Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Aluminium – ein kritisches Element?


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 17/2018 vom 28.04.2018

Bisher wurden keine Hinweise auf eine direkte Schädigung des Pflanzenwachstums festgestellt.


Artikelbild für den Artikel "Aluminium – ein kritisches Element?" aus der Ausgabe 17/2018 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 17/2018

Abb. 1: Nadelbräune an Abies nordmanniana.


Fotos, Grafiken und Tabellen: F. Meints, D. Daum, H. Lösing

Abb. 3: Gesunde Tannen im fünften Standjahr auf lehmigen Sandboden mit einem pH-Wert von 3,8.


Aluminium kann bei hoher Verfügbarkeit im Boden das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Üblicherweise ist diese Problematik nur in stark sauren Böden anzutreffen. Bei Analysen zur Nährstoffversorgung von Baumschulböden mittels der CAT-Methode wurden allerdings als Nebenbefund an zahlreichen Standorten relativ hohe ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TASPO. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 17/2018 von Offene Gärten nach französischem Vorbild. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Offene Gärten nach französischem Vorbild
Titelbild der Ausgabe 17/2018 von Veiling Rhein-Maas: Wechselhaft im 1. Quartal. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Veiling Rhein-Maas: Wechselhaft im 1. Quartal
Titelbild der Ausgabe 17/2018 von „Wir gehen davon aus, dass es diese Mittel alle gar nicht braucht“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Wir gehen davon aus, dass es diese Mittel alle gar nicht braucht“
Titelbild der Ausgabe 17/2018 von KOMMENTAR: Grobe Information. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMMENTAR: Grobe Information
Titelbild der Ausgabe 17/2018 von Hinter den Kulissender TAPSO Awards: Das sagt die Branche!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hinter den Kulissender TAPSO Awards: Das sagt die Branche!
Titelbild der Ausgabe 17/2018 von UNTERNEHMEN IM GRÜNEN MARKT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
UNTERNEHMEN IM GRÜNEN MARKT
Vorheriger Artikel
„Die Technik kontrolliert mich und ich dann die Technik&ldq…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Neues von der IPM 2018 in Essen: Ausgangsmaterial für die Or…
aus dieser Ausgabe

Aluminium kann bei hoher Verfügbarkeit im Boden das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Üblicherweise ist diese Problematik nur in stark sauren Böden anzutreffen. Bei Analysen zur Nährstoffversorgung von Baumschulböden mittels der CAT-Methode wurden allerdings als Nebenbefund an zahlreichen Standorten relativ hohe Aluminiumgehalte festgestellt. Ob das hier erfasste Aluminium pflanzenbaulich relevant ist, sollte in der vorliegenden Untersuchung an Nordmanntannen (Abies nordmanniana ) geprüft werden.

Zehn Baumschulflächen aus dem Raum Pinneberg wurden in die Erhebung einbezogen. Alle Nordmanntannen waren im fünften Standjahr und wuchsen vorwiegend auf schwach lehmigen Sandböden, deren pH-Wert zwischen 3,8 und 5,8 lag. Die durchgeführten Boden- und Pflanzenuntersuchungen sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Da beim Anbau von Nordmanntannen immer wieder Probleme mit Nadelbräune (Abb. 1) auftreten, wurde dieses bislang noch ungeklärte Schadsymptom bei der Bonitur der Bäume berücksichtigt.

Aluminiumgehalt in Boden und Nadeln

Der Aluminiumgehalt im Boden stieg mit sinkendem pH-Wert exponentiell an. Besonders eng war diese Beziehung, wenn die Bodenproben mit Kaliumchlorid und Calciumchlorid (Abb. 2) extrahiert wurden. Bei den anderen geprüften Extraktionsmethoden zeichnete sich hingegen nur ein schwacher oder kein Zusammenhang zwischen dem pH-Wert und dem Aluminiumgehalt im Boden ab (Tab. 2). Auffällig war außerdem, dass die Höhe des gemessenen Aluminiumgehaltes stark von der Extraktionsmethode beeinflusst wurde. Die mit der CAT-Methode bestimmten Aluminiumgehalte lagen erheblich über den Werten der anderen Extraktionsverfahren. Dies dürfte auf den Chelator DTPA zurückzuführen sein, der im CAT-Extraktionsmittel enthalten ist und Aluminium in wasserlösliche Komplexe überführen kann. Bei der Bewertung des Aluminiumgehaltes im Boden müssen diese methodisch bedingten Unterschiede berücksichtigt werden.

