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Am runden Tisch


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Beat - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 05.10.2022

Carbon Based Lifeforms, Ian Boddy, Solar Fields & Banco de Gaia

Beat / Welche Kombination von Synthesizern, Samplern und Instrumenten sowie Effekten verwendet ihr für euren charakteristischen Sound?

Carbon Based Lifeforms / Wir benutzen einige Poly-Synths, wie den Dave Smith Prophet 12, Moog One oder Spectrasonics Omnisphere 2. Wir machen normalerweise kurze Sounds, die wir ziemlich schnell und zufällig triggern, die aber den Grundakkorden folgen. Diese entwickeln wir speziell dafür, durch große Reverbs zu gehen. Unser Ziel ist es, mit den Klängen bestimmte Farben oder Klangfarben in den Reverbs auszulösen. Ein weiterer wichtiger Teil ist die Verwendung einer Menge Filtermodulationen, sowohl zufällig bei jedem Trigger einer Note als auch in größeren Sweeps. Ein übliches Setup für eine Carbon-Based-Lifeforms-Textur besteht aus einem polyphonen Synthesizer, gefolgt von Soundtoys EchoBody, Filterfreak ...

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Bildquelle: Beat, Ausgabe 11/2022

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Beat / Eure Musik ist sehr filmisch. Denkt ihr in Bildern, wenn ihr an neuer Musik arbeitet?

Banco de Gaia / Definitiv. Es kann ein Bild sein, das die Musik inspiriert, oder es kann sein, dass die Musik die Bilder inspiriert, das hängt von jedem Stück ab. Ich liebe Francis Dhomonts Idee des „Kinos für das Ohr“: Musik, die die Vorstellungskraft so anregt, wie es starke Bilder können.

Solar Fields / Ich neige dazu, viel in Farben, Formen, Gestalten und Emotionen zu denken. Zum Beispiel klingt die Farbe Braun anders als Grün, das ist komplex und schwer zu erklären. Ich bin auch eng mit meiner Traumarbeit verbunden, ich träume viel und erinnere mich an alles.

Ian Boddy / Manchmal denke ich in Bildern und manchmal in Stimmungen. Oft führt mich die Musik auf den Weg, den sie gehen will, und manchmal habe ich ein bestimmtes Ziel vor Augen, das ich vielleicht erreiche, oder es tut sich ein neuer Weg auf. Ich vergleiche diesen Prozess oft mit einem Spaziergang durch einen schönen Wald. Es gibt ausgetretene und vertraute Pfade, die man oft benutzt, aber manchmal entdeckt man einen kleinen, versteckten Weg an der Seite, den man erkunden kann, wenn man möchte. Er kann in eine Sackgasse führen oder eine ganz neue Welt eröffnen. Es gibt keine Grenzen und kein Ende für deine musikalische Entdeckungsreise.

Carbon Based Lifeforms / Früher waren wir sehr visuell, wenn wir Musik geschrieben haben, aber heute ist es etwas anders. Bei der Entscheidung, welche Tracks wir fertigstellen, verwenden wir das, was wir „Gåshudstestet“ nennen, was bedeutet, dass wir beide Gänsehaut bekommen, wenn wir den Track behalten wollen. Es ist also eher ein emotionaler als ein visueller Prozess.

Es kann mit einem winzigen Sound oder einer Emotion beginnen, und wenn ich mich darauf einlasse, kommt der Fluss ganz natürlich. «

(Solar Fields)

Beat / Bei Ambient und verwandten Genres dreht sich alles um die Atmosphäre. Welche Tools und Techniken verwendet ihr, um diese Atmosphäre in euren Tracks zu erzeugen?

Banco de Gaia / Ich verwende gerne Feldaufnahmen, vor allem aus der Natur, da ich finde, dass dies ein sehr effektiver Weg ist, um eine Atmosphäre und eine Szene zu evozieren, um den Hörer an einen bestimmten Ort zu versetzen, mit der emotionalen Wirkung, den dieser haben kann. Allerdings verwende ich auch gerne abstrakte Klänge, vielleicht einen Teil einer Aufnahme, die aus dem Kontext gerissen wurde, um ein Gefühl oder eine Stimmung zu vermitteln, ohne sie an eine bestimmte Umgebung zu binden. Und dann gibt es noch die Verzerrung der Zeit, ein bisschen wie Zeitlupe oder Zeitraffer in der bildenden Kunst, die die Aufmerksamkeit des Hörers auf einen bestimmten Klang oder eine bestimmte Stimmung lenken kann.

Carbon Based Lifeforms / Wir arbeiten normalerweise mit mehreren Layern. Ein paar Synthesizer-Layer, ein Layer mit organischen Klängen, das sind in der Regel Feldaufnahmen von Tieren oder eine synthetisierte Version dieser Sounds. Der Trick besteht darin, es organisch klingen zu lassen. Und auch Filtersweeps sind ein Muss, um Build-Ups und Drops usw. zu betonen. Und zuletzt, aber wahrscheinlich am wichtigsten tonnenweise Hall. Solar Fields / Ich habe keine speziellen Werkzeuge, um Atmosphären zu erzeugen. Verzerrung spielt aber eine wichtige Rolle. Diese benutze ich allerdings nicht, um Signale zu verzerren, sondern um Frequenzen zu verstärken, die eine große Rolle in einem Sound spielen.

Ian Boddy / Wir alle wissen, dass man mit Sequenzern diese coolen Grooves der Berliner Schule produzieren kann, die sich endlos wiederholen, was natürlich toll ist. Aber in den letzten Jahren habe ich damit experimentiert, wie man Variabilität in die Sache bringen kann. Ich verwende also oft Systeme, die eine Chance bieten, dass ein Ereignis eintritt oder nicht. Eines der einfachsten Systeme ist für mich der Hermod-Sequenzer, bei dem ich die Wahrscheinlichkeit einstellen kann, ob ein Trigger gesendet wird oder nicht, was wiederum bedeutet, dass ein bestimmter Sound gespielt wird oder nicht. Darüber hinaus kann ich auch die Spannung steuern, sodass der Sound manchmal fast immer und manchmal fast gar nicht gespielt wird. Das bedeutet, dass ich durch subtiles Patchen und Verknüpfen von Spannungsquellen Atmosphären schaffen kann, die sich zu wiederholen scheinen, es aber eigentlich nie tun. Ich vergleiche das oft mit dem Beobachten eines vorbeifließenden Stroms. Es sieht irgendwie immer gleich aus, aber in Wirklichkeit wiederholt sich das bestimmte Muster des Wassers zu einem bestimmten Zeitpunkt wahrscheinlich nie genau.