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ALLES DRIN, ALLES DRAN, ALLES GUT?


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 25.05.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 21/2022

Nur Kenner bemerken das jüngste Facelift beim Skoda Karoq (links), der aktuelle Hyundai Tucson fällt dagegen allen auf

Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4 150 PS ab 37 730 Euro

Hyundai Tucson 1.6 CRDi 48V 4WD 136 PS ab 41 600 Euro

SPRACH-BEDIENUNG

Der Skoda hört besser, kann aber keine Klimafunktionen. Das hat der Hyundai drauf, dafür versteht er uns aber einmal öfter nicht.

FRISCH GESCHMINKT – und doch gucken alle nach nebenan. Der gerade überarbeitete Skoda Karoq hat es heute nicht ganz leicht. Denn zum ersten Vergleich muss er gegen den Hyundai Tucson ran. Und wenn die beiden so nebeneinanderstehen – sorry nach Mladá Boleslav – kommt uns spontan der Gedanke von Biedermann und Brandstifter. Also rein optisch.

Das Facelift am Karoq beschränkt sich im Wesentlichen auf den breiteren, in der Grundform jetzt sechseckigen Kühlergrill mit senkrechten Doppelrippen sowie neue, vorn schmalere und hinten insgesamt kleinere Lichteinheiten. Feinarbeit am Lufteinlass und am Dachkantenspoiler senken den c w-Wert auf 0,30. Das war’s. ...

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Der noch frische Koreaner wirkt dagegen fast schon wild, schaut mit großem Grill und interessant inszenierten Scheinwerfern deutlich selbstbewusster in die Autowelt. Die Blicke gehören so eindeutig dem Tucson, doch wie sieht es mit den Punkten aus?

AUTONOMES FAHREN

Beide folgen der Straße und übernehmen Tempolimits, Streckenerkennung des Karoq bremst vor Kurven oder Kreisverkehren (teils zögerlich).

DAS BIETEN SIE: HYUNDAI GRÖSSER, SKODA FLEXIBLER

Der Tucson setzt seine elf Zentimeter mehr Außenlänge konsequent in Raumvorteil um. Sowohl vorn als auch hinten bietet er jeweils jenen Hauch mehr Luft, der die Gäste noch entspannter lächeln lässt. Wobei im Karoq keinesfalls schlechte Stimmung herrscht, gerade für lange Beine bleibt im Fond aber doch spürbar weniger Bewegungsfreiheit – trotz längs verschiebbarer Sitzbank.

Die erweist sich beim nächsten Umzug aber als gute Investition, weil sie sich zusätzlich komplett ausbauen lässt. Obwohl ein doppelter Boden fehlt und so immer eine Stufe im Laderaum bleibt, schluckt dieser dann bis zu 1810 Liter – der nach hinten flacher auslaufende Tucson meldet schon bei 1725 Litern volle Belegung.

Und wir sitzen im Tschechen einfach angenehmer. Die vorderen Polster bieten die festere Auflage und stützen besser, hinten genießen wir 15 Millimeter mehr Sitzhöhe über dem Fußboden.

SKODA KAROQ

Behutsam modernisiert: Virtual Cockpit kostet mit dem Facelift keinen Aufpreis mehr, Klimaregelung weiterhin über drei Drehknöpfe (1). Das Infotainmentsystem Columbus mit einer Bildschirmdiagonale von 9,2 Zoll kostet 1290 Euro extra, liefert eine gute Kartendarstellung, Naviziele erfordern aber die Eingabe nach Skoda-Vorgabe (2). Das DSG mit sieben Gängen arbeitet weitgehend unauffällig, gehört beim 150-PS-Diesel mit Allrad zur Serie (3). Vordersitze angenehm gepolstert und bequem (4), zweite Reihe längs verschiebbar (610 Euro), aber trotzdem mit weniger Knieraum als im Tucson (5). Kofferraum mit herausnehmbaren Fondsitzen bis 1810 Liter groß, sonst maximal 1630 Liter (6).

Dem Piloten bietet sich dann auf den ersten Blick in beiden das übliche Neuzeit-Cockpit: digitale Instrumente, großer Touchmonitor, kein Drehregler für die Lautstärke. Die Unterschiede stecken wie immer im Detail. So verwirrt der Hyundai etwas stärker, weil er auf dem Lenkrad enorm viele Tasten versammelt und Klima über Touch steuert. Zudem lassen sich Handys nur koppeln, und die Navi-Anzeige in den Instrumenten erfolgt nur über Pfeile. Dafür können per Sprachbefehl auch Klimaautomatik und Sitzheizung/-lüftung verändert werden – wenn auch auch das im Stand eher grob und nicht immer im ersten Anlauf.

