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Analogquellen › PLATTENSPIELER MIT SYSTEM: VEREINTE KRÄFTE


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 04.03.2021

MoFi Electronics bietet mit dem Ultra Deck einen schicken Plattenspieler an und mit dem Master Tracker ein starkes MM-System. Einzeln gut, im Team brillant.


Lange hat das Mobile Fidelity Sound Lab nur mit feinen LPs ergötzt. Doch inzwischen liefern die US-Amerikaner auch edle Plattenspieler. Schon der erste hat diesen Schritt von Soft- zu Hardware mit überzeugendem Dreh vollzogen: Das Studio Deck Plus mit dem hauseigenen Tonabnehmersystem Studio Tracker für 1300 Euro legte in AUDIO 4/19 einen überzeugenden Auftritt hin.

Jetzt soll eine Qualitäts- und Preisklasse drüber das Ultra Deck Flagge zeigen. MoFi ...

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Bildquelle: Audio, Ausgabe 4/2021

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... Electronics – so nennt das inzwischen in Chicago residierende und zu Music Direct gehörende Mobile Fidelity Sound Lab die Elekronik-Tochter – bestückt das solo rund 2100 Euro teure Laufwerk gerne mit dem Ultra Tracker. Der Abtaster kostet allein 550 Euro – doch für den Verbund Ultra Deck Plus berechnet der deutsche Vertrieb gerade einmal 2300 Euro. Ein schöner Zug, der nach einem Test des Ultra Tracker geradezu ruft. Der Ultra-Test folgt.

GENERÖSE OFFERTE, COOLE KOMBI

Doch AUDIO wollte wissen, was geht, und orderte das Ultra Deck mit dem Topmodell unter den MoFi-Systemen, dem Master Tracker für rund 800 Euro. Bei dieser Kombi Ultra Deck Plus M gibt sich der Vertrieb noch generöser und verlangt nur 2450 Euro – ein Preisnachlass von immerhin 450 Euro. Ob sich die coole Kombi als Glücksgemeinschaft herausstellt? Wir werden sehen und hören.

Trägt der Ultra einen nackten, elliptisch geschliffenen Diamanten, so bietet der Master Tracker eine Nadel mit dem feineren „Micro Line“-Schliff, der sie noch tiefer und enger in die Plattenrille tauchen lässt. Die Spulen des Moving-Magnet-Generators sind aus perfekt kristallinen, sauerstoffreiem Kupfer, was unsere angelsächsischen Freunde gerne mit PCOCC abkürzen und ebenso gerne wie „peacock“, zu deutsch Pfau, aussprechen. Den rund 10 Gramm schweren Abtaster liefert Audio-Technica zu, wobei MoFi-Abstimmer Allen Perkins, hauptamtlich tätig für Spiral Groove Turntables, das Resonanzverhalten des Aluminium-Bodies noch optimierte.

Das schick schwarze, fast schon im Understatement-Look auftretende Laufwerk und der Tonarm tragen Perkins’ Handschrift noch deutlicher. 10 Zoll halt er für die ideale Länge eines Radialarms, Aluminium für ein gutes Material. Die kardanischen Lager in einem Metallgehäuse machen einen hervorragenden Eindruck. Das Antiskating übernimmt am höhenverstellbaren Ausleger eine Fadengewicht-Konstruktion, die Auflagekraft justiert ein nähgarnspulenähnlicher Zylinder. Ohne Skalierung, das optimale Gewicht von 2 Gramm Auflage soll er bei Erreichen einer Markierung erreichen. Vertrauen ist hier gut, Kontrolle mit einer ordentlichen Tonarmwaage ist wie immer besser.


FAST SCHON UNDERSTATEMENT


GUTER STAND, LEISER LAUF

Ebenso die präzise waagerechte Ausrichtung des Sandwich-Chassis aus MDF und Aluminium. Es steht auf vier innen gefederten, höhenverstellbaren Füßen von HRS, die ihren Entkopplungs-Job hervorragend verrichten. Der Klopftest auf die Stellfläche jedenfalls sorgte erst ab beherzter Stärke für ein Ploppen in den Lautsprechern. Doch bis dahin wollte noch der rund 3 kg schwere Teller aus Delrin (Polyacetal) auf das Inverslager mit Rubin-Spiegel gesetzt werden. Dazu war der Gummi-Rundriemen, der in seinem zarten Orange auf die Farbe des Einschaltknopfes vorne rechts abgestimmt ist, um ihn zu schlingen und um die für 33 oder 45 Umdrehungen passenden Durchmesser des Pulleys.

TREIBER: Der Pulley des Ultra Deck kurbelt mit 600 Umdrehungen pro Minute. Seine beiden Durchmesser bestimmen die Tellerrotation.


