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Als Privatpilot in Neuseeland: Am anderen Ende der Welt


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 91/2019 vom 06.09.2019

Manche sagen, Neuseeland sei eine Miniaturausgabe der Erde: Hochgebirge und Strände, Urwald und Städte, ewiges Eis und vulkanisches Feuer – all das verteilt auf zwei Inseln. Kein Wunder, dass das Land auch fliegerisch voller Reize ist


NEUSEELAND

Artikelbild für den Artikel "Als Privatpilot in Neuseeland: Am anderen Ende der Welt" aus der Ausgabe 91/2019 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 91/2019

Paradiesisch Die Küste bei Pauanui Beach scheint wie für einen Urlaubsprospekt arrangiert – warum bloß sollte man von hier wegfliegen?


Traumhaft Die ersten Tage verbringen die Reisenden mit Ausflügen am Boden, wie hier zum Lake Matheson auf der Südinsel


Warmpaddeln Kajakfahrten am Beginn der Reise machen Appetit auf mehr – Neuseeland hat für Touristen viel zu ...

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Warmpaddeln Kajakfahrten am Beginn der Reise machen Appetit auf mehr – Neuseeland hat für Touristen viel zu bieten


Landmarke Wenn das Wetter mitspielt, ist der Mount Maunganui auf der Nordinsel bei Tauranga weithin sichtbar und eine gute Navigationshilfe für Piloten


Kurzbesuch Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Von hier führt die Tour zunächst per Mietwagen weit in den Nordosten der Nordinsel, zum Airport Tauranga


Wo genau ist das Ende der Welt? Darüber lässt sich streiten. Wir allerdings sind der Meinung:Unser Ende der Welt ist das schönste von allen – Neuseeland.

Für meine Frau Annette wird die Reise dorthin der erste Besuch im »Land der langen weißen Wolke« – so lautet die Übersetzung des Worts »Aotearoa« aus der Sprache der Ureinwohner, der Maori. Ich bin bereits das sechste Mal dort und habe zuvor schon reichlich Flugerfahrungen sammeln können – und sogar die neuseeländische Fluglizenz erworben.

Per Airliner starten wir am 21. Dezember nach Singapur. Die Wartezeit zum Weiterflug nach Auckland nutzen wir für eine zwei Stunden dauernde »City-Highlight-Druckbetankung« per Taxi für umgerechnet günstige 65 Euro. Zurück am Airport Changi gehen wir den zweiten Teil der Etappe an. Von Auckland, der größten Stadt Neuseelands, bekommen wir leider wegen dichter Wolken im Anflug nicht viel zu sehen. Die Einreiseformalitäten werden in drei Minuten sagenhaft rasch mit einer automatischen Kontrolle erledigt – Frust bei Annette, denn all das läuft ohne den begehrten Stempel im Pass ab. Die Gepäckausgabe dauert allerdings eine Ewigkeit, da die Abfertigung der Flugzeuge auf dem Vorfeld wegen eines heftigen Gewitters eingestellt worden ist.


In 19 Jahren kann sich viel verändern – nicht alles zum Guten


Rund drei Stunden später sitzen wir schließlich erneut im Flieger zu unserem Ziel, Queenstown. Hier werden wir kurz vor der Landung mit bestem Wetter und mit einem traumhaften Anflug über Berge und durch Täler belohnt – es ist fast so, als flöge man mit einem Segelflugzug unter Hangkantenhöhe in den Alpen dicht am Gelände entlang. Über einen Anflug auf Innsbruck würden die Piloten vielleicht nur müde lächeln! Sie beenden das Spektakel mit einer für uns eindrucksvollen Demonstration der Bremsanlage einer A320, dank der die Gepäckfächer über unseren Köpfen neu sortiert werden– very nice!

