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ALLES, NUR KEIN MITTELMASS


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 24/2022 vom 15.06.2022
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Fahrspaß oder Großfamilie? Um 40 000 Euro bekommt man so gut wie jeden Auftrag gewuppt

ALLES WIRD TEURER – auch und vor allem unsere Autos. Tendenz: rasant steigend. Was aktuell auch wir feststellen mussten, denn einige unserer sechs 40 000-Euro-Kandidaten wurden im Laufe der Heftproduktion merklich teurer. Trotzdem zielen sie alle zumindest preislich noch in die Mitte der Gesellschaft.

Die investierte 2021 im Schnitt immerhin 37 760 Euro in ihren fahrbaren Untersatz.

Bei uns sind es noch ein paar Euro mehr, aber dafür wird auch richtig was geboten. Zum Beispiel die knallgelbe Flunder mit dem weit aufgerissenen Kühlerschlund, das Mini John Cooper Works Cabrio. Auf ähnlichem Fahrspaßniveau, wenn auch nicht ganz so radikal, liegt das BMW 220i Coupé.

Sein Design mag strittig sein, seine Qualitäten sind es nicht. Der mildhybridisierte Zweitürer überzeugt neben seinen sportlichen Talenten vor allem mit Komfort und viel Effizienz.

Alltagshelden wie der Subaru Outback dürfen hier ...

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... natürlich nicht fehlen. Der Kombi kennt dank Allrad und Schlechtwegefahrwerk auch abseits von befestigten Straßen kaum Grenzen, geht besser über Stock und Stein als manches SUV. Was wiederum kein Grund ist, den cleveren Karoq zu verschmähen. Neben dem hohen Sitzen begeistert der außen sehr kompakte Tscheche nämlich mit viel Platz im Innenraum, wurde so zu einem der erfolgreichsten Modelle von Skoda.

! Ein nicht alltäglicher Alltagsheld: der Subaru Outback

Wer noch mehr Platz benötigt, findet im Nissan Primastar eine günstige Alternative zur gängigen Allianz der Familientransporter.

Kind(er) und Kegel sind mit dem sachlichen Van, der deutlich mehr Platz als ein VW T7 bietet, bestens bedient. Was fehlt? Na klar, ein Stromer. Mit dem Polestar 2 bietet sich die Gelegenheit, ein ganz besonders elegantes Elektroauto zu erleben, das dank seiner unkomplizierten Bedienung den Fokus auf das lenkt, was am meisten Spaß bereitet: das Fahren. Auf den folgenden Seiten befassen wir uns detailliert mit jedem Modell.

MINI JCW CABRIO IM STURM DER LIEBE

6 FÜR 40 000 EURO

DAS HÖCHSTE DER GEFÜH- LE? Bei den Kleinwagen für viele der Mini. Und innerhalb der Baureihe regiert der John Cooper Works (JCW) in puncto Leistung mit seinem 231 PS starken Zepter. Die finale Steigerung?

Das Cabrio mit vollelektrischem Stoffdach. In nur 18 Sekunden faltet sich die Mütze im Heck zusammen, mit dem vielen Wind dreht schlagartig auch die gute Laune auf. Bis 30 km/h klappt das Öffnen sogar während der Fahrt.

Wir sind gespannt, wie das Cabrio mit der Power des JCW klarkommt, schauen uns das etwas fragil wirkende Häubchen bei Topspeed genauer an. Die Überraschung: selbst bei Tacho 250 kein Flattern oder Aufblähen. Wegen fehlender Fütterung ist der Geräuschpegel allerdings schon bei Richtgeschwindigkeit relativ hoch.

Neben gewohnt hoher Mini-Qualität begeistert im JCW vor allem der druckvolle Motor. Der Testwagen mit dem Spaß bringenden manuellen Getriebe stürmt in 6,6 Sekunden auf 100 km/h – der Handschalter ist aber gerade aus dem Programm geflogen. Schade.

Auch wenn die Version mit Achtstufenautomatik sogar 0,1 Sekunden schneller spurtet, passt ehrliche Handarbeit einfach viel besser zum offenen Wirbelwind.

Nach dem Austoben auf Landstraßen mit vielen Kurven genießen wir auf der Autobahn dann sehr souveräne 320 Newtonmeter, die den 1,3 Tonner jederzeit kraftvoll nach vorn schubsen. In Summe unnachahmlich, weil konkurrenzlos. Allein der hohe Preis birgt das Risiko gebrochener Herzen.

