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ALLER GUTEN DINGE SIND DREI


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 33/2022 vom 18.08.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 33/2022

DER STECKER liegt voll im Trend. Elektroautos konnten hierzulande zuletzt einen Marktanteil von immerhin zehn Prozent erobern. Das wirkt sich auch auf die Gebrauchtmarktpreise aus. Günstig sind die Vollstromer nicht zu haben, auch wenn sie längst durch das Raster einer möglichen E-Auto-Förderung gefallen sind. In Zeiten angespannter Lieferketten und teils ungewisser Liefertermine preist der Handel die wenigen verfügbaren Exemplare spürbar teurer ein als noch vor einem Jahr. Und besonders unsere skandinavischen Nachbarn kaufen hierzulande dennoch gerne die verfügbaren E-Autos auf, um horrende Luxussteuern zu umgehen.

BMW i3: EIN ECHTER TRENDTYP AB 16 500 EURO

Im November 2013 starten die Münchener in das Elektroauto-Zeitalter. Die ersten i3-Modelle besaßen eine theoretische Reichweite von rund 150 Kilometern, sind also eher ein Fall für Stadtmenschen oder den klassischen Zweitwagen. Für ...

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... Zusatzmeilen gab es optional eine Range-Extender-Version mit 34-PS-Verbrenner, der bei leeren Akkus als Stromgenerator einspringt. Später nachge- reichte Akkupakete mit 33,2 und 42,2 Kilowattstunden Bruttovolumen verbesserten den Aktionsradius spürbar. Via CCS-Ladestecker sind bis zu 50 Kilowatt Ladestrom möglich. Mit 170 PS (125 kW) im Heck sprintet der vier Meter kurze Münchener bei Bedarf auf 100 wie ein echter BMW. Ansonsten zelebriert man exklusives Anderssein. Die extrem steife Fahrgastzelle ist aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigt und bietet eine SUVähnliche Sitzposition. Das Platzangebot genügt kleineren Familien, wobei der Kofferraum der limitierende Faktor ist. Zwar passt die Verarbeitung, aber die nachhaltigen Sitzbezüge und Türverkleidungen aus exotischen Kenaf-Fasern (ein subtropisches Malvengewächs) sind fleckenempfindlich. Eine Wärmepumpe kostete stets Aufpreis.

Im praktischen Frunk finden Ladekabel und Reifen-Kit knapp Platz

Dem Navigationssystem ist sein gehobenes Alter deutlich anzusehen

Der Akku des i3 verliert auch im höheren Alter erfreulich wenig an Kapazität

BMW i3

Der kleine i3 ist nicht zuletzt aufgrund seiner CFK-Karosserie eine enorm aufwendige Konstruktion. Vorsicht vor Unfallwagen und geschundenen Ex-Mietfahrzeugen. Der Akku scheint langlebig. Nach 100 000 Kilometern hatte unser Dauertestwagen 82 Prozent Kapazität. Motorlager und Ladeelektronik zeigten nur anfangs Probleme. Rückrufe wegen Rekuperationsproblemen (2016), Airbag und Tankentlüftung (2017), Airbagsensorik (2020), Lehnenverriegelung (2021), Gurtbefestigungen (2021) sowie fehlerhafter Gasgeneratoren (2022).

Ladekabel Defekte sind nicht nur extrem lästig, sondern auch teuer. Ein Kabel kostet als Originalteil rund 250 Euro.

Lenkrad

Das Volant erweist sich als nicht sonderlich haltbar verarbeitet. Der Bezug fiel regelrecht auseinander.

Tankklappe Wenn die Entriegelung Probleme macht, liegt es vermutlich an einem defekten Drucksensor.

Dämpfereinheit

Die Gummimanschette über dem Dämpferrohr fiel im Dauertest frühzeitig mit Rissen auf.

