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Alles so schön grün hier?


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 98/2011 vom 16.09.2011

Es ist noch gar nicht lange her, da wurde sie als Revolution bestaunt – heute steht Naturkosmetik in jedem Drogeriemarkt. So mancher Trittbrettfahrer versucht, an dem Trend mitzuverdienen. Skepsis ist deshalb angebracht: Ein grünes Blättchen auf der Verpackung und ein paar Kräuterauszüge machen aus einem Produkt noch lange keine Naturkosmetik.


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Wer cremt sich schon gern mit Erdöl ein? Bevor Sie jetzt schaudernd den Kopf schütteln, sollten Sie vorsichtshalber einen Blick in Ihren Badezimmerschrank werfen. Denn in so manch konventionell hergestellter Tagescreme – und in ...

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Wer cremt sich schon gern mit Erdöl ein? Bevor Sie jetzt schaudernd den Kopf schütteln, sollten Sie vorsichtshalber einen Blick in Ihren Badezimmerschrank werfen. Denn in so manch konventionell hergestellter Tagescreme – und in vielen anderen Kosmetikprodukten – steckt der klebrige Rohstoff. Nur nennt er sich dort nicht Erdöl. Auf Tuben und Tiegeln stehen andere Begriffe: etwa Paraffine oder Vaseline.

Eine Augenwischerei, die funktioniert, weil Chemie für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist. Oder ist Ihnen bewusst, worum es sich bei Polyethylenglycol, kurz PEG, handelt? Diese Substanz ist mitsamt ihren Abkömmlingen ebenfalls ein normaler Bestandteil in handelsüblicher Kosmetik. PEG und seine Derivate verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Und sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, zum Beispiel für Formaldehyd und seine Abspalter. Diese wer- den von der Branche bis heute als Konservierungsmittel eingesetzt.

Wer die Inhaltstoffe seiner Industriekosmetik studiert, entdeckt eine Liste des Schauderns. Das ist der Grund, warum immer mehr Menschen ihre Badezimmerschränke ausräumen. Und neu auffüllen – mit Naturkosmetik. Silikone und Formaldehyd raus, Granatapfel und Zaubernuss rein. Nie war die Kosmetik aus der Natur erfolgreicher als jetzt.

Salbei


Lavendel


Rosenblätter


Viele Trittbrettfahrer

Für eine schöne Hülle, das sichtbarste Zeichen der Gesundheit, sind die Menschen bereit, mehr zu zahlen. Das größte Vertrauen der Verbraucher genießen Weleda, Dr. Hauschka, Lavera, Primavera und Logona: Diese Fünf erwirtschaften rund die Hälfte des Umsatzes am Markt. Doch das Prinzip „Aus dem Garten in die Tube“, wie es das Traditionsunternehmen Wala (Dr. Hauschka) propagiert, wird zusehends verwässert. Gerade weil Naturkosmetik so erfolgreich ist, drängen mittlerweile immer mehr Anbieter auf den Markt, bei denen ausschließlich die Farbe auf der Umverpackung grün ist.

So werben konventionelle Anbieter mit natürlichen Inhaltsstoffen, obwohl in den angepriesenen Produkten oftmals kaum mehr als ein Fitzelchen davon steckt. Douglas etwa bietet in seinem Onlineshop Marken wie Origins oder Kiehl’s unter dem Schlagwort Pflanzenkosmetik an. Der Begriff „Na- tural“ prangt mittlerweile auf vielen Cremes und Co., dekoriert mit knackigem Obst, frischen Kräutern oder knalligen Blüten. Und die Verbraucher fallen darauf nicht selten herein. Schon wenn ein Hersteller ein wenig Olivenöl in seine Tagescreme rührt oder Kräuterauszüge in der Körpermilch einsetzt, wirbt er mit Natur. Doch die natürlichen Anteile im Produkt sind oft gering und dazu eingebettet in Silikonöle oder problematische Konservierungsstoffe. Dieselben Chemiekonzerne, die jahrelang nur auf aggressive Tenside, billige Paraffine und umstrittene Konservierungsmittel setzten, bieten jetzt grüne Lösungen an. Der Etikettenschwindel ist gewaltig, wie Sie in unserem Test ab Seite 70 nachlesen können.

