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Alter Schwede!


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tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 121/2022 vom 14.11.2022

REPORTAGE

Artikelbild für den Artikel "Alter Schwede!" aus der Ausgabe 121/2022 von tennisMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: tennisMAGAZIN, Ausgabe 121/2022

VOLLES HAUS: Padel boomt in Schweden. Die Plätze, wie hier im im PDL Center in Stockholm, sind fast rund um die Uhr frühzeitig ausgebucht.

Es ist 9:30 Uhr morgens. Bewölkt. Windig. Frisch. Ein Lagerhaus im Hafen von Stockholm. Dahinter dümpelt die riesige Fähre mit Reiseziel St. Petersburg. Wer will da gerade schon hin? Vor dem Lagerhaus sind Parkplätze mit knalligem Orange markiert. Alle belegt. Die Lagerhaus-Türen, auch orange, öffnen sich mit einem Code. Am Ende eines kurzen schmalen Flures hängt eine orangefarbene Schweden-Karte an der schwarzen Wand. Jonas Björkman steht leicht gebückt davor und zählt darauf markierte Punkte. Bei knapp über 100 bricht Björkman das Zählen ab und sagt lächelnd: „Ändert sich eh ständig.“

Jeder Punkt zeigt den Standort eines Padel-Centers von PDL und Fusionspartner Padel United. 2015 hat Ex-ATP-Profi Jonas Björkman mit Partnern sein erstes Padel-Center eröffnet (s. Björkman-Interview ab Seite 52). Es begann mit fünf Plätzen. Nun sind es 22 Indoor- und sechs Außen-Courts, genau hier im ...

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... zugigen Hafen von Schwedens Hauptstadt Stockholm. 24 Stunden täglich wird hier Padel gespielt. Tagsüber wird man freundlich begrüßt. Nachts öffnet ein Code die Tür.

Eine Tür in eine aus deutscher Sicht noch fast neue Welt. In eine Welt, die das Tennis und die Tennis-Fans beglückt, bereichert? Oder doch bedroht?

In Schweden ist Padel die am stärksten wachsende Sportart überhaupt. Ausgerechnet während der Corona-Pandemie eröffneten immer mehr Center mit immer mehr Courts. Seit 2019 hat sich die Zahl der Padel-Courts in Schweden von 600 auf 4.500 fast verachtfacht. Von den 10,7 Millionen Schweden spielen inzwischen knapp 700.000 Padel. Alter Schwede! Padel wird live im schwedischen Fernsehen übertragen, Hochglanz-Padel-Magazine liegen – über 100 Seiten dick und voller Anzeigen renommierter Unternehmen – in Hotels aus und sind in Kiosken zu kaufen. Je nach Tag und Tageszeit kostet bei PDL in Stockholm die Buchung eines Padel-Courts für eine Stunde zwischen 50 und 60 Euro. Gespielt wird zu zweit oder zu viert. Ist die Stunde beendet, ertönt eine Hupe. Ende. Danke. Der/die Nächste(n) bitte!

Nicht jede(r) duscht, wenn es nach der Padel-Einheit wieder zurück geht: nach Hause, ins Büro, in die Uni. Padel im PDL funktioniert schnell und unkompliziert: keine strenge Kleiderordnung, keine Ranking-Tabellen an den Wänden.

Der schwedischen Padel-Begeisterung wollten sich auch die ehemaligen ATP- Profis Magnus Norman, Mikael Tillström und Nicklas Kulti nicht verschließen. Das Trio – bestehend übrigens ausschließlich aus Davis Cup-Siegern – gründete die Tennis-Academy Good to Great. Per Auto ist das imposante Areal von „GTG“ nur zwölf Kilometer von Björkmans Padel-Lagerhalle in Stockholm entfernt. Aber inhaltlich trennen die Anlagen Welten.

