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All-in-One-Streamingbox: Mu-so Chocolat


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 14.06.2019

So lecker ist so schnell kein zweiter Einteiler unter den Multiroom- und Wireless-Lautsprechern. Naim hat dem Mu-so ein Upgrade verpasst. Macht ihn das sogar noch begehrlicher?


Artikelbild für den Artikel "All-in-One-Streamingbox: Mu-so Chocolat" aus der Ausgabe 7/2019 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 7/2019

Das grundlegende Design hat Naim nicht angetastet: Dazu bestand schließlich auch kein Grund. Der Mu-so 2 sieht trotz einem um 13 % größeren Gehäusevolumen und einer grau-brünierten Aluminium- Oberfläche aus wie eh und je. Seine Proportionen entsprechen also weiterhin einem Schoko- riegel. Doch die Zutaten haben sich geändert – zu 95 %, wie die Engländer nicht ohne Stolz verkünden.

Um viel Membranfläche in der flachen Schallwand ...

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... unterzubringen, setzt Naim auf ovale Tieftöner. Die beiden 3-Wege-Systeme arbeiten auf einer Downfire-Bassreflexöffnung. Vorne blieb kein Platz für Bedienungsorgane, der Pegel-Drehregler mit Touchpad sitzt auf der Oberseite.


So viel Erneuerung lässt selbst Insider aufhorchen. Dass es einen neuen Mu-so geben würde, war für Naim-Insider zunächst einmal keine Überraschung. Schließlich hatten die Briten im letzten Jahr von der durchaus hochwertigen, aber zugekauften Streaming-Plattform vom deutschen Hersteller Audivo auf ihre Eigenentwicklung umgestellt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die begeistert aufgenommene neue Technik auch Einzug in die Muso- Linie halten würde. Die Ent- wickler versprachen sich von diesem Schritt nicht nur noch mehr Klangqualität, sondern mehr Möglichkeiten. Schließlich unterstützt die neue Plattform Google Cast. Das bringt Vorteile mit Apps, die den Streaming- Standard des umtriebigen Suchmaschinenbetreibers direkt aus der Anwendung heraus unterstützen. Doch anders als bei vielen Mitbewerbern, die diesen Weg gehen, entfällt zumindest für Apple User der Umweg über die Google Home App, die bei der Installation der Systeme von Anbietern wie Harman, Klipsch oder Riva eine zentrale Rolle spielt.

Die Engländer haben Spotify Connect, Tidal und Internetradio via vTuner in das neue System integriert, das auch noch mit DLNA-kompatiblen UPnPServern zusammen spielt und sich mit dem Prädikat „Roon Ready“ schmückt. Wer zum Beispiel aus Spotify mitGoogle Cast streamen möchte, muss auf seinen Smart Device die Google Home App installieren. AirPlay 2 oder der Zugriff auf Musik von einer NAS mit UPnP-Server funktionierte mit unserem iPhone allerdings auch ohne diese zusätzliche App.

Gleichzeitig entfällt damit für zahlreiche Nutzer der Zwang, sich ein Google-Konto einzurichten, was Hoffnungen auf etwas mehr Privatsphäre schürt. Bei Naim ist die Registrierung freiwillig. Überhaupt ist die Inbetriebnahme des Muso 2 eine leichte Übung. Wir werden so schnell nicht vergessen, wie wir mit dem High-End- Streaming-Verstärker Naim Uniti ruckzuck am Ziel waren, während bei den vermeintlichen „Convenience“-Streaming-Lösungen aus dem Einstiegsbereich für „Otto Normalverbraucher“ schon mal eine gefühlte Ewigkeit draufging, bis die Sache einigermaßen lief.

Higher Resulotion

Diese hochkarätige Basis befeuert jetzt den Mu-so 2. Damit fügen sich die All-in-One-Systeme perfekt in gemischte Multiroom- Systeme von Naim Audio ein. Damit bietet der eigenwillige Hersteller aus Salisbury eine ziemlich einmalige Mischung aus High End und Kompaktanlage im gleichen Netzwerk an. Ganz gleich, ob es sich um einen Uniti-Verstärker oder einen State-of-the-Art-Streamer wie den ND 555 handelt, lässt sich jetzt alles über die neue, vorbildlich gestaltete App der Engländer bedienen. Nebenbei stieg durch die Umstellung auf die neue Technik auch die Auflösung von maximal 192 kHz auf bis zu 384 kHz bei jeweils 24 Bit. Diese für einteilige Streaming- Lautsprecher außergewöhnliche Leistung lässt sich mit den Formaten WAV, FLAC, AIFF und ALAC (Apple Lossless) erzielen. Bei den Formaten MP3, AAC, OGG und WMA ist weiterhin bei 16 Bit und 48 kHz das Ende der Fahnenstange erreicht. Die SACD-Fangemeinde darf sich indes über die Kompatibilität zu DSD64 und DSD128 freuen. Alle oben genannten Formate gibt der Mu-so 2 gapless, also ohne Unterbrechung wieder, was gerade im Bereich klassischer Werke, aber auch bei Live- Konzerten von großer Wichtigkeit ist.


Fernbedienung und HDMI machten den Mu-so 2 zur Soundbar, wäre nur nicht sein eigenes Touchpad im Weg.


Bei Bluetooth-Wiedergabe sind Apple-Afficionados gegenüber dem Lager der Google- Android-Nutzer eindeutig im Vorteil. Der Mu-so 2 unterstützt zwar nicht aptX, dafür aber den von iTunes genutzten AACStandard. Deshalb müssen User von Android-Smartphones und -Tablets sich mit dem klanglich eingeschränkten Standard- Codec SBC bescheiden. Gewöhnlich ist das umgekehrt, da müssen Apple-Anhänger mit ihren Smart-Devices auf den 08/15-Codec ausweichen, weil ihre iPhones und iPads aptX nicht unterstützen. Doch mit dem Naim Mo-so 2 können sich die Anhänger von Android oder Apple jederzeit über WLAN mit dem Netzwerk verbinden und dann die klanglich überlegenen Drahtlos-Übertragungen durch Chromecast oder AirPlay nutzen.

Sieht zwar gut aus, ist aber suboptimal in Sachen Zugänglichkeit und Kabelführung: Das Anschlussfeld auf der Unterseite hat jetzt einen HDMI-ARC-Eingang. Auf der rechten Seite des Geräts gibt es noch eine USB-Buchse.


Vielseitig in jeder Hinsicht

Die Verbindung zum Netzwerk hält der Mu-so 2 wie gehabt über LAN und WLAN. Die Ethernet-Buchse sitzt weiterhin in einer Vertiefung auf der Unterseite, was zwar zu einer schönen Optik der Rückseite mit den neugestalteten Kühlrippen führt, aber bei teuren und entsprechend großen Steckern nicht ganz optimal erscheint.

Das Anschlussfeld bekam übrigens Zuwachs: Neben dem vom Vorgänger übernommenen Toslink-Lichtleiter-Digital-Eingang und einer analogen 3,5-Millimeter-AUX-Buchse findet sich ein HDMI-Eingang mit dem Audio-Rückkanal (ARC) zur Verwendung des Mu-so 2 als eine Art Stereo- Soundbar. Das steigert den Nutzwert erheblich, lenkt aber den Blick auf ein Dilemma. Das oben liegende Touch-Bedienfeld steht nicht nur wie bisher der Unterbringung des Mu-so 2 in einem HiFi-Rack entgegen. Obwohl das 11,2 Kilo schwere, nach unten entlüftete Bassreflexgehäuse stabil genug wäre, kann man den Naim- Lautsprecher trotz passender Anschlussmöglichkeit nicht als TV-Unterstand verwenden. Immerhin hat er mit Soundbars die als Alternative zur App nutzbare Infrarot-Fernbedienung gemeinsam.

Im Hörtest herrschte nicht nur Vielfalt, was die Steuerung der Drei-Wege-Streaming-Box betrifft. Auch die Quellen stellten einen vor die Qual der Wahl. Der Klang des Mu-so 2 ging regelrecht unter die Haut. Kaum zu glauben, was Naim aus diesem kompakten One-Box-System an Klangkultur herauskitzelt. Die Natürlichkeit reichte nicht nur für homogene Stimmwiedergabe. Selbst die fragilen Obertöne von Violinen in der klassischen Musik ertönten so ungepresst und authentisch, dass mancher ausgewachsene HiFi-Lautsprecher dagegen das Nachsehen hätte. Dazu gesellte sich ein tief reichender, knackiger Bass, der auch vor lauten Bass Drums oder Elektro-Beats nicht kapitulierte. Bandbreite, Auflösung, Transparenz, Dynamik und Neutralität führten in Verbindung mit einer erstaunlich weiträumigen Abbildung zu einer Gänsehaut-Performance, die einen unweigerlich mitriss. Unter den Kleinen ist der Mu-so 2 der Größte.

Dream- bzw. Stream-Team: die Naim App und der Mu-so 2

Naims neue App musste sich schon in Verbindung mit der neuen Uniti-Serie bewähren. Die kostenlos für iOS und Android erhältliche Software erfüllt sämtliche Erwartungen an ein einfaches Setup, intuitive Benutzung und hohe Stabilität. So kann man eine Vielzahl unterschiedlicher Komponenten vom High-End-Streamer über audiophile Netzwerk-Verstärker bis hin zum All-in-One- System aus einer benutzerfreundlichen Anwendung heraus bedienen. Jeder Raum bekommt genau die Beschallung, die er benötigt.

Don’t bother, Big Brother

Keinesfalls selbstverständlich, aber sehr erfreulich: Naim nimmt auch den Datenschutz ernst. Der Nutzer kann sich registrieren, muss es aber nicht wie bei Sonos üblich. Und er bestimmt darüber, ob die App Infos zur Weiterentwicklung an den Hersteller sendet.