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AMIGOS: Unsere Schutzengel machen einen guten Job


StadlPost - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.07.2019

DAS EXKLUSIVINTERVIEW zum neuen Album!

Artikelbild für den Artikel "AMIGOS: Unsere Schutzengel machen einen guten Job" aus der Ausgabe 5/2019 von StadlPost. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: StadlPost, Ausgabe 5/2019

„Wir sind zwei Musiker, ihr seid die Amigos“: Bernd und Karl-Heinz Ulrich bedanken sich bei jedem Konzert. Ihre Fans sind ihre Basis – und das vergessen sie nie


CD-TIPP: 15 Lieder, die Herz und Seele gut tun: „Babylon“ (TELAMO) liefert Musik gegen Einsamkeit und soziale Kälte. Die Brüder aus Nordhessen schenken mit inhaltlichem Tiefgang Mut und Hoffnung.

STADLPOST : Lieber Bernd, lieber Karl-Heinz, sehnsüchtig von den Fans erwartet erschien euer neues Album am 26. Juli. 16 Titel inklusive eines Hitmix. Hier bitte ein paar Worte zur neuen CD!
DIE AMIGOS : Durch den ...

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STADLPOST : Lieber Bernd, lieber Karl-Heinz, sehnsüchtig von den Fans erwartet erschien euer neues Album am 26. Juli. 16 Titel inklusive eines Hitmix. Hier bitte ein paar Worte zur neuen CD!
DIE AMIGOS : Durch den Kontakt mit den Fans und das gemeinsame Live-Erlebnis bekommen wir mit jedem neuen Album und mit jedem einzelnen Konzert auch nach so vielen Jahren auf der Bühne durch die Nähe zu unseren Fans ein immer besseres Gespür dafür, was ihnen wichtig ist und was sie beschäftigt. Das sind dann genau die Themen, die wir mit unseren Liedern aufgreifen. Vor allem die Gespräche nach den Auftritten bei den Autogrammstunden und die Fanbriefe, die wir bekommen, sind für uns ganz wichtig! Das bestätigt uns auch jedes Mal darin, dass sich jeder Kilometer lohnt, wenn wir die Freude und das Glück und den Trost sehen, den wir mit unseren Liedern schenken können. Und auch, dass wir uns auch nach jedem Konzert beim Autogrammeschreiben Zeit für Gespräche nehmen, wenn ein Fan etwas auf dem Herzen hat …

STADLPOST : Gibt es einen Song, der euch besonders am Herzen liegt?
DIE AMIGOS : Uns liegen alle Songs am Herzen! Sozialkritische Themen, wie im Lied „Schattenreiter“ – mit dem wir auf die Klima-und Umweltproblematik hinweisen möchten – sind uns natürlich auch persönlich allein deshalb sehr wichtig, weil wir auch an die nachfolgenden Generationen denken. Wie unsere eigenen Kinder und Enkelkinder.

STADLPOST : Endlich hat es auch „Elvis lebt in meinen Träumen“ auf das Album geschafft. Die Jugend mit Elvis und Rock’n’Roll – welche Bilder und Erinnerungen löst er bei euch aus?
DIE AMIGOS : Elvis war ein ganz besondere Musiker, der am Anfang auch Schwierigkeiten damit hatte, dass seine Musik auch gespielt wurde. Er ist sich dennoch treu geblieben, hat sich durchgesetzt und den Rock’n’Roll-Stil hat er geprägt wie kein anderer. Graceland und Chevrolet – das ist Elvis und das Lebensgefühl, das wir damit verbinden. Auch wenn wir selbst noch nie dort waren. „Kiss me quick“ und auch „Love me tender“ hatten wir früher im Programm, als wir noch gecovert haben. Anfang der 70er haben wir die Amigos gegründet und da war Elvis gerade richtig gut dabei!