Der Trend zur ökologischen Augenwischerei lässt sich seit einigen Jahren beobachten. 2006 beispielsweise legte der französische Konzern L’Oreal fast eine Milliarde Euro auf den Verhandlungstisch und durfte sich dafür ein grünes Mäntelchen überziehen: Für diese Summe übernahm der Kosmetikriese die britische Kette The Body Shop. Das Unternehmen, das mit Cremes und Seifen handelt, tritt gegen Tierversuche ein und verkauft Kosmetika aus natürlichen Zutaten. Allerdings: Mit echter Naturkosmetik haben auch die Aloe-vera-Lotions von The Body Shop nichts zu tun. Die Produkte der Kette zählen zur sogenannten naturnahen Kosmetik – ebenso wie die Wässerchen und Masken von Yves Rocher oder Origins.

Naturnahe Kosmetik wirbt mit Formulierungen wie „auf pflanzlicher Basis“, „aus der Natur“ oder „von der Natur inspiriert“. Das klingt alles gut. Doch solche Pflanzenkosmetik (auch Phytokosmetik genannt) ist weder reglementiert noch kontrolliert. Ob das eingesetzte Rosenöl aus konventioneller oder Bio-Landwirtschaft kommt, kann keiner überprüfen. Ob die Arbeiter fair bezahlt werden, auch nicht. Der Verbraucher kann nicht einmal sicher sein, ob naturnahe Kosmetik überhaupt frei von Chemie ist. Um das zu überprüfen, muss er die Liste der Inhaltsstoffe (INCI) lesen. Und er muss sie verstehen. Nur wenigen gelingt das.

Oliven


Leicht zu täuschen

„Viele Verbraucherinnen können naturnahe Kosmetik und Naturkosmetik nicht unterscheiden“, urteilt Elfriede Dambacher. Die Unternehmensberaterin ist eine Institution der Naturkosmetikbranche; sie gibt jedes Jahr einen Report über die Entwicklungen am Markt heraus. Dambacher weiß, dass sich Verbraucher leicht täuschen lassen. Oft seien sie der Überzeugung, bereits ein Naturkosmetikprodukt zu verwenden. „In Wahrheit handelt es sich aber um konventionelle Artikel, die lediglich wenige natürliche Inhaltsstoffe enthalten. Deshalb sind Naturkosmetiksiegel wichtig.“

Schutz vor solchen Verwechslungen sollen Gütesiegel für Naturkosmetik bieten. Solche Label gibt es auch. Das Problem an der Sache: Es gibt zu viele davon. 35 unterschiedliche Prüfzeichen hat Elfriede Dambacher allein in Europa gezählt – Phantasielabel nicht mit eingerechnet. All diese Gütesiegel stehen zwar für Naturkosmetik, aber alle verstehen etwas anderes darunter. Die einen loben aus, wenn Rohstoffe „überwiegend“ aus kontrolliert biologischen Anbau kommen. Die anderen verlangen, dass 95 Prozent der Zutaten Naturprodukte sind und wiederum die Hälfte aus ökologischer Landwirtschaft stammt. Das nächste Label zeichnet Produkte aus, für die kein Tier gequält oder getötet wurde. Und das übernächste kennzeichnet vegane Kosmetik, für die keine Biene ihr Wachs hergeben musste. Jedes Siegel hat seinen eigenen Kriterienkatalog, sein eigenes Aussehen, seinen eigenen Verband und Namen: BDIH, NaTrue, Cosmos, Icada, Ecocert …da blickt kein Mensch mehr durch.

Wer im deutschsprachigen Raum nach Orientierung sucht, wird vor allem auf diese Gütezeichen treffen: Demeter, NaTrue, Ecocert und BDIH. Doch auch hier ist nicht alles so grün, wie der Verbraucher es sich wünscht. „Ecocert bietet mit der Möglichkeit, bis zu fünf Prozent synthetische Stoffe einzusetzen, eine Richtlinie, die den Industriestandards am nächsten kommt“, kritisiert Rainer Plum, einer der Pioniere der Naturkosmetik. Das BDIH-Siegel wiederum, eines der bekanntesten und meistverwendeten Gütesiegel am Markt, stellt nach Plum „nur den kleinsten gemeinsamen Nenner dar“. Vergeben wird das Siegel seit zehn Jahren vom Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzung und Körperpflege – kurz BDIH. Derzeit tragen rund 7.000 Produkte von 180 Unternehmen den blauen Kreis mit dem stilisierten Engel.