Als wir ankommen, bricht der 23. Dezember an – auf dem Papier dauert die Anreise von Deutschland fast zwei Tage, dafür braucht es nur einen Tag bei der Rückreise – was für eine Zeitzonen-Arithmetik! Dabei ist es völlig egal, ob man über Asien oder über Amerika nach Neuseeland fliegt; die reinen Flugzeiten unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander – 23 bis 26 Stunden.

Bevor wir den fliegerischen Teil unserer Tour starten, machen wir einen einwöchigen Roadtrip über die Südinsel. Start ist in Queenstown, dann wollen wir über Wanaka und später entlang der Westküste zum Fox-Gletscher fahren. Als wir dort sind, bin ich frustriert: Das erste Mal war ich vor 19 Jahren hier – heute sieht man deutlich, wie stark das Eis innerhalb dieser Zeit abgeschmolzen ist und der Gletscher sich weit zurückgezogen hat.

Wir rollen weiter Richtung Norden, zum Abel Tasman National Park mit dem ersten Highlight, einer küstennahen Kajak-Tour auf dem offenen Meer. Beim Übersetzen mit der Fähre zur Nordinsel durch die Marlborough Sounds und über die Cook Strait zeigt sich das Wetter von seiner allerbesten Seite. Noch wissen wir nicht, dass wir die Südinsel auf unserer Reise nicht mehr wiedersehen werden und dass aus dem geplanten Flug über die Cookstraße, der weit oben auf unserer Wunschliste stand, nichts wird.

Fliegen und Wohnen Häuser mit Stellplatz am Pauanui Beach Airport – hier für die Besitzer einer Piper 601 B Aerostar


KARTE: DEINZER GRAFIK

Rauchzeichen White Island, vor der Nordküste der Nordinsel. Auf der Insel gibt es einen aktiven Vulkan, den jedes Jahr zahlreiche Forscher und Touristen besuchen – überfliegen lässt er sich auch


Fliegertraum Wohnen mit dem Flugzeug in der Flying Community am Airport Pauanui Beach


In Wellington bleiben wir nur kurz, dann machen wir uns per Mietwagen auf den über 500 Kilometer langen Weg weiter in den Nordosten, nach Tauranga. Mount Maunganui, ein ehemaliger Vulkan, grüßt uns schon von Weitem. Wer braucht hier schon ein VOR, wenn es so einen gewaltigen Berg gibt?

Endlich – es ist der 30. Dezember, und wir beginnen mit dem Fliegen! Am Morgen steht für mich der Checkflug an, mit James, dem Chef-Fluglehrer des Aeroclubs in Tauranga, auf einer Cessna 172S. Die Kosten für das Chartern der Maschine mit nachgerüstetem Glascockpit, Autopilot und 180-PS-Triebwerk sind mit den deutschen Preisen durchaus vergleichbar, ebenso die Landegebühren. Nach dem Start fliegen wir direkt südwärts nach Whakatane, auf dem Weg dorthin machen wir Airwork, auf dem Rückweg dann in 500 Fuß vor der Küstenlinie Verfahrenskurven. Nach rund anderthalb Stunden sind wir zurück in Tauranga. Der Papierkram ist schnell erledigt und bedarf nur einer Dokumentation im Flugbuch – meiner neuseeländischen Lizenz sei Dank.

Checkride abgehakt – schon geht’s los!

Noch am selben Nachmittag starten Annette und ich zu einem lokalen Flug nach Pauanui Beach, ein Grasplatz auf der Coromandel-Halbinsel, rund 30 Flugminuten von Tauranga entfernt. Bis auf wenige Ausnahmen fliegen wir auf dieser und den späteren Touren vor der Küstenlinie über Wasser. Selbst bei dem kurzen Trip rasten wir drei verschiedene Funkfrequenzen, neben Tauranga noch zwei weitere, die zu sogenannten Common Frequency Zones gehören (CFZ, siehe Infokasten gegenüberliegende Seite). Zur Landung kreuzen wir den Platz mittig und sinken dann in die Platzrunde ein, Orientierungshilfe leistet dabei ein Flugzeug, das vor uns landet. Der Platz ist unkontrolliert, einen Flugleiter gibt es nicht – man funkt auf der CFZ-Frequenz und spricht sich selbstständig und eigenverantwortlich mit den anderen ab. Während des Endanflugs zerstreuen sich auch die letzten Zweifel, ob die gewählte Anflugrichtung richtig ist: Der Windsack lügt zwar nicht, zeigt aber Seitenwind an – beide Landerichtungen wären okay gewesen.