Ja, die Geschwindigkeitswahl obliegt den Fingern des Benutzers, wobei das Umlegen mit einiger Übung unfallfrei von der Hand geht. Das sollte man beherrschen, schließlich fertigt Mutter MoFi nicht nur mit den Ultradisk One- Steps (siehe Vinyl) höchst begehrenswerte Software, die mit 45 rpm läuft. Aber auch große Teile des Bob-Dylan- Backkatalogs aus den Sixties ist schon auf 45ern zu haben, in Stereo wie Mono. Und Singles gibt es inzwischen auch wieder reichlich, etwa von Jimi Hendrix, Cream oder The Who. Das leicht schabende Anlaufgeräusch stellt sich bei jedem Riemenumlegen am Ultra Deck ein, verschwindet aber schnell.

Im Betrieb rotierte dann alles sehr leise und, wie das Labor feststellte, auch mit sehr niedrigem Rumpelgeräusch. Der antreibende Wechselstrom-Synchronmotor – Perkins schwört drauf – bezieht seine Energie aus einem Onboard-Netzteil, zur Stromversorgung genügt ein Kaltgeräte-Netzkabel wie das beigepackte. Wir benutzten es genauso wie die mitgelieferten Phonokabel, die sicherlich kein Ultra-High-End verkörpern, aber einen absolut manierlichen Eindruck hinterließen.

TURNUS: Der Delrin-Teller weist seitlich eine leichte Engführung auf. Der Riemen zieht in dieser Spur seine Bahnen.


KNACKIGE GROOVES, SATTER DRUCK

Standesgemäß begann der Hörtest mit den UltraDiscs von Stevie Ray Vaughans „Couldn’t Stand The Weather“. Mit den ersten Takten des Warmspiel-Tracks „Scuttle Buttin‘“ zeigte das Ultra Deck, wo es seinen Hammer hinhängt – in die Ecke, aus der die besonders knackigen Grooves mit sattem Druck kommen. Die 45er-Umschnitte boten davon reichlich – und das Deck lieferte. Das stereophone Klangbild stand sehr fest und ohne die Wackler mancher besonders „dynamischer“ Spieler; Stevie Rays heisermarkantes Organ und sein Spiel auf extradicken Saiten standen wie eine Eins.

Marc Amachers Quasi-Direktschnitt „Straight2Tape“ legte noch eine Schippe Drum-Druck drauf, und der MoFi wankte und wich nicht. Die Stabilität der Raumabbildung überzeugte auch mit großer Orchesterbesetzung in der vierten Sinfonie von Brahms (alle Test-LPs siehe Vinyl). Und in Sachen Dynamik lief das Ultra Deck etwa mit den heißen „Sambop“-Rhythmen von Paulo Morello zu großer Form auf. Lediglich bei leise an- und ausklingenden Klaviertönen, wie sie die zarte Stimme von Valerie Joyce samtig betten, fehlten ein wenig die Ruhe und Souveränität großer Laufwerke.

Doch was der Master Tracker dann alles an Nuancen und Binnendynamik der Joyce’schen Stimme aus den Rillen tastete, das hatte schon große Klasse. Die Kombination mit seinem Firmen-Geschwister erwies sich tatsächlich als Glücksfall. Hier agierten zwei mit vereinten, offenbar sehr gut aufeinander abgestimmten Kräften. Ob Jon Gomm oder Andrea Castelfranato, Paulo Morello oder Stevie Ray Vaughan: Mit der Kombi Ultra Deck/Master Tracker zogen deren Gitarren in ihren Bann, rissen mit, trugen fort. Das nennt man ein Dream Team. Oder mit dem Blick auf die Preisschilder ein Sonderangebot.

TEILHABE: Der 10-Zoll-Tonarm trägt mit seinen tadellosen Lagern zum guten Klangergebnis bei.


TASTER: Der Master Tracker bewährt sich als MM-Tonabnehmer mit reichlich Schmackes und viel Gefühl.


FAZIT

Lothar Brandt AUDIO-Mitarbeiter


Auf diesen Seiten stehen zwei Steckbriefe und zwei Punktzahlen. Doch ich empfehle aus klanglichen wie finanziellen Gründen dringend die Kombination aus dem Laufwerk Ultra Deck und dem Tonabnehmer Master Tracker. Die MoFis sind im Paket deutlich günstiger als einzeln und harmonieren super.

TOPTEAM: MoFi Ultradeck plus Master Tracker machen zusammen eine gute Figur.

MESSLABOR

Der Frequenzschrieb des Master Tracker zeigt einen undramatischen Abfall ab 15 kHz. Dafür ist die Kanaltrennung im wichtigen Bereich zwischen 200 Hz und 5 kHz mit 38/48 dB bei 1 kHz überragend. Beim etwas zu schnell (+ 0,5 %) laufenden Ultra Deck fällt die leicht abgeflachte Spitze des ansonsten ohne Seitenbänder schmalen Gleichlaufdiagramms auf. Mit +/- 0,13 % fällt der Gleichlauf für diese Preisklasse lediglich medioker aus. Dafür wissen die Rumpelabstände mit 71 dB (Platte) und 73 dB (Koppler) zu überzeugen. Spitzen im Spektrum bei 100 Hz und Vielfachen verhindern noch bessere Werte.