Mini JCW Cabrio 231 PS ab 44 200 Euro

MINI JCW CABRIO

Leistung 170 kW (231 PS) bei 5200/min

0–100 km/h 6,5 s

Höchstgeschw. 241 km/h

L/B/H 3872/1727/ 1415 mm

Kofferraum 160–216 l

Leergewicht 1450 kg

Antrieb Vorderrad/Achtstufenautomatik

Verbrauch 7,1 l S/100 km (WLTP)

Abgas CO 2161 g/km

Preis ab 44 200 Euro

BMW 220i Coupé 184 PS ab 42 800 Euro

BMW 220i COUPÉ ECHT SPASSIG, ECHT BMW

AUF DER SUCHE NACH dem bayerischen Markenkern stolpern wir über das relativ frische 2er Coupé. Der Zweitürer mit dem Modellcode G42 mag ungewöhnlich ausschauen, seine Technik ist dafür gut bekannt, stammt nämlich vom 3er ab.

Heißt: Längsmotor und Hinterradantrieb – hier pocht noch das weiß-blaue Herz. Ein großes Bürschchen ist das „kleine“ BMW-Coupé inzwischen geworden, der gern gezogene Vergleich zum kompakten 3er der Generation E30 (1982–1994) geht daher nicht mehr ganz auf. Doch wie einst sitzt es sich vorn wie angegossen. Unser Urteil über Ergonomie, Verarbeitung und die feinen Materialien: „sauguad!“ Etwas enttäuschend dagegen der Fond: Schon ab 1,60 Meter wird es hier ungemütlich.

Ja, einen Reihensechser gibt es auch, doch schon der Vierzylinder begeistert mit bemerkenswerten Talenten. Seine 300 Nm werden früh aufgetischt, verhelfen ab 1350 Touren zu kraftvollem Durchzug, weshalb die Achtstufenautomatik in den oberen Gängen dieselmäßig lang ausgelegt werden konnte. Bei Tempo 130 dreht der hervorragend gedämmte Zweiliter etwa 1500- mal pro Minute. Die Klangkulisse liegt dabei auf Lesesaal-Niveau und der Verbrauch bei etwa sechs Litern. Siehe da: Das 220i Coupé lenkt nicht nur zackig ein und drückt sich dank Hinterradantrieb endorphinfördernd aus der Kurve.

BMW 220i COUPÉ

Leistung 135 kW (184 PS) bei 5000/min

0–100 km/h 7,5 s

Höchstgeschw. 236 km/h

L/B/H 4537/1838/ 1390 mm

Kofferraum 390 l

Leergewicht 1565 kg

Antrieb Hinterrad/Achtstufenautomatik

Verbrauch 6,3 l S/100 km (WLTP)

Abgas CO 2142 g/km

Preis ab 42 800 Euro

Nein, der 220i begeistert zudem auch als entspannter, komfortabler und effizienter Gleiter. Der aber 42 800 Euro kostet. Zu viel? Dann 218i mit 156 PS für 39 400 Euro …

NISSAN PRIMASTAR BEWEGT GROSSE FAMILIEN

DEN HATTEN SIE GEWISS NICHT auf der Liste, dabei ist der Primastar Kombi ein Typ, den sich Familien mit mobilen Platzsorgen unbedingt merken sollten. Der geräumige Van bietet bis zu neun Personen Platz, bedient sich technisch bei Renault Trafic und Opel Combo, rollt aus dem Hause Nissan aber mit drei übersichtlichen Ausstattungspaketen (Acenta, N-Connecta und Tekna) vom Band.

In der 5,08 Meter langen Kurzversion (Langversion: 5,48 Meter) startet der Raumriese bei knapp 41 000 Euro, 110 PS und ein Sechsganggetriebe sind an Bord. Unseren Testwagen, einen Tekna, unter andrem mit zwei Schiebetüren, 8-Zoll-Touchscreen, Spurhalte-Assi und Verkehrszeichenerkennung, treibt der Top-Diesel (stets mit Sechsgang-Doppelkupplung) an. Macht so knapp 53 200 Euro.