Besser umkehren? Auf dem Flug nach Gisborne liegen die Wolken auf, das Durchkommen wird problematisch – Zeit für eine Planänderung


Strandnah Auf ihren Touren bevorzugen die Reisenden Routen entlang der Küste und überm Meer, wie hier bei Gisborne am Ostzipfel der Nordinsel


In Neuseeland regeln die Piloten vieles unter sich


Pauanui Beach ist eine Art Flying Community und wird zum Lieblingsplatz auf dieser Reise. Die Landegebühr bezahlt man einfach per Briefumschlag. Es ist nicht das letzte Mal, dass wir denken: »Ach, wie herrlich! Ach, wie einfach!« Zum Kaffeetrinken sind wir in wenigen Minuten zu Fuß im Zentrum und beschließen ob des noch so jungen Tags einen Weiterflug zur Great Barrier Island, nicht zu verwechseln mit dem Great Barrier Reef.

Nach dem Start über den Strand führt uns eine Linkskurve auf Kurs. Erneut erfahren wir über die Frequenz der CFZ Windverhältnisse und Landerichtung am Ziel. Beim Direktanflug des Great Barrier Aerodromes an der Ostküste der Insel erfordern die Windböen allerdings höchste Aufmerksamkeit bis an den Boden. Seitenwind bei Start und Landung wird unser treuer Begleiter werden. Als wir von der Piste abrollen, wartet bereits eine Cessna Caravan im Liniendienst darauf, Touristen wieder zurück nach Auckland zu fliegen. Bereits im Anflug hatten wir mit ihrem Piloten Funkkontakt, und er bestätigte von sich aus, dass er in jedem Fall mit seinem Abflug warten würde, bis wir am Boden seien. Sehr rücksichtsvoll, denn dies tat ihm wahrscheinlich spritmäßig mehr weh, als wenn wir eine Extrarunde gedreht hätten. Beim Abflug entscheiden wir uns für die Startrichtung zum Meer hin und genießen die Landschaft. Kurz hatte ich noch überlegt, ob ein Segelflugzeug nicht passender gewesen wäre, doch die Wolkenuntergrenzen liegen bei 3000 Fuß, es gibt keine brauchbare Thermik – dann lieber mit Quirl vorn: Alles richtig gemacht!

Lieblingsziel Im Anflug auf Pauanui Beach – der Flugplatz wird oft zum Alternate, wenn das Wetter wieder einen Strich durch die Planung macht


Majestätisch Mount Ruapehu, ein Vulkan und mit 2797 Metern höchster Berg der Nordinsel


Das Wetter bleibt in den folgenden Tagen gut, mit einer Einschränkung: Es gilt nur für einen begrenzten Raum um Tauranga. Weite Touren können wir nicht mehr machen, auch nicht zur Südinsel oder zur Westseite der Nordinsel. So bleibt Tauranga Airport mit seiner zentralen Ausgangslage an der Küste unsere Basis, von der man fast alle Ziele im Norden Neuseelands mit einer Tankfüllung erreichen kann. Selbst die Tagestouren klappen nicht immer ganz planmäßig, doch sie bieten immer noch genug Beeindruckendes – so wie bei einem Flug nach Gisborne, als wir die White Island mit einem aktiven Vulkan überfliegen, der sonst nur mit dem Boot oder dem Helikopter erreicht werden kann.

