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Altersgerechte Bauprodukte: Lifting fürs eigene Heim


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2012 vom 23.03.2012

Älter werden wir alle und damit weniger kompatibel für unbequeme oder unpraktische Alltagsdinge. Mittlerweile machen aber viele Produkte das tägliche Leben leichter und komfortabler – und das nicht erst im Alter.


Artikelbild für den Artikel "Altersgerechte Bauprodukte: Lifting fürs eigene Heim" aus der Ausgabe 3/2012 von ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: KfW/photothek.net

Die Zahlen stehen unverrückbar und unerbittlich: Heute ist in Deutschland jeder Fünfte 65 Jahre und älter. Im Jahr 2060 wird bereits jeder dritte Mensch mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet. In der Altenrepublik Deutschland leben dann etwa doppelt so viele 70-Jährige, wie Kinder neu geboren werden.

Wie die Menschen, so ihre ...

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... Häuser und Wohnungen. Denn Deutschland ist eigentlich schon fertig gebaut: 95 Prozent aller Gebäude sind zehn Jahre und älter, im Westen Deutschlands wohnen zwei von drei Menschen in einem Haus, das zwischen 20 und 60 Jahre alt ist, im Osten ist es immerhin jeder Zweite. Je älter die Häuser sind, umso seltener sind sie aufs Alter eingerichtet. Aber auch in neuen Reihenhäusern finden sich steile Treppen, enge Flure, Stufen, Schwellen und allerlei Unpraktisches, was das Leben im Alter beschwerlich macht.

Hilfreich und komfortabel

Doch Hilfe ist in Sicht. Wer möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen möchte, findet viele Ideen und Produkte, die das Leben angenehmer und einfacher machen. Nicht erst, wenn Knochen und Sinne nicht mehr so wollen, wie sie sollen. So kann man bei fälligen Renovierungen oder Umbauten schon mal die ein oder andere Erleichterung einbauen und profitiert dann jetzt schon von den damit verbundenen Annehmlichkeiten. Etwa wenn neue Fenster eingebaut werden: Dann kann man die Höhe der Fensterbrüstung absenken oder gleich ein bodentiefes Fenster einbauen lassen. Der Nebeneffekt fürs Alter: Ist die Brüstung maximal 60 Zentimeter hoch, kann man auch im Sitzen gut nach draußen schauen. Ist ein Fenster hinter einer Küchenarbeitsplatte oder einer Kommode nicht so gut erreichbar oder will man es auch im Sit- zen oder vom Rollstuhl aus bedienen können, ist ein unten am Fensterflügel angebrachter Griff eine echte Hilfe. Dem oft höheren Sicherheitsbedürfnis im Alter kommen elektrische Rollläden entgegen, die sich per Zeitsteuerung oder Funkschalter öffnen und schließen. Das ist auch in jüngeren Jahren eine willkommene Erleichterung. Die Rollladenmotoren lässt man am besten einbauen, wenn sowieso die Fenster erneuert werden. Wer dann noch die Wärmedämmung der Rollladenkästen verbessert und zugige Ritzen schließt, hat für die nächsten Jahrzehnte alles richtig gemacht.

Gegen vergessene Schlüssel oder hakende Schlösser helfen elektrische Öffnungssysteme, die man mit einem kleinen Funksender oder sogar mit einem Fingerabdruckscanner bedienen kann. Am schicksten sind in die Tür eingebaute Modelle, die aber leicht mehrere Hundert Euro kosten. Wer nur für eine Übergangszeit auf elektrische Hilfe zurückgreifen oder schlicht weniger Geld ausgeben will, wird bei Elektronikversendern fündig. Etwa 125 Euro kostet ein auf dem Schließzylinder montierter Türschlossantrieb, der einen von innen eingesteckten Schlüssel dreht. Innentüren kann man mit größeren, ergonomisch geformten Türdrückern ausrüsten, um einer eingeschränkten Beweglichkeit abzuhelfen. Entsprechende Modelle gibt es beim Schreiner oder im Fachhandel.

