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Alles Kundendienst


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Die neue Frau - epaper ⋅ Ausgabe 47/2022 vom 16.11.2022

LOVE-STORY

Artikelbild für den Artikel "Alles Kundendienst" aus der Ausgabe 47/2022 von Die neue Frau. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Fotolia/Annett Seidler

Es war sieben Uhr früh und es regnete, als Elkes Auto auf der dunklen Landstraße plötzlich ruckelte und stehen blieb. „Das darf doch nicht wahr sein!“, jammerte sie. Was jetzt?

Sie griff eben nach ihrem Handy, als der Lichtkegel eines Autos auftauchte. Elke winkte heftig und sah erleichtert, dass der Wagen anhielt. Ein Mann stieg aus. „Was ist los?“, fragte er barsch.

„Ich habe eine Panne“, stammelte Elke erschrocken.

„Hm. Machen Sie mal die Haube auf!“ Während er den Motorraum musterte, sah Elke ihn an: Mitte 30, schlank, dunkelhaarig. Eigentlich ein Traumtyp – bis auf seine brummige Art. „Ihre Benzinleitung ist eingerissen.“

„Oh nein! Ich wollte gerade ans Meer fahren.“

„Kein gutes Ziel bei dem Wetter“, meinte ...

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... er spöttisch und eilte zu seinem Wagen. Durch den Regen glaubte Elke, eine Bewegung auf der Rückbank zu sehen. Da kehrte ihr Retter mit Werkzeug zurück und hantierte in ihrem Auto herum. „Das hält erst mal. Sie müssen aber schnell in eine Werkstatt!“

„Sowie ich einen Termin kriege“, versprach Elke.

Er zögerte, reichte ihr das Kärtchen eines Autohauses. „Tino Bauer. Ich arbeite dort. Wir sind ziemlich belegt, aber wenn Sie um eins kommen, mache ich Ihr Auto in der Mittagspause!“

Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.

Wilhelm Busch

„Vielen Dank!“ Verlegen griff Elke nach ihrem Portemonnaie. „Darf ich …“

Er winkte ab und lächelte sogar. „Das war Kundendienst!“

Sie machte besser eine neue Urlaubsplanung …

Dankbar sah Elke ihm nach. Dieses Lächeln! Dann rief sie sich zur Ordnung: Besser, sie machte eine neue Urlaubsplanung, bevor die Herbstferien des Kindergartens zu Ende waren und sie ihre neue Stelle antrat.

Punkt eins betrat sie das Autohaus. Die Dame an der Anmeldung nickte. „Ich weiß schon. Ich lasse Ihren Wagen gleich in die Werkstatt fahren. Da drüben gibt’s Kaffee, wenn Sie möchten.“

Elke dankte ihr und schlenderte zur Tischgruppe. Dort entdeckte sie ein kleines Mädchen, das verloren zwischen Buntstiften und Papier hockte. „Kummer? Findest du deine Mama nicht mehr?“

„Meine Mama ist tot“, schniefte die Kleine. „Oh“, sagte Elke hilflos. „Ein Mann hat gesagt, ich darf nicht mehr malen, weil das sonst Striche auf dem Boden gibt!“ Ihre Unterlippe zitterte.

„Sonja?“ Elke fuhr herum: Hinter ihr stand Tino Bauer im ölverschmier- ten Overall – und das Mädchen warf sich in seine Arme. „Ich will heim, Papa!“ Tino drückte das Kind an sich. „Ach Süße, das geht doch nicht!“ Mit einem verlegenen Seitenblick auf Elke erklärte er: „Die Tagesmutter ist krank geworden, ausgerechnet jetzt, wo der Kindergarten zu ist! Deshalb musste ich sie zur Arbeit mitbringen, nur …“ Er hob bedeutsam die Brauen: „Ihr Wagen ist aber gleich fertig.“

„Es eilt nicht“, lächelte Elke, „das Meer kann warten. Ich weiß aus bester Quelle, dass sich die Fahrt bei dem Wetter nicht lohnt.“ Tino wurde rot. „Entschuldigen Sie“, brummte er, „manchmal kommt alles zusammen.“

Ein, zwei Herz- schläge lang sahen sich die beiden an

Elke nickte verstehend. Ein, zwei Herzschläge lang sahen sich die beiden über den Kopf des Kindes hinweg an. „Ich habe heute weiter nichts vor“, sagte Elke schließlich. „Wenn Sie möchten, passe ich gern auf Sonja auf.“ Sie lächelte der Kleinen zu. „Hast du vielleicht Lust auf einen Stadtbummel mit Kakao?“

„Oh ja!“ Sonja wand sich aus Tinos Armen. „Bitte Papa, hier ist es langweilig!“

Tatsächlich genoss sie den Nachmittag sehr. Die Kleine plapperte munter, erzählte von Papa, Tagesmutter Britta und deren Hund – und vom Kindergarten. Als es wieder zu tröpfeln begann, nahm Elke Sonja mit zu sich heim und verständigte das Autohaus.

Kurz nach sieben stand Tino mit einem Blumenstrauß vor der Tür. Bevor sich Elke bedanken konnte, krähte Sonja dazwischen: „Ich habe allein Spaghetti gekocht! Willst du auch welche?“

„Ja wirklich“, bekräftigte Elke, „die müssen Sie probieren!“

Gerne nahm Tino mit am Tisch Platz, lobte die Spaghetti und lauschte den begeisterten Erzählungen seiner Tochter. Sein Blick ruhte aber meistens auf Elke, und es war nicht nur Dankbarkeit, was sie darin las: Bewunderung lag darin – und mehr.

„… und Elke ist Kindergärtnerin und kommt nach den Ferien zu mir in die Gruppe!“, sprudelte Sonja strahlend hervor, „und bis dahin darf ich jeden Tag zu ihr!“

„Nur, wenn es deinem Papa recht ist!“, warf Elke eilig ein und sah Tino an.

„Ich dachte, Sie wollten ans Meer“, sagte der mit einem fragenden Unterton.

„Das dachte ich auch“, erwiderte Elke, „aber nun sieht es so aus, als hätte ich etwas Besseres vor.“

„Bitte, Papa! Bei Elke ist es sooo schön! Bloß, bis Britta wieder gesund ist, ja?“, bettelte Sonja.

Elke unterstützte die Bitten ihrer kleinen Freundin. „Sonja wäre hier auf jeden Fall besser aufgehoben als im Autohaus.“

Tino seufzte. „Daran zweifle ich nicht. Aber wie kann ich das je vergelten?“

„Nicht nötig”, übertönte Elke Sonjas Freudengeheul, „das fällt alles unter Kundendienst …!“

Lesen Sie nächte Woche den Krimi: Im Tal der Hyänen