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Aktuell: Schlagersängerin Kerstin Ott: „Ich liebte die Freiheit, plötzlich war ich spielsüchtig“


Stars und Melodien - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 15.11.2018

Vor ihrem Senkrechtstart als Sängerin musste sich Kerstin Ott erst aus einem Teufelskreis befreien


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Bildquelle: Stars und Melodien, Ausgabe 1/2019

Zur ECHO-Verleihung im April 2018 kam auch ihre Ehefrau Karolina mit


Beim 9. Deutschen Musikautorenpreis gewann sie in der Kategorie Erfolgreichstes Werk 2016“


Sie wuchs bei Pflegefamilien auf. Im Interview mitStars und Melodien erzählt Kerstin Ott (36) von ihrer Spielsucht und sie verrät, wer ihr heute wichtig ist.

Aus welcher Situation ist es Ihnen in Ihrem Leben bisher am schwersten gefallen, sich aus eigener Kraft heraus zu boxen?

Aus meiner depressiven Phase.

Sie erzählen in Ihrer Autobiografie „Die ...

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... fast immer lacht“ von der Ursache, Ihrer Spielsucht. Wie kam es, dass Sie spielsüchtig wurden?

Ich war gerade 18 Jahre und habe unterschätzt, wie schnell man abhängig wird und mochte das Adrenalin. Beides zusammen für mich die ungünstigste Mischung. Das Schlimmste dabei war, andere Menschen anlügen und mir Geld leihen zu müssen. Aber ich habe immer alles zurückbezahlt. Dies nicht zu tun, hätte mir mein Stolz verboten.

Und wie kamen Sie von dieser Sucht los?

Ich habe mir Hausverbot in allen Spielhallen im Umkreis von 50 km geben lassen. Richtig schriftlich mit Passfoto von mir.

Sie haben sich selbst befreit, brauchten keine Therapie …

So einfach war es dann auch nicht. Ich habe lange versucht aufzuhören und brauchte immer wieder neue Anläufe. Insgesamt hat es acht Jahre gedauert, diesen Kampf zu gewinnen. Ich würde heute jedem raten, sich Hilfe zu holen. Das spart sehr viel Energie und geht meines Erachtens etwas besser, indem man aus den Gesprächen Erkenntnisse gewinnt.

Was hat Ihnen noch geholfen?

Gespräche mit Freunden, Zeit und kleine erreichte Ziele.

Sie lebten als Kind im Heim. Wieso kam es dazu?

Meine Mutter hatte gesundheitliche Probleme. Im Heim in Berlin war es nicht so schön, das war aber auch eher wie eine Übergangslösung zu betrachten.

Später kamen Sie zu Pflegefamilien. Warum konnten Sie nicht bei der ersten Pflegefamilie bleiben?

Ich war über sechs Jahre dort, dann entschied sich die Pflegefamilie zu einem Berufswechsel.

Sie hatten dann das Glück, mit Sabine und Olaf zwei herzliche Pflegeeltern zu bekommen …

Sabine und Olaf haben unsere Gruppe übernommen, als ich dreizehn Jahre war. Das war das Allerschönste, was mir zu dem Zeitpunkt passieren konnte. Schon ein paar Monate zuvor wollte ich nämlich abhauen.

Inwiefern pflegen Sie heute noch ein gutes Verhältnis zu Ihren Pflegeeltern?

Mit meiner zweiten Pflegefamilie habe ich heute noch herzlichen Kontakt, wir sehen uns oft. Sabine und Olaf waren auch bei meiner Hochzeit dabei. Sie sind immer ein Teil von meinem Leben geblieben. Ich bin dankbar, dass es die beiden gibt.

Was ist Ihnen in Ihrer Kindheit positiv in Erinnerung geblieben?

Dass ich sehr viel draußen unterwegs war. Ich war damit beschäftigt, Baumhäuser zu bauen und Brennnesseltee mit Sand zu kochen.

Was machte Sie traurig?

All die Dinge, die Kinder halt so traurig machen wie z. B. zu früh ins Bett zu müssen. Manchmal hatte ich auch Heimweh nach meiner Familie.

Konnten Sie verstehen, dass Ihre Mama Sie aus gesundheitlichen Gründen weggeben musste oder war erst ein Verzeihen notwendig?

Ich habe mit Anfang 30 verstanden, dass es da nichts zum Verzeihen gibt. Das Leben hält manchmal Dinge bereit, mit denen man erst allmählich klarkommen muss – auch wenn man selber Mutter ist.

„Heute halte ich zum ersten Mal mein eigenes Buch in der Hand. Ein tolles Gefühl“


Sie haben heute wieder ein gutes Verhältnis zu Ihrer Mutter. Haben Sie dabei den ersten Schritt gemacht?

Wir haben zunächst telefoniert, und ich habe sie dann besucht. Heute komme ich einmal im Monat zu ihr nach Berlin.

Wann war Ihnen in letzter Zeit eher zum Weinen als zum Lachen zumute?

Vor ein paar Wochen, wir sind gerade umgezogen. Mein neues Album ging an den Start, ich war wegen meiner Buchpromotion unterwegs, dazu hatte ich Auftritte. Das war alles ein bisschen zu viel. Da hatte ich den einen oder anderen Tag schon das Gefühl, mal ein bisschen Dampf abzulassen. Jetzt ist aber wieder alles gut, und so langsam lichtet sich mein „Arbeitsberg“.

Wohin sind Sie gezogen?

Wir sind ungefähr 10 km von Heide entfernt in ein kleines Dorf gezogen. Sehr abgelegen und in der Natur.

Dort können Sie sicher Ihre Kreativität entfalten. Wann und was haben Sie zuletzt renoviert?

Das war erst vor ein paar Tagen. Bei uns ist gerade viel zu tun. Ja, ich arbeite super gern mit Holz und bringe da auch eine Leidenschaft mit.

Was zeichnet Sie als Original von der Nordseeküste aus?

Ich bin ziemlich direkt und manchmal mit zu knappen Antworten unterwegs. Das sind, glaube ich, typisch norddeutsche Charakterzüge (lacht ).

Ich denke, Sie sind genauso bodenständig geblieben wie vor Ihrem Durchbruch im Musikgeschäft. Stimmt das?

Das kann ich so unterschreiben. Ich glaube, jeder, der so eine Achterbahnfahrt wie ich erlebt und ein gewisses Alter erreicht hat, weiß, wie schnell das alles auch wieder vorbei sein kann. Ich habe einfach auch eine Verantwortung meiner Familie gegenüber.

Kerstin Ott im August 2017 zu Gast beim großen Sommer-Hit-Festival am Timmendorfer Strand


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