VW ID.3: ALLROUNDER FÜR DEN ALLTAG AB 35 000 EURO

Er könnte der Golf für morgen sein: Der in Zwickau und Dresden gebaute ID.3 basiert auf der konzerneigenen MEB-Elektro-Architektur. Mit 4,26 Meter Länge und 1,81 Meter Breite außen so groß wie ein Golf. Aber innen spürbar geräumiger. Unser gebrauchter Testwagen ist ein frühes Sondermodell ID.3 Performance Upgrade Pro 1st. Das im Juli 2020 erstmals zugelassene Auto kostete neu 39 995 Euro. Mit 40 000 Kilometern ruft der private Anbieter aus dem niedersächsischen Harsefeld 37 900 Euro auf. Dennoch gehört das penibel gepflegte Exemplar zu den günstigeren Exemplaren am Markt. Dank des Heckantriebs und des niedrigen Schwerpunktes ist der Fahreindruck der 204-PS-Version verblüffend agil und noch immer absolut klapperfrei. Die mittlere Akkuversion bietet 58 Kilowattstunden. Bei umsichtiger Fahrweise reicht das grob für 350 bis 400 Kilometer. Die maximal mögliche Ladegeschwindigkeit beträgt ab Mitte 2021 immerhin 120 Kilowatt. Beim größeren 77-kWh-Akku ist maximal 135-Kilowatt-Gleichstrom-Schnellladen möglich. Doch wo Licht ist, zeigt sich leider auch Schatten. Oftmals macht di e VW-eigene E3-Software arge Pro-

VW ID.3 PERFORMANCE PRO 1ST

Starten

Wenn der ID.3 nicht mehr starten will, reicht teilweise erneutes Aufund Abschließen für einen System-Neustart.

Software-Version

Anfangs war die Software für ihre Fehler berüchtigt. VW besserte nach, aktuell ist die Version 3.0 verfügbar.

Innenraum

Bereits nach zwei Jahren zeigt die Türverkleidung an häufig berührten Stellen deutlichen Abrieb.

Wählhebel

Wenn der ID.3 seinen Dienst verweigert, könnte der knubbelige Dreh-Gangwahlschalter ausgefallen sein.

Nach einem holprigen Marktstart bemüht sich Volkswagen kontinuierlich um Nachbesserungen. Das Konzept ist gut, die Gesamtperformance konnte mit Softwareupdates verbessert werden. Schwächelnde 12-Volt-Stützbatterien sorgen für teils massive Systemstörungen. Schlimmer: Fehler an der Hochvoltbatterie tauchen bereits vereinzelt auf, dazu die Fehlermeldung „Fehler Elektrosystem“. Akkudefekte werden acht Jahre von VW reguliert. In Details wie einfachen Innenraummaterialien, starren Blechhalteösen und fehlenden Haubendämpfern ist der Kostendruck sichtbar. Ein Rückruf wegen einer fehlenden Lagerbuchse in der Lenkanlage (2021): Schlimmstenfalls droht ein Lenkungsausfall.

bleme, sodass zwischen Baudatum und Auslieferung teilweise mehrere Monate lagen. Und auch bei der Qualitätsanmutung kann ein ID nicht mit einem Golf mithalten. Einfache Oberflächen und ein blechernes Türschließgeräusch kannte man so aus Wolfsburg lange nicht. Over-the-Air-Updates sind ab Softwarestand 2.3 (seit September 2021) möglich. Und der Alltagsnutzen? Der 1,8-Tonner bietet je nach Lehnenstellung ein Kofferraumvolumen von 385 bis 1267 Liter. Dachlast und Anhängelast existieren dagegen nicht, was die Alltagstauglichkeit als Erstauto empfindlich einschränken kann.

