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Am Wasser: Die Zauberkugel


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 40/2020 vom 05.06.2020

Eine schlichte Blei-oder Tungstenkugel mit einem russischen Namen macht unter Spinnanglern schon länger von sich reden: Cheburashka, ausgesprochen Tscheburaschka (und manchmal auch so oder ähnlich geschrieben). Nennen wir sie einfach Chebu. Barsch-Experte Johannes Dietel ist mit der Zauberkugel fremdgegangen – am Forellensee.


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Eine kleine Kugel vor dem Gummifisch – und ein großer Fang am Angelsee: Johannes Dietel (Bild rechts) hat das Chebu-Rig mit Erfolg auf Forellen ausprobiert.


Fotos: J. Dietel

Es zahlt sich aus, wie bei anderen Ködern auch , eine größere Auswahl an Köpfen schon mit Haken ausgestattet ...

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... zu haben. Dann kann man den Gummifisch schneller wechseln.


Die Cheburashka erobert den Forellensee! Das ist der Titel eines der meistgeklickten YouTube-Videos auf meinem „Barsch-Alarm“-Kanal. Ein Überraschungserfolg. Die als SchonzeitÜberbrückungsvariante gedachte Episode hat einen Run auf kleine Chebus, spezielle Haken und meine Lieblingsgummis ausgelöst. Es gab so viel gutes Feedback, dass feststeht: Ja, die Chebu hat auch am Forellensee eingeschlagen wie eine Bombe und wird sich flächendeckend einen Platz in den Köderboxen der Trutten-Fans erobern. Denn wer’s einmal probiert hat, bleibt dran.

CHEBU-VORTEILE: FLEXIBEL FÄNGT BESSER!

Auf den ersten Blick ähnelt eine Cheburashka einem Jigkopf, wie man ihn vom Zanderangeln kennt. Bei genauerer Analyse werden gravierende Unterschiede deutlich. Die Öse sitzt mehr oder weniger horizontal. Dadurch läuft der Köder beim Durchkurbeln etwas tiefer. Durch das Spiel des Hakens in der Drahtschlaufe bewegt sich der Köder freier als an einem Jigkopf und das macht die Forellen kirre. Einmal gehakte Fische können sich nicht abschütteln, da sie keinen festen Hebel finden. Außerdem braucht man die Gummis nicht immer vom Haken ziehen. Der montierte Haken wird einfach an eine leichtere, schwerere oder andersfarbige Chebu montiert.

CHEBU-MODELLE: TUNGSTEN BESSER ALS BLEI!

Cheburashkas gibt’s aus Blei und Wolfram (Tungsten). Die Bleikugeln sind billiger. Die Tungsten-Versionen sind bei gleichem Gewicht deutlich kleiner. Deshalb haben sie weniger Luft-und Wasserwiderstand, fliegen also weiter und sinken schneller als gleich schwere Blei-Chebus. Außerdem gibt es Tungsten-Chebus auch in den verschiedensten Farben: Chartreuse, Weiß, Pink, Schwarz… So kann man zusätzliche Anreize setzen und mit den Köderfarben spielen. Ich empfehle Gewichte von 1 bis 10 g – je nach Tiefe des Angelteichs.

Zum Ködergewicht: Die Forellen stehen schwerpunktmäßig in einer bestimmten Wasserschicht. Manchmal flach unter der Oberfläche. Manchmal dicht über dem Grund. Ich wähle das Bleigewicht so, dass ich bei mittlerer Geschwindigkeit in dieser Tiefe unterwegs bin. Am Anfang eines Angeltags muss man ein bisschen probieren und ggf. auch auf Veränderungen wie Lichtverhältnisse, Windrichtung oder Sonneneinstrahlung reagieren.

Der erste Biss erfolgt weit draußen.


Die Forelle zeigt sich sprunggewaltig, doch den losen Haken kann sie nicht abschütteln.


Das Ende naht, der Kescher ist bereit.