Steiler Aufstieg

Ein besonderes Hindernis sind steile und enge Treppen. Doch aus Platzgründen ist ein teurer Austausch meist nicht möglich. Es muss aber nicht immer gleich ein elektrischer Treppenlift sein. Zwei ergonomische Handläufe auf beiden Seiten der Treppe helfen sowohl beim Rauf- wie beim Runtergehen. Wichtig: Der Handlauf muss auf der ganzen Treppen länge durchgehend sein, mit der Hand vollständig und durchgängig umfasst werden können und so montiert werden, dass er über die eigentliche Treppe hinausreicht. So kann man sich stützen, bevor man das Bein auf die erste Stufe hebt. Eine LED-Beleuchtung kann in den Handlauf integriert werden.
Genauso wichtig ist eine gute Beleuchtung, sie leuchtet die Treppe blendfrei und gleichmäßig aus. Und eine rutschfeste Oberfläche, für die Schreiner oder Treppenbauer spezielle Lacke zur Verfügung haben.

Für größere Umbauten ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekten sinnvoll, vor allem wenn eine Wohnung rollstuhlgerecht umgebaut werden soll. Er kennt die Normen und im Idealfall auch Kontaktstellen, die mit Beratung oder finanzieller Unterstützung zur Seite stehen.

Foto: epr/Sanibroy

Bodengleiche Dusche

Türe öffnen, reinlaufen, duschen – eine bodengleiche Dusche ist auch ohne körperliche Beeinträchtigung eine tägliche Annehmlichkeit. Was einfach aussieht, ist baulich ein recht hoher Aufwand, denn dicht soll es auch ohne Duschtasse sein. Besonderes Augenmerk gilt dem Eckbereich zwischen Wand und Boden, der mit Flüssigklebstoff oder Aufkantungen abgedichtet wird. Bei der Sanierung ist vor allem die Verlegung des Abflusses unter die Bodenhöhe aufwendig. Je nach Deckenhöhe und Lage der Dusche muss für das notwendige Gefälle teilweise der Estrich aufgestemmt werden. Reicht das nicht oder ist der Aufwand zu hoch, sind nur wenig Zentimeter hohe Duschtassen oder eine elektrische Hebeanlage für das Abwasser eine Alternative.

Bad

Das Bad ist neben der Küche der Raum mit den höchsten Anforderungen an barrierefreie Ergonomie. Stützgriffe, Duschsitze und rutschfeste Bodenbeläge machen die tägliche Körperhygiene einfacher. Dabei schließen sich praktische Belange und schöne Formen nicht aus: Bei einem Waschtisch können die Griffe auch als Handtuchhalter dienen. Wichtig sind großzügige Ablageflächen neben dem Becken und eine flache Konstruktion, damit Rollstuhlfahrer den Waschtisch unterfahren können.

Foto: KfW/Thomas Klewar

Kompakt

Praktisches Wissen und finanzielle Hilfe

Planung und Unterstützung

Die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik gibt ein Verzeichnis mit empfehlenswerten Produkten heraus. Onlinekatalog unter www.komfort-undqualitaet.de. Die gedruckte Version ist gegen 7,50 Euro Vorkasse erhältlich. Bestellung unter Tel. 0 23 75 / 95 95-0, sekretariat@gerontotechnik.de. Ausführliche Informationen gibt es bei Wohnberatungsstellen der Verbraucherzentralen, dem Deutschen Roten Kreuz und bei den Krankenkassen. Literatur und Informationen zu Hilfsmitteln finden sich in der Datenbankwww.rehadat.de

Zuschuss 1

Die Pflegekasse bezuschusst „Maßnahmen zur Wohnraumanpassung“ mit maximal 2.557 Euro je Maßnahme. Ein Eigenanteil von einem halben Monatsbruttoeinkommen wird fällig. Auch über das Sozialamt und die Wohnungsbauprogramme der Länder sind Zuschüsse möglich. Aufwendungen für den behindertengerechten Umbau eines Wohnhauses können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden, hat der Bundesfinanzhof entschieden. Ein durch die Aufwendungen erlangter Gegenwert wird dabei nicht angerechnet. (Urteil vom 22.10.2009, VI R 7/09)