Das BDIH-Siegel steht auch auf den meisten Handelsmarken. Es handelt sich dabei um die Eigenmarken der großen Handelsunternehmen, allen voran Alverde, die Naturkosmetikmarke der Drogeriemarktkette Dm. Etwa jede zweite Naturkosmetikpackung, die im Einkaufskorb landet, stammt von einer Handelsmarke. Die grünen Produkte von Alverde oder von Alviana, der Kosmetikserie von Alnatura, kosten oft nur wenige Euro. Den Kunden freut’s, den Handel auch: Weil die Billigen in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt haben, sind auch Discounter und Supermarktketten mit auf den Zug aufgesprungen. Basic (Basic Life), Penny (Aurate) oder Aldi Süd (Lacura) haben eigene Marken für Naturkosmetik auf den Markt gebracht.

Doch kann eine Tagescreme für 3,99 Euro genauso gut sein wie eine für 24 Euro? Das kommt auf die Bewertungskriterien an. ÖKO-TEST stellt immer wieder fest: Die billigen sind bezüglich ihrer Inhaltsstoffe oft genauso gut wie die teuren. Doch als Verbraucher sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die preiswerten Handelsmarken meist nur die Mindestkriterien des BDIH erfüllen – mehr nicht. Um zu sparen, wird an etlichen Preisschrauben gedreht. Da wird anstatt des teureren Sesamöls ein preisgünstigeres Olivenöl eingesetzt. Besonders teure Wirkstofföle wie Granatapfelkernöl, Arganöl oder Rosenöl sind in preisgünstigen Produkten nicht enthalten. Und auch der Einsatz von Rohstoffen aus konventioneller Landwirtschaft ist möglich. So verlangen die BDIHRichtlinien beispielsweise nicht, dass Milch oder Honig aus ökologischer Landwirtschaft stammen müssen. Sie dürfen aus einem Betrieb kommen, der mit Pestiziden und Massentierhaltung arbeitet. Das BDIH-Siegel ist kein Bio-Siegel.

Getrocknete Damascener-Rosen: Sie sind am teuersten; man erkennt ihre Verwendung an der Bezeichnung Rosa Damascena Flower Oil auf der INCI-Liste.


Foto: WALA Heilmittel GmbH

Eine Rose ist eine Rose?

Etablierte Naturkosmetikhersteller bieten da oft mehr. Beispielsweise garantieren sie Rohstoffe in 90 oder 95 Prozent Bio-Qualität. Sie engagieren sich für faire Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und kleine Manufakturen. Ein gutes Beispiel, um den Unterschied zwischen billig und teuer zu erklären, ist die Aufzucht und Verarbeitung von Rosen: Fast jeder Naturkosmetikhersteller hat mittlerweile eine Pflegeserie im Programm, die sich Wildrose oder Rose nennt. Das verwendete Öl heißt bei manchen Her- stellern ehrlicherweise Hagebuttensamenöl – es wird also aus der Frucht und nicht aus den Rosenblüten von Wildrosen gewonnen.

Echtes Rosenöl dagegen kostet ein Vermögen. Es wird mit Wasserdampf aus Rosen destilliert und ist eines der teuersten ätherischen Öle überhaupt. Günstiger sind Rosenextrakte oder -auszüge. Man gewinnt sie, indem man Rosenblätter in Öl oder Wasser ansetzt, sodass die Wirkstoffe in die Flüssigkeit übergehen. Noch günstiger ist Rosenblütenwasser, das als Nebenprodukt bei der Wasserdestillation anfällt. Schließlich ist Rosenblatt nicht gleich Rosenblatt. Am teuersten sind die Damaszener-Rosen. Welche Rosen und welches Herstellungsverfahren verwendet wurden, lässt sich zwar aus der lateinischen INCI-Liste entnehmen. Die wenigsten Verbraucher aber sind so kundig, dass sie die Unterschiede erkennen können. Die Be- zeichnung Rosa Damascena Flower Oil für echtes Rosenöl werden sie jedenfalls nicht in sehr preisgünstigen Produkten finden, Rosa Moschata Seed Oil für Hagebuttensamenöl schon eher.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose? Bleiben wir noch einen Moment bei der edlen Blume. Denn sie ist auch ein Beispiel dafür, dass Naturkosmetik mehr als nur ein Produkt sein kann, das daheim das Badezimmerregal füllt. Wenn sie konsequent betrieben wird, kann Naturkosmetik auch Wirtschaftsförderung sein. Weleda beispielsweise arbeitet seit Langem mit ökologisch wirtschaftenden Rosenanbauern im Südwesten der Türkei zusammen. Der fair gehandelte Rosenölextrakt sorgt dafür, dass 3.000 Menschen in der Region langfristig eine Zukunft haben. Der Kunde unterstützt solchen Mehrwert mit seinem Geld.

