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AMK-Mitgliederversammlung: Gut gestimmt


KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 30.04.2019

Die Herausforderungen wachsen für die deutsche Küchenbranche. Das wurde während der AMK-Mitgliederversammlung deutlich. Dennoch herrschte auch in diesem Jahr eine positive Grundstimmung vor.


Artikelbild für den Artikel "AMK-Mitgliederversammlung: Gut gestimmt" aus der Ausgabe 4/2019 von KÜCHENPLANER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: KÜCHENPLANER, Ausgabe 4/2019

Volles Haus zum Branchenabend im Mannheimer Event-Lokal Lindbergh. Trendforscherin Oona Horx-Strathern (Foto links) spricht über das Wohnen der Zukunft.


Die hinterlassenen Schuhe waren groß. Doch Volker Irle sprang einfach hinein, machte eine Doppelschleife und rannte los. Zwölf rastlose Monate liegen jetzt hinter dem AMK-Geschäftsführer, der Anfang April vergangenen Jahres Kirk Mangels abgelöst hatte. Irles ...

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... Mundwinkel ziehen sich stets nach oben. Von Nervosität war bei seinem ersten Auftritt als alleiniger Gastgeber der zweitägigen Mitgliederversammlung nichts zu spüren. Sympathisch und locker führte der 39-Jährige zusammen mit seinem Team durch die zwei Tage, zu denen die AMK wie gewohnt zu ihrem Standort nach Mannheim eingeladen hatte. 122 Vertreter aus Industrie, von Handelsverbänden und Dienstleistern waren Mitte März nach Baden-Württemberg gekommen, um sich über die wirtschaftliche Situation der Branche, die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zu informieren – und um zu Netzwerken.

Souveräner Gastgeber: AMK-Geschäftsführer Volker Irle.


Fotos: AMK

Optimistisch trotz ungewisser Lage

Optimistisch, aber doch verhalten blickte die Arbeitsgemeinschaft Die moderne Küche e.V. auf die zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklungen in den kommenden Monaten. Denn die Herausforderungen werden größer. Der Wind kommt aus allen Richtungen. Von Großbritannien weht eine steife Brise auf das europäische Festland zu. Auch in Frankreich, Russland und den USA zogen in den vergangenen Monaten immer wieder mal größere, mal kleinere Sturmböen auf.

Brexit, Gelbwesten-Aufstand, Krim-Krise oder Handelskonflikte sind nur einige Themen, die die Nachrichten tagtäglich dominieren – und sich damit auch auf die Wirtschaft auswirken. Die politische Lage ist weltweit unbeständig. Für die deutsche Küchenbranche heißt das: Die Veränderungen wahrnehmen, bewerten, am Puls der Zeit bleiben, die Segel richtig setzen, um mit voller Energie den optimalen Kurs zu finden. Trotz der Ungewissheit in manchen Märk ten, herrschte eine positive Grundstimmung während der Tagung, die VdDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Lucas Heumann auf den Punkt brachte: „Die Küchenindustrie ist das intakteste Teilsegment in der Möbelbranche.“

Chancen im Export

Wie bereits in den Vorjahren werden dem Export weiterhin die stärksten Wachstumschancen zugesprochen. Das belegen auch die aktuellen Zahlen. Die deutsche Küchenmöbelindustrie hat 2018 im Ausland einen Jahresumsatz von 1,99 Mrd. Euro erzielt. Das ist ein Plus von 8,07 % im Vergleich zum Vorjahr. „Die starke Fokussierung der Unternehmen auf das Auslandsge-schäft und die Fortsetzung einer bereits seit Jahren zu beobachtenden Exportoffensive sind daher die richtige Strategie“, ist sich Heumann sicher.

