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Alle Bilder in bester Ordnung


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Mac Life - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 06.10.2022

Die Fotos-App

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Bildquelle: Mac Life, Ausgabe 11/2022

Die digitale Revolution in der Fotografie war Fluch und Segen. Auf der einen Seite hat sie den Zeiten von teuren analogen Filmen mit beschränkter Bilderzahl und aufwendiger chemischer Entwicklung ein Ende gesetzt. Heute sind wohl alle in der Lage, mit Smartphone, Kompaktkamera oder DSLR Aufnahmen zu machen und sich sofort über das Ergebnis zu freuen. Auf der anderen Seite überrollt uns die digitale Fotografie mit einer Flutwelle aus Bildern. Nach dem Urlaub befinden sich im besten Fall Dutzende, aber vielfach wohl eher Hunderte oder gar Tausende Bilder auf Speicherkarten und iPhones. Diese Inflation hat häufig zur Folge, dass die Schnappschüsse auf nimmer Wiedersehen versauern. Damit genau das nicht passiert, solltest du dich mit Apples kostenfreier App „Fotos“ auseinandersetzen. Die Fotos-App ist ein Multitalent. Einerseits unterstützt dich die App dabei, Ordnung in die Fotosammlung ...

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... zu bringen und Gesuchtes schnell und zuverlässig aufzuspüren. Zudem kann Fotos dir dabei helfen, unter ungünstigen Umständen entstandene Schnappschüsse aufzuwerten oder sogar zu retten. Schließlich bietet dir die Fotos-App vielerlei Möglichkeiten, die Früchte deiner Arbeit zu genießen und deine Sammlung immer wieder aufs Neue zu entdecken.

Die Grundsatzfrage

Wie Musik sattelt auch Apples Fotos-App auf eine Datenbank auf. Diese befindet sich im Ordner „Bilder“, den du im Benutzerordner deines Mac findest. Die entsprechende Datei hat den Namen „Fotomediathek.photoslibrary“. Klickst du diese Datei mit der rechten Maustaste an und wählst aus dem Kontextmenü den Eintrag „Paketinhalt anzeigen“ kannst du einen Blick in die Struktur werfen. Die Datei mit der Datenbank für die GPS-Daten liegt beispielsweise in „Fotomediathek.photoslibrary“ > „database“ > „metaSchema.db“. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Medien-Apps ist, dass sie dir bezüglich der Verwaltung deiner Mediendateien die Wahl lassen: Du kannst die Verwaltung deiner Dateien der Fotos-App anvertrauen. Das bedeutet, dass die Anwendung alle ihr übergebenen Inhalte in die angesprochene Datenbank kopiert. Das hat den Vorteil, dass du dich nicht im Finder um eine externe Ordnerstruktur kümmern musst. Zudem kannst du Bilder schließlich auch dauerhaft aus der Mediathek und damit von deinem Mac löschen.

Die Fotos-App im Überblick

1 In diesen Registern sammelt die App alle Fotos (Mediathek) und sortiert Inhalte nach bestimmten Kriterien, wie Orte der Aufnahme oder enthaltenen Personen.

2 Die (intelligenten) „Alben“ sind in „Ordnern“ organisiert. Sie enthalten von dir kuratierte Sammlungen oder solche, die von dir festgelegten Kriterien genügen.

3 Unter „Projekte“ kannst du Fotos mit anderen Anwendungen aus dem App Store verknüpfen, um Collagen oder Fotobücher zu erstellen und zu drucken.

4 Über den Schieberegler bestimmst du in der Ansicht „Alle Fotos“ die Größe der Vorschauen. Die Schaltfläche links davon stellt die Miniaturen quadratisch dar.

5 Über diese vier Schaltflächen kann Fotos Bilder nach „Jahren“, „Monaten“ oder „Tagen“ in Ordnern gruppieren – oder dir einfach „Alle Fotos“ anzeigen.

6 Die „i“ Schaltfläche zeigt dir die verschiedenen Metadaten des ausgewählten Bildes an, die du als Kriterien für intelligente Alben verwenden kannst.

7 Die Suchfunktion filtert die Darstellung der Bilder, versteht sich neben Metadaten auch auf Motive (Berg, Strand) und schlägt alternative Suchbegriffe vor.

8 Durch den Filter lässt sich die Anzeige der Vorschau-Ansichten auf bestimmte Medientypen beschränken, beispielsweise bearbeitete Bilder oder Videos.

