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ALLIANZ: Die Videonachricht


manager magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 26.10.2018

ALLIANZ Chefkontrolleur Michael Diekmann bekommt den Ärger über CEO Oliver Bäte zu spüren.


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Bildquelle: manager magazin, Ausgabe 11/2018

FELDHERRISCH Oliver Bäte erschreckt die Belegschaft


Michael Diekmann (63) sortierte sich, als er 1988 bei der Allianz anfing, zunächst zwischen die Vertreter ein. Unter den Mitgliedern des eli tären Heß Clubs, der Eliteeinheit der Policenverkäufer, gilt er deshalb noch immer als ansprechbar, wenn es mal wieder Ärger zwischen Konzernhierarchen und Vertretertruppen gibt. Mitte Oktober war ...

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Michael Diekmann (63) sortierte sich, als er 1988 bei der Allianz anfing, zunächst zwischen die Vertreter ein. Unter den Mitgliedern des eli tären Heß Clubs, der Eliteeinheit der Policenverkäufer, gilt er deshalb noch immer als ansprechbar, wenn es mal wieder Ärger zwischen Konzernhierarchen und Vertretertruppen gibt. Mitte Oktober war es mal wieder so weit. Mehrere Vertreter, so erzählen es Heß-Club-Mitglieder, hätten sich bei Diekmann beschwert.

Anlass für den Unmut waren die Worte, die CEOOliver Bäte (53) zur Ehrung der Topverkäufer fand. Die fielen in diesem Jahr ungewohnt kritisch aus. Quintessenz: Die Vertreter seien zu teuer und brächten zu wenig. Die klassischen Vertriebstruppen seien ohnehin Vergangenheit. Realitätsfremd sei der Auftritt gewesen, sagen Leute, die dabei gewesen sind. Einer soll sogar ein Handyvideo von Bätes Vortrag an Diekmann geschickt haben, was dieser nicht kommentieren will.

Schon die äußeren Umstände waren für die Topvertreter gewöhnungsbedürftig. Das Treffen fand – symbolisch für den Sparzwang – in der Deutschland-Zentrale im tristen Münchener Vorort Unterföhring statt. Das Jahr davor hatten die Top 300 im Emirat Ras Al Khaimah gefeiert, im Hotel „Waldorf Astoria“.

Dass Bäte ein über 600 Millionen Euro teures Programm zum Sponsoring der Olympischen Spiele praktisch zeitgleich mit Provisionskürzungen für die Hälfte der 8000 Allianz-Vertreter ankündigte, verstörte viele noch deutlich mehr.

Vom Imageeffekt der Spiele werden wohl vor allem die asiatischen Einheiten profitieren, zahlen aber müssen die europäischen Töchter mit der reichen Allianz Deutschland an der Spitze. Sie wehren sich nach Kräften, doch am Ende, so ein Konzernmanager, „ist Widerstand zwecklos“.

Bäte hat nicht nur bei den Vertretern einen schweren Stand. Auch unter der von massiven Sparankündigungen verschreckten deutschen Belegschaft rumort es nachlesbar. Die Noten, mit denen sie die Konzernspitze in der diesjährigen Mitarbeiterbefragung beurteilte, fielen noch schlechter aus als 2017. Und schon damals waren die Resultate mies.

Die Überzeugungskraft der Strategie reicht nicht mal mehr für die Hälfte der Kollegen. Und auf die Frage, ob die Unternehmensleitung glaubhaft handelt und kommuniziert, antwortete nur noch ein gutes Drittel mit Ja (siehe Grafik).

Die Dissonanzen kommen für Bäte wie auch für Diekmann höchst ungelegen. Der Vertrag des Vorstandschefs läuft im September 2019 aus. Mit einer frühzeitigen Prolongierung bereits auf der Aufsichtsratssitzung am 12. Oktober hätte Diekmann seinem CEO den Rücken stärken können. Der Oktobertermin war in der Vergangenheit stets auch für derlei Personalfragen reserviert. Doch Diekmann fühlte sich offenbar nicht in der Lage, Bätes Drängen nachzugeben; jedenfalls wurde keine Verlängerung vermeldet.

Am Ende, sind sich viele im Konzern sicher, wird Bäte einen neuen Kontrakt bekommen. Die Zahlen, die er in seinen ersten dreieinhalb Jahren den Investoren geliefert hat, sind immerhin blitzsauber.


Foto: Dominik Butzmann / laif