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ANÄSTHESIE-/OP-PFLEGE


PflegenIntensiv - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 19.04.2019
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Niklas Wiechert, Mitglied der OPGesamtleitung UKM, und der Leiter der AGA, Klaus Lehmkuhl, mit den neuen Mehrweg-Larynxmasken


Foto: UKM

Mehrweg statt Einweg: UKM-Änasthesie will „Müllwust“ eindämmen

Am Universitätsklinikum Münster (UKM) werden mit der Umstellung von Einweg auf Mehrweg Larynxmasken künftig hygienisch aufbereitet. Ziel ist es, Plastikmüll künftig erheblich zu reduzieren und Kosten zu sparen. Larynxmasken werden am UKM bei 13 000 von insgesamt rund 40 000 Operationen pro Jahr eingesetzt. Sie sind damit ein Standardutensil. „Bisher waren diese Masken für uns ein Wegwerfartikel“, so Dr. Thomas ...

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... Ermert, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und zuständig für das Ärztliche Qualitätsmanagement. „Mit der Umstellung auf Mehrweg zum Jahresbeginn 2019 liegen wir nicht unbedingt im Trend, denn in Krankenhäusern setzt sich immer mehr der Ansatz durch, dass nur Einwegartikel die hygienischen Standards einhalten. Aber mit unserer Aufbereitungsanlage für Anästhesie (AGA) haben wir hausintern die Möglichkeit, nach einem zertifizierten Reinigungsverfahren die Masken so aufzubereiten, dass sie absolut unbedenklich sind.“

Diese Aufbereitung ist komplex: In der AGA werden die Larynxmasken in einer speziellen Spülmaschine gespült, anschließend getrocknet und eingeschweißt, damit sie bis zur Verwendung im OP absolut keimfrei bleiben. Bis zu 40 Mal können die Larynxmasken diesen Aufbereitungsprozess durchlaufen, bis sie schließlich aussortiert werden müssen. Nebenbei spart das Mehrwegsystem auch noch Geld: Bis zu 18 000 Euro niedriger liegen die jährlichen Kosten, hat die Klinik für Anästhesiologie überschlagen.

Und in noch einem weiteren Punkt will die Anästhesiologie am UKM künftig ökologisches Vorbild sein: Die Wärmedecken, die für die aktive operative Wärmung von Patienten eingesetzt werden, sind künftig aus Textil statt wie bisher aus Kunststoff – auch hier setzt die Klinik auf Mehrweg. „Dementsprechend können die Decken gewaschen werden“, sagt Niklas Wiechert, Fachgesundheits-und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie und Mitglied der OP-Gesamtleitung. „Den Müllwust im OP einzudämmen, ist unser Ziel. Wir können nur unseren kleinen Teil dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen, indem wir unsere Anästhesie ökologischer gestalten.“

Das Ziel: Höhere Patientensicherheit dank künstlicher Intelligenz

Alexander Meyer, ein angehender Herzchirurg am Deutschen Herzzentrum Berlin, hat eine intelligente Software zur Früherkennung postoperativer Komplikationen entwickelt. Die Studie zu diesem System wurde jetzt in einer der weltweit bedeutendsten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht.


Für welche Patienten wurde die Software entwickelt?


Für erwachsene Patienten nach herzchirurgischer Operation – Koronarchirurgie, Klappenchirurgie, Aortenchirurgie, thorakale Organtransplantationen – innerhalb der ersten 24 postoperativen Stunden auf der Intensivstation.


Was motivierte Sie, das System zu entwickeln?


Die Motivation entstand aufgrund eigener klinischer Erfahrung auf der Intensivstation während der Weiterbildungsrotation, insbesondere die Reizüberflutung aufgrund der komplexen Aufgaben und Daten sowie ebenso der Eindruck, dass ein Großteil der Informationen, die in Daten verborgen sind, nicht suffizient extrahiert und genutzt werden.


Welche Komplikationen kann das System erkennen?

Aktuell sind 3 Komplikationen implementiert: signifikante postoperative Nachblutung, schweres postoperatives Nierenversagen, postoperative Krankenhausmortalität
.

Wie zuverlässig ist das System?


Eine zweifach unabhängige retrospektive Validierung ist erfolgt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet Respiratory Medicine“ publiziert. Eine prospektive Studie für Mitte 2019 ist aktuell in Planung.


In welchem Rahmen wird das System bisher eingesetzt?


Aktuell nur innerhalb der Forschung, da noch keine MPG-Zulassung vorliegt. Wir arbeiten an einem Ausgründungsprojekt. Ziel ist die Zulassung zum Jahresbeginn 2020.


Welchen Stellenwert wird künstliche Intelligenz Ihrer Meinung nach künftig in der Intensivbehandlung haben?


Einen sehr hohen Stellenwert. Sinnvoll wird künstliche Intelligenz analog zu diagnostischen Verfahren sein, z. B. als neuer Biomarker oder als neues Device. Der Idealfall: Künstliche Intelligenz und das Behandlungsteam gemeinsam erhöhen die Patientensicherheit. Dies wird der Ärzteschaft und dem Pflegeteam zudem mehr Zeit für einen persönlichen Patientenkontakt ermöglichen.

Interview: Stephan Lücke

Praxisnaher Leitfaden für neue Mitarbeiter im OP

Mit der Broschüre „Neu im OP? Alles, was Sie wissen müssen“ hat die Fachgruppe OP des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) Südost einen praxisnahen Leitfaden erarbeitet, der detaillierte Einblicke in die Abläufe der Pflege im Operationsdienst gibt. Er ist übersichtlich aufbereitet und umfasst alle relevanten Bereiche. „Wir möchten Sie mit dieser Broschüre in erster Linie unterstützen, sich in allen wesentlichen und aktuellen Themen rund um die Pflege im OP zu orientieren, sodass eine rasche Integration ins tägliche Arbeitsgeschehen möglich ist“, schreibt das Autorenteam in seinem Vorwort.


Der Leitfaden richtet sich an neue Mitarbeiter im OP, an Praxisanleiter sowie an erfahrene Kollegen, die ihr Wissen auffrischen möchten. Die Broschüre ist kostenlos downloadbar unter:

www.dbfk.de/media/docs/regionalverbaende/rvso/Dokumente_Download/Broschuere-OP/DBfK_Broschuere_OP_DINA5.pdf