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Alles frisch


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ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 10.12.2020

Artikelbild für den Artikel "Alles frisch" aus der Ausgabe 12/2020 von ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Sie duften nach Limette, Minze, Kokos oder Grapefruit. Sie lassen uns vom Sommer im Süden träumen und versprechen einen beschwingten Start in den Alltag. Wir haben 50 erfrischende Duschgele und Cremeduschen eingekauft und auf ihre inneren Werte überprüft.

Weitgehend saubere Sache 

Die Ergebnisse sind alles in allem sehr erfreulich: Naturkosmetik schneidet durchweg mit „sehr gut“ ab, und unter den konventionellen Duschgelen finden sich immerhin 24, die wir mit „gut“ bewerten. Mehr als drei Viertel der getesteten Produkte können wir also besten Gewissens oder zumindest mit kleinen Einschränkungen empfehlen. ...

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Es geht aber auch weniger glänzend: Viermal haben wir das Gesamturteil „befriedigend“, einmal das Urteil „ausreichend“ vergeben. Am Tabellenende finden sich vier „mangelhafte“ Frischmacher und der mit „ungenügend“ bewertete Testverlierer: die Pflegedusche von Dove.

Leere Versprechen

Beginnen wir ausnahmsweise mit dem Testverlierer: einfach, weil der Kontrast zwischen Werbe wolken und Laborfakten – gelinde gesagt – so frappierend ist. Auf der Verpackung lobt Unilever seine Dove-Pflegedusche als „unsere mildeste Hautreinigung aller Zeiten“ und „mild zum Hautmikrobiom“ aus. Dabei ist sie das einzige von allen 50 Produkten im Test, das Formalde­ hyd/-abspalter enthält. Formaldehyd/-abspalter kommen in Kosmetika als Konservierungsmittel zum Einsatz. Formaldehyd reizt jedoch schon in geringen Mengen die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Mild geht anders! Dessen scheint man sich inzwischen auch bei Unilever bewusst zu sein: Der Hersteller will die Dove-Pflegedusche nicht nur ohne Formaldehyd/ ­ abspalter, sondern auch ohne halogenorganische Verbindungen in den Handel bringen, womit er dem Image von natürlicher Schönheit näher kommt.

Problematische Duftmarken 

Über die Nase ans Gehirn und weiter zum Nervensystem: Düfte beeinflussen unsere Stimmung und steuern unsere Gefühle. Kein Wunder, dass wir unsere Kosmetik häufig nach einem Duft aussuchen, der uns gefällt oder sogar glücklich macht. Umso ärgerlicher, dass immer noch vier Duschgele im Test mit Lilial duften, obwohl schon länger bekannt ist, dass der künstliche Duftstoff möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt. Wie das zu Slogans passt, die mit „aufblühen“ (Vandini), „sinnliche Pflege“ (Fa) oder „Weil wir Mädchen sind“ (Bebe) werben, wird wohl ein Geheimnis der jeweiligen Marketingstrategen bleiben.

RATGEBER

Mit Naturkosmetik liegen Sie richtig. Alle zertifizierten Duschgele sind „sehr gut“.

Im Sommer lieber lauwarm duschen. Bei eiskaltem Wasser ziehen sich die Hautporen zusammen, der Körper fährt die Durchblutung hoch, und der Effekt einer kühlenden Dusche hält nur kurz an. 

Jeden Tag duschen? Muss nicht sein. Wasser und Waschlappen tun der Hygiene genüge. 

UV-Schutz unter der Dusche?

UV-Filter im Duschgel – das mutet paradox an. Doch Lichtschutzfilter bewahren nicht nur die Haut vor Sonnenbrand, sondern sorgen auch dafür, dass Farb-und Duftstoffe im Duschgel selbst dann stabil bleiben, wenn Licht durch die transparenten Flaschen oder Kunststoffspender fällt. Der chemische UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat im Duschgel Original Source hat aus unserer Sicht trotzdem nichts in Kosmetik zu suchen: Er hat im Tierversuch wie ein Hormon gewirkt.

Spülverderber 

Sie gehören zu den „üblichen Verdächtigen“ unserer Abwertungskandidaten – es gibt so gut wie keinen Kosmetiktest, in dem wir nicht auf Polyethylglykole und ihre Abkömmlinge (PEG/ PEG-Derivate) stoßen. Bei den konventionellen Duschgelen im Test war das nahezu durchgängig der Fall. Nur ausgerechnet Schlusslicht Dove verzichtet als einziges Produkt auf die umstrittenen Substanzen, die in Naturkosmetik ohnehin tabu sind. Die Hersteller setzen PEG/PEG-Derivate in Duschgelen beispielsweise als Tenside ein, also als Reinigungssubstanzen. Die Stoffe sorgen zudem für den Schaum. So weit, so sauber. Allerdings können sie die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen. Aus diesem Grund sehen wir die Substanzen kritisch und werten sie ab. Schade, denn ansonsten haben wir an den 24 „guten“ Testkandidaten nichts auszusetzen: Sie hätten andernfalls allesamt mit „sehr gut“ abgeschnitten.

Kurze Dusche, bleibende Belastung 

Kunststoffe kommen in Kosmetik nicht nur in fester Form als Mikroplastik, sondern sehr häufig auch in gelartiger oder flüssiger Konsistenz vor. Für die Umwelt sind die löslichen synthetischen Polymere ein großes Problem, da sie je nach Verbindung mehr oder weniger schwer abbaubar sind. Auch wenn Kläranlagen einen Großteil aus dem Abwasser herausfiltern: Über den Klärschlamm landen sie am Ende häufig auf den Feldern – und möglicherweise irgend wann auf unseren Tellern.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Kunststoffverbindungen/synthetische Polymere. 2) Der deklarationspflichtige Duftstoff Geraniol ist nicht deklariert, wurde aber im Labor nachgewiesen. 3) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 4) Der deklarationspflichtige Duftstoff Butylphenyl Methylpropional (Lilial) ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. Laut Anbieter ist er bereits durch andere Duftstoffe ersetzt worden. Mit Produktionsstart im Juni 2020 sei das Produkt ohne Form aldehyd/-abspalter und halogenorganische Verbindungen im Handel. 5) Der deklarationspflichtige Duftstoff Geraniol ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 6) Laut Anbieter ist das Produkt seit Herbst 2020 in einer neuen Zusammensetzung im Handel. Die Rezeptur enthalte nun weder PEG/PEG-Derivate noch die Kunststoffverbindung Acrylates Copolymer. 7) Enthält PEG/PEG-Derivate. 8) Enthält PEG/PEG-Derivate, Lilial. 9) Enthält PEG/PEG-Derivate, UV-Filter Ethylhexyl methoxycinnamat. 10) Enthält Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen.

  Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. 

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zu einer Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Butylphenyl Methylpropional (Lilial); b) halogenorganische Verbindungen; c) der bedenkliche UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat. Zur Abwertung um eine Note führen: PEG/PEG-Derivate. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: eine oder mehrere Kunststoffverbindungen/synthetische Polymere (hier: Polyquaternium-7, Hydrogenated Polydecene, Acrylates/10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Styrene/Acrylates Copolymer, Acrylates Copolymer). Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Das Gesamturteil beruht auf dem Test der Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

  Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2012 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 7/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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