9 Im Hauptteil des Programmfensters stellt Fotos Miniatur-Ansichten der Bilder dar, die in der Mediathek oder einem (intelligenten) Album gesammelt sind.

Die Schattenseite dieses Vorgehens ist, dass die Fotos-App dann den exklusiven Zugang zu deiner aktuellen Fotosammlung bietet. Alternativ kannst du aber auch darauf bestehen, selbst über den Speicherort deiner Medien zu bestimmen. In diesem Fall verbleiben deine Bilder in deiner selbst gewählten Ordnerstruktur – in der Datenbank der Fotos-App werden lediglich Vorschauansichten und Metadaten deiner Bilder gespeichert. Dafür ist es nicht möglich, die Originale von deinem Mac zu löschen.

Die Entscheidung für ein Vorgehen und die entsprechende Einstellung solltest du bestenfalls vor der ersten Verwendung von Fotos vornehmen, wenngleich du dich auch später noch anders entscheiden kannst. Du findest sie in den Einstellungen der App im Register „Allgemein“ unter „Importieren“.

Entferne hier den Haken, wenn Fotos die Bilder nicht in seine Datenbank kopieren soll.

Viele Wege führen Fotos in Fotos

Neben dem im Workshop auf der nächsten Seite beschriebenen Hinzufügen per Ziehen und Ablegen führen weitere Wege Fotos und Videos in die Fotos-App. Schließt du ein iPhone oder iPad an deinen Mac an, während die Fotos-App geöffnet ist, taucht das Gerät in der Seitenleiste der Anwendung unter „Geräte“ auf. Die Fotos-App liest den Fotospeicher des Geräts aus und zeigt dir unverbindlich Vorschauansichten an. In der Kopfzeile der Fotos- App kannst du festlegen, ob alle oder lediglich markierte Bilder in die Mediathek importiert werden und ob die Originale auf dem Gerät verbleiben oder nach dem Import von ihm gelöscht werden sollen. Das gleiche Verhalten legt die Fotos-App an den Tag, wenn du eine Speicherkarte mit Fotos in den Mac steckst, während die Anwendung geöffnet ist.

Mein Fotostream

In den Genuss der praktischen iCloud-Komponente „Mein Fotostream“ (support.apple.com/ de-de/HT201317) kommen nur noch Bestandskund:innen, die vor dem Sommer 2020 ihre Apple-ID eingerichtet haben. Der Fotostream lädt von jedem mit der jeweiligen Apple-ID verbundenen Gerät, auf dem die Funktion aktiviert ist, Fotos aus den letzten 30 Tagen in Apples Cloud. Dabei verbleiben die Originale auf den jeweiligen Geräten und der Platzbedarf wird nicht auf das kostenfreie 5-GB-Kontingent angerechnet. Werden Bilder aus dem Fotostream gelöscht, hat dies übrigens keinen Einfluss auf die Originale in der Mediathek, die auf den jeweiligen Geräten verbleiben.

Der dritte wesentliche Importweg führt über Apples Dienst „iCloud Fotos“, der die Fotos-Apps aller mit einer Apple-ID verbundener Geräte verbindet. Dabei werden alle Bilder in der Regel vom jeweiligen Gerät gelöscht und in Apples Cloud geladen. Anschließend sorgt iCloud Fotos dafür, dass auf allen aktivierten Geräten Vorschau-Ansichten der in die Cloud ausgelagerten Originale erscheinen. Bei Bedarf werden die Originale aus der Cloud geladen. Der große Vorteil dieses Angebots liegt in der einheitlichen Mediathek: Auf allen Geräten, sogar dem Apple TV, sind alle Bilder stets verfügbar. Zudem kannst du ausnahmsweise aus der Fotos-App heraus Bilder dauerhaft von allen Geräten löschen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du auch über den Browser via

Der große Pferdefuß: Mit dem kostenfreien 5-GB-Cloudspeicher-Kontingent, das Apple dir bietet, ist nicht viel zu gewinnen – zumal dieses auch für den iCloud Drive und Sicherungen deiner Mobilgeräte verwendet wird. Weiteren iCloud-Speicher lässt sich Apple bezahlen, für 2 TB werden beispielsweise monatlich 10 Euro fällig. Entscheidest du dich für diesen Weg, aktivierst du die Funktion in der Fotos-App über die Menüfolge „Fotos“ > „Einstellungen …“ > „iCloud“ > „iCloud Fotos“.

