwaage werden die Bahnsteige verbreitert, um den Fahrgästen mehr Platz zu bieten. Am Marktplatz wird das Wartehäuschen versetzt und die Bahnsteige am Barfüsserplatz erhalten an den Enden eine Absenkung. Zur Erleichterung für das Fahrpersonal werden Spiegel installiert, sodass der Einund Aussteigevorgang besser überwacht werden kann. JÖS

Schweden: Stockholm

Einsatzbeginn für neue C30-Züge

■ Nachdem die Stockholmer Verkehrsbetriebe ihre neuen U-Bahnen vom Typ C30 zunächst nur nachts auf dem Streckennetz getestet haben, fanden diese Fahrten im Spätherbst auch während der regulären Betriebszeiten statt. Ab dem Jahreswechsel ist der Betrieb mit Fahrgästen geplant. Bis dahin sollen laut Plan sieben der 96 bestellten Wagen geliefert worden sein. Sie sollen bis 2021 die ältesten U-Bahnen auf den Linien 2 und 3 ersetzen. Die insgesamt fünf Milliarden schwedische Kronen, umgerechnet 470 Millionen Euro, teuren Bahnen werden von Bombardier auf der Movia-Plattform in Henningsdorf gefertigt.

Von den dreiteiligen, derzeit eingesetzten U-Bahn-Zügen der Bauart C20 unterscheidet sich der neue zweiteilige C30 durch das geänderte Innenraumeinbart konzept. Die neuen Züge weisen erheblich mehr Stehplätze – 500 pro Wagen – und nur noch 140 Sitzplätze auf. So nimmt die Fahrgastkapazität zulasten der Sitzplätze insgesamt um 25 Prozent zu. RIH

Kanada: Toronto

Einsatzende für alle Altwagen

■ Mit einer Abschiedsfahrt endete bereits am 2. September der planmäßige Einsatz der ALRV-Triebwagen (Articulated Light Rail Vehicle) in Toronto. Die sechsachsigen Gelenkwagen entstanden auf Grundlage der ab 1977 nachgebauten PCC-Fahrzeuge und wurden Anfang der 1980er vom Hersteller Hawker Siddeley aus Kanada entwickelt. In den Jahren 1987 bis 1988 wurden 52 der 23 Meter langen Fahrzeuge, welche mit Drehgestellen und Gelenken von der MAN ausgestattet waren, von der Toronto Transit Commission (TTC) in Betrieb genommen. Durch die Auslieferung der neuen Niederflurfahrzeuge von Bombardier konnte die TTC jetzt auf diese interessanten Fahrzeuge im Liniendienst verzichten. Während die meisten Fahrzeuge abgestellt wurden, behält die TTC den ALRV 4207 als historisches Fahrzeug für Sonderfahrten im Einsatz. Ein weiterer Triebwagen, der 1988 gebaute Tw 4204, kam zur rund 80 Kilometer westlich von Toronto gelegenen Halton County Radial Railway. Dieses Museum besitzt bereits eine umfangreiche Sammlung historischer Straßenbahnfahrzeuge aus Toronto, welche auf der vereinseigenen Straßenbahnstrecke fahren.

Auch die vierachsigen CLRV-Wagen erwartet am 29. Dezember 2019 das Einsatzende. Nach vier Jahrzehnten werden die Großraumwagen letztmalig fahren. Noch bis 28. Dezember fahren CLRV montags bis sonntags planmäßig auf der Linie 511. Zusätzliche CLRV sind am Wochenende im Abschnitt Roncesvalles Avenue – Greenwood Avenue eingesetzt. Am letzten Einsatztag, dem 29. Dezember sind von 10 bis 14 Uhr zwei CLRV kostenfrei zwischen Bathurst Street und der Greenwood Avenue unterwegs. TTC verloste Anfang Dezember Karten zur Teilnahme an der allerletzten Fahrt, was den bestehenden Kultstatus dieses Wagentyps verdeutlichte. Der erste CLRV traf am 29. Dezember 1977 in Toronto ein und fuhr ab 30. September 1979 im Liniendienst. Insgesamt kaufte TTC 196 CLRV JEP/MSP

