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Alle lieben den: Osterhasen


Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 27.02.2020

An Ostern feiern wir zwei Tage lang das Leben: mit köstlichem Essen, lustigen Eier-Spielen und aufregenden Ausflügen durch die erwachende Natur. So finden Familien Rituale, die zu ihnen passen und zu denen alle gern etwas beitragen


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Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 4/2020

FOTOS/ILLUSTRATIONEN: GETTY IMAGES, ANDREAS RÜMMELEIN

H and aufs Herz: Die meisten Eltern mögen Ostern insgeheim ein klitzekleines bisschen lieber als Weihnachten. Schon weil jetzt mit etwas Glück die Sonne unsere blassen Gesichter wärmt und statt aufwendiger Gänse- Menüs unkomplizierte Mahlzeiten auf dem sonntäglichen Tisch stehen: Für kleine und große Naschkatzen gibt es zum ...

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... Brunch einen duftenden Hefezopf und natürlich bunte Eier und süße Schokohasen. In der Vase stehen leuchtend rote, gelbe, lila und weiße Tulpen und Hyazinthen, dazu ein paar frische Birken-, Weiden- oder Forsythien-Zweige mit selbst bemalten, ausgeblasenen Eiern und vielleicht noch eine Osterkerze. Nach dem langen Winter blüht das Leben wieder auf. Licht, Lachen und Leichtigkeit verdrängen Dunkelheit und Schwere. Das fühlt sich so gut an.

Ein Mix aus Symbolen und Einflüssen

Ostern richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühjahr und steckt voller Symbolik und Magie. Unsere heutigen Bräuche sind von heidnischen, jüdischen und christlichen Traditionen geprägt. Der Tag der Auferstehung von Jesus Christus (Ostersonntag) fällt genau in die Zeit, in der die Tage wieder länger als die Nächte werden. Sonne, Wachstum und Fülle bestimmen ab jetzt das organische Leben. Das Ei - als Symbol für neues Leben und Auferstehung - steht darum im Zentrum des Festes. Bereits im 13. Jahrhundert schmückte man hierzulande die noch kahlen Zweige zum Frühlingsbeginn mit bunten Eiern. Auch die Tradition, am Karsamstag ein Osterfeuer zu entzünden, stammt aus dem Mittelalter: Die Flammen sollen den Winter vertreiben, in manchen Gegenden auch böse Geister. Die Asche streute man früher zur Fruchtbarmachung auf die Felder. Mittlerweile werden fast überall in Deutschland an Ostern große Feuer entzündet. Bei Bier, Brause und Bratwurst schauen Groß und Klein fasziniert ins lodernde, knackende Farb-und-Feuer-Spiel.

Vorbereitungen wecken Vorfreude

Die Vorbereitung auf das Osterfest macht schon ganz kleinen Kindern Spaß. In der Karwoche werden Eier bemalt und gefärbt. Im Internet finden Eltern einfache Anleitungen, wie man mit Zwiebelschalen, Roter Bete oder Kurkuma natürliche Farben herstellt. Wer vorher mit einem Wachsstift Muster auf die Eier malt, erzielt überraschende Effekte (denn die Wachslinien nehmen keine Farbe an). Die abgekühlten Eier bekommen, abgerieben mit etwas Speiseöl, einen herrlich seidigen Schimmer. Auch das Backen von Hefezöpfen oder Hefe nestern macht Freude. Probiert es aus und lasst kleine Patschhändchen mitformen. Überhaupt ist es wunderbar, wenn möglichst alle in der Familie am Gelingen des Fests beteiligt werden: Vielleicht bringt die Oma Osterkörbchen mit, mit denen schon mehrere Generationen von Kindern auf Eier-Jagd gegangen sind. Oder eine Tante zeigt eine spezielle Technik, mit der ausgeblasene Eier verziert werden. Fragt in der Großfamilie nach und übernehmt die Ideen, die euch gefallen.

Fester Ablauf, aber ohne Zwang

Traditionelle Feste haben einen bestimmten Rhythmus, einen festen Ablauf, verlässliche Wiederholungen, und das mögen Erwachsene wie Kinder. „Wenn die Welt vorhersehbar ist, dann wird sie dadurch stressfreier“, erklärt Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer. Manchmal ist es einfach schön, alte Rituale, die schon lange die Familie zusammenhalten, immer und immer wieder zu zelebrieren. Das schafft eine besondere Verbindung (siehe auch Interview). Nur eines dürfen Rituale nicht: zur schalen, langweiligen Routine verkommen. Es geht nicht darum, sich verkrampft an starren Regeln festzuklammern. Rituale sollen guttun und Freude machen. Kommen zwei Familien- Traditionen in einer neuen Kleinfamilie zusammen, eröffnet das immer die Chance, unbeliebte Bestandteile endlich über Bord zu werfen und nur das weiterzugeben, was wirklich noch mit Leben gefüllt ist.