Dr. Oliver Streit, AMK-Vorstandssprecher: „Wir hatten 2018 eine extrem stabile Wetterlage. Sie konnten den Grill im März anschmeißen und dann bis Ende September durchglühen lassen. Kein Wunder, dass die Frequenz im Handel darunter litt.“


Fotos: AMK

Erstmals stieg 2018 im Jahresdurchschnitt die Exportquote auf mehr als 40 %. Das Ziel müsse sein, so Heumann, diese Quote zur Erschließung neuer Märkte in den kommenden Jahren auf mehr als 50 % zu steigern. Die Voraussetzungen dafür seien gut. „Die deutsche Küchen indus trie ist die leistungsfähigste der Welt, auch in Sachen Design und Funktionalität ist sie in zwischen führend“, sagte der VdDK-Hauptgeschäftsführer.

Zudem herrscht in weiten Teilen Europas eine niedrige Arbeitslosenquote, das Bruttoinlandsprodukt stieg. Das trug zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Wichtigste Exportmärkte waren im vergangenen Jahr Frank reich (+ 9,3 %), die Niederlande (+ 2,7 %), Österreich (+ 20 %) und Belgien (+ 3,5 %). Minimaler Umsatzrückgang wurde in den ebenfalls signifikanten Märkten Großbritanniens (-0,2 %) und der Schweiz (-2,6 %) verzeichnet.

Markteintritte erleichtern

„Der Markteintritt muss aber auch in Zukunft erleichtert werden. Dazu müssen konkrete Hilfen mit an die Hand gegeben werden“, meinte VDM-Geschäftsführer Jan Kurth. Genau dieses Ziel hat sich die AMK-Arbeitsgruppe Internationalisierung als Ziel gesetzt. Die AG hat sich zur Aufgabe gemacht, die Hersteller von Küchenmöbeln, Elektro- und Einbaugeräten sowie Zubehöranbietern auf ihrem Weg in die aufstrebenden Exportmärkte zu unterstützen. Gleichzeitig sei es das Ziel, die europäische Vorstellung der modernen Einbauküche in die verschiedenen Länder zu tragen, um insbesondere in Wachstumsmärkten mit Einkommenssteigerungen auch den dazugehörigen Bedarf nach Küchen aus Europa zu wecken. „Made in Germany ist vor allem im Ausland ein Qualitätsmerkmal, das die gesamte Branche noch besser spielen kann“, stellte Vorstandssprecher Roland Hagenbucher fest. Daneben hat eine AMK-Mitgliederumfrage ergeben, dass die USA als Zielmarkt präferiert wird. Dazu soll es in den kommenden Monaten eine erste Informationsveranstaltung geben.

Markt stabilisiert sich auf hohem Niveau

In Deutschland hat der Handel 2018 ein schwieriges Jahr überstanden. „Aufgrund der Hitzeperiode im vergangenen Sommer sind konjunkturelle Eintrübungen zu beobachten“, erklärt Vorstandssprecher Dr. Oliver Streit. Der Auftragseingang lag nach Angaben der GfK um 6,9 % unter der Menge und 3,8 % unter dem Wert des Vorjahres. Die Zahlen von VdDK (+2,6 % Wert; + 5,9 Menge) und Statistischem Bundesamt / Destatis (+ 5,5 %) weisen dagegen steigende Werte in ihren Bilanzen aus. Das macht die Bewertung für 2018 nicht einfacher.

Für die Schwankungen sind unterschiedliche Parameter, die den Statistiken zugrunde liegen, verantwortlich. Beispielsweise weisen Handels- und Industriezahlen, die auch den Export einschließen, differierende Werte aus. Ein weiterer großer Faktor ist die Zeit – und der kam stärker als in den vergangenen Jahren zum Tragen, weil sich durch die Insolvenz von Alno in 2017 Lieferungen um mehrere Monate verzögerten und damit die Industrie (Wert für Destatis) bis zu einem halben Jahr später fakturierte als der Auftrag beim Handel eingegangen ist (Wert für GfK). „Für die Industrie dürften sich insbesondere die hohen, mit ins Jahr 2018 hinüber genommenen Auftragsbestände positiv bemerkbar gemacht haben“, erklärt Dr. Streit.