Die Forelle ist perfekt vorn gehakt.


CHEBU-HAKEN: ZWECKENTFREMDET!

Die Barsch-und Zanderangler verwenden meistens Offset-Haken zum Chebu-Angeln, weil sie die Montage meistens einsetzen, um über den Grund zu schaben oder in versunkenen Bäumen und Büschen zu fischen. Forellen-Experten kurbeln die Chebu meistens durchs Mittelwasser. Da muss man den Haken nicht im Köder verstecken wie das die Barsch-Freaks tun. Das würde nur zu Fehlbissen führen. Stattdessen verwenden wir am besten langschenklige und superscharfe Spoon-Haken, auf die wir die Köder aufziehen. Damit sie nicht von den Forellen abgezogen werden, sichern wir sie mit speziellen Perlen oder einem kleinen Stück Fahrradschlauch, das wir über die Hakenspitze auf den Köderrücken drücken.

CHEBU-SCHNUR: MONO ODER GEFLECHT?

Das ist eine Glaubensfrage. Anders als beim Spoon-Fischen, bei dem ja Mono als das Maß aller Dinge gilt, gibt’s für beide Schnurtypen Argumente. Das größte für die geflochtene Schnur ist, dass man sehr dünne Schnüre benutzen kann, die besonders die leichtesten unter den leichten Chebus weiter hinaus befördern. Mehr Wurfweite bedeutet oft mehr Fisch. Deshalb angle ich mit Geflecht, konkret mit einer 0,07er-Kairiki. Die ist weich, fliegt super und hält auch die stärksten Fische.

Mit einem Schnurverbindungsknoten knüpfe ich dann noch ca. 1,5 m Fluorocarbon vor. Das dient mir erstens als Puffer (es dehnt sich eher als Geflecht), zweitens als optische Unterbrechung zwischen dem Köder und der farbigen Geflochtenen. Ich kenne das so vom Barschangeln. Da macht’s oft einen großen Unterschied, ob man mit Fluorocarbon-Vorfach fischt oder nicht.

CHEBU-GERÄT: BESONDERE SPITZE

Sehr gern fische ich Solid-Tip-Ruten, also Ruten mit einer Vollcarbon-Spitze. Ich habe den Eindruck, dass man so mehr Fische hakt als mit anderen Spitzen. Außerdem bringt das nochmal mehr Wurfweite bei den kleinen Chebus. Es gibt hier auch lange und feine Ruten, mit denen man nochmal ein paar Meter herauskitzeln kann.

Ich wünsche viel Erfolg beim Austesten der Zauberkugeln und melde mich schon in der nächsten Ausgabe wieder mit einem anderen Barsch-System, das auch Forellen verrückt machen wird!

Der erste Fang mit Chebu ist schon einen kleinen Freudenhüpfer wert.


Beim nächsten Drill gibt es Kescherhilfe von der Tochter.


Schwungvoll eingesackt. Auch das ist kein kleiner Fisch.


Gleich zwei Bewunderer für Papas Beute – dank Chebu-Rig.


Kleine Chebu-Kunde

Für alle, die noch nicht von der kleinen Fangmaschine gehört haben: „Tscheburaschka“ ist im Original eine Phantasiefigur aus einem russischen Kinderbuch bzw.-film. Markenzeichen des kleinen Knuffeltiers sind ein runder Kopf und zwei große Ohren (Foto unten). Genau so sieht auch die Blei-Kugel aus mit ihren ungleich großen Ösen (rechts). Der Draht, an dem die Ösen sitzen, lässt sich herausnehmen (Foto rechts unten). In die größere Öse fädelt man einen Haken ein, an die andere kommt später die Schnur.

Autor Johannes Dietel ist Experte für Barsch und Zander und betreibt eine Website für Raubfischangler (www.barsch-alarm.de), auf der er u.a. zahlreiche Montagen für Gummifische vorstellt, von denen viele auch am Forellensee funktionieren. Einfach mal ausprobieren!