Sofia: Die letzten zehn aus Prag übernommenen Tatra T6A5 sind seit Ende Oktober 2019 vollzählig im Fahrgasteinsatz. Die Wagen erhielten die neuen Nummern 4170 bis 4179, wohinter sich die ehemaligen Prager Tw 8719, 8720, 8734, 8737, 8743, 8694, 8649, 8707, 8706 und 8718 verbergen. Etwas unbemerkt wurde im Sommer 2018 noch der Wagen 8692 als Ersatzteilspender nach Sofia verkauft

Toronto: Nachdem jetzt ausreichend Flexity zur Verfügung stehen, kann die TTC auf die letzten ALRV und CLRV verzichten


Brasilien: Rio de Janeiro

Rio erweitert Stadtbahnnetz

■ Mit der Eröffnung des 1,3 Kilometer langen Abschnitts von Ottoni/Pequena nach Candelária und der Inbetriebnahme der Linie 3 ging die letzte Phase zum Ausbau des Straßenbahnnetzes in Rio de Janeiro Betrieb. Die neue Linie 3 teilt sich auf dem Abschnitt vom Santos Dumont Airport bis Candalária die Gleise mit der Linie 1, um dann den neuen Abschnitt durch die Innenstadt zum Zentralbahnhof von Rio zu bedienen. Damit hat das neue Straßenbahnnetz, welches abschnittsweise ab Juni 2016 eröffnet wurde, eine Streckenlänge von 28 Kilometern erreicht. Die im Liniendienst befahrenen Streckenabschnitte besitzen keine Oberleitung, sondern wurden mit dem APS-System des Herstellers Alstom ausgerüstet. Dabei erfolgt die Stromversorgung über eine in der Mitte angeordnete Stromschiene. Um Unfälle durch zufälliges Berühren zu vermeiden, werden diese sektionsweise zugeschaltet und nur der unter dem Fahrzeug befindliche Stromschienenteil ist spannungsführend. Für den Betrieb stehen 32 Triebwagen vom Typ Citadis zur Verfügung, die für Fahrten auf dem Betriebshof über zusätzliche Dachstromabnehmer verfügen. Die mehr als sechs Millionen Einwohner zählende Stadt am Zuckerhut hat neben der neuen Straßenbahn auch noch die historische Santa Theresa Straßenbahn in Betrieb, welche als „Bondinho” bei den Touristen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. JEP

Rio de Janeiro: Bei dem hier angewandten fahrleitungslosen APS-System von Alstom können kurze spannungsfreie Abschnitte mit Onboard-Batterien überbrückt werden


Stockholm: Der C30-Zug 2306 im Testbetrieb zwischen den Stationen Gamla stan und Slussen am 12. November 2019

Ludwigshafen

■ Möglicherweise Einsturzgefahr besteht offenbar für Abschnitte der als Hochstraße geführten B 37. Zum Teil gesperrt ist daher der darunterliegende Berliner Platz, betroffen sind alle dort fahrenden Tramlinien. Daher hat die rnv ad hoc am 22. November Umleitungen für die Linien 4/4A, 6/6A und 9 zur Umfahrung der Problemstelle eingerichtet. Unterbrochen ist die Linie 7, die im Bereich Ludwigshafen mit Linienübergang auf die 10 verkehrt. Der Mannheimer Ast der Linie 7 wendet in einer großen Innenstadt-Schleifenfahrt. Die Linie 8 fährt verkürzt zwischen Rheinau und Mannheim Hbf. MSP

Augustusburg

■ Die Anfang September 2019 begonnene Modernisierung der Drahtseilbahn Erdmannsdorf – Augustusburg liegt im Zeitplan, die 1.239 Meter lange Trasse war für 220.000 Euro vor Beginn der Frostperiode fertig saniert. Unterdessen läuft der Neuaufbau der Wagen-Karosserien bei einem Fachbetrieb in Güstrow. Das Aufgleisen der beiden grundsanierten Seilbahnwagen ist für Februar in Augustusburg geplant, die Wiederinbetriebnahme der Bahn folgt im März. Insgesamt kostet die Generalsanierung der vom Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) betriebenen Bahn rund zwei Millionen Euro. MSP