Qualität vor Quantität

Grundsätzlich haben die Unternehmen von dem Ausscheiden Alnos profitiert, die Aufträge sich auf die Branche verteilt. Dazu legen die Konsumenten weiterhin mehr Wert auf Qualität als Quantität. Der Durchschnittspreis der Küche lag 2018 bei 7125 Euro, das ist ein Plus von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Überproportional zulegen konnten Küchen mit Auftragswerten mit mehr als 10000 Euro. Der Onlinehandel nehme weiter zu, aber die Kurve flacht ab. „Insgesamt stellen wir fest, dass sich der Markt auf sehr hohem Niveau stabilisiert hat“, sagt Hagenbucher.

Freundliches Konsumklima

Auch in Zukunft bleiben die Verbraucher in Kauflaune. Das Konsumklima startete in ganz Europa freundlich ins Jahr 2019, auch die Anschaffungsneigung gestaltet sich positiv. Die Rahmenbedingungen stehen demnach auf einem soliden Sockel. „Trotz aller politischen Widrigkeiten wird weiterhin konsumiert. Das ist auch gut für unsere Branche“, meint Hagenbucher. Allerdings verlieren investive Ausgaben für den langfristigen Bedarf langsam ihre Treiberrolle. Es wird mehr Geld für den Erlebniskonsum, wie beispielsweise Urlaubsreisen, ausgegeben.

Dennoch: In Deutschland gibt es noch immer knapp 15 Mio. Küchen, die älter als 15 Jahre alt sind. Die Baukonjunktur steigt auch leicht an. Von Januar bis Oktober 2018 wurde der Bau von insgesamt 289700 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Plus von 1,2 %, konkret sind es 3500 Baugenehmigungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem hat der Neubau von Wohnraum in Mehrfamilienhäusern mit plus 5,7 % zugenommen. All diese Indikatoren bergen weiterhin große Potenziale, die beispielsweise auch durch Themen wie Smart Kitchen vermehrt gehoben werden können. Dieser Meinung ist auch Georg Lange, Leiter Technik und Normung des VDM, und appellierte an die Versammlung: „Die Smartkomponenten werden immer mehr zunehmen. Bauen Sie hier Kompetenzen auf. Sie werden diese brauchen.“

Roland Hagenbucher, AMK-Vorstandssprecher: „Wir hatten ein vernünftiges Jahr 2018 in der deutschen Küchenindustrie. Allerdings stellen wir auch fest, dass mehr konsumiert als investiert wird.“


Splitter von der AMK-Versammlung

Die Arbeitsgemeinschaft Die moderne Küche e.V. zählte per 31. Dezember 2018 ein Mitglied mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Damit versammelt die AMK jetzt144 Mitgliedsunternehmen aus der Küchenmöbel-, Hausgeräte- und Zubehörindustrie sowie von Dienstleistern und Handelsverbänden unter ihrem Dach. Das ist Höchststand seit der AMK-Gründung 1956. Neu dabei sind: Drahtzug Holding GmbH & Co. KG, Dross&Schaff er Marketing GmbH, Flotho Medientechnik Centrum GmbH, Impuls Küchen GmbH, Studio Becker Europe AG und Vorwerk Temial GmbH. 2018 wurden 13 Zu- und sechs Abgänge verzeichnet, in diesem Jahr haben sich bereits fünf Unternehmen der AMK angeschlossen. „Das ist eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte Vorstandssprecher Dr. Oliver Streit, „gut, dass es eine Organisation gibt, die zentral all die Themen in die Hand nimmt, die die Branche bewegt.“

