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AMBIENT TOTAL DOWNBEAT, BASS & TRIBAL TRAP SO ENTSTEHEN GECHILLTE HITS


Beat - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 04.12.2019

Keine Frage, Ambient ist eine der zeitlosesten Stilrichtungen der elektronischen Musik. In den letzten über 50 Jahren hat sich das Genre enorm weiterentwickelt und sich für neue Einflüsse geöffnet. Ebenso hat Ambient Stile wie Chillout, Downtempo, Dream Pop und Chillwave beeinflusst. Bei all diesen Genres stehen atmosphärische Klangtexturen, facettenreiche Drones und futuristische Beats mit Tiefe im Vordergrund. In unserem großen Spezial zeigen wir Ihnen, wie Sie die Signature-Sounds von Artists wie Nils Frahm, Solar Fields, Robot Koch und Tim Hecker erzeugen. Freuen Sie sich außerdem auf Tipps, ...

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Bildquelle: Beat, Ausgabe 1/2020

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Seit den frühen Ambient-Werken von Pionieren wie Brian Eno und Harold Budd hat sich bei dieser Sitlrichtung viel getan. So entstanden Subgenres, in die auch Elemente aus Techno, House, World Music, Industrial, Metal oder auch Pop einfließen. Die Resultate sind wie bei Ambient-House, -Dub, -Electronica und -Pop teilweise deutlich leichter zugänglich als die Frühwerke. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Subgenres wie Dark Ambient sowie Hybride mit Noise-Elementen, die weitaus düsterer und sperriger ausfallen. Mit Drones gibt es zudem einen puristischen und recht minimalistischen Unterstil, der schnell verblüffend populär wurde.

Heutzutage wird Ambient meist in einem weiteren Sinne als atmosphärische Musikrichtung mit facettenreichen Texturen verstanden. Die Palette reicht dabei von klassischen Ambient-Tracks ohne Beat bis hin zu dem düsteren Puls von Ambient-Techno. Das Duo Desert Dwellers, das seine Musik als „World Electronic Music“ bezeichnet, zeigt sich von der Entwicklung begeistert: „Es scheint eine neue Welle mit vielen Künstlern zu geben, die Ambient-Elemente in ihren Sound integrieren. Das aktuelle Tool-Album hat z. B. mehrere wirklich coole Ambient-Soundscapes. Weitere Beispiele sind Künstler wie David August, die komplette Ambient-Alben machen und natürlich Künstler wie Tipper, Shpongle und Eat Static, deren Musik schon immer diese Seite hatte. Es gibt auch eine ziemlich coole Bewegung von mit Produzenten, die Ambient mit modularen Synthesizern erzeugen. Ambient besitzt eine zeitlose Art von Sound, der immer viele verschiedene Arten von Menschen anspricht.“

Lebendige Klangwelten

Die für Ambient typischen schwebenden Sounds spielen längst schon nicht nur in dieser Stilrichtung, sondern auch in anderen Genres wie Downtempo, Chillout, Dream Pop und Chillwave eine wichtige Rolle. Doch wie erzeugt man diese vielschichtigen atmosphärischen Klangwelten und Drones? Eine gute Grundlage ist ein einfacher Pad-Sound, den Sie mit den meisten (virtuell-)analogen Synthesizer erzeugen können. Sägezahn-oder Rechteckwellenformen leisten hier gute Dienste. Verstimmen Sie zwei oder mehrere Oszillatoren leicht gegeneinander, um einen dichten Grundklang mit dezenten Schwebungen zu erhalten. Für etwas mehr Schutz können Sie dem Sound noch etwas weißes Rauschen beimischen. Dämpfen Sie die Frequenz des Tiefpassfilters nach Belieben, damit das Pad etwas dumpfer klingt. Bei den Lautstärke-und Filterhüllkurven sind lange Attack-und Release-Zeiten einzustellen. Durch eine langsame Modulation von Syntheseparametern wie der Filterfrequenz oder der Pulsweite sorgen Sie auf subtile Weise für Bewegung im Klanggeschehen. Den resultierenden Sound können anschließend nach Ihren Wünschen formen. Noch mehr Klangschwebungen gefällig? Dann veredeln Sie die Fläche doch mit einem Chorus-oder Phaser-Effekt. Für die gewünschte Tiefe und Räumlichkeit sorgen schließlich Delay-und Halleffekte.

