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Alte Technik, neu gedacht!


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 16.10.2019

TEST: Servonaut MD12


Das Kind hat viele Namen: Multiswitch, Multiprop oder Nautic-Decoder. Das technische Konzept dahinter, einen Kanal der Fernsteuerung in acht Unterkanäle aufzuteilen, ist uralt und begleitet die Modelltechnik in allen Sparten seit Jahrzehnten. Bei Servonaut ist dieses Protokoll bis heute nicht in Vergessenheit geraten und erlebt dort unter dem Namen „Multi Bus“ sogar eine gewisse Renaissance, um Licht- und Soundmodule einfach mit dem Empfänger zu koppeln. Der universelle Multiswitch-Decoder MD12 zeigt, wie Altbewährtes und neue Ideen kombiniert werden können.

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Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 11/2019

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Platzsparend und übersichtlich ist der Anschluss von Servos und Schaltfunktionen


Viele Elektronikmodule von Servonaut sind hochgradig spezialisiert auf ihre Anwendungen. Fahrtregler, Sound- oder Lichtmodule ermöglichen perfekte Steuerung, Beschallung und Beleuchtung von zumeist LKW-Modellen, dem größten Markt der Wedeler Modellbauspezialisten. Das MD12 ist da breiter aufgestellt: Klassische Schalt- und Servoausgänge, die mittels herkömmlicher Schraubklemmen und Servostecker angeschlossen werden können, machen das Modul hervorragend geeignetfür den universellen Einsatz, sei es in Schiffs- oder beliebigen anderen Funktionsmodellen.

Ein Dekoder für alle Fälle

Das MD12 bedient dabei zwei Zielgruppen: Modellbauer mit einer bestehenden Funkanlage können den Baustein genauso nutzen wie stolze Besitzer der servonaut- eigenen Handsender HS12 oder HS16. An einer vorhandenen Anlage wird das Modul einfach am Multiswitch-Kanal angeschlossen, meist sind das die Kanäle 7 und 8. Das MD12 erkennt automatisch, ob das robbe- oder Graupner-Protokoll greift und bedarf keiner weiteren Einstellung. Auch, ob es sich um eine klassische 40-MHz-Anlage oder einen 2,4-GHz-Sender handelt, ist unerheblich.

Servonaut geht wieder den tollen Weg, dass keinerlei Konfiguration nötig ist und das Produkt sofort funktioniert – auf der anderen Seite aber umfangreiche Einstellmöglichkeiten vorhanden sind und bei Bedarf genutzt werden können.

Fliegend verdrahtet: MD12 mit einem Servo und vier LEDs mit Vorwiderstand am Empfänger Zwo4 RX9


Anschluss

Das MD12 hat fünf Servoanschlüsse und fünf Schaltausgänge. In Übereinstimmung mit den beiden genutzten Protokollen sind diese mit den Buchstaben a bis h und den Ziffern 1 bis 8 gekennzeichnet. Die Ausgänge a bis c sind reine Schaltausgänge und f bis g sind Servoausgänge. Die Anschlüsse d und e sind beides – hier kann man sich überlegen, ob man Schalt- oder Servofunktionen anschließt. Oder beides, falls das sinnvoll ist.

Die Ausgänge werden mit herkömmlichen Schraubklemmen angeschlossen, für Servostecker sind Stiftleisten an der Stirnseite vorgesehen. Im verdrahteten Zustand führen so alle Leitungen liegend vom Modul weg, was einen platzsparenden Einbau ermöglicht. Da zudem vier Plus-Klemmen vorhanden sind, ist kein separater Verteiler oder Ähnliches nötig.

Memory oder nicht?

Standardmäßig sind alle Ausgänge tastend konfiguriert. In Kombination mit den unterschiedlichen Schalthebeln der üblichen Multiswitch-Module im Sender kann man so kurz tasten oder den Hebel in entsprechender Stellung stehen lassen. Da jeder Hebel nach oben und unten eine Funktion auslösen kann, kann man normalerweise nicht beide Belegungen schalten. Abhilfe schafft hier eine Memory-Funktion. Ist diese aktiviert, ändert sich das Schaltverhalten: Beim Betätigen des Hebels wird der Ausgang eingeschaltet, bleibt dann an und erst bei erneuter Betätigung geht sie wieder aus. Um die Memory-Funktion für den MD12 zu aktivieren, gibt es eine Steckbrücke. Diese kann von der Position „Off“ (Lieferzustand) auf „On“ gesteckt werden, um die Memory-Funktion für die Schaltkanäle a und b (also für alle vier Schaltfunktionen) einzuschalten. Wer mit dieser Möglichkeit für sein Modell zurecht kommt, braucht nicht weiter in die Konfiguration des MD12 einsteigen. In der Tat bietet das Modul aber noch eine viel tiefergehende Programmiermöglichkeit. Man kann durch Abziehen der Steckbrücke, Einschalten des Moduls und erneutem Einstecken des Jumpers in ein Menü gelangen und dort für jeden Ausgang getrennt einstellen, ob dieser tastend oder schaltend arbeitet. Die Anleitung beschreibt sehr ausführlich, wie diese Programmierung abläuft und zeigt das Verfahren übersichtlich mit einem Ablaufdiagramm.