Volker Irle freut sich bereits jetzt auf den letzten Samstag im September: Denn der„Tag der Küche“ feiert am 28. September seine zweite Null, wird also 20 Jahre jung. „Das ist eine große Erfolgsgeschichte – und wir werden uns dieses Jahr noch etwas Besonderes einfallen lassen, wir wollen den Tag noch attraktiver machen“, sagte der AMK-Geschäftsführer. Es soll auf vielen Ebenen noch digitaler und moderner zugehen. Deshalb wurde ein Projektteam gegründet, das den Fachhandel im Hinblick auf den Tag der Küche noch intensiver unterstützt. Wie bereits in den Vorjahren wird auch für diesen September für den Handel ein Marketing-Paket geschnürt, ein Gewinnspiel gestartet und Anzeigen-Vorlagen und Website-Banner gestaltet. Der „Tag der Küche“ sei ein perfektes Tool, um die Küchenbranche ins Bewusstsein der Menschen zu rufen und damit auch über die Schwelle in den Handel zu bringen. „Es ist Wahnsinn, was auch die Industrie für diesen Tag leistet“, lobt Irle, der gleichzeitig noch einen runden Geburtstag ankündigte: Die AMK-Wirtschaftspressekonferenz fi ndet am Montag, 13. Mai, in Köln zum zehnten Mal statt.

Hongyi Cai war im Reisestress. Der AMK-Geschäftsführer China war erst in der Nacht vor der Tagung aus Shang-hai nach Mannheim gekommen. Von Jetlag oder Müdigkeit war aber keine Spur. Vielleicht ließen die Ein drücke der internationalen Messe AWE seinen Puls noch schneller schlagen, von der aus er direkt zur Mitgliederversammlung nach Deutschland kam. Die chinesische AMK-Tochtergesellschaft hatte auf der AWE den deutschen Gemeinschaftsstand organisiert. Irle, der ebenfalls für einige Tage in Shanghai vor Ort war, und Cai berichteten unisono von den überwältigenden Besuchermassen und dem starken Interesse an dem Label „Made in Germany“. China bleibt auch weiterhin für die Küchenbranche ein, wenn nicht sogar der Zukunftsmarkt. Es ist damit zu rechnen, dass dort die Mittelschicht als zentrales Käufersegment bis 2030 etwa 70 % ausmachen wird. Damit könnten geschätzte 10 Bio. Dollar an Waren und Dienstleistungen erbracht werden, die dann auch der Küchen bran che zugutekommen. „China ist eine ganz eigene Welt“, sagte Irle. Um diese den Mitgliedern näher zu bringen, lud die AMK im vergangenen November zum zweiten Mal zur China Kitchen Tour ein. Auf der viertägigen Reise von Shanghai über Hangzhou nach Guangzhou wurden Kontakte geknüpft, Hausgeräte- und Küchen möbel her steller besucht, der chinesische Handel und die Wohnungssituation beleuchtet. Der AMK-Geschäftsführer appellierte an die Versammlung, sich in der Arbeitsgruppe China zu engagieren. Strategisches Ziel der AG ist eine Harmonisierung der Koordinationsmaße für Einbaugeräte sowie weiterer Normen und Standards zwischen China und Europa. Aktuell unterstützen 27 Unternehmen die Aktivitäten der AMK in China finanziell und profitieren von den Leistungen. Zudem konnten mit den chinesischen Unternehmen AEG, CHEAA, Fotile, Golden-Home, Gome, Robam, Nature und Suning Consulting-Partner gewonnen werden.

Oliver Kunze, Sprecher Arbeitsgruppe Technik & Normung: „Unterschiedliche Spaltmaße sollen künftig der Vergangenheit angehören.“


Fotos: AMK

Hongyi Cai, AMK-Geschäftsführer China: „Um China zu erobern, ist eine starke Marke unerlässlich. Chinesen wollen Marken kaufen.“


André Dorner, Sprecher der Arbeitsgruppe Internationalisierung: „Wir sehen uns auch als Austausch-Plattform zu allen Brexit-Fragen.“