Layering und Arrangement

Viele Sounddesigner kombinieren für atmosphärische Klangtexturen und Drones mehrere Sound-Layer und automatisieren oder modulieren ihre Pegel und Klangeigenschaften individuell. Probieren Sie für besonders vielschichtige Texturen einmal eine Kombination aus Synthesizer-Sounds, stark mit Hall versehenen Instrumenten und geräuschhaften Komponenten aus. Bei der Filterung der verschiedenen Layer können Sie ruhig beherzt vorgehen, damit sich diese gut zusammenfügen. Effekte wie Kompression, Sättigung sowie Delay und Reverb helfen, die einzelnen Parts schließlich klanglich zusammenzuschweißen. Da in Ambient & Co. sich langsam entwickelnde Synthesizersounds und fließende Übergänge statt abrupter Breaks angesagt sind, sind subtile Methoden gefragt, um für Abwechslung zu sorgen. Durch Automation und Modulation der Lautstärke sowie der Klangparameter der einzelnen Layer können Sie auf einfache Weise den Spannungsverlauf Ihres Tracks gestalten. Auch durch die Automation von Effektparametern lassen sich subtile Bewegungen erzielen.

Raum für Experimente

Unverbrauchte und eigenständige Klänge lassen sich ferner durch das Einbetten von Field-Recordings und „Found Sounds“ erschaffen. Es lohnt sich also, Klangquellen wie Natur-und Umgebungsgeräusche aufzunehmen und diese kräftig durch die Effektmangel zu drehen: So kann man aus den Umgebungsgeräuschen eines Waldes originelle Pads erzeugen, wie unser Workshop zeigt. Perkussive Geräusche eignen sich hingegen hervorragend, um Beats zu unterstützen und lebendiger zu gestalten. Programmieren Sie Ihre Grooves für die in Downtempo, Dream Pop und Ambient so angesagten „Zeitlupen-Beats“ doch einmal im halben Songtempo. Mit einem Delay mit punktierten Notenwerten können Sie den Rhythmus schließlich auffüllen. Den „verwaschenen“ Klangcharakter liefert schließlich ein Halleffekt. Dabei ist es sinnvoll, die tiefen Frequenzen des Hallsignals herauszufiltern, damit der Beat trotz langer Hallfahnen transparent klingt. Experimentieren Sie außerdem mit rhythmischen Filtereffekten sowie Pitch-Shifting und Time-Stretching für Slow-Motion-Grooves. In Genres wie Ambient oder Chillout, bei welchen der Fokus nicht auf Tanzbarkeit, sondern auf Atmosphäre gerichtet ist, können Sie gern auch einmal aus dem 4/4-Takt ausbrechen und mit ungewöhnlicheren Metren wie 6/8 experimentieren.

Atmo-Sounds aus einfach allem machen

von Beat-Autor Marco Scherer

Atmosphärische Sounds werden meiner Meinung nach von vielen Produzenten unterschätzt oder gar ganz außen vor gelassen. Dabei finde ich, dass sich Tracks gerade damit in eine bestimmte Landschaft oder einen definierten Kontext versetzen lassen. Und es ist so leicht, eigene Texturen zu erzeugen, die man unter eine Fläche legen oder mit einem Beat kombinieren kann. Manchmal entwickeln sich daraus sogar wieder neue Ideen für Melodien. Für Atmo-Sounds nutze ich am liebsten Aufnahmen aus der Natur, etwa wenn ich im Wald spazieren gehe oder im Garten sitze. Einfach die Recorder-App auf dem Handy starten und sich ein paar Minuten ruhig verhalten. Die Aufnahmen lassen sich dann entweder im Original in einen Track einbauen oder ich bearbeite sie etwas, beispielsweise mit Hoch-und Tiefpassfiltern, damit Rauschen und Bässe verschwinden. Ein wahres Wundermittel ist Time-Stretching: Auf vierfacher Länge (400% Stretching) und mit viel Reverb klingen Grillen-, Vogel-und andere Naturgeräusche ziemlich abgefahren. Unbedingt ausprobieren!