Zuschuss 2

Entgegen bisheriger Ankündigungen finanziert die staatliche KfW-Bank im Programm 155 auch weiterhin den barrierefreien Umbau einer Wohnung. Für Darlehen bis 50.000 Euro verlangt die Bank zinsgünstige Kredite ab 1,92 Prozent (Stand: 02.03.2012). Diese Programme können auch Mieter in Anspruch nehmen, die mit Zustimmung ihres Vermieters ihre Wohnung umbauen möchten, Tel. 08 00 / 5 39-90 02, E-Mail: infocenter@kfw.de, www.kfw.de

Rollladensteuerung

Foto: Somfy

Vom Sessel aus den Lichteinfall mit einer Jalousie regulieren oder abends auf Knopfdruck die Rollläden schließen, geht mit elektrischen Antrieben und Funksteuerungen. Auch für Dachfenster gibt es elektrische Öffner und Rollladenantriebe. Aufwendig ist die nachträgliche Verlegung elektrischer Leitungen unter Putz. Die Alternative sind wetterfeste Leitungen außen. Für Dachfenster sind netzunabhängige Antriebe mit Akku und Solarzelle erhältlich.

Badewanne mit Einstieg

Duschen in der Badewanne ohne gefährliche Kletterei? Eine Badewannentür macht’s möglich. Bei diesem Modell öffnet und schließt sich die Tür elektrisch. Vier Motoren pressen die Dichtungen an die Wannenwand, Sensoren geben den Wasserzufluss erst bei geschlossener und dichter Tür frei. Andere Anbieter bauen die praktischen Öffnungen als herausnehmbare Tür auch nachträglich ein, dann allerdings ohne elektrischen Antrieb.

Foto: repa BAD GmbH to:

Küche

Foto: Küchen-Quelle

Halbhoch eingebaute Geräte, unterfahrbare Kochfelder und Arbeitsplatten sowie elektrisch höhenverstellbare Oberschränke sind nur einige der Ausstattungsmerkmale, mit denen eine Küche für Menschen mit Handicap ausgerüstet werden kann. Wichtig ist die Anpassung an die individuellen Körpermaße und Reichweiten. Sollen unterschiedlich große oder auch Menschen ohne Handicap in der Küche arbeiten, sind unterschiedliche Arbeitshöhen empfehlenswert. Für Rollstuhlfahrer günstig sind zurückgesetzte Schranksockel.

Elektrostecker

Foto: Busch-Jaeger

Kleines Teil, großes Ärgernis: Schutzkontaktstecker sind manchmal kaum aus der Dose zu bekommen. Die Lösung sind Steckdosen mit Auswurfmechanik. Die Alternative: ein neuer Kippstecker, der sich nicht nur besonders flach hinter Möbeln versteckt, sondern sich bei Bedarf auch von selbst aus der Dose hebelt.

Raumspartür

Foto: Küffner Rheinstetten/www.kueffner.de

Mehr Bewegungsfreiheit in engen Fluren und kleinen Räumen bietet eine Raumspartür. Das geteilte Türblatt knickt beim Öffnen ein. Dadurch reduziert sich der Schwenkbereich, was vor allem für Rollstuhlfahrer eine Erleichterung ist. Der Einbau ist nachträglich in nahezu alle Türzargen möglich.

Terrassenschwelle

Foto: Gutjahr

Der Schritt auf die Terrasse oder den Balkon gleicht einem Balanceakt, denn die Bauordnung schreibt einen Höhenunterschied von 15 Zentimetern zwischen Geländeoberkante und Türschwelle vor, damit kein Regenwasser reinläuft. Ein in der Höhe anpassbarer Gitterrost sichert den schwellenlosen Zugang und die ausreichende Drainage in einem. Zusätzlich leiten Drainagerohre beziehungsweise -matten sowie wasserdurchlässige Steinschüttungen anfallendes Regenwasser ab.