Bei Autos beginnen ihre Augen zu leuchten! Ganz besonders bei Chevys aus Amerika. Die sind einfach nur cool


STADLPOST : Ihr sagt, ihr besingt nicht die heile Welt. Aber wollen die Fans nicht auch manchmal genau die?
DIE AMIGOS : Deswegen haben wir immer wieder eine Auswahl auf unseren Alben, bei der für jeden was dabei ist. Die Titelauswahl treffen wir aufgrund der Gespräche und Erlebnisse mit unseren Fans. Vor allem auf die Lieder mit den traurigen Themen bekommen wir das bewegendste Feedback. Von Menschen, die sich mit ihrem eigenen Schicksal darin wiedererkennen, sich mit dem Song identifizieren und daraus Trost, Mut und neue Kraft schöpfen. Was wir da alles erleben und anvertraut bekommen, da kann man gar nicht ans Abheben denken. Wir sehen uns vor allem als Freunde unserer Fans.

STADLPOST : Was macht ihn eigentlich aus – den bewährten Amigos-Sound?
DIE AMIGOS : Zweistimmiger Gesang, die Lieder sind tanzbar und gehen gut ins Ohr, sodass man auch gut mitsingen kann. Das ist für uns bei Konzerten das Größte! Das ist der typische Amigos-Sound, den wir gemeinsam mit unserem Produzenten und dritten Amigo Mick Dorth herausgearbeitet haben. Seit 2007 sind wir ein untrennbares Team.

STADLPOST : Wo sind beim musikalischen Experimentieren bei euch die Grenzen?
DIE AMIGOS : Musikalisch sind wir offen. Rap oder Hip-Hop, Metal, alle Stile haben ihre Berechtigung und ihre Fans, aber wir stehen halt auf deutschsprachigen Schlager. Und da können die Texte ja durchaus auch sozialkritisch sein und auch schwerere Themen anfassen, wie wir das mit unseren Alben ja schon lange durchziehen. Die Grenzen sind bei uns inhaltlich aber auch ganz klar abgesteckt, den rechten und linken Sumpf besingen wir auf keinen Fall, und auch bei Rassismus hören bei uns die Geschichten auf. Bei menschenverachtenden Texten verstehen wir keinen Spaß.

STADLPOST : Von Rio bis nach Tokio – träumt ihr noch von Reisen in die weite Welt oder nicht mehr so sehr?
DIE AMIGOS : Wir träumen von nichts mehr, wir sind durch unsere Konzerte so weit herumgekommen. An echte Traumziele, und wir wurden überall herzlich willkommen geheißen. Der Hammer war kürzlich das Alpen-Flair Festival in Südtirol. Dort in der Nähe hatten wir auch die Videoclips zum Album Babylon aufgenommen. Die österreichischen Berge und die Kanaren sind seit vielen Jahren unsere Urlaubsparadiese. Wir haben’s nicht so mit den Fernreisen. Wir singen lieber über die weite Welt – und müssen da nicht auch noch extra hin fliegen(beide lachen) .

Die Frauen halten ihnen den Rücken frei. Doris (l.) und Heike sind immer mit dabei, wenn ihre Männer Karl-Heinz und Bernd unterwegs sind


Keine große Musik-Show ohne die AMIGOS. Hier beim Start vom „ZDFFernsehgarten“. Die Sänger sind fast das ganze Jahr unterwegs


Bernd ist sehr stolz auf seine Tochter Daniela, die inzwischen selbst mit ihrer Musik die Charts stürmt


STADLPOST : „Die Legende von Babylon“ – das ist in eurem Lied ein Sehnsuchtsort, wo die Seele Frieden findet und ein „Engel der Liebe“ Erlösung bringt. Wie kamt ihr denn auf dieses Motiv?
DIE AMIGOS : Es gibt ganz Menschen da draußen, die Engel der Liebe sind. Für Alte, Kranke und einsame Menschen und für viele, die auf Hilfe angewiesen sind. Und wenn jeder ein bisschen auf den Nachbarn schaut, dann sind wir dem Frieden ein ganzes Stück näher. Babylon kann überall sein und steht symbolisch über dem Album …

STADLPOST : Babylon als ein Ort der Sehnsucht nach dem Paradies?
DIE AMIGOS : Ja, es ist ein Ort, an dem alles besser ist. Wo Engel über uns wachen. Mit diesem Lied können sich die Fans ein Paradies erträumen. Das hat etwas unheimlich Tröstliches!