Metadaten (bearbeiten)

Durch das „i“-Symbol in der Werkzeugleiste am oberen Rand des Programmfensters kannst du dir die Metadaten eines ausgewählten Bildes ansehen. Neben dem Dateinamen und dem Datum der Aufnahme sind das zumindest die Dateigröße, das Dateiformat und die Auflösung. Meist findest du hier auch Angaben zur verwende-

ten Kamera oder dem Modell des Smartphones sowie die Einstellungen (etwa die gewählte Blende und ISO-Wert), unter denen das Bild entstand. War während der Aufnahme ein GPS-Modul aktiv, zeigen dir die Metadaten einen kleinen Kartenausschnitt, auf dem eine Stecknadel den Ort der Aufnahme markiert. Fehlen Ortsangaben, kannst du sie nachtragen, indem du Straße und Ort nachträgst und die dann eingeblendete Stecknadel an den korrekten Punkt verschiebst. Das klappt übrigens auch, wenn du mehrere Bilder markiert hast, um die Ortsdaten für alle zu aktualisieren.

Drei Felder in den Metadaten sind in der Regel leer. In die Zeile „Bildtitel“ kannst du einem Bild einen Namen geben, beispielsweise „Beeindruckender Sonnenuntergang“. Sinnvolle „Schlagworte“, die du ergänzen kannst, sind Begriffe, die sonst nicht automatisch in den Metadaten erfasst werden. Der Eintrag „Gesichter hinzufügen“ eröffnet dir schließlich die Möglichkeit, Akteure auf dem Foto zu benennen. Diese mühselige Arbeit kann sich lohnen, wenn du deine Sammlung später durchsuchen, Filter oder intelligente Alben verwenden möchtest.

Alle diese Daten speichert die Fotos-App nicht in den Originaldateien, sondern in seiner Datenbank. Allerdings können einige dieser aktualisierten Metadaten beim Export in die Fotos geschrieben werden. Dazu kannst du eine oder mehrere Dateien einfach aus der Fotos-App heraus in einen Finder-Order ziehen.

Ordnung mit (intelligenten) Alben

Um Ordnung in deine Bilder zu bringen, kannst du sie in Alben einsortieren. Ein neues Album legst du über die Menüeinträge „Ablage“ > „Neues Album“ an. Anschließend taucht in der Sei- tenleiste unter „Alben“ > „Meine Alben“ der Eintrag „Neues Album“ auf. Vergib einen Namen für dieses neue Album und wechsle zurück zur Mediathek. Nun kannst du beliebige Bilder in das neue Album ziehen. Alternativ markierst du mehrere Bilder, klickst sie mit der rechten Maustaste an und wählst „Hinzufügen zu“ > „Neues Album“, das zu anschließend benennen kannst.

Wundere dich nicht, dass die Bilder, die du aus der Mediathek in die Alben ziehst, weiterhin in der Mediathek zu sehen sind. Wie im Workshop erklärt, enthält die Mediathek immer alle Bilder, die du der Fotos-App anvertraust. So wird es dir auch möglich, ein Bild in mehreren Alben zu verwenden. Mit den sogenannten intelligenten Alben zeigt die Fotos-App wieder einmal seine enge Ver- wandtschaft mit der Musik-App, die intelligente Playlists bietet. Hier bestimmst du die Inhalte nicht direkt, sondern über eine Reihe von Kriterien, denen die Inhalte genügen müssen.

Dublettenschutz

Beim Import von Bilddateien kann es vorkommen, dass Material hinzugefügt wird, das bereits in der Mediathek vorhanden ist. In diesem Fall alarmiert dich Fotos mit einem Hinweisfenster. Dieses zeigt die beiden fraglichen Bilder und ihre Dateinamen nebeneinander. Nun kannst du entscheiden, ob die vermeintliche Dublette zur Fotos-Datenbank hinzugefügt oder das Bild nicht importiert werden soll. Durch den Haken vor das Auswahlfeld „Auf alle Duplikate anwenden“, folgt Fotos deiner Weisung für alle fraglichen Bilder des Importvorgangs.

Workshop: So fügst du Bilder in die Mediathek ein

1 Wähle in der Seitenleiste unter „Fotos“ das Register „Mediathek“. Im Kontext der Fotos-App bezeichnet „Mediathek“ die Gesamtheit aller Bilder, die die App „betreut“.

2 Markiere e inigeBilddateien oder Ordner mit Fotos oder Videos in einem Finder-Fenster, ziehe diese in das geöffnete Programmfenster der Fotos-App und lege sie darin ab.