Skoda vertraut beim Klima immer noch auf manuelle Drehregler, mit „Okay Laura“ lassen sich nur Navi-Ziele oder Radiosender wählen, Äußerungen wie „Ich habe Hunger“ führen wie beim Hyundai zu einer Liste von Restaurants. Beim Navigieren zeigt der Skoda klare Vorteile. Im Instrumentendisplay lotst eine große, zoombare Karte, wer lieber sein Smartphone nutzt, kann dieses kabellos (und in Fahrt) verbinden.

HYUNDAI TUCSON

Wer schön sein will … muss im Falle des Tucson etwas Platz opfern, der Kofferraum schluckt maximal 1725 Liter (1). Im Fond geht es dafür etwas geräumiger zu als im Karoq, Sitzposition aber etwas flacher als beim Tschechen (2). In der ersten Reihe bietet der Koreaner ebenfalls minimal mehr Platz, die Sitze geizen aber eher mit Seitenhalt (3). Der Siebengang-Doppelkuppler gehört beim 1.6 CRDi mit 136 PS immer dazu, reagiert auf Tastendruck – kein Schalthebel und originell (4). Im Cockpit regiert das Touchprinzip – nicht immer ein Vorteil. Materialien wie bei Skoda gut im Sichtbereich, darunter dann spürbar einfacher (5). Navipaket ab Trend Serie (Select 1400 Euro), Bildschirm wie Instrumente 10,25 Zoll groß (6).

SO FAHREN SIE: SKODA IN JEDER HINSICHT AN DER SPITZE Der bekannte und beliebte 2.0 TDI liefert auch im Karoq eine überzeugende Vorstellung. Ja, wie der Tucson klingt er vor allem im kalten Zustand stark nach Taxi, ansonsten gibt es aber wenig zu meckern. Die 150 PS sorgen für mehr als anständige Fahrleistungen – und einen enormen Vorsprung auf den 14 PS schwächeren Hyundai. Der macht mit seinem 1,6-Liter eher auf gemütlich und kann vor allem auf der Autobahn nicht mithalten, verbraucht trotz 48-Volt-Mildhybrid aber doch 0,4 Liter mehr als der Tscheche.

Beide versprühen im Alltag dank Siebengang-Doppelkuppler und Allrad große Gelassenheit, lassen mit vorsichtiger ESP-Auslegung auch im Grenzbereich nichts anbrennen. Beim Bremsen zeigt sich der Tucson dann eine halbe Klasse bissiger, steht mit kalten Scheiben 1,6 Meter früher und mit warmer Anlage immer noch 0,5 Meter eher als der Karoq. Dafür weiß der Skoda Lenkkorrekturen verbindlicher und mit besserem Feedback umzusetzen.

Geht es über länger nicht geflickte Nebenstrecken, verraten die beiden mit Adaptivfahrwerk verfeinerten Kompakt-SUV eine angenehm softe Grundhaltung. Allerdings schluckt die weiche Federung des Skoda fiese Fahrbahnfehler noch eine Idee lässiger, wenn auch mit deutlich spürbaren Aufbaubewegungen.

DAS KOSTEN SIE: HYUNDAI NUR BEI DER GARANTIE TOP Die Koreaner vertrauen ihrem Tucson volle fünf Jahre, Skoda seinem Karoq nur zwei – wieso eigentlich? Davon abgesehen verbucht Hyundai hier aber keine Vorteile, bei der Anschaffung und bei Steuer/Versicherung ist der tschechische Skoda sogar günstiger. Wer braucht da schon grelle Schminke?

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

TESTSIEGER

1. 575 Punkte

Skoda Karoq Das Facelift bringt noch etwas Feinschliff, der Karoq überzeugt nach wie vor mit gutem Raumkonzept und tollem Antrieb.

2. 557 Punkte 

Hyundai Tucson Unter der spannenden Hülle steckt ein solides Kompakt-SUV. Vor allem langsamer und teurer als der Skoda.

FAZIT

GERALD CZAJKA, BEREND SANDERS

Mit diesen beiden Typen machen Sie nichts verkehrt. Der uneitle Karoq überzeugt mit hohem Alltagsnutzen und fairen Preisen, der flott designte Tucson mit langer Garantie und bissigen Bremsen. Insgesamt ausgewogener und fast ohne Schwächen siegt der Skoda dann verdient.