Auf den Aluminiumgehalt der Nadeln hatte der pH-Wert des Bodens nur einen relativ geringen Einfluss (Abb. 2). Des Weiteren konnte nur ein schwacher Zusammenhang zwischen den Aluminiumgehalten in Boden und Nadeln festgestellt werden (R2 = 0,42). Offensichtlich verfügen Nordmanntannen über Mechanismen, die bewirken, dass Aluminium auch bei hoher Verfügbarkeit im Boden nur begrenzt aufgenommen oder in den Wurzeln festgelegt wird. Entsprechende Anpassungsstrategien sind von anderen Pflanzenarten bekannt, die bevorzugt saure Standorte besiedeln. Selbst auf dem Boden mit dem niedrigsten pH-Wert und dem höchsten Aluminiumgehalt blieben die Nadeln der Nordmanntannen vital (Abb. 3). Nadelbräune konnte in keinem der untersuchten Baumbestände beobachtet werden. Auch das Triebwachstum der Bäume stand in keinem Zusammenhang zu den Aluminiumgehalten in Boden und Nadeln.

Magnesium und Triebwachstum

Da in sauren Böden neben Aluminiumüberschuss auch Magnesiummangel auftreten kann, wurde dieser Nährstoff in die Analysen mit einbezogen. Erwartungsgemäß nahmen die Magnesiumgehalte im Boden mit sinkendem pH-Wert ab. Der Zusammenhang war jedoch bei allen geprüften Extraktionsmethoden nur relativ schwach ausgeprägt (Tab. 2). Andere Faktoren wie etwa eine vorausgehende Magnesiumdüngung dürften hier das Ergebnis beeinflusst haben.

Die im Boden gemessenen Magnesiumgehalte lagen unabhängig von der verwendeten Extraktionsmethode in einem ähnlichen Bereich (Tab. 2) und waren überwiegend der Gehaltsklasse C (40 bis 70 Milligramm pro Kilogramm Boden für lehmige Sandböden) zuzuordnen.

Auf den Magnesiumgehalt der Nadeln hatte der pH-Wert des Bodens keinen Einfluss. Allerdings zeichnete sich ein Zusammenhang zwischen dem Magnesiumgehalt der Nadeln und dem Triebwachstum der Nordmanntannen ab. Bei Unterschreitung eines Magnesiumgehaltes von etwa 0,7 Gramm pro Kilogramm in der Nadeltrockenmasse war die Länge des Terminaltriebes reduziert (Abb. 4). Magnesium ist ein essenzieller Bestandteil des Chlorophyllmoleküls. Eine unzureichende Versorgung mit diesem Nährstoff beeinträchtigt daher die Fotosynthese in den grünen Pflanzenteilen. Visuell erkennbare Nadelchlorosen traten aber in keinem der untersuchten Baumbestände auf.

Fazit

Die bisherigen Untersuchungen ergaben keine Hinweise darauf, dass hohe Aluminiumgehalte im Boden Nordmanntannen unmittelbar schädigen. Dennoch ist es ratsam, darauf zu achten, dass der pH-Wert im Boden nicht unter 5,0 sinkt, um einer Beeinträchtigung des Triebwachstums durch Magnesiummangel vorzubeugen. In stark sauren Böden unterliegt dieser Nährstoff verstärkt der Auswaschung. Außerdem kann die Magnesiumaufnahme der Wurzeln durch eine hohe Aluminiumkonzentration in der Bodenlösung gehemmt werden.
Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag, der auf dem Pflanzenschutzseminar für Weihnachtsbaumanbauer am 22. Februar 2018 in Ellerhoop gehalten wurde.

Abb. 2: Einfluss des pH-Wertes im Boden auf den Aluminiumgehalt im Boden (CaCl2-Extraktion) und in den Nadeln (n=10).


Abb. 4: Einfluss des Magnesiumgehaltes in den Nadeln auf das Triebwachstum der Nordmanntannen (MW ± SD, n=100 je Standort).


Die Autoren

Fendrik Meints studiert im Masterstudiengang Agrar- und Lebensmittelwirtschaft an der Hochschule Osnabrück.

Prof. Dr. Diemo Daum leitet das Fachgebiet Pflanzenernährung im Gartenbau an der Hochschule Osnabrück.

Dr. Heinrich Lösing leitet den Versuchs- und Beratungsring Baumschulen Schleswig-Holstein.