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AKTUELL Hautnah: Susanne Panter (52) spürt Menschen in der ganzen Welt auf Die Spurensucherin


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 04.12.2019

Egal, ob verflossene Liebe oder leibliche Eltern: Mit viel Einfühlungsvermögen und Geschick macht die Expertin Vermisste ausfindig


Artikelbild für den Artikel "AKTUELL Hautnah: Susanne Panter (52) spürt Menschen in der ganzen Welt auf Die Spurensucherin" aus der Ausgabe 50/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 50/2019

Susanne gibt alles, wenn es darum geht, Menschen wieder zusammenzuführen. Dafür reist sie nicht selten bis ans andere Ende der Welt – einmal ging es sogar bis nach Australien


Wiedersehen nach 46 Jahren. Endlich ist es so weit: Susanne (l.) hat Hans-Wilhelm und Sandie zusammengebracht. Ein besonderer Moment


Hans-Wilhelm Ermen (70) mit einem Foto seiner Jugendliebe Sandie. Er wollte wissen, was in all den Jahren aus ihr geworden ist


Mit Anfang 20 verliebte sich Hans-Wilhelm Hals ...

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... über Kopf in die hübsche Frau


Gisela und ihr Mann Willi sind der Vergangenheit auf der Spur, machen ihre Halbschwester ausfindig


Es ist heiß, die Sonne brennt vom australischen Himmel. Hier, irgendwo im Nirgendwo, treffen zwei Menschen aufeinander, die sich 46 Jahre nicht gesehen haben. Hans-Wilhelm Ermen (70) aus Kesseling in der Eifel begegnet am anderen Ende der Welt seiner Jugendliebe Sandie.

Dass die beiden sich nach all der Zeit wieder gegenüberstehen, haben sie Susanne Panter (52) aus Frankfurt zu verdanken. Sie führt Menschen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – aus den Augen verloren haben, wieder zusammen, ist sozusagen eine Familien-Detektivin. Sie selbst bezeichnet sich als Herkunftsaufklärerin, Sucherin oder Vermittlerin. Denn Susanne Panter besorgt nicht einfach nur die Kontaktdaten, sie ist auch bei jedem Wiedersehen dabei, eine stille, aber aufmerksame Beobachterin. Ein spannender Beruf, so spannend, dass sie im Südwestrundfunk sogar eine eigene Fernsehsendung hat: „Die Aufspürerin“.

Auch Hans-Wilhelm begleitet sie zum Treffen mit Sandie nach Australien. „Meine Aufgabe ist das Gelingen dieser ersten Begegnung zwischen der suchenden und der zu suchenden Person“, sagt sie. Das gilt besonders, wenn sich zwei Menschen lange oder noch nie gesehen haben.


Als Familien-Detektivin sind Recherche und Empathie wichtig


Sandie war damals 17, Hans-Wilhelm 22. Er betreute als junger Trainer einen Profiboxer im Mittelgewicht. „Ein Wettkampf in Kapstadt stand an, und ich war bei den Vorbereitungen im Januar 1971 dabei“, erinnert er sich. Dort lernte er zufällig Sandie kennen.„Wir begegneten uns im Hotel – und verliebten uns. Sie war in Afrika auf der Suche nach einem Studienplatz in Sozialarbeit.“ Acht Tage lang hatten sie Schmetterlinge im Bauch, unternahmen lange Spaziergänge am Strand, hielten Händchen unterm Sternenhimmel… Dann mussten sie Abschied nehmen – für immer. „Für mich ging es zurück nach Deutschland, aber wir haben uns danach noch drei Jahre lang geschrieben“, sagt Hans-Wilhelm. Nun sind sie wieder vereint. Ein vorsichtiges Lächeln, dann eine Umarmung. Die Gefühle von damals sind erloschen. Heute sind beide im Seniorenalter, mit ihren Ehepartnern lange verheiratet. „Ich wollte keine neue ,Liebe‘ finden, sondern es hat mich wirklich interessiert, was aus Sandie in den vielen Jahrzehnten geworden ist.“

Susanne Panter weiß, wie wichtig dieser Moment ist, in dem sich – bildlich gesprochen – die Tür öffnet und man dem aufgespürten Menschen gegenübersteht. Dieser Augenblick ist immer besonders, und oftmals sind ihm lange Recherchen in Datenbänken, Einwohnermeldeämtern und dem Internet vorausgegangen. Die Gründe, warum Menschen Susanne um Hilfe bitten, sind vielfältig. Einige möchten endlich ihre biologischen Eltern kennen lernen, ihre eigenen Wurzeln finden oder einfach wieder Kontakt zu Freunden bekommen, die sie aus den Augen verloren haben.


Susanne hat schon mehr als 3.000 Menschen gefunden


Für ihre Arbeit taucht sie oft tief in Familiengeschichten und -geheimnisse ein. Die Recherche und viel Einfühlungsvermögen zählt die Spurensucherin zu ihren Stärken. Was ist ihre Motivation, was treibt sie an? Sie lächelt: „Lange Jahre habe ich das mit meiner Neugier auf Menschen erklärt. Aber ich muss zugeben, dass mein eigener familiärer Hintergrund auch eine Rolle spielt und zu meiner heutigen Arbeit beigetragen hat.“ Bis zu ihrem 18. Lebensjahr hatte die Familien-Detektivin nämlich selbst keinen Kontakt zu ihrem leiblichen Vater, erst dann näherten sie sich wieder an. „Inzwischen haben wir ein ganz tolles Verhältnis zueinander“, erzählt sie.

Dieses Happy-End-Gefühl möchte sie auch anderen schenken. In ihrer Fernsehsendung geht Susanne Panter gemeinsam mit ihren Auftraggebern auf Recherche-Tour in die Vergangenheit. Eine weitere Klientin ist Gisela Diemert (77). „Meine leibliche Mutter kam aus Polen, lebte in extrem ärmlichen Verhältnissen. Deshalb hat sie mich zur Adoption freigegeben“, sagt sie. „Ich wollte wissen, wo ich herkomme und ob ich vielleicht noch Geschwister habe.“ Sie zeigt ein Schwarz-Weiß-Foto. Es ist über 70 Jahre alt. Darauf zu sehen: die Adoptivmutter und Giselas leibliche Mutter, die gemeinsam neben einem Kinderwagen stehen. Auch ein kleiner Junge ist darauf zu sehen. „Könnte das mein Bruder sein?“ Gisela Diemert ist in Gedanken versunken. „Ich weiß es nicht…“

Aber für die Beantwortung dieser Frage ist ja Susanne Panter da. Über 3.000 Menschen hat sie schon gefunden. Um Giselas Verwandte aufzuspüren, reist sie mit der 77-Jährigen und dem Fernsehteam nach Polen. Die erste Station: das Haus ihres leiblichen Vaters. „Er hatte meine Mutter – damals hochschwanger – vor die Tür gesetzt.“ Eine Sackgasse. Weiter geht’s zum Standesamt: Gibt es dort Dokumente, die weiterhelfen? Susanne Panter: „Wir erfuhren dort, dass Giselas Mutter 95 Jahre alt wurde und erst vor drei Jahre gestorben ist.“ Noch wichtiger: Sie machen eine Halbschwester ausfindig. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Frauen ist sehr bewegend, sie liegen sich in Armen. Es gibt gleich eine Verbundenheit. Gisela erfährt, dass sie zwei inzwischen verstorbene Brüder hatte und dass ihre leibliche Mutter lange versucht hatte, sie zu finden. Tröstend für sie ist auch: „Meine Halbschwester erzählte mir, dass meine Mutter mich eigentlich nur vorübergehend in die Obhut einer anderen Familie geben wollte. Doch die Rückzahlungen der Pflegekosten an die zuständige Behörde konnte sie sich nicht leisten. Außerdem sah sie, dass es mir bei meinen Adoptiveltern gut ging.“

Und der Junge auf dem Foto? „Das war nur ein fremdes Kind. Frau Diemert hat einen Bruder gesucht, eine Halbschwester gefunden und Antworten über ihre Vergangenheit bekommen“, sagt Susanne Panter. Gisela Diemert freut sich über ihre „neue“ Schwester und hofft, dass sie noch ein paar schöne, gemeinsame Jahre haben. Ihre Mutter wurde ja schließlich auch 95.

Tipps & Infos

• In ihrem Buch „Aus den Augen, doch im Herzen“ (10 Euro, Piper) erzählt Susanne Panter von ihren bewegendsten Fällen. Sie suchen auch jemanden? Dann wenden Sie sich an die Produktionsstelle der Fernseh-Serie, direkt unter: info@nanook-pictures.de


Fotos: FACTS & FOTOS/Kai Kapitän (3), Privat (2), SWR/nanook pictures