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Alande sind wanderbar!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 03.09.2021

MOBILES FRIEDFISCHANGELN

Artikelbild für den Artikel "Alande sind wanderbar!" aus der Ausgabe 100/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
André angelt am liebsten an einem norddeutschen Tieflandfluss, der in die Elbe mündet. Mit einer langen Bolo-Rute kontrolliert er die Drift seiner leichten Pose weit den Fluss hinab ? denn die dicken Alande stehen immer am Ende der Futterspur.

Mein Lieblingsgewässer für Alande ist ein kleiner norddeutscher Niederlandsfluss, der in die Elbe mündet. Die Fische lassen sich hier in warmen Jahren schon im frühen April fangen und beißen bis in den November. Wie auch an anderen Gewässern sind die Stellen in Parkplatznähe häufig stark beangelt. Die Fische wissen das und meiden diese Stellen – sie haben ja mehrere Flusskilometer Platz zum Ausweichen. Ich nehme daher auch einen Fußmarsch von einem Kilometer in Kauf und angele dort, wo sich keiner hinbemüht. Das macht wirklich einen Unterschied!

Wenn ich gezielt auf Aland, Döbel und Brassen im Fluss angele, darf ein Köder nicht fehlen: Maden. Diese kleinen Krabbeltiere sorgen nämlich dafür, dass die scheuen Friedfische in einen Fressrausch geraten! Besonders Alande sind große Madenfans: Wo Alande am Platz schwimmen, bleibt keine Made unentdeckt. Und weil das so ist, sollten ...

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... Sie eine Menge Maden mit ans Wasser nehmen. 1,5 Liter dürfen es schon sein.

Am Angelplatz angekommen, wird zuerst das Pulverfutter angemischt: Dazu bevorzuge ich ein Futter, das sich am Grund schnell auflöst und die Maden freigibt. Da die Strömung doch recht heftig ist, darf das Futter sich nicht schon beim Aufprall auf die Oberfläche lösen, sondern es muss bis zum Grund absinken. Die einzelnen Maden werden freigegeben und locken Ukeleis und Rotaugen an. Dem Gewusel der kleinen Fische folgen die größeren Arten wie Aland, Döbel und Brassen, die nun ebenfalls wissen wollen, was die Kleinfische in solche Aufregung versetzt. Was sie dann vorfinden? Meinen Hakenköder!

MADEN: GEKLEBTE BÄLLE BRINGEN GROSSFISCH

Je mehr Fische am Platz sind, desto mehr Maden muss ich einbringen. Dicke Fluss- Friedfische brauchen ordentlich Futter, außerdem werden die Maden auch von vielen kleinen Arten genascht. Wie aber bekomme ich größere Mengen Maden an den Grund des Flusses, ohne dass sie zu weit abgetrieben werden? Dazu bediene ich mich eines Tricks aus der Karpfenangelei. Ich benutze wasserlöslichen Netzstrumpf, sogenanntes PVA. Ich gebe einen Kieselstein in einen PVA-Netzstrumpf und fülle diesen dann mit geklebten Maden auf. Da das Wasser an meinen Stellen selten eine Tiefe von 1,5 Metern übersteigt, schlägt der PVA-Sack schnell am Grund auf und gibt die Madenballen frei. Am Grund ist die Strömung nicht so stark wie weiter oben, deshalb werden die Krabbler nicht weit weggespült.

Vielleicht wundern Sie sich, wie in aller Welt man Maden kleben soll? Ganz einfach, mit speziellem Madenkleber aus dem Fachhandel! Das ist kein Sekundenkleber, aber er wird trotzdem recht fest. Im Wasser löst sich die Klebkraft und die Bälle bröckeln auseinander. Wie genau das Kleben der Madenbälle abläuft, sehen Sie im Extrakasten – es gibt ein paar Tricks, die Sie beachten sollten.

ANDRÉS WANDERSTOCK: MINDESTENS VIER METER LANG

Meinen Maden-Futterplatz lege ich direkt in Ufernähe an. Deshalb will ich nicht ganz dicht am Wasser stehen, das könnte die Fische verscheuchen. Sie verstehen also, dass ich eine lange Rute benutzen muss. Manchmal nutze ich eine lange Matchrute von 4,20 Meter Länge, aber am liebsten eine Bolorute. Die Black Magic Bolo von Browning in sieben Meter Länge kommt bei mir zum Einsatz. Natürlich ist eine Sieben-Meter-Bolo schwerer als eine vier Meter lange Matchrute, aber je länger die Rute, desto besser kann ich die Pose steuern. Außerdem kann ich sie weiter abtreiben lassen und noch mehr Strecke beangeln. Der große Hebel ermöglicht es mir auch, einen Anhieb auf Entfernung sicher zu setzen.