3 Die D ateientauchen in der rechten Fensterhälfte von Fotos als Vorschau-Ansichten auf. Fotos sortiert die Inhalte grundsätzlich chronologisch von alt (oben) nach neu (unten).

Über „Ablage“ > „Neues intelligentes Album …“ öffnet Fotos ein neues Fenster, in dem du die Kriterien festlegst. Hier kommen auch die oben erwähnten Metadaten ins Spiel. So kannst du die Fotos-App beispielsweise in einem intelligenten Album alle Fotos sammeln lassen, die in einem bestimmten Zeitraum mit einer bestimmten Kamera geschossen wurden, auf denen eine bestimmte Person zu sehen ist und deren Metadaten ein bestimmtes Schlagwort enthalten. Ein intelligentes Album kann dir übrigens auch eine große Hilfe sein, wenn du alle Bilder aus deiner Mediathek sichten, bearbeiten und ordentlich in Alben sortieren möchtest: Das intelligente Album mit der Regel <Album> <ist nicht> <Beliebig> zeigt dir nicht einsortierte, eines mit der Regel <Foto> <ist nicht> <bearbeitet> alle unbearbeiteten Bilder.

Für jedes Album kannst du ein sogenanntes „Schlüsselfoto“ festlegen, das in der Ordneransicht erscheint. Wähle dafür ein Foto aus dem Album, klicke es mit der rechten Maustaste an und wähle den Eintrag „Als Schlüsselfoto festlegen“.

Ordnung mit Ordnern

Neben (intelligenten) Alben versteht sich die Fotos-App auch auf „Ordner“. Einen neuen Ordner erstellst du über die Menüfolge „Ablage“ > „Neuer Ordner“. Ordner tauchen in der Seitenleiste unter „Alben“ > „Meine Alben“ auf und dienen dazu, Ordnung in die Alben zu bringen.

Ordner sind Sammelbecken für Alben, die du per Ziehen und Ablegen in einen Ordner verschieben kannst. So sammelst du beispielsweise im Ordner „Weihnachten“ die Alben „Weihnachten 2020“ und „Weihnachten 2021“ mit den Fotos der entsprechenden Jahre; im Ordner „Urlaube“ die Alben „Harz 2020“ und „Teneriffa 2021“ mit den jeweiligen Urlaubsbildern. Auch kannst du Ordner ineinander verschachteln, was bei Alben jedoch nicht möglich ist. Apple zieht die Hierarchie, dass Ordner lediglich Alben (oder Ordner) enthalten können und Alben wiederum lediglich Bilder, streng durch: Versuchst du Bilder aus der Mediathek in einen Ordner zu verschieben, erzeugt die Fotos-App automatisch ein neues Album im fraglichen Ordner, das die Bilder enthält. Ebenso stringent ist die Reaktion von Fotos, wenn du aus dem Finder einen Ordner, in dem du bestimmte Bilder gespeichert hast, unter „Meine Alben“ in die Seitenleiste ziehst. Fotos erstellt dann einen gleichnamigen Ordner, der wiederum ein gleichnamiges Album enthält.

Für Alben und Ordner gilt gleichermaßen: Sie sind lediglich Instrumente zur Organisation der Mediathek – beim Löschen von Alben und Ordnern bleiben die Bilder in der Mediathek oder an ihrem Speicherort erhalten.

Navigation und zauberhaftes Aufhübschen

Ist ein Bild ausgewählt, kannst du es – wie du es vielleicht auch aus dem Finder mit der Quick-Look-Funktion gewohnt bist – durch einen Druck auf die Leertaste vergrößern. Auch in dieser Ansicht kannst du mit den Pfeiltasten durch das Raster zu neben- sowie darüber- und darunterliegenden Motiven navigieren. Ein erneuter Druck auf die Leertaste verkleinert die Vorschau wieder auf ihre ursprüngliche Größe.

Ähnliche Fotos löschen

Das Tool Photosweeper (10 Euro, overmacs.com) ist darauf spezialisiert, ähnliche Fotos und Dubletten von Fotos aufzuspüren. Nach einer Analyse bestimmter Finder-Ordner darfst du ähnliche Fotos miteinander vergleichen und nach dem Sichten entscheiden, welche Datei überflüssig ist. Toll ist die Fülle an Einstellungen, die Photosweeper bietet. So kann der Vergleich beispielsweise Farbänderungen außer Acht lassen. Allerdings solltest du das Tool einsetzen, bevor du deine Bilder an die Fotos-App übergibst und auf keinen Fall auf die Fotos in der Datenbank anwenden, da diese sonst beschädigt werden könnte.

