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ALTERNATIVE SCHLAFMODELLE: Wer schläft, hat recht


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 12.09.2019

Schlafen? Geht nur im eigenen Bett, im eigenen Zimmer – so weit die Theorie. In der Praxis schläft jedes Kind anders, und Eltern müssen ihren eigenen Weg finden, wie die Sache mit dem Schlaf funktioniert. Wir sind mit drei Familien durch die Betten gehüpft, die am Modell eigenes Kinderbett gescheitert sind – und froh darüber sind.


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Zu viert im Bett: Familie Wagner hat das Modell „eigenes Bett im eigenen Zimmer“ aufgegeben. Jonas (4) wandert nachts zurück ins Bett seiner Eltern und Moritz schläft da ohnehin.


Foto: Sarah Weik

Es hält sich ...

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... hartnäckig: „Die Erziehungskompetenz deutscher Eltern wird noch immer am Schlaf der Kinder gemessen“, sagt Fabienne Becker-Stoll, Psychologin und Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP). Schläft das Baby, das Kleinkind allein ein und allein durch? Beantworten Eltern die Frage mit Nein, unterstellen ihnen viele gleich, dass sie dann wohl etwas falsch machen. Dabei wird nur ein Bruchteil aller Eltern diese Frage mit Ja beantworten können – und in der Geschichte der Menschheit ist ein Ja auch alles andere als normal.


Schlaf findet nur, wer entspannt ist – und Körperkontakt ist das „einzige bekannte Gegenmittel gegen Stresshormone“.


„Johanna Haarer hat mit ihrem Ratgeber Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind in der NS-Zeit das Erziehungsverständnis geprägt“, erzählt Becker-Stoll. Dazu gehörte, dass Eltern Babys auf keinen Fall verwöhnen dürfen und die Kleinen möglichst schnell lernen sollten, allein ein- und durchzuschlafen. „Das ist in den Köpfen vieler Eltern noch heute präsent.“ Becker-Stoll misst Erziehungskompetenz in einer anderen Einheit – liebevollem Körperkontakt. „Das ist die Basis für eine gesunde Entwicklung.“ Und für einen gesunden Schlaf. Denn Schlaf findet nur, wer entspannt ist. Und Körperkontakt ist das „einzige bekannte Gegenmittel gegen Stresshormone“. Weil Schlaf, evolutionsbiologisch betrachtet, auch immer Unsicherheit bedeutet, ist Körperkontakt für Kinder auch eine Art Überlebensgarantie. „Ein schlafender Säugling ist allein völlig hilf- und schutzlos“, sagt der Kinderarzt Herbert Renz-Polster. Es ist quasi einprogrammiert: Sobald ein Kind müde wird, sucht es die Nähe zu einer Bezugsperson. Wie viel Nähe es braucht, um in den Schlaf zu finden, kommt jedoch ganz auf das Kind an. Bindungsaffine Kinder verlangen noch im dritten oder vierten Lebensjahr nach sehr viel Nähe, andere wiegen sich schon früh in Sicherheit und selbst in den Schlaf. Ob Familien- oder Geschwisterbett, Beistellbett oder ein eigenes Bett im elterlichen Schlafzimmer – ein bestimmtes Modell favorisiert Renz-Polster nicht. „Alles, was funktioniert, ist gut.“ Wer schläft, hat also recht. Für Renz-Polster und Becker-Stoll steht fest: Kleine Kinder sind nicht dazu gemacht, allein zu schlafen. Von Schlaftrainings und -programmen raten beide entschieden ab. „Natürlich: Irgendwann wird jedes Kind aufhören zu weinen und erschöpft einschlafen, vollgepumpt mit Stresshormonen“, sagt die Psychologin, „und die sind Gift für die Entwicklung des Gehirns.“

Die Angst, ihr Kind mit Nähe zu verwöhnen und einen Tyrannen aufzuziehen, der nie selbstständig wird, kann Renz-Polster allen Eltern nehmen. „Nähe und Selbstständigkeit sind ja keine gegensätzlichen Pole – ganz im Gegenteil! Es ist viel toller, viel magischer: In dem Moment, in dem sich Kinder sicher und geborgen fühlen, gehen sie raus in die Welt.“ Oder schlafen ein.

Wir haben mit drei Familien gesprochen, die für sich einen ganz anderen Weg gefunden haben als das eigene Bett im eigenen Zimmer.