Nur wenn es wirklich windig ist oder ich einen langen Angeltag vor mir habe, ziehe ich die Matchrute einer Bolo vor, weil sie sich leichter händeln lässt und die Arme nicht so strapaziert.

An der Bolo benutze ich gern eine Centrepin-Rolle, weil ich die Montagen sehr kontrolliert abdriften lassen kann. Das müssen Sie aber nicht zwingend machen, auch eine normale Stationärrolle tut ihren Dienst. Diese kommt bei mir übrigens auch an der Matchrute zum Einsatz.

PFIFFIG: STAHLKIEL-POSE UND SEITENARM

Bei dieser Angelei ist ein Kleinteil sehr wichtig: eine gute Pose. Sie sollte die Form einer klassischen bauchigen Strömungspose haben und etwa 6 bis 8 Gramm tragen. Je stärker die Strömung, desto stärker die Tragkraft der Pose. Alle meine Posen haben einen Stahlkiel, durch diesen Schwerpunkt steht die Pose stabil im Strom und zeigt jeden kleinsten Zupfer sofort an.

Die Montage, die ich hinter der Pose verwende, ist Ihnen vielleicht fremd. Trotzdem ist sie simpel und effektiv! Ich lege das Ende der Hautschnur in eine 70 Zentimeter lange Schlaufe und binde sie mit einem Achterknoten zusammen. Eine Seite der Schlaufe schneide ich auf 15 Zentimeter Länge ab, die andere Seite hat dann gut 50 Zentimeter Länge. So entsteht ein kurzer Seitenarm. Auf diesen schiebe ich eine 4,5 Gramm schwere Olivette von Drennan. Die Olivette wird von zwei Posenstoppern und einem Überhandknoten gesichert. Mit dem Bleigewicht am Seitenarm kann ich spielen und das kompakte Blei über die Silikonstopper weiter oder näher an der Hauptschnur anbringen. Um auf die sechs Gramm Tragkraft zu kommen, bringe ich zudem ein paar Bleischrote auf dem Seitenzweig an. Das Gute am Seitenarm: Hängt sich das Blei fest, reißt nur der Arm ab und nicht die ganze Montage.

„Futter, Maden, Fischschleim: Die Finger sind in Minuten dreckig! Aber das gehört eben dazu.“

„Ich keschere die Fische immer unterhalb des Platzes, um andere nicht zu verscheuchen.“

HEIMLICH UND LEISE: DEN FISCH IMMER STROMAB KESCHERN

An den etwa 50 Zentimeter langen Teil neben dem kurzen Seitenarm kommt eine weitere Schlaufe. In die hänge ich mein Vorfach ein. Gerade auf große Alande haben sich bei mir lange Vorfächer von 70 bis 90 Zentimeter Länge bewährt. Wer hier nur mit kurzen 15 bis 20 Zentimeter langen Vorfächern arbeitet, fängt eher Brassen, die sich deutlich dichter am Futterplatz aufhalten. Alande werden eine Seltenheit bleiben.

Warum das lange Vorfach? Die Maden werden aus dem Futterball gespült und treiben über das Ende der Futterspur hinaus stromab, wo sie von den hungrigen Alanden abgefangen werden. Alande stehen immer ganz weit am Ende der Futterspur. Man muss seinen Köder schon 20 bis 30 Meter treiben lassen, bis er bei den Alanden ankommt. Damit er sich möglichst unauffällig verhält, verwende ich gerne starke, aber kleine Haken der Größen 16 bis 20, die ich mit einer, höchstens zwei Maden beködere.

Signalisiert mir die Pose einen Biss (sie bleibt stehen, kommt aus dem Wasser oder taucht ab), setze ich den Anhieb. Ist es ein großer Fisch, keschere ich ihn etwas weiter stromab. Denn sonst würde ich ja die vielen anderen Fische verscheuchen, die ich noch fangen will!

So kleben Sie Madenbälle:

1

2

3

4