Innen wirkt der Primastar eher einfach ausgeschlagen. Das ist jedoch kein Nachteil, denn die Materialien wirken robust und sind qualitativ vollkommen okay. Und im Cockpit bleibt trotz vieler Lenkradtasten alles selbsterklärend.

Eine gewisse Behäbigkeit bleibt trotz der 170 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment, unangenehm träge ist der gut gedämmte Motor allerdings auch nicht.

Die Doppelkupplung schaltet spürbar und entschlossen, komfortschädliche Allüren offenbaren sich nicht. Einfacher gestrickt dagegen die hintere Starrachse: Unbeladen geht es beim Überqueren von Bodenwellen teilweise rumpelig zur Sache.

Beladen wird es besser. Und da kann der Primastar mit fast einer Tonne Nutzlast nicht genug kriegen. Klingt das nicht einladend?

NISSAN PRIMAS-TAR KOMBI DCI 110

Leistung 81 kW (110 PS) bei 3500/min

0–100 km/h k. A.

Höchstgeschw. 160 km/h

L/B/H 5080/1956/ 1935 mm

Kofferraum 1000–5200 l

Leergewicht 1992 kg

Antrieb Vorderrad, Sechsgang manuell

Verbrauch 6,8 l D/100 km (NEFZ)

Abgas CO 2179 g/km

Preis ab 40 393 Euro

Nissan Primastar Kombi dCi 110 110 PS ab 40 393 Euro

6 FÜR 40 000 EURO

POLESTAR 2 DAS ELEKTRISCHE DESIGNERTEIL

Polestar 2 Dual Motor 408 PS ab 43 425 Euro

UNTER DEN STROMERN gibt es geräumigere Typen oder welche, die noch schneller laden können. Und auch solche, die noch mehr Power haben. Doch bei der Coolness liegt der Polestar 2 ganz weit vorn, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Herausragend cool, wie elegant sich das schlichte Design auf der Netzhaut des Betrachters abzeichnet.

Auch das reduzierte Cockpit mit smartem Google-Infotainment inklusive extrem fixer Sprachbedienung macht schlichtweg an. Ablegen ohne Starterknopf beherrscht inzwischen auch Skoda, der Antrieb des Polestar 2 wirkt jedoch besonders abgeklärt, weil sich zum Beispiel der Wechsel vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang noch während des Rollens vollziehen lässt – hilfreich beim Rangieren. Und so flüssig, wie sich der Polestar 2 aus der engen Tiefgarage bugsieren lässt, schwimmt er dank präzise dosierbaren Fahrpedals durch die Innenstadt. Allein das Verzögern der sonst effektiven Bremsen dürfte sich etwas feiner regeln lassen.

Leistung und Batteriekapazität sind an den Vordertüren vermerkt: In unserem Fall 300 kW und 78 kWh. Preislich knackt der Dualmotor mit Long-Range-Akku die 40 000er-Marke, nach Abzug der Förderung bleiben 43 425 Euro. Doch zum einen kann man bei der enormen Leistungsabgabe fix schwach werden. Und zum anderen gibt es den günstigsten Polestar 2 (231 PS, 69kWh, Frontantrieb) nach Abzug des Bonus schon ab 37 725 Euro. Wie auch immer Sie sich entscheiden, wir empfehlen: cool bleiben und runter vom Pedal. Dann klappt’s auch mit der Reichweite.

POLESTAR 2 DUAL MOTOR

Leistung 300 kW (408 PS)

0–100 km/h 4,7 s

Höchstgeschw. 205 km/h

L/B/H 4606/1859/ 1479 mm

Kofferraum 405–1095 l

Batterie 78 kWh

Antrieb Allradantrieb

Verbrauch 19,4 kWh/100 km (WLTP)

Reichweite 455 km (WLTP)

Preis ab 43 425 Euro (nach Förderung)