Gerade für diese beiden Varianten der Konfiguration vergeben wir einen dicken Pluspunkt: Wer sich nicht tiefergehend mit der Programmierung des Moduls auseinandersetzen möchte, hat mit dem MD12 ein Plug-and-Play-Modul und kann durch einen einzelnen Jumper eine grundlegende Einstellung vornehmen. Wer alles aus dem MD12 herausholen und es gezielt für sein Modell anpassen will, dem stehen im Programmiermodus alle Wege offen.

Am HS12 und HS16-Sender wird für den gewählten Kanal, hier Kanal 7, die Multifunktion aktiviert


Das MD12 an Servonauts Handsender

Natürlich kommt der MD12 auch an Servonauts eigenem Sender HS12 oder HS16 voll zum Zuge. Der HS12 unterstützt einen Multiswitch-Kanal (Kanal 7 oder 8), der HS16 kann bis zu zwei Multiswitch-Signale übertragen (Kanal 7 und/oder 8).

Servonaut hat in das Konzept, alle Geber am Sender frei zuordnen zu können, auf den Multiswitch übertragen.

Um einen der MD12-Ausgänge an der Funke zu hinterlegen, geht man in das Gebermenü und wählt (gegebenenfalls bei gedrücktem Ebenen-Umschalter) die gewünschte Taste. Für diese kann man nun den Kanal wählen, der gesteuert werden soll. Sucht man den Multikanal aus, an dem das MD12 hängt, taucht danach noch ein zweites Fenster auf. Hier wird dann den Unterkanal von a bis h gewählt. Auf diese Weise lassen sich alle Ausgänge des MD12 beliebig auf seinem Sender verteilen.

Die einstellbaren Gebertypen (Tasten, Schalten, Tastschalten) eröffnen weitere Varianten bei der Konfiguration des Moduls. In Kombination mit einem Servonaut- Sender können die Servowege der an das MD12 eingesteckten Servos eingestellt und sogar die Schaltausgänge als Blitzlichtausgänge konfiguriert werden.

Kanalzuordnung

Wer sich eine freie Zuordnung der Ausgänge zu Tastern auch bei einem herkömmlichen Multiswitch-Sender wünscht, darf sich ebenfalls über das MD12 freuen. Im selben Expterten- Konfigurationsmodus, in dem die Memory- Ausgänge ein- oder ausgeschaltet werden können, ist es auch möglich, die einzelnen Schaltausgänge individuell den Hebeln und Drehreglern am Sender zuzuordnen. Auch hier ist der Ablauf detailliert beschrieben und mit Beispielen in der Anleitung dargestellt. Eine geniale Möglichkeit, mehr Flexibilität zu erreichen und seine Modellkonfiguration auf die eigenen Bedürnisse zuzuschneiden.

Zugegebenerweise muss man bei der Kanalzuordnung und dem einzelnen Aktivieren der Memoryfunktion schon sehr aufpassen, die Signal-LEDs im Blick haben und Blinkreihenfolgen beachten. Dass das eigentlich komfortabler machbar ist, zeigt Servonaut an anderer Stelle mit der CARD, einer Einstellplatine mit Einsteckkarten, die für die verschiedenen Servonaut-Produkte genutzt werden kann. Hier wird relativ übersichtlich durch Taster und LED-Anzeigen, die neben Menüeinträgen der Einsteckkarte leuchten, die Konfiguration eines Moduls ermöglicht. Schade, dass das MD12 diese Möglichkeit nicht zusätzlich zum LEDAuszählen bietet.

Taster und Schalter können im Modul frei eingestellt oder, wenn vorhanden, am Zwo4-Sender zugeordnet werden. Wer keine Einstellungen ändern möchte, zieht einfach den Jumper am Modul.


Geniale Lösung

Auf Servonauts eigenem Sender erscheinen die Unterkanäle des MD12 als a bis h. Das MD12 ist kompatibel mit den beiden gängigen Multiswitch-Protokollen von Graupner und robbe


Fazit

Servonaut wird seit Jahren seinem Ruf gerecht, größtmögliche Kompatibilität in alle Richtungen zu bieten. Das MD12 ist hier ein Paradebeispiel. Voll kompatibel mit den gängigen Multiswitch- Protokollen ist das Modul eine moderne Möglichkeit für alle, die weiter auf ihren gewohnten Sender setzen möchten. Gleichzeitig bietet es einen erweiterten Funktionsumfang mit einem neuen Servonaut-Sender und öffnet die Tür, irgendwann vielleicht doch auf neue Funktechnik umzusteigen.

Und auch dem Ruf, sich immer wieder was Neues auszudenken, wird Servonaut gerecht und packt umfassende Konfigurationsmöglichkeiten in das MD12. Nach dem Credo „alles kann, nichts muss“ ist das Modul aber dennoch sofort nach dem Auspacken funktionsbereit. Preis: 99,50 €.

Info & Bezug

tematik GmbH
Feldstrasse 143
22880 Wedel
Tel.: 04103-808989-0
E-Mail: shopping@servonaut.de
Internet: www.servonaut.de