Als wir von dort nach Süden weiterfliegen wollen, zwingen uns die Wolken immer tiefer runter, bis der Abbruch die einzige sinnvolle Option wird. Tauranga hat uns schon am späten Vormittag wieder. Trost über das schlechte Streckenwetter finden wir beim nachmittäglichen Kaffeetrinken an unserer Standard-Destination Pauanui Beach. Der Anflug von der Seeseite entlockt Annette den Vergleich zu Maho Beach, dem berühmtesten Anflug der Karibik auf St. Maarten, gefolgt von einem breiten Grinsen. Neidische Kommentare zum Landevideo kommen per Whats-App postwendend.

Zum Abschluss unserer Fliegerei wollen wir den Vulkan Ruapehu besuchen, die höchste Erhebung der Nordinsel. Bei der Flugvorbereitung zeigt sich, dass wir starken Gegenwind und Turbulenzen haben werden, daher entscheiden wir uns für einen Umweg, der uns erst nach Süden bringt, an die Grenze zum schlechten Wetter. Doch auch so bläst der Wind mit 25 Knoten. Mit etwas Aufmerksamkeit können wir sämtliche Lufträume umfliegen; einmal warnt das GPS vor einer Luftraumverletzung, die sich auf Anfrage beim Lotsen aber als Fehlalarm bestätigt. Das Gelände unter uns – felsig, zerklüftet oder bewaldet – erscheint im Notfall schlicht unlandbar. Ich habe das im Blick und immer genug Höhe eingeplant, damit wir auch ohne Motor besser geeignetes Terrain erreichen könnten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Ruapehu und kreisen vor ihm außerhalb der Schutzzone, die ihn umgibt. Für den Rückflug erfragen wir bei der Flugsicherung einen kontrollierten Flug auf direktem Weg nach Tauranga. Wir sollen uns per Squawk Ident zeigen und die gewünschte Flughöhe durchgeben – schon erhalten wir das Direct in 9500 Fuß oder tiefer. Einmal mehr finden wir: No big deal, alles ganz einfach! Auf dem Rückweg gelingt uns ein umwerfender und ehrfürchtiger Panoramablick auf den Kratersee Lake Taupo, ein ehemaliger Supervulkan und mit einem Umfang von 193 Kilometern der größte See des Landes. Der Direktanflug auf Tauranga beendet unsere Fliegerei im Land der Weißen Wolke, es geht langsam aber sicher wieder gen Heimat.

Wer sich mit den lokalen Besonderheiten vertraut macht, wird in Neuseeland mit einem spektakulären Fliegerurlaub belohnt: Küsten, das Spiel der Gezeiten, die so unterschiedliche Landschaft der einzelnen Regionen und die unkomplizierte Art der Menschen machen das Ganze zu einem Traumurlaub. Auch wenn das Wetter diesmal nicht perfekt war, geben wir zehn von zehn möglichen Kiwis!


Kein Wetter für weite Touren – doch es gibt genug zu sehen


Dynamisch Im Wechsel der Gezeiten bilden sich Strömungen und Wirbel, die man aus der Luft bestens beobachten kann


Fliegerfreunde Die beiden Autoren nehmen fürs Album ihren Fluglehrer James vom Tauranga Aeroclub in die Mitte – bitte recht freundlich!