Paradoxerweise werden sehr preisgünstige Produkte, zum Teil auch Handelsmarken, von denjenigen hergestellt, die zugleich Cremes und Lotionen im mittleren bis höheren Preisbereich im Repertoire haben. Das Unternehmen Logocos etwa schließt für seine Premiummarke Logona technisch hergestellte Pflanzenöle – sogenannte Esteröle – im Produkt aus. Für die preiswertere Marke Sante verwendet Logocos die Pflanzenölmischung aber durchaus. „Das ist eine Frage des Preises“, sagt Marketingleiterin Bettina Bockhorst. Es sei auch eine Qualitätsfrage, da native Öle häufig unterschiedlich ausfielen.

„Bio für alle“

Unter der Verantwortung von Klara Ahlers und Thomas Haase, Geschäftsführer des Unternehmens Laverana und weiterer Naturkosmetikproduzenten, werden nicht nur Edelkosmetika der Marke Laveré und die bekannten Produkte der Marke Lavera hergestellt, sondern auch die preisgünstige Einstiegsmarke Nature friends, die Handelsmarke Blütezeit und weitere Handelsmarken, die das Unternehmen nicht nennen darf. Unter dem Motto „Bio für alle“ hat sich die Unternehmensgruppe bewusst zusätzlich für die Herstellung von preisgünstigen Produkten entschieden, um Naturkosmetik auch Kundinnen mit kleinem Geldbeutel anbieten zu können. „Die Produkte sind nicht minderwertiger als andere“, sagt Laverana-Pressesprecherin Sabine Kästner. Preisgünstige Marken wie Nature friends oder Blütezeit seien nur mit einem Grundsortiment von maximal 25 Produkten auf dem Markt und unterlägen anderen Kalkulationen. Spezialpflege, etwa für trockene, sensible Haut, enthielten andere, besondere Inhaltsstoffe.

Traditionshersteller wie Weleda und Wala (Dr. Hauschka) stellen dagegen keine preisgünstigeren Marken her. „Naturkosmetik ist weit mehr als ein Mix aus biologisch angebauten Zutaten“, begründet Sonja Maraslis von Weleda diese Entscheidung. Es komme auf das ganze Produkt an. So werde bei Weleda ein Teil der Rohstoffe in einem Heilpflanzengarten angebaut, von Hand geerntet und direkt vor Ort verarbeitet. Bis eine Rezeptur stehe, vergehe nicht selten ein Jahr und mehr.

Fazit: Naturkosmetik ist nicht gleich Bio-Kosmetik. Sie ist auch nicht zwangsläufig fair gehandelte Kosmetik. Sie verzichtet nicht unbedingt auf chemische Zutaten. Und ihre Bestandteile können, müssen aber nicht tierschutzgerecht erzeugt worden sein. Naturkosmetik greift auf pflanzliche, tierische und mineralische Naturstoffe zurück und enthält nur bestimmte Konservierungsstoffe. Das ist erst einmal alles. Den Rest machen die Hersteller unter sich aus. Die Kriterien dafür machen sie je nach Unternehmensethik publik – oder auch nicht. Durch freiwillige Selbstverpflichtung ist der Markt bis heute nicht auf Linie zu bringen.


Fotos: Salbei: WALA Heilmittel GmbH; Lavendel: Joanna Wnuk/Fotolia.com; Blätter: by-studio/Fotolia.com; Natalia Klenova/Fotolia.com