Großer Spaß: die Osterspiele!

Mit Leben gefüllt sind mit absoluter Sicherheit witzige Osterspiele. Allen voran die Eier-Suche. Egal ob im Garten, im Wohnzimmer, im Park oder im Wald: Der Osterhase versteckt am Ostersonntag für die Kinder Schokoladiges und muss - auch weil die kleinen Zwerge an Ostern natürlich besonders früh wach werden - ein absoluter Frühaufsteher sein. Denn die Osterhasenregel Nummer eins lautet: Er darf sich bei seiner wichtigen Tätigkeit auf gar keinen Fall aufs Fell schauen lassen. Hier ist Arbeitsteilung dringend anzuraten: Während Mama dem Nachwuchs heißen Kakao ans Bett bringt und ihn (möglichst langsam) anzieht, muss Papa zügig loshoppeln. Die Naschereien sollten übrigens alle (wetterfest) eingepackt sein. Wenn mehrere Geschwister, Neffen und Nichten zusammen auf die Suche gehen, empfiehlt es sich, dass alle Kinder erst mal einsacken, was sie finden, und die „Beute“ später gerecht aufteilen, damit die Kleinsten nicht frustriert sind. Danach folgt sofort Spaß Nummer zwei: das Eiertitschen. Jeder am sonntäglichen Frühstückstisch nimmt sich ein hart gekochtes Ei und sucht sich einen Gegner. Jetzt werden die Eier aneinandergehauen (getitscht) und zwar mit den Spitzen. Das Ei, welches im Zweikampf kaputtgeht, wird anschließend aufgefuttert. Eier, die den Zusammenstoß heil überleben, werden fürs Erste nicht gegessen, sondern treten später zu einem neuen Duell an. And the winner is … das Super-Ei!


Unterm Baum im grünen Gras sitzt ein kleiner Osterhas! Putzt den Bart und spitzt das Ohr, macht ein Männchen, guckt hervor. Springt dann fort mit einem Satz und ein kleiner frecher Spatz schaut jetzt nach, was denn dort sei: Und was ist’s? Ein Osterei …


Raus in die Frühlingsnatur

Fiese Graupelschauer oder mildes Strahle-Wetter - an Ostern ist wettertechnisch alles drin. Egal wie es kommt, der Osterspaziergang am Ostermontag zählt in Deutschland zu den lieb gewonnenen Osterbräuchen. Der Gang durch die Natur hat wiederum christliche Wurzeln: Nach der Wiederauferstehung wanderten zwei Jünger nach Emmaus, und Jesus schloss sich ihnen an. Früher wurde dieser sogenannte Emmausgang mit Liedern und Gebeten begleitet. Heute geht es mit Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn raus in die Natur. Wenn wir Erwachsenen große Manteltaschen haben und es geschickt anstellen, finden die Kinder - welche Überraschung!! - auch auf dem Spaziergang noch das eine oder andere Osterei. Aber Vorsicht, nicht erwischen lassen, die Osterhasenregel Nummer eins gilt auch hier. In meiner Familie wurde zum Spaziergang außerdem eine Box mit Apfelschnitzen und Rosinen mitgenommen. Wir Kinder rannten am Waldrand entlang und verteilten diese „Gaben für die Tiere des Waldes“ auf besonders schönen Baumstümpfen und Moospolstern.

Rituale wachsen mit den Kindern mit

Was Krippen- und Kita-Kindern riesigen Spaß macht, finden Schulkinder manchmal eher öde. Osterspaziergang? Langweilig. Eier anmalen? Babyhaft. Dann sollte man sie nicht zwingen, sondern die Traditionen flexibel handhaben. Nur für die Sache mit den Schokoeiern gilt: Wer sie essen will, der muss sie erst mal finden! Und dafür werden auch Teens und Twens nie zu cool. Im Grunde unseres Herzens lieben wir ihn schließlich alle, den Osterhasen.

SILKE THEUNE