Fliegen in Neuseeland – so geht’s

Eine ICAO-konforme Lizenz ist unabdingbare Voraussetzung, sie muss in Neuseeland validiert werden. Für »Wiederholungstäter« ist der Erwerb einer neuseeländischen Lizenz empfehlenswert. Neben einem Schein mit gültiger Klassenberechtigung müssen Piloten nachweisen, dass sie »Instrument Flying« und »Terrain Flying« (Fliegen in niedrigen Höhen) beherrschen. Ersteres weist man nach, indem man mindestens fünf Stunden mit IFR-Haube geloggt hat, was sich auch in Deutschland erledigen lässt, mit Bestätigung des Fluglehrers im Flugbuch. Zusammen mit dem Terrain Flying ist dies eine Art Notversicherung bei schlechtem Wetter in Neuseeland. Beim Checkflug, dem Biennial Flight Review (BFR), ist es gut möglich, dass ein Proband Manöver in 500 Fuß vorfliegen muss. Ist der Checkflug absolviert, geht das Prüfprotokoll an die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) nach Wellington, die zügig arbeitet. Das für eine neuseeländische Lizenz notwendige nationale Medical kann auch in Deutschland bei einem autorisierten Fliegerarzt beantragt werden, sofern er durch die CAA akkreditiert ist – momentan praktiziert der Einzige in Hamburg (Suchbegriffe: Fliegerarzt CAA NZ). Wichtig: Man bekommt das Medical nicht direkt ausgehändigt; die Untersuchungsunterlagen gehen zuerst an die CAA nach Wellington. Ein Medical auf den letzten Drücker vor der Abreise wird zu Problemen führen. Zusätzlich benötigt man ein polizeiliches Führungszeugnis, das aber nicht mehr übersetzt werden muss.

Luftraum: CFZ & MBZ

Der Luftraum ist ICAO-konform und letztendlich genauso gut zu befliegen wie in heimischen Gefilden. Zwei Besonderheiten verdienen jedoch Beachtung. Da ist zum einem die Common Frequency Zone (CFZ): ein Gebiet, in dem alle Piloten dieselbe Frequenz gerastet haben sollen und in bestimmten vorgeschriebenen Zeitintervallen oder an bestimmten Fixpunkten Blindmeldungen mit Position und weiterer Absicht senden. Es versteht sich von selbst, dass es eine gute Idee ist, sich an dieses Verfahren zu halten, auch wenn es nicht verpflichtend ist. Die zweite Besonderheit ist die Mandatory Broadcast Zone (MBZ): Im Gegensatz zur CFZ ist die Beachtung der Regeln darin für alle Piloten tatsächlich Pflicht, etwa die Durchgabe von Positionsmeldungen beim An- oder Abflug an unkontrollierten Plätzen. Vorheriges Abhören der Frequenz und aktives Nachfragen ist in der MBZ absolutes Muss. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Privat- und Berufspiloten selbst untereinander koordinieren, beispielsweise bei An- und Abflug. Die neuseeländische AIP mit allen Anflugkarten ist auf der Website der CAA unter www.caa.govt.nz zu finden. Die benötigten Dokumente können zwar immer nur einzeln ausgewählt werden, dafür ist der Download kostenfrei.

Ohren auf im Funk!

Die Ortsnamen können für europäische Ohren fremd und über Funk noch einmal anders klingen, als sie auf der Karte geschrieben stehen. Ortsunkundige Piloten hören zwar die Positionsmeldung anderer Piloten, erkennen aber nicht, ob sie relevant sind. Im Zweifel wird die eigene Position zurückgemeldet und auf die anderen Flieger vertraut. Um am Funkverkehr teilzunehmen, sind BZF oder AZF mit gültigem ICAO-Sprachlevel zwingende Voraussetzung. Die Sprachgruppen sind im Großen und Ganzen wie aus Europa gewohnt. Besonderheit: Man meldet sich nur mit einer verkürzten Registrierung, die Landeskennung entfällt. Wichtig ist aber, dass man die Anzahl der Personen an Bord angibt, zum Beispiel »Two P-O-B« für zwei Insassen; Weglassen oder Vergessen dieser Info führt so gut wie immer zu Nachfragen. ATIS-Informationen bestätigt man nicht nur mit dem entsprechenden Buchstaben, sondern auch mit dem QNH: »Information Quebec, One-Zero-One-Niner«.

Nützliche Links

Tauranga Aeroclub: www.flytac.co.nz

CAA of NZ Web Site: www.caa.govt.nz

Lizenzanerkennung: www.caa.govt.nz/pilots/pilots/

Shop für Karten: www.downunderpilotshop.com oder shop.aeropath.aero

AIP Neuseeland: www.aip.net.nz