Wischst du während der Vergrößerung mit zwei Fingern nach unten über das Touchpad, blendet die Fotos-App beim Vorhandensein von GPS-Metadaten eine Karte ein, die den Aufnahmeort des Bildes zeigt sowie auf dem Foto erkannte Personen.

Während du das Bild in der vergrößerten Ansicht betrachtest, ändert sich auch die Symbolleiste am oberen Rand der Fotos-App. Die Suchmaske tauscht ihren Platz mit einer „Bearbeiten“-Schaltfläche. Links von dieser blendet die Fotos-App einen stilisierten Zauberstab ein.

Per Klick auf diese Schaltfläche wird die automatische Bildverbesserung aktiv. Dabei wendet die Fotos-App mehrere Filter an, die in der Regel die Sättigung der Farben verstärkt und die Belichtung ein wenig dramatischer wirken lässt. In vielen Fällen wirken die Bilder durch diese „automatische Verbesserung“ satter und lebendiger.

Ein Abstecher ins Labor

Wenn du die Entwicklung deiner Fotos lieber selbst in die Hand nehmen möchtest, als das Handwerk Apples Algorithmus anzuvertrauen, wähle die „Bearbeiten“-Schaltfläche.

Die Fotos-App blendet die linke Seitennavigation mit Alben- und Ordnerlisten aus und am oberen Bildschirmrand erscheinen neue Schaltflächen. Je nach Auswahl wechselt die Werkzeugleiste, die nun am rechten Rand des Fensters

zu sehen ist. Wählst du „Anpassen“, kannst du über Schieberegler Werte wie „Licht“ und „Farbe“ verändern, rote Augen beseitigen, durch einen Weißabgleich einen Farbstich entfernen und sogar eine Tonwert-Korrektur vornehmen.

Für viele dieser Profi-Einstellungen, die teils ein halbes Dutzend Unter-Einstellungen bieten, hat die Fotos-App automatische Einstellungen parat. Eine schnelle kosmetische Veränderung erreichst du über die „Filter“-Schaltfläche, woraufhin dir die Fotos-App neun Effekte anbietet, deren Intensität du mit einem Regler bestimmen kannst.

Möchtest du im Nachhinein beispielsweise die Horizontlinie in deinen Bildern korrigieren, kannst du das über die „Zuschneiden“-Schaltfläche tun. Sie erlaubt dir, das Bild frei im und gegen den Uhrzeigersinn zu drehen, aber auch es zu spiegeln. Zudem kannst du den Bildausschnitt auf bestimmte Formate hin anpassen oder das Motiv zuschneiden.

Alle diese Bildbearbeitungen, ob du sie einfach mit dem Zauberstab oder der Bearbeiten-Funktion vorgenommen hast, sind umkehrbar. Anstatt die Bilder in der Mediathek oder deinen Finder-Ordnern zu verändern, legt die Fotos-App die Änderungen lediglich in seiner Datenbank ab. Bei einem Export („Ablage“ > „Exportieren“) wendet die Fotos-App die Änderungen dann an und schreibt sie in die exportierten Dateien.

Die Sammlung genießen

Sind die doppelten, ähnlichen und verwackelten Bilder aussortiert, die Fotos in liebevoller Kleinarbeit korrigiert, retuschiert und in (intelligente) Alben und Ordner gewandert, gilt es, den Lohn der Mühe zu kosten.

Die wohl einfachste Möglichkeit, das zu tun, ist es, sich eine Diashow vorführen zu lassen. Entscheide dich für einen deiner Ordner, klicke ihn mit der rechten Maustaste an und wähle den Eintrag „Diashow vorführen“. In einem Auswahlfenster bietet dir die Fotos-App verschiedene Themen, die die Überblendungseffekte bestimmen. Darüber hinaus kannst du über das Register „Musik“ zwischen verschiedenen Musikstücken („Titelsongs“) wählen oder dich für Titel aus der Musik-App entscheiden. Per Klick auf die Schaltfläche „Diashow vorführen“ wechselt die App in den Vollbildmodus und präsentiert dir stimmungsvoll deine Auswahl.