Chefredakteurin Andrea Baron traf Bernd und Karl-Heinz im Europa-Park Rust vor der Aufzeichnung von „Schlagerspaß mit Andy Borg“


STADLPOST : Und wie stellt ihr euch das Paradies vor?
AMIGOS : Wir müssen uns das Paradies nicht vorstellen, denn wir haben es als Kinder erlebt. Bei uns daheim. Es war immer Leben auf der Dorfstraße, jeder grüßte jeden. Die ganze Natur mit ihren Wäldern, Wiesen und Bächen war für uns ein einziger Spielplatz! Es ging einfach menschlicher zu. Die Zeit vergessen wir nicht!

STADLPOST : In euren Liedern geht es ja thematisch sehr oft um das Paradies und auch um Engel. Glaubt ihr denn auch persönlich an himmlische Wesen?
DIE AMIGOS : An Schutzengel, ja. An die glauben wir unbedingt. Unsere machen wirklich einen guten Job. Die hatten wegen uns schon viel zu tun. Die passen wirklich gut auf uns auf. Unsere Fans schenken uns auch ganz viele Engelsfiguren. Eine hängt bei uns am Rückspiegel, andere stehen bei uns daheim.

STADLPOST : „1000 Vaterunser“ greift ein christliches Motiv auf – welche Rolle spielt der Glauben allgemein für euch?
DIE AMIGOS : Wir sind der Meinung, wer nicht glaubt, ist allein.

STADLPOST : Ein Lied geht ganz besonders unter die Haut: „Ein weißes Kreuz“ …
DIE AMIGOS : Wir sind ja im Jahr um die 140.000 Kilometer unterwegs. Da bekommt man viel zu sehen und ist manchmal sogar selbst in Gefahr. Was uns mit den Jahren aufgefallen ist, sind die vielen Kreuze an Autobahnen und Landstraßen. Die meisten von ihnen sind weiß angestrichen. Es stehen flackernde Kerzen davor, manchmal mit Bild. Oft Blumen oder Teddybären. Das hat uns sehr ins Grübeln gebracht. Jeder tödliche Unfall reißt ja auch die ganze Familie des Verunglückten in den Abgrund. Eine Mutter weint um ihren Sohn, eine Frau um ihren Mann, Großeltern um ein Enkelkind. Jeder Unfall auf der Straße ist ein Unfall zu viel, und wir sollten auch an die denken, die dann um einen geliebten Menschen trauern müssen.

STADLPOST : Wird es denn auch irgendwann einmal ein Amigos-Album geben, auf dem nur Liebesliedern sind?
DIE AMIGOS : Nein, denn dann wäre es einfach kein Amigos-Album mehr! Wir möchten das ganze Leben einfangen mit unseren Liedern.

STADLPOST : Viele Fans befürchten, dass ihr in nicht mehr allzu langer Ferne Abschied von der Bühne nehmt – könnt ihr denen diese Angst nehmen?
DIE AMIGOS : Für Musiker gibt es kein Rentenalter. Wir haben uns keinen festen Zeitpunkt gesetzt. Aber wenn es soweit ist, werden unsere Fans die Ersten sein, die das erfahren. Aber bitte bis dahin nicht die Zeit über Trübsal blasen, sondern das Leben lieber mit unseren Liedern genießen. Uns macht es bis heute einen Riesenspaß, auf der Bühne zu stehen und mit unseren Titeln die Menschen zu begeistern, weil sie die Texte so annehmen und alle Lieder mitsingen können. Das ist toll zu erleben. Wir freuen uns auf jedes einzelne Konzert! ■


FOTOCREDITS: KERSTIN JOENSSON / DPA PICTURE ALLIANCE / PICTUREDESK.COM

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