Seit der AMK-Gründung liegt ein besonderer Fokus auf denThemen Technik und Normung. Auch deshalb ist es die mit Abstand größte Arbeitsgruppe in dem Verband. Mehr als 160 Experten aus den Bereichen Konstruktion, Produktion, Normung und Qualitätssicherung repräsentieren „das geballte technische Know-how der Küchenbranche“, wie es in dem Jahresbericht heißt. Hier wird Grundlagenarbeit wie die Behebung von Schnittstellenproblemen oder die Definition von Qualitätsanforderungen und Prüfverfahren geleistet. Das AMK-Projektteam „Dunstabzugssysteme“ aktualisierte im vergangenen Jahr das Merkblatt 008 „Küchenmöbel – Kochumfeld und Raumbelüftung“. Das Team „Natursteinarbeitsplatten“ setzte die Arbeit an der Neuerstellung des Merkblatts 010 „Küchenmöbel – Qualitätsanforderungen an Küchenarbeitsplatten aus Naturstein, Quarzkomposit und Keramik“ fort. Dazu wurde die Aktualisierung des Merkblattes 002 „Küchenmöbel – Hocheinbau von Geschirrspülern“ gestartet. Bislang liegen neun Merkblätter vor, die aus dem Deutschen in die vier AMK-Kernsprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch übersetzt wurden. Dadurch können sie in den Exportmärkten als Grundlage für die Zusammenarbeit genutzt werden.

Erneut eine beeindruckende Zahl brachte Achim Hannott von der VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie), der diePressearbeit für die AMK organisiert, mit. Die AMK spielt 2018 in 119,668 Mio. Printartikeln eine Rolle. Hinzu kommen Online-, TV- und Rundfunkbeiträge. „Die AMK ist ein erfolgreiches Sprachrohr mit einem hohen Wirkungsgrad“, sagte Hannott. Die Reichweite sei enorm, erklärte auch Volker Irle. Und auch weiterhin ist das mediale Interesse an den Themen „Küche und Kochen“ ungebrochen groß. Künftig wollen die beiden Verbände neben der Pressearbeit auch in anderen Themengebieten wie Kartellrecht, Messen oder Export noch enger zusammenarbeiten. Diese sollen künftig nicht mehr doppelt ge spielt werden.

Social Media wird immer wichtiger – auch für die AMK. Deshalb ist die Arbeitsgemeinschaft mit einem eigenen Blog, auf Facebook, Twitter und Instagram vertreten.

Der neueAMK Ratgeber Küche vermittelt seit den 80er-Jahren einen herstellerübergreifenden Überblick, welche Vorzüge eine neue Küche hat und worauf beim Küchenkauf zu achten ist. Konzipiert ist das 92 Seiten starke Magazin als Orientierungshilfe für den Endkunden. Zur diesjährigen Living-Kitchen ist die komplett überarbeitete 14. Auflage erschienen. Der Handel kann den AMK Ratgeber Küche ab so-fort kostenlos bei der AMK, Telefon (0621) 8506116 oder per E-Mail ratgeber@amk.de, bestellen. Lediglich die Versandkosten sind zu zahlen. Der Ratgeber wird auch auf der küchenwohntrends in Salzburg und auf der area30 verteilt. Daneben ist ein E-Book in Planung, um die Inhalte des Ratgebers, der auch ins Englische übersetzt wurde, online zu stellen.

Axel Hagmeister, Sprecher der Arbeitsgruppe Marketing & Öffentlichkeitsarbeit: „Die Arbeitsgruppen sind das Herz der AMK.“


Jan Kurth, VDM-Geschäftsführer: „Wir müssen noch enger zusammenarbeiten, um den größten Nutzen für die gesamte Branche herauszuholen.“


Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse: „Eine Messe lebt von einer guten Zusammenarbeit mit starken Partnern.“


Fotos: AMK

Achim Hannott vom Möbelverband VDM berichtete von der Pressearbeit der AMK und hatte wieder beeindruckende Zahlen im Gepäck.


DerAMK-Vorstand setzt sich aktuell aus folgenden Personen zusammen: André Dorner (Blum), Roland Hagenbucher (BSH), Werner Heilos (MHK), Uwe Kreidel (Hettich), Frank Jüttner (Miele), Markus Sander (Häcker) und Dr. Oliver Streit (nobilia). Mit Uwe Kreidel wurde ein Mitglied im vergangenen Jahr in den Vorstand kooptiert. Die Amtszeit des Gremiums endet im März 2021.