Alternativ kann die Fotos-App den Inhalt eines Ordners auch als sogenanntes „Rückblick-Video“ wiedergeben. Die entsprechende Schaltfläche befindet sich links oben im Hauptfenster unter dem Ordnertitel. Über die Menüfolge „Ablage“ > „Exportieren“ > „Rückblick-Video exportieren“ kannst du die Animation als Video im MOV-Format auf deinem Mac speichern und so auch an andere weitergeben.

Schön anzusehen sind auch „Rückblicke“, die du über die gleichnamige Schaltfläche in der Seitenleiste erreichst. Nachdem die Fotos-App deine Mediathek eingelesen hat, präsen- tiert sie dir an dieser Stelle kurze Filme aus Bildern, die die Fotos-App anhand von Zeit, Ort, Motiven oder Personen zusammenstellt. Anschließend genießt du überraschende und mit Musik untermalte Bilderfolgen wie „An diesem Tag“, „Gemeinsam am Strand“ oder „Sommer 2022“. Regelmäßig generiert die App selbsttätig neue solcher Rückblicke.

Gemeinsam an „Geteilten Alben“ arbeiten

„Geteilte Alben“ sind eine besonders originelle Möglichkeit, um deine Fotos zusammen mit anderen zu genießen. Du aktivierst die gleichnamige Funktion in den Einstellungen der Fotos-App. Wähle in der Mediathek eines oder mehre Bilder aus, die du teilen möchtest. Du erstellst das Geteilte Album nun über die Menüfolge „Ablage“ > „Teilen“ > „Geteilte Alben“. Daraufhin bittet dich die Fotos-App, eine Beschreibung für das Album einzutragen.

Anschließend vergibst du einen Namen und wählst aus, mit wem du das Album teilen möchtest. Dabei ist der Personenkreis auf andere Apple-Nutzer:innen beschränkt. Zwar kannst du grundsätzlich alle einladen, aber nur wenn andere mit einem Apple-Gerät bei iCloud angemeldet sind, ist die Teilnahme auch möglich. Je nach gewählter Voreinstellung können die Eingeladenen eigene Bilder beisteuern und auch Bilder anderer aus dem Album entfernen. In der Seitenleiste der Fotos-App kannst du unter „Geteilte Alben“ > „Aktivität“ die letzten Aktionen deiner Gäste sehen.

Fazit

Apples Fotos-App ist ein Universaltalent zur Bildverwaltung und -bearbeitung. Seine größten Stärken kann die Anwendung allerdings erst dann ausspielen, wenn du alle deine Medien auf allen deinen Geräten der App anvertraust – und bereit bist, für die universell verfügbare Mega-Mediathek die monatlichen Cloud-Kosten zu bezahlen. Doch auch wenn es „nur“ darum geht, die bestehende Fotosammlung auf dem Mac in Ordnung zu bringen, leistet die Fotos-App hervorragende Dienste.

Alternativen zur Fotos-App

Wenn dir die Bedienung der Fotos-App oder die enge Bindung an das iCloud-System nicht zusagt, kannst du deine Fotos auch mit anderen Apps verwalten.

Darktable

Darktable setzt ebenfalls auf eine Datenbank, zielt jedoch eher auf ambitionierte Fotograf:innen, die ihre Bilder mit professionellen Werkzeugen entwickeln möchten. Eine besondere Stärke der leider wenig ansehnlichen Anwendung ist der Fokus auf das RAW-Format. Möglichkeiten, Diashows zu erzeugen oder Bilder mit anderen zu teilen, sind nicht vorhanden.

Preis: kostenfrei

Web:

Darkroom

Bei Darkroom gefällt die automatische Bildbearbeitung, die ähnlich gute Ergebnisse liefert wie die Fotos-App. Zudem bietet Darkroom aber auch mächtige Werkzeuge zur Entwicklung von Fotos. Auch Alben für die Sortierung sind an Bord, wobei die App direkt auf die Inhalte von iCloud Fotos und der Fotos-Mediathek zugreifen kann, was es auch vehement einfordert.

Preis: 4 Euro pro Monat

Web:

Mylio

Mylio ist darauf ausgelegt, die Fotosammlung auf dem Mac zu verwalten. Durch eine private Peer-to-Peer-Verbindung lässt sich die Mediathek auch zu den Apps für iOS und iPadOS übertragen. Alternativ nutzt du (verschlüsselten) Cloud-Speicher. Die Bearbeitungswerkzeuge leisten gute Dienste und die Möglichkeiten zur Sortierung sind denen der Fotos-App etwa ebenbürtig.

Preis: 10 US-Dollar pro Monat

Web: