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„ALLE TOP IN SCHUSS!“


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 17.06.2019

InMÜNCHEN-RIEMtraf sich ein Großteil des Dressur-Championatskaders zur Standortbestimmung vor der ersten EM-Sichtung in Balve. Das Fazit von Bundestrainerin Monica Theodorescu: Die Ergebnisse sind so gut, dass es schon fast ein wenig beängstigend ist …


THE SHOW GOES ON

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Mannschaftsolympiasieger Showtime in seinem Element.


Fotos: Kerschbaum (1), Schreiner (2)

Beängstigend? Ja, schließlich müsse man ja noch Möglichkeiten haben, sich zu steigern, so die Bundestrainerin. Tatsächlich präsentierten die Protagonisten in München sich in herausragender Frühform. Das Turnier war der erste große Auftritt von Dorothee ...

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... Schneiders 13-jährigem Sandro Hit-Sohn Showtime nach fast einjähriger Turnierabstinenz. Im Frühjahr waren die beiden bereits einmal in Ebreichsdorf (AUT) am Start gewesen, aber München war das erste Freiluftturnier auf großer Bühne. Showtime machte seinem Namen alle Ehre. „Im Grand Prix war er wirklich sehr gut mit vielen Höhepunkten!“, lobte die Bundestrainerin. „Er wirkte kraftvoll und fit.“ Das Ergebnis: 79,783 Prozent und unter anderem mehrfach die 10 für die Passagen.

In der Kür schlichen sich kleine Fehler in den Pirouetten ein, aber auch hier ein starker Auftritt, der mit 83,310 Prozent belohnt wurde. Monica Theodorescu: „Showtime war in der Galopptour noch etwas nervig. Er wird dann schon mal heiß und verhaspelt sich. Aber das liegt auch an der mangelnden Prüfungsroutine. Man darf die Kulisse in München nicht unterschätzen. Da ist schon Stimmung!“ Aber ansonsten sei Showtime „richtig gut in Schuss“ mit „wunderschöner Piaffe-Passage-Tour, immer im Gleichmaß“.

DIE PRIMABALLERINA

In guter Anlehnung und tänzerischer Leichtigkeit gewann Dalera BB die Kür.


Nach Rang drei im Grand Prix (77,087 Prozent) ging der Sieg in der Grand Prix Kür mit deutlichem Vorsprung an die Mannschaftsweltmeister Dalera BB und Jessica von Bredow-Werndl. 85,440 Prozent gaben die Richter. „Im Grand Prix hatten die beiden noch kleinere Fehler bzw. Versehen“, berichtete Monica Theodorescu. „Aber die Kür war schon klasse! Die Piaffe-Passage-Tour, das ist wie eine Gangart für das Pferd, das Genick immer der höchste Punkt – das ist alles wie aus einem Guss bei der Stute!“

FAMOSER FAMOSO

Ein elegantes Paar: Benjamin Werndl und Famoso.


Ein weiteres Pferd, das die Bundestrainerin für die Zukunft auf dem Zettel hat, ist Benjamin Werndls Farewell III-Sohn Famoso, wie auch Escolar Louisdor Preis-Finalist 2018 (Platz zwei in Frankfurt) und in München jeweils Vierter in Grand Prix (73,783) und Kür (79,785). „Er machte einen sehr guten Eindruck! Der Grand Prix war nahezu fehlerlos“, lobte Theodorescu. „Benjamin hat ihn sehr schön und leicht in der Anlehnung mit gutem Genick vorgestellt. Das Pferd ist auf einem guten Weg. Die Kür der beiden ist wirklich schwer, die Lektionen folgen Schlag auf Schlag. Das war schon richtig klasse! Außerdem ist das Pferd sehr verlässlich und umkompliziert.“ Also genau das, was man sich von einem Championatspferd wünscht? „Das wird man sehen. Jedenfalls ist er immer leistungsbereit und die Piaffe-Passage-Tour ist super!“

ESCOLAR IMMER BESSER

Über eine neue persönliche Bestmarke mit seinem Escolar konnte sich Hubertus Schmidt im Grand Prix freuen: Platz zwei mit 77,913 Prozent. Monica Theodorescu: „Das war der beste Grand Prix des Hengstes bisher mit sehr guten Piaffe-Passage-Übergängen. Und über die Grundgangarten brauchen wir bei Escolar ja gar nicht zu reden.“ Im starken Gaopp erhielt der einstige Doppel-Bundeschampion in München Zehnen. In der Kür wurde es Rang fünf mit 76,110 Prozent. „Hier ging Escolar im Grunde auch gut. Es war das erste Mal überhaupt, dass Escolar die Kür ging. Das war alles noch etwas durcheinander. Die Fehler waren das Ergebnis von Unsicherheit. Aber insgesamt ist der Hengst deutlich geschlossener, versammelter und kraftvoller bei nach wie vor sehr schöner Anlehnung.“

Ex-Bundeschampion Escolar präsentierte sich gereift unter Hubertus Schmidt.


DIE DREI-STERNE-TOUR

Jessica von Bredow-Werndls Zaire-E scheint mit ihren nun 15 Jahren ihre Mitte gefunden zu haben.


Im CDI3*-Grand Prix triumphierte Jessica von Bredow-Werndl auf einer Zaire, die man selten so (los)gelassen gesehen hat (76,152 Prozent). Bruder Benjamin machte mit Daily Mirror den Erfolg für das Team Aubenhausen auf Rang zwei perfekt (75,370). Bei Matthias Bouten und Boston zeigt die Tendenz ebenfalls klar nach oben: Rang drei mit 72,717 Prozent. Nachdem er im Grand Prix noch große Augen gemacht hatte (Rang sechs), siegte Dorothee Schneiders Sammy Davis Jr. im Special mit persönlicher Bestleistung auf: 78,234 Prozent.

DAS IST DIE ZUKUNFT

Dorothee Schneider stellte in der Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal den neunjährigen Rheinländer Hengst Lord Fittipaldi vor und siegte überlegen mit 76,561 Prozent. Die Tickets für das Louisdor Preis-Finale gingen an San Ravallo unter Nicole Wego und Fiderdance mit Lena Waldmann. Sieger wurde zwar Hubertus Schmidts Bonamour mit deutlichem Vorsprung (76,349), aber da der sich bereits in Hagen für Frankfurt qualifiziert hatte, rückte der drittplatzierte Fiderdance nach (71,419). San Ravallo v. San Amour kam auf 71,977 Prozent.

Dorothee Schneider und Lord Fittipaldi M.


EMILIO WIEDER IM AUFWIND

Außen Karossier, innen Blüter: Isabell Werths Emilio.


Sicherer als noch in Hagen präsentierte sich auch Isabell Werths Emilio. In Hagen hatte der westfälische Wallach immer mal wieder Ansätze gemacht, mit dem Kopf zu schütteln. Davon war in München nichts mehr zu sehen. Im Grand Prix wurde er Vierter (74,50), in der Kür Dritter (82,210). Monica Theodorescu: „Emilio ging deutlich besser als in Hagen. Im Grand Prix wollte er nicht so gerne still stehen. Darum hat Isabell vor dem Rückwärtsrichten so lange gewartet, bis er sich beruhigt hatte.“ Zwar sehe man es dem Ehrenpreis-Sohn nicht unbedingt an, aber er sei ein Pferd mit sehr viel Nerv. „Sein Bewegungsablauf ist locker, aber innerlich ist er angespannt. Isabell hat versucht Emilio durch vermehrtes Überstreichen und mit leichterer Anlehnung vorzubereiten damit er sich wohler fühlt. Das hat gut geklappt. Wir brauchen ja Pferde mit hoher Leistungsbereitschaft und Aufmerksamkeit, aber das muss man als Reiter auch kanalisieren. Zunehmende Turnierroutine wird dann auch mehr Gelassenheit bringen. Und wir reden hier ja von wirklich sehr hohem Niveau. Die Pferde waren alle im guten bis sehr guten Bereich. Sie sind alle austrainiert und im Lack und wollen auch bei 28 Grad noch gehen.“ Ergo: Alle bereit für die grüne Saison. Im Grand Prix Special hatte ein weiterer Louisdor Preis-Finalist die Nase vorn: Marcus Hermes‘ Abegglen. Mit 73,872 Prozent setzte der Ampere-Sohn sich gegen Quater Back Junior unter Nicolas Wagner (LUX) durch (73,681). Rang drei sicherte sich Lisa Müller mit Stand by me (72,532).

GOODIN ZUM DRITTEN

Bruce Goodin (NZL) ist Stammgast in München.


Fotos: Schreiner

Prominent besetzt waren auch die Springprüfungen auf der Olympiareitanlage. Der dreifache Busch-Olympiasieger Michael Jung war ebenso am Start, wie die Weltmeisterinnen Simone Blum und Alice, für die München quasi ein Heimspiel ist, wo sie doch nur eine halbe Stunde von München entfernt zuhause sind und Vater Jürgen Blum zur Turnierleitung gehört. Jung wurde Fünfter im Sattel von Chelsea mit der schnellsten Runde, aber vier Fehlern im Stechen, Blum und Alice belegten Rang neun. Der Sieg im Großen Preis von Bayern ging allerdings nach Neuseeland, an Stammgast Bruce Goodin und Backatorps Danny V v. Quasimodo Z, gefolgt von dem Tschechen Ales Opatrny auf Forewer und Holger Wenz mit Conner. Für Goodin war es bereits der dritte Triumph in München nach 2014 und 2015, als er mit Centina die Nase vorn hatte.