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AMALFI KÜSTE


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 06.07.2021

EUROPA

Artikelbild für den Artikel "AMALFI KÜSTE" aus der Ausgabe 3/2021 von Clever reisen!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Wenn die vielen Treppenstufen nicht wären, dann würde ich hier in Amalfi gern alt werden. Beinahe endlos ziehen sich steile Treppen zwischen Terrassengärtchen hinab bis ans blaue Meer. Wer keine Kniebeschwerden hat, kann jeden Schritt genießen. Nach jeder dritten oder vierten Stufe bietet sich ein neuer, phantastischer Ausblick. Unten schimmert das Meer von türkisblau bis smaragdgrün. In den kleinen Terrassengärten leuchten weiße Zitronenblüten oder goldgelbe Früchte, die wie vergessene Weihnachtskugeln an den Bäumchen hängen. Die krassen Rot- und Lilatöne der Bougainvilleas bezaubern. Der Duft von Myrrhe und Rosmarin betört die Sinne. Ja, es wäre eine Lust für immer hier zu leben. Wenn eben nicht die steilen Treppen wären. Dolce Vita in Amalfi hat seine Tücken.

Nur rund 40 Kilometer lang erstreckt sich die wohl spektakulärste Küste Italiens, die von den Einheimischen „Amalfitana“ genannt ...

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... wird. Etwa 85 Kilometer vom chaotischen Neapel entfernt beginnt ein kleines, malerisches Paradies. Jetzt in Coronazeiten ist sie sogar noch schöner als noch vor zwei Jahren. Denn die Horden von Tagestouristen bleiben weg. Richtig voll wird es nur zwischen Mitte Juli und Ende August, wenn auch die Einheimischen Ferien haben.

Ich war einmal im Juni und später noch Anfang September da. Beim zweiten Besuch ließ ich mir zwei Wochen Zeit. Da fand ich dann den Ort, in dem auch ein etwas fußlahmer Rentner an der Amalfitano restlos glücklich werden kann.

Maiori heißt das Städtchen, fast am Ende der Amalfiküste. Zwar kleben auch dort creme-, aprikot-und rosafarbenen Häuser wie Schwalbennester an den Felsen. Aber vor der bunten Häuserkulisse dehnt sich der längste Strand des Küstenabschnitts mit hellem, feinen Sand. Auf der Promenade lässt es sich bequem flanieren. Gleich dahinter stehen Hotels und Apartementhäuser mit vergleichsweise für Italien günstigen Preisen (1 Woche ab 563 Euro). Da ich das Doppelzimmer allein belege, kann ich sogar handeln.

Die berühmtesten Orte liegen von Maiori in Richtung Vesuv: Ravello thront hinreißend schön auf einer rund 300 Meter hohen Felsterrasse über dem Meer. Es gilt als die italienische Wagnerstadt. Denn hier überwand der Komponist im Mai 1880 eine Schaffenskrise. Er arbeitete an seiner Oper „Parsifal“ und kam nicht weiter. In den überwucherten Höfen der „Villa Rufolo“ rief er begeistert: „Klingsors Zaubergarten ist gefunden“. Er konnte den zweiten Akt der Oper vollenden. Zu Ehren des Komponisten gibt es im Ort das „Hotel Parsival“ und das „Hotel Graal“, sowie im Sommer ein Wagnerfestival. Die „Villa Rufolo“ kann täglich zwischen Mai und Oktober ab neun Uhr bis Sonnenuntergang besichtigt werden. Der Blütengarten und eine Zypressenallee sind einzigartig. Die Aussicht aufs Meer und die bizarre Küste bleiben in ewiger Erinnerung.

Ausflug zur Smaragdhöhle

An Amalfi vorbei fahre ich zur “Grotta dello Smeraldo“ (Smaradgrotte). Sie liegt in einem Schluchtenlabyrinth in der Nähe des ehemaligen Fischerdorfes Praiano. Von einem kleinen Platz aus kann man zur Grotte absteigen. Ich nehme den Aufzug und bestaune in der Höhle die riesigen Tropfsäulen, die im smaradgrünen Schimmer wie Edelsteine leuchten (geöffnet von April bis Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr).

Positano ist das nächste Ziel. Dort ließ sich Anneliese Rothenbergen in den siebziger Jahren für ihre Fernsehshow durch die engen, bunten Gassen kutschieren. In einem Café genieße ich Cappuccino und köstliches Eis. Schriftsteller wie John Steinbeck und Stefan Andres sowie der Regisseur Franco Zeffirelli ernannten es zu ihrem Lieblingsort. Wer ins Meer tauchen will, läuft zum kleinen, kieseligen Strand und genießt die Nachmittagssonne.