Subaru Outback 2.5i 169 PS 41 890 Euro

6 FÜR 40 000 EURO

SUBARU OUTBACK KÖNNER AUF ALLEN WEGEN

DER OUTBACK MEINT ES ERNST mit seinem Namen. Und das wirkt enorm entspannend. Denn mit über 21 Zentimetern Bodenfreiheit verliert im Hinterland so manches Hindernis seinen Schrecken. Richtig zu schätzen lernt man die Höherlegung jedoch erst, wenn man den Outback ganz gelassen über grobe und steinige Waldwege manövriert. Abenteurern besorgt so ein Trip ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Gleichzeitig beherrscht der Japaner die Kunst des entspannten Auftritts. Alltägliche Aufgaben meistert der Subaru sehr souverän, gleitet mit seinem stufenlosen Getriebe (simuliert auf Wunsch acht Fahrstufen) und dem wattebauschig weichen Fahrwerk stressfrei durch jede Verkehrssituation. Zu dynamischen Fahreinlagen lässt sich der Robustling hingegen nicht so gern überreden. Mit dem 169 PS starken Saug-Boxer ist der Outback zwar einigermaßen adäquat, allerdings nicht wirklich stark motorisiert. Immerhin: Dem kultivierten Boxermotor zu lauschen ist ein Vergnügen.

Richtig spendabel ist der Outback dann beim Platz. Auf der Rückbank des 4,87 Meter langen Kombis geht es so luftig zu, dass selbst Zweimeter-Schlakse entspannt im Fond gastieren können. Weiter hinten sogar über Nacht, denn wird die in der Neigung verstellbare Fondlehne flach gelegt, entsteht eine ebene und über zwei Meter lange Liegewiese.

In Sachen Infotainment gehört Subaru sicherlich nicht zu den Vorreitern, definitiv existieren unkompliziertere Systeme. Doch das kann man dem charakterstarken Allround-Kombi locker verzeihen.

SUBARU OUTBACK 2.5i

Leistung 124 kW (169 PS) bei 5000/min

0–100 km/h 10,2 s

Höchstgeschw. 193 km/h

L/B/H 4870/1875/ 1675 mm

Kofferraum 561–1822 l

Leergewicht 1641 kg

Antrieb Allrad/ stufenlose Automatik

Verbrauch 8,6 l S/100 km (WLTP)

Abgas CO 2193 g/km

Preis ab 41 890 Euro

SKODA KAROQ BELIEBTER STREBER

GEHEIMTIPP? Längst vorbei! Beim tschechischen Kompakt-SUV Karoq müssen sich Kunden mit bis zu sechs Monaten Lieferzeit arrangieren. Wir verraten allen, die es noch nicht wussten: Warten lohnt sich hier dennoch, denn die zahlreichen Qualitäten des Skoda kommen so schnell nicht aus der Mode. Unseren Allrad-Testwagen treibt der wohlbekannte 2.0 TDI mit 150 PS an. Ja, ein Diesel, was für viele nicht mehr so ganz modern klingen mag. Doch fast 900 Kilometer Reichweite fühlen sich beim Losfahren nie verkehrt an. Dazu steht der Komfort Langstreckeneinsätzen nicht im Wege. Der positive Eindruck beginnt mit dem gut ausgeformten Sitzen. Nach dem Start fällt der ordentlich gedämmte Antrieb angenehm auf, weil er obendrein mit dem gesittet schaltenden Doppelkupplungsgetriebe harmoniert und jederzeit für satten Durchzug sorgt. Ja, 150 PS reichen hier dicke für das immerhin 1,6 Tonnen schwere SUV, das im Bedarfsfall Eiltransporte mit Tempo 200 erledigt.

SKODA KAROQ 2.0 TDI 4x4

Leistung 110 kW (150 PS) bei 3000/min

0–100 km/h 8,7 s

Höchstgeschw. 204 km/h

L/B/H 4390/1841/ 1603 mm

Kofferraum 479–1810 l

Leergewicht 1598 kg

Antrieb Allrad/ Siebengang-Doppelkupplung

Verbrauch 5,7 l D/100 km (WLTP)

Abgas CO 2150 g/km

Preis ab 37 730 Euro

Apropos Gewicht: Bis zu 2100 Kilogramm Anhängelast sind in dieser Klasse überdurchschnittlich. Gleiches gilt für das Platzangebot. Die verschieb- und versetzbare Varioflex-Rücksitzbank (610 Euro Aufpreis) mit einstellbarer Lehnenneigung fördert den Komfort im Fondabteil. Im schlechtesten Fall bleiben 479 Liter Kofferraum übrig, rund 100 Liter mehr, als ein Golf zu bieten hat. Im besten Fall sind es 1810 Liter – mehr als so mancher Oberklassekombi. Auf die wartet man vielleicht nicht so lange, zahlt aber auch deutlich mehr.

Skoda Karoq 4x4 150 PS ab 40 390 Euro