Importiertes Padel-Phänomen in Schweden

In „Good to great“ trainieren Topstars wie Stan Wawrinka. Der Schweizer Olympiasieger sowie Gewinner der Australian Open (2014), French Open (2015) und US Open (2016) wurde von „GTG“-Gründer Magnus Norman gecoacht.

„GTG“ gilt als eine der besten Tennis-Akademien weltweit – und als Treffpunkt von millionenschweren Entscheidern und Unternehmern. „Einige der bedeutendsten Schweden sind regelmäßig unsere Gäste“, sagt Kulti. Die Anlage hat ein herausragendes Restaurant. Dazu Konferenzräume und Lounge-Bereiche, die am First-Class-Viel-flieger-Lounges auf internationalen Flughäfen erinnern. Alles auf Top-Niveau.

Padel in Schweden in Zahlen

Aktuell gibt es 700.000 Padel-Spieler in Schweden – bei 10,72 Mio. Einwohnern

Padel Courts in Schweden: 2019: 600, 2022: 4.500

Kosten: Eine Padel-Stunde im PDL-Center von Björkman kostet ca. 50-60 Euro (pro Court, je nach Tag, Uhrzeit).

Aber Tennisplätze alleine reichen auch hier nicht mehr. „GTG“ hat im Innen- und Außenbereich Padel-Courts anlegen lassen. Es gibt einen Padel-Club, eine Padel School, Privatstunden sind natürlich auch verfügbar. Denn es hat sich gezeigt, dass Padel neue Kunden bringt.

Tillström hat bis 2018 den französischen Top-Star Gael Monfils trainiert. „Gael liebt es, auch Padel zu spielen“, sagt Tillström, während er tennis MAGAZIN durch die „GTG“-Anlage führt.

Hier gibt es Padel-Courts, die nur durch bodentiefe Fenster von einem edlen Lounge-Bereich getrennt sind. „Padel bringt auch Menschen in Bewegung und zum Sport, die sich vorher nicht sportlich betätigt haben“, sagt Kulti.

Das schwedische Padel-Phänomen ist ein importiertes. Skandinavier – wie auch Deutsche – machen gerne Urlaub in Spanien. Dort ist Padel seit Jahren etabliert, gleichwohl ist auch dort der Markt noch nicht gesättigt. Die Freiluft-Plätze unter südlicher Sonne sind stark gebucht. Viele Skandinavier wollten das im Urlaub schnell erlernte Padel-Spiel auch daheim ausüben, dann allerdings meistens in einer Halle. Dieser Wunsch begründete den Trend.

Der Österreicher Edwin Weindorfer gehört mit seiner emotion-Group zu den renommiertesten Ausrichtern von Tennis-Turnieren in ganz Europa (u. a. ATP-Turniere in Stuttgart und Wien, WTA-Turnier in Berlin). Er ist Partner von Wimbledon und betreibt in Santa Ponsa auf Mallorca den Mallorca Country Club. Hier finden alljährlich die Mallorca Championships (MCC) statt – ein ATP-Turnier mit Weltklasse-Besetzung.

Als Weindorfer 2021 seinen MCC feierlich eröffnete, da präsentierte er natürlich auch Padel-Courts. Fürst Albert von Monaco spielte im leichten Nieselregen und hatte Spaß ohne Ende. „Padel ist enorm wichtig für uns“, sagt Weindorfer. Denn Padel ist einfacher, leichter zugänglich als Tennis. Nicht nur Weindorfer ist überzeugt: Angebote im Bereich Padel sind eine enorme Aufwertung für Tennisclubs- und Anlagen – vielmehr Chance als Bedrohung.