Bielefeld

■ Die Brackweder „Bürgerinitiative zum Erhalt der Hauptstraße” (BI) hatte 2017 über 14.000 Unterschriften gesammelt und wollte damit die Errichtung von Hochbahnsteigen im Zuge der Sanierung der Stadtbahn-Linie 1 nach Senne beziehungsweise des Weiterbaus nach Sennestadt verhindern. Nach Ansicht der Stadt kam es dabei zu Ungereimtheiten, sodass jetzt wegen möglicher Wahlfälschung ermittelt wird. Bei stichprobenartigen Kontrollen der Unterschriften erwiesen sich zahlreiche als ungültig, sodass der Rat der Stadt Bielefeld das Bürgerbegehren ablehnte. Die BI hält den Vorwurf für absurd und sieht sich und ihr Anliegen gen diskreditiert. J F

Kassel: Beiwagen-Umbau beendet – Abgabe von N8C nach Danzig

Am 24. Februar 2017 war der Kasseler N8C 419 noch im Linieneinsatz, hier zwischen Königsplatz und Friedrichsplatz. Er war der letzte dieser Wagen mit Vollreklame


Der Kasseler Beiwagen 510 ist der vorerst letzte umgebaute ex-Rostocker Beiwagen. An seinem zweiten Tag im Einsatz, dem 10. September 2019, überquert er im Schlepp von Tw 610 den Königsplatz


■ Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hat das Programm zum Umbau der ex-Rostocker Beiwagen zunächst abgeschlossen. Am 6. September 2019 fand die Abnahme des zehnten und letzten Wagens – Bw 510, ex Rostock 758 – statt. Der Umbau umfasste neben einer generellen Aufarbeitung mit neuer Verkabelung vor allem ein neues Bremssystem, das mit den Bombardier-Gelenkwagen der KVG kompatibel ist und auf den Gefällestrecken im Kasseler Straßenbahnnetz einen sicheren Betrieb erlaubt. Als zugehörige Triebwagen hat die KVG die Wagen 601 bis 611 für Beiwagenbetrieb angepasst. Im November 2013 hatte die KVG als erstes den Rostocker Beiwagen 857 zur Erprobung nach Kassel geholt. Nachdem die Versuche erfolgreich verliefen, fiel die Entscheidung, zehn weitere derartige Wagen zu beschaffen, einen davon als Ersatzteilspender. Zwischen Juli und Dezember 2014 traten die Wagen ihre Reise an. Im November und Dezember 2015 folgten noch einmal vier Beiwagen. Der erste Wagen, 501 ex 857, lief ab 13. Dezember 2016 im Linienverkehr.

Die Beiwagen erhöhen die Kapazität auf der Linie 6 und ersetzen auf der Linie 1 den zweiten Triebwagen von Doppeltraktionen. Der Umbau von vier weiteren Beiwagen wird erwartet, ist aber noch nicht entschieden.

Der Verkehrsbetrieb GAiT in Danzig hat indes die drei seit mindestens Februar 2018 abgestellten N8C 417, 419 und 422 erworben. Am 28. Oktober 2019 verließen die Wagen Kassel. In Danzig sollen sie als Arbeitswagen und Ersatzteilspender dienen. In Kassel wurden schon diverse Teile entnommen, um die noch verbliebenen drei N8C betriebsfähig zu halten.

Übrigens wird die KVG nach erteilter Zustimmung des Regierungspräsidiums zur erneuerten Linienkonzession bis Sommer 2042 den Nahverkehr in Kassel erbringen. Die Stadt als Aufgabenträgerin und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) haben demnach per 10. November Tram- und Bussenverkehr für weitere 22,5 Jahre an die KVG vergeben. CHE

Würzburg: Der GT-D 244 fährt wieder im Originalanstrich der Würzburger Straßenbahn, der über 30 Jahre unter bunten Werbefolien verborgen war. Indes haben die nur in der HVZ eingesetzten DÜWAG Achtachser eine Nachrüstung mit Sicherheitsfahrschaltung, um trotz Auflage der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) auch nach dem 31. Dezember 2021 weiter eingesetzt werden zu dürfen SVEN PESCHKE


FREDERIK BUCHLEITNER

MICHAEL BEITELSMANN

DITMAR PAUKE

MICHAEL KOCHEMS

VISUALISIERUNG ŠKODA ELECTRIC

VISUALISIERUNG: SIEMENS MOBILITY/VAG

ROBERT SCHREMPF (3)

FRANK WONNEBERGER

HEIKE PERBANDT

ALSTOM/SLG. JENS PERBANDT

TOBIAS JÄDRUP

CHRISTOPH HEUER (2)