Sorrento ist aus Richtung Süden der letzte und von Neapel aus der erste Urlaubsort der einmaligen Küste. Gegenüber liegt der Vesuv. Nobelhotels aus der Belle Epoche und eine gepflegte Uferpromenade zeugen von den glanzvollen Zeiten, die noch immer nicht verblasst sind. Zentrum ist die Piazza Torquato Tasso, genannt nach dem berühmten Renaissancedichter (1544 bis 1595), der hier geboren wurde. Auch ein Spaziergang zur Piazza Gargiulo muss sein. Dort steht das klösterliche Konvent San Francesco. Sein Kreuzgang führt zum früheren Klostergarten „Villa Comunale“, einem der schönsten Stadtparks der Welt. Von der Aussichtsterrasse blicke ich über den Golf. Im Hintergrund erhebt sich der Vesuv. Im Geiste höre ich den Geigen-Evergreen „Erinnerungen an Sorrent“. Kitschig ist wunderschön.

GUT ZU WISSEN AMALFI-KÜSTE

BESTE REISEZEIT: Mai bis Juni sowie September bis Mitte Oktober. Die Sommermonate sind sehr heiß.

ANREISE: Mit dem Flugzeug nach Neapel. Von dort mit dem Bus (4 Euro), dem Zug (ab 32 Euro), einer Fähre (ab 30 Euro) oder einem Mietauto über die A 3 Richtung Salerno. Kurz vor der Ausfahrt Pompeji auf die Abzweigung Castellammare di Stabla abbiegen und auf der sehr kurvenreiche Küstenstraße weiterfahren. Flüge bis Neapel ab Düsseldorf oder Frankfurt mit Ryanair, Swiss Air, Alitalia ab 150 Euro. Vor der festen Buchung aufpassen. Coronabedingt gibt es wenige Nonstopflüge, viele Verbindungen führen über lange Zwischenstationen.

ÜBERNACHTUNGSTIPP: „Hotel Villa Bella Vista“ (3*) in Praiano. Schöne Zimmer mit wunderbarer Terrasse und Meerblick, sehr zentrale Lage für Wanderungen und Busfahrten nach Positano, Amalfi, Sorrent. Eine Woche ab 590

Euro (p.P./DZ) inkl. Frühstück und Flug. Infos: www.its.de.

NEBENKOSTEN: Großes Ärgernis vieler Touristen sind die Zusatzkosten für ein Gedeck (Bestecke, Servietten), die je nach Restaurant zwischen 50 Cent und 5 Euro kosten können. Es sollte also vor der Bestellung geprüft werden. Sehr lecker und günstig: Restaurants im Hinterland, etwa das „Antico Francischiello“in Massa Lubrense in der Nähe von Sorrento. Spaghetti mit Venusmuscheln oder Shrimps mit Orangensauce oder Tintenfischsalat ab 11 Euro, Dreigang-Menüs ab 18 Euro. Günstig: Pizza an Bistroständen oder auf einem Wochenmarkt. Die ganze Pizza wird auf Wunsch gedrittelt. Stück ab 3 Euro.

AUSFLUGSTIPPS: Mit dem Motorboot ab Sorrento nach Capri, Tagesausflug ab 65 Euro. Mit der Fähre hin und zurück 34 Euro.

Das ruhige Praiano ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Positano, Amalfi, Sorrento, Ravello. Wanderungen: „Valle delle Ferriere“ in Amalfi und „Sentiero die Dei“ (Weg der Götter) = geht von Amalfi (mit dem Bus nach Agerola-Bomerano) und unter dem Himmelszelt zu Fuß nach Positano. 1x sollte man mit dem Boot von Amalfi nach Positano fahren (oder umgekehrt). Boote fahren zw. 9 und 18 Uhr fast stündlich. Toller Blick vom Meer zur Küste. Amalfiküste heißt aber auch: täglich Treppensteigen.

Busfahren: Fahrscheine vorher im Tourismusbüro (Tageskarten gibt es nur in Amalfi) oder Tabacchi-Laden kaufen. Mit Mietwagen hat man große Schwierigkeiten einen Abstelloder Parkplatz zu finden.

BUCHTIPP: „Neapel & Amalfiküste“, 300 Seiten 19,99 Euro, Lonely Planet.

INFOS: www.enit.de