Björkman und Weindorfer kennen sich gut. Björkman war im Oktober zu Gast, als Weindorfer die Mallorca Golf Open – ein mit über zwei Millionen Dollar dotiertes Golfturnier der World Tour – ausrichtete: Tennis, Golf, Padel. Drei Sportarten, drei Zielgruppen – und eine Schnittmenge, die funktioniert. Auch in Deutschland? „Definitiv, Deutschland hat riesiges Padel-Potenzial“, sagt Björkman. Trotzdem gab es hierzulande Ende 2021 erst 124 Courts. Zum Vergleich: In Spanien sind es mehr als 14.000 Padel-Courts. In Italien nimmt der Boom auch immer mehr Fahrt auf. Die Anzahl der Plätze stieg dort innerhalb von zwei Jahren um über 400 Prozent auf knapp 4.000 Courts. Sogar die kleinen Niederlande haben mehr als viermal so viele Padel-Courts wie Deutschland.

Im „GTG“ in Stockholm ist Wilson exklusiver Racket-Partner für Tennis und Padel. Der US-amerikanische Sportartikelhersteller ist in der schwedischen Padel-Szene omnipräsent. Nun hat das Unternehmen Jürgen Klopp als Markenbotschafter verpflichtet. Der charismatische deutsche Trainer des FC Liverpool spielt selbst Padel, das ist für ihn „die geilste Sportart“ neben Fußball (seinen Padel-Schläger sehen Sie untenstehend). Passend dazu: In Klopps Wahlheimat Großbritannien gab es Ende 2021 auch erst 125 Padel-Courts. Der Brexit hat das Investieren auf der britischen Insel schwieriger gemacht.

Ganz anders in Schweden. Inzwischen gibt es auch in kleinen Städten Padel-Center. Die haben teilweise nur vier oder fünf Courts. „In einem Städtchen von vielleicht 15.000 Einwohnern ist das etwas Besonderes, das gerne genutzt wird“, sagt Björkman. Ihn hat es sogar überrascht, dass Padel auch außerhalb der großen Metropolen Stockholm, Göteborg und Malmö so stark nachgefragt wird.

»Padel ist, neben Fußball, die geilste Sportart«

Mit diesem Schläger spielt Jürgen Klopp

Das Zitat stammt von Jürgen Klopp. In Deutschland wurde der charismatische Fußballtrainer zum Erfolgscoach, führte erst Mainz 05 in die Bundesliga und dann Borussia Dortmund zu zwei Meisterschaften und einem DFB-Pokalsieg.

Beim legendären FC Liverpool wurde Klopp dann zum Weltstar, gewann Meisterschaft, Champions League und den Weltpokal.

Klopp ist seit frühester Jugend leidenschaftlicher Tennis-Fan. Nun hat er sein Sportler-Herz an Padel verloren und ist inzwischen Markenbotschafter für Wilson. Klopp schwärmt: „Ich kenne Padel erst seit ungefähr fünf Jahren, aber seitdem bin ich süchtig danach. Man kommt innerhalb von kurzer Zeit schon sehr weit und es macht wirklich großen Spaß.“

Anhand seines Schlägers hier die wichtigsten Eckdaten zum Padel Racket.

Material

Der besonders hochwertige Schläger besteht aus Carbon Fiberglass. Carbon-Modelle erlauben ein dynamischeres Spiel. Weniger Kraftaufwand ermöglicht das gleiche Tempo im Gegensatz zu reinen Fiberglass-Modellen.

Gewicht

Zwischen 350 und 370 Gramm. Es gibt auch Junioren-Modelle. Die wiegen um die 300 Gramm, sind zudem etwas kürzer.

Maße

Ein Padelschläger hat die Maße 45,5 cm (Höhe) x 26 cm (Breite) und eine Dicke von 38 mm.

Löcher

Die Löcher auf der Schlagfläche verringern den Luftwiderstand, zudem wird so am Gewicht gespart.

Preisspanne der Schläger

Etwa zwischen 160 und 375 Euro. Reines Fiberglass ist günstiger. Carbon-Fiberglas-Modelle sind teurer. Teilweise gibt es sogar Modelle mit doppellagiger Carbon-Beschichtung.