„Ich habe vergangenes Jahr stark um Ihr Vertrauen geworben“, begann Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse, seinen Vortrag zurLiving Kitchen-Bilanz. Trotz des Fernbleibens großer Player wie Häcker oder Miele belegte die Living-Kitchen zweieinhalb Hallen. „Zwei waren im Vorfeld das Ziel“, sagt Pollmann. Ein Erfolg seien auch die neuen Event- und Sonderflächen mit ihren visionären und smarten Konzepten gewesen. Daneben begrüßten die Messeverantwortlichen Gäste aus 145 Ländern. In der Internationalisierung sieht Pollmann aber auch noch großes Potenzial. „Wir müssen weiter an Konzepten arbeiten, um Besuchergruppen aus dem Ausland nach Köln zu holen“, erklärte der Geschäftsbereichsleiter und appellierte an die Versammlung: „Nennen Sie uns Themen, arbeiten Sie mit uns zusammen, treten Sie mit ihren Ideen an uns heran. Am Ende des Tages soll die Living-Kitchen genau zu Ihnen passen.“ Die nächste Living-Kitchen startet am 18. Januar 2021 und endet sieben Tage später. Wenn es nach Plan läuft, werden dann auch die neuen Hallen ins Messedoppel imm cologne / Living-Kitchen mit eingebunden. Die Bauarbeiten rund um das gesamte Messegelände in der Rheinmetropole laufen auf Hochtouren. Das hat jeder gesehen, der in diesem Jahr in Köln war.

Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im ZVEI, referierte in seinem Vortrag über die neueLabel-Reskalierung, die ohne Plusklassen kommt. „Die Anforderungen wurden deutlich verschärft“, sagt Scholz. So geht bei den Geschirrspülern die heutige Klasse A+++ in den neuen Klassen A bis D auf. Und viele der heutigen mit A+ gekennzeichneten Geschirrspüler dürfen ab März 2024 nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Dafür sind die neuen Ökodesign-Grenzwerte verantwortlich. Darüber hinaus gibt es völlig neue Vorschriften, wie etwa die zeitliche Begrenzung des Labelprogramms bei Waschmaschinen, die Geräuschangabe in Form von Klassen, Anforderungen an die Verfügbarkeit von Ersatzteilen oder eine Abgabepflicht von Reparaturanleitungen an alle professionellen Reparaturbetriebe. „Immerhin konnte die Industrie gegen viele Widerstände eine angemessene Übergangsfrist durchsetzen“, meint Scholz. Die neuen Label für Geschirrspüler, Kühl-/Gefriergeräte und Waschmaschinen werden zum 1. März 2021 eingeführt. „Dann müssen die Händler umlabeln und sich an das reskalierte A bis G gewöhnen“, sagte der Geschäftsführer.

Die Mitgliederversammlung startete traditionell mit demBranchenabend im Restaurant „Lindbergh Blue Tower“ auf dem City Airport Mannheim. Die LondonerTrendforscherin Oona Horx-Strathern hielt währenddessen eine kurzweilige Dinner Speech über das Wohnen der Zukunft. Sie stellte Projekte wie „ Cohousing“ oder „ Shared Spaces“ vor, also jene Art von Wohnen, bei dem die Besitzer Privaträume haben, sich einige Bereiche aber auch teilen. Dazu gehören beispielsweise gemeinsame Küchen, Speisezimmer, aber auch Fitnessräume, Wellnessbereiche oder Bibliotheken. „Diese Konzepte werden immer beliebter, weil man Mehrwerte geboten bekommt, die man sich als Einzelperson nicht leisten kann“, sagte Horx-Strathern. Nur 14 Stunden später hielt BVDM-HauptgeschäftsführerThomas Grothkopp dagegen: „Ich glaube nicht, dass Menschen sich unbedingt mit 500 anderen eine Küche teilen möchten. Sie sind dazu gezwungen, weil anderer Wohnraum vor allem in Großstädten und Metropolen nicht mehr zu bezahlen sind.“ www.amk.de