TESLA MODEL 3: POWER-STROMER AB 43 900 EURO

Als Performance-Variante ist der Tesla Model 3 ein Porsche-Turbo-Schreck mit (gefühltem) Warp-Antrieb. Neu war die Allradlimousine für Normalverdiener kaum erschwinglich. Im Dezember 2019 kostete das von uns gecheckte Exemplar inklusive Anhängerkupplung gut 62 000 Euro. Damit entfernte es sich meilenweit von der Idee des Volks-Tesla für 35 000 Dollar (in der Standardvariante). Auch gebraucht ist ein dickes Portemonnaie nützlich: Nach 110 884 Kilometern sind für unser Fotofahrzeug von privat 48 000 Euro fällig. Optisch ist die beachtliche Laufleistung nur durch am Bordstein angefahrene Felgen, leichten Steinschlag und einen durch einen Parkrempler leicht beschädigten Stoßfänger vorn erkennbar. Und sie beweist: Ein Model 3 taugt offenbar auch für Vielfahrer. Sitze und Interieur sind bis auf etwas abgenutzte Schwellerverkleidungen und deutlich angescheuerte Gurte im Fond tadellos und bieten guten Komfort. Auch Klappern gehört nicht zum Handwerk. Die Limousine fährt voll auf der Höhe der Zeit. Und ist in manchen Details ihren Mitbewerbern spürbar voraus. 15-Zoll-Monitor und Infotainmentum fänge sind in der Premium-Mittelklasse unübertroffen. Das Fahren mit dem erweiterten Autopiloten funktioniert geschliffen. Tesla hat die Funktionalität durch diverse Over-the-Air-Updates stetig verbessert. Und die Batterie? Sie bietet eine üppige nutzbare Kapazität von 73,5 Kilowattstunden. Die reale Reichweite schwächelt nach 110 000 Kilometern noch nicht messbar. Sie liegt je nach Fahrweise zwischen 350 und 450 Kilometern. Laden ist durch das Tesla-Supercharger-Netzwerk einfach. In 20 Minuten sind via 250-kW-DC-Lader 308 Kilometer Reichweite möglich. Oder rechnerisch pro Stunde 920 Kilometer. Und sonstige Probleme? Im Ernstfall soll sich der Tesla (hoffentlich) via Selbstdiagnose melden.

Regelservicetermine sind laut Hersteller nicht vorgesehen. Keine leichte Wahl also bei den dreien von der Strom-Tankstelle.

TESLA MODEL 3 PERFORMANCE

Mangels Vorserie schwankte die Qualität bei den ersten Model 3. Tesla legte von Modelljahr zu Modelljahr zu. Besonders in China gefertigte Fahrzeuge gelten als solide. Der Rostschutz und die Lackqualität sind

unterdurchschnittlich. Bei kleineren Problemen rückt der Tesla-Ranger aus. Brechende Türgriffe, beschlagene Scheinwerfer und gerissene Scheiben sind möglich. Rückrufe wegen fehlerhaften Gurtbefestigungen und Bremsen

(2021), Seitenairbags (2022), lockeren Fahrwerksteilen (2021) und Softwarefehlern (2022).

Fensterdichtungen

Bei Windgeräuschen dichten die rahmenlosen Türen nicht richtig. Tesla verbaut neue Dichtungen.

Heckscheibe

Frühe Fahrzeuge zeigten häufiger Spannungsrisse im serienmäßigen Panorama-Glasdach.

Rückfahrkamera

Wenn das Bild milchig wird oder ausfällt, hilft nur ein Austausch der Kamera am Heckdeckel.

Rückleuchten

Model-3-Besitzer klagen über undichte Gehäuse. Beschlag und Tropfenbildung sind typisch.

FAZIT

LARS JAKUMEIT

Gesalzene Einstiegspreise sind die eine Seite der Medaille. Unser Gebrauchttest zeigt, dass mit jüngeren E-Autos je nach Modell selbst Vielfahrer glücklich werden können. Das positive Feedback der Fahrer ist bemerkenswert, die im Vergleich zum Verbrenner niedrigeren Betriebskosten zahlen sich langfristig aus.