Schweden war schon Fußball-Europameister bei den Frauen, Eishockey-Weltmeister, Welt- und Europameister im Handball. Superstars wie Björn Borg, Stefan Edberg und Mats Wilander haben im Tennis Epochen geprägt, die Weltrangliste angeführt und Grand Slam-Turniere dominiert.

Kurzum: Wenn Schweden in Sachen Sport angreift, dann ist das sehr oft von Erfolg gekrönt. Jetzt also Padel: Schwedische A-Prominente spielen es, lassen sich dabei filmen, posten ihren Padel-Fun. Der exzentrische Fußball-Superstar Zlatan Ibrahimovic (geboren in Malmö, spielt für AC Mailand) investiert in Padel und hat das „Padel Zenter“ gegründet.

Und Ibrahimovic ist nicht bekannt für Eigentore. Padel ist kein Eigentor, es ist ein Volltreffer. In Schweden hat sich der Sport quer durch alle Altersgruppen und nahezu alle Fitness-Level in der Mitte der Gesellschaft etabliert.

23:40 Uhr. Ein Lagerhaus im Hafen von Stockholm. Parkplätze, orange markiert. Alle belegt.

Alter Schwede! ?

Lust auf „Padel unter Palmen“?

Lust auf Padel unter Palmen? Und das Ganze auch noch bei milden Temperaturen am Meer? Zum Beispiel auf der griechischen Trauminsel Kreta? Nicht länger suchen – buchen! Patricio Travel bietet an: Eine „Padelwoche“ im Kalimera Kriti Hotel & Village Resort auf Kreta: 7 Nächte im Doppelzimmer/Bungalow Gartenblick mit Halbpension plus Verpflegung, Flügen (Condor) und Direkttransfers vom 6. bis 13. Mai 2023 ab 881€.

Patricio Travel ist seit über einem Vierteljahrhundert auf hochwertige Tennis-Reisen spezialisiert. An der türkischen Riviera, auf Mallorca, Kreta und in Kroatien bietet Patricio Travel in elf Tenniscentern das Spielen auf 250 Sandplätzen an. Dazu Top-Hotels – und bei Bedarf auch Top-Trainer und herausragende Fitness-Angebote. Dafür kooperiert das Unternehmen mit Fitness First, einem der führenden Fitness- und Gesundheitsdienstler. Wolfgang Riedl ist CEO und Geschäftsführer von Patricio Travel. Er überzeugte sich in Stockholm davon, wie der Padel-Boom immer mehr um sich greift und fühlte sich bestätigt, diesen Trend für seine Kunden nutzbar zu machen: „Padel ist ein Wachstumsmarkt und passt top in unser Portfolio. Wir stellen Padel dem Tennis gleich.“ Die Padel-Begeisterung erweitert die bestehende und bildet eine neue Zielgruppe: „Padel plus top Location plus top Hotels“, ist sein Versprechen an die Kunden. „Unser Ziel ist es, die Anlagen, wie beim Tennis, in den nächsten Jahren Schritt für Schritt zu erweitern und an die steigende Nachfrage anzupassen. Unsere Strategie ist, dass in jedem Patricio Worldclass Sportcenter und in jeder der vier Destinationen Padelcenter aufgebaut werden, die alle zwischen zwei und sechs Courts haben.“ Aktuell zu bespielen sind bereits je zwei Courts im Ali Bey Club Manavgat und Ali Bey Resort Sorgun (Türkei) und drei Courts auf Mallorca. Für 2023 sind zwei Courts auf Bol (Kroatien) geplant – und auch im Kalimera Kriti Hotel & Village Resort (Kreta), die dann ein Jahr später um weitere drei Courts ergänzt werden. Patricio Travel nutzt dabei die schwedische Padel-Expertise. Mit Mikael Tillström und Magnus Norman (GTG Academy) gibt es bereits eine Kooperation.

Norman hat schon öfter mit Gästen und Kunden auf den Padel-Anlagen von Patricio gespielt. Auch mit Jonas Björkman wird eine Zusammenarbeit angestrebt. Mehr Infos: