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AKTUELL Report: Zwei Frauen über ihre Erfahrungen und ihren Wiedereinstieg: Zeitarbeit: Besser als ihr Ruf!


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 28/2018 vom 04.07.2018

Seriöse Firmen können sogar ein sehr gutes Sprungbrett in einen festen Job sein – so war es bei Birgit und Astrid


Schlechte Arbeitsbedingungen, Unterbezahlung, Ausbeutung – das sind oft die ersten Stichworte, die den meisten zum Thema Zeitarbeit einfallen. Und tatsächlich begegnet man in dieser Branche vielen schwarzen Schafen. Doch auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Reihe seriöser Unternehmen. Und diese bieten Arbeitnehmern neben einer fairen Bezahlung sogar die Chance, an eine Festanstellung zu gelangen.


„Gerade für Mütter und ältere Bewerber kann es eine Chance sein“


Das ist gerade für ...

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Bildquelle: Lea, Ausgabe 28/2018

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... Berufsanfänger und vor allem Wiedereinsteiger wie etwa Mütter eine interessante Option. Denn nach einer längeren Auszeit wegen Familiengründung, Kindererziehung & Co. haben es Frauen oft schwer, eine Anstellung zu finden. Das musste auch Birgit (39) feststellen, als sie sich als Mutter von drei Kindern wieder auf dem Arbeitsmarkt bewarb. Und auch Astrid (55) hatte als Bewerberin 50plus so ihre Probleme, nach ihrer Entlassung erneut Fuß im Job zu fassen. Beide Frauen haben sich nach vielen erfolglosen Bewerbungen schließlich für Zeitarbeit entschieden. Und beide hatten Glück mit der Leiharbeitsfirma. So schlug ihr anfangs noch etwas mulmiges Gefühl schnell in Begeisterung um – heute sind beide wieder fest angestellt. Hier berichten sie über ihren Wiedereinstieg auf Umwegen.

Astrid ist heute zufrieden, glücklich – und gut abgesichert
Astrid (55) aus Heilbronn:


„Ich bereue meine Entscheidung nicht“

„Als ich vor knapp zwei Jahren betriebsbedingt entlassen wurde, brach für mich eine Welt zusammen. Jeder weiß, wie schwer es für Arbeitnehmer über 50 ist, eine Festanstellung zu bekommen. Ein Jahr lang schrieb ich jede Woche Bewerbungen. Doch meist bekam ich nicht mal eine Antwort. Und zu einem Vorstellungsgespräch lud mich erst recht niemand ein. Klar, meine Konkurrenz war teilweise 30 Jahre jünger. Da hatte ich schlechte Karten. Als ich mal wieder Stellenangebote durchforstete, fiel mir die Anzeige einer Zeitarbeitsfirma ins Auge, die Sachbearbeiter suchte. „Lass da besser die Finger von“, warnte mich mein Mann. „Das ist doch alles unseriös.“ Auch ich hatte kein gutes Gefühl. Aber ich stand seit einem Jahr ohne Job da, und ich wurde nicht jünger. Ich könnte es ja mal ausprobieren, sagte ich mir. Nach drei Tagen bekam ich den Anruf, ob ich zur persönlichen Vorstellung vorbeikommen könnte.

Mit diesem Gespräch wendete sich dann alles zum Guten: Ich bekam einen Vertrag und einen ersten Einsatzort. Dort waren alle freundlich und sowohl der Betrieb wie auch die Zeitarbeitsfirma zufrieden. Nach vier Monaten wurde ich zu einem anderen Arbeitgeber geschickt, wo es mir noch besser gefiel. Es war sehr familiär in dem Betrieb, und ich passte einfach rein. Nach nur sieben Monaten bat mich mein Vorgesetzter dort zum Gespräch: Sie hätten eine freie Stelle zu besetzen – ob ich Interesse hätte. Oh ja, und wie ich das hatte. Seit drei Monaten bin ich nun festangestellt – und überglücklich.“

Birgit (39) aus Dortmund: „Endlich bin ich zurück im Beruf“

„Dass ich als Mutter einmal solche Probleme haben würde, einen Job zu finden, hätte ich mir niemals träumen lassen! Nach den Geburten meiner drei Töchter stieg ich als Teilzeiterin wieder in meinen Job in der Personalabteilung einer mittelständischen Firma ein. Da mein Vertrag befristet war, musste ich etwa ein Jahr später eine neue Anstellung finden. Bisher hatte ich damit eigentlich nie große Probleme gehabt – in meiner Branche wird oft gesucht, und ich habe mittlerweile viel Erfahrung. Doch jetzt hatte sich ja etwas verändert: Ich war dreifache Mutter – nicht gerade der Traum jedes Arbeitgebers. Als ich die 15. Absage kassierte, war ich schon leicht frustriert, doch ich versuchte es weiter. Dann wurde ich immerhin zwei Mal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Doch bei beiden Terminen merkte ich deutlich, wie die Stimmung angespannt wurde, als das Gespräch auf die Arbeitszeiten wegen der Kinder kam. Ich erhielt zwei Absagen. Und blieb arbeitslos.


„Ich bekam eine Absage nach der anderen“


„Versuch es doch mal über eine Zeitarbeitsfirma“, riet mir meine Schwiegermutter. „Die suchen doch immer.“ Ich war skeptisch. Mich abzocken lassen? Viel Arbeit für wenig Geld? Diese Gedanken schwirrten mir sofort im Kopf herum. Andererseits war die Alternative, noch länger arbeitslos zu bleiben. Kurzerhand recherchierte ich im Netz und fand schnell eine Zeitarbeitsfirma, die Jobs in meiner Branche zu vergeben hatte. Ein Anruf, ein wirklich nettes Vorstellungsgespräch – und faire Bezahlung. Ich bekam eine Zusage und entschied mich, es auszuprobieren.

Neun Monate lang arbeitete ich über die Firma in der Personalabteilung eines großen Unternehmens. Und siehe da: Der Chef war so zufrieden mit meiner Arbeit, dass er mir in Aussicht stellte, mich nach einem Jahr zu übernehmen. Jetzt bin ich seit zwei Monaten fest angestellt – und zwar unbefristet. Für mich war die Zeitarbeit ein echtes Sprungbrett, das mir den Wiedereinstieg ermöglicht hat.“

Birgit musste feststellen, wie schwer Mütter es auf dem Arbeitsmarkt haben


TIPPS UND INFOS ZUM THEMA: Die Seriosität einer Firma lässt sich leicht überprüfen

Susanne Kulbars
Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Hamburgwww.kulbars.de


Spielen Sie auch mit dem Gedanken, es einmal bei einer Zeitarbeitsfirma zu versuchen? Wir haben mit der Arbeitsrechtlerin Susanne Kulbars darüber gesprochen, worauf man dabei unbedingt achten sollte.

Wie erkenne ich eine seriöse Zeitarbeitsfirma?
„Zeitarbeitsfirmen sind nach §1 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verpflichtet, eine Erlaubnis der Agentur für Arbeit zu haben – und diese auf Nachfrage auch vorzuzeigen. Diese sollte also auf jeden Fall geprüft werden. Seriöse Unternehmen legen diese Bewerbern unaufgefordert vor. Hilfreich kann auch sein, zu prüfen, ob der Dienstleister Mitglied ist bei einem der großen Branchenverbände wie dem Bundesverband für Zeitarbeitsunternehmen (BZA) oder dem Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ).“

Welche Arbeitnehmer profitieren am meisten von der Zeitarbeit?
„Statistische Werte belegen, dass vor allem Arbeitslose und Wiedereinsteiger in den Arbeitsmarkt, zum Beispiel nach einer längeren Elternzeit, durch Leiharbeit eine Chance haben, wieder in den Arbeitsmarkt zu kommen. Rund zwei von drei Zeitarbeitern waren vorher arbeitslos.“

Wie kann die Übernahme in eine Festanstellung am besten gelingen?
„Neben der guten Arbeitsleistung an sich sollte insbesondere Engagement und Einsatz gezeigt werden und dies nicht für den Betrieb, dessen Leiharbeitsplatz man besetzt, sondern auch gegenüber den Kollegen dort. Konkurrenzkampf ist bei einem Wechsel von Zeitarbeit auf Festanstellung eher kontraproduktiv. Die Bereitschaft, an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen, erhöht die Chancen auf Übernahme sicherlich auch.“