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ANALYSE: DENNIS SCHRÖDER: DES KÖNIGS NEUER HELFER


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 04.03.2021

Beim amtierenden NBAChampion in Los Angeles hat sich Dennis Schröder gleich blendend eingelebt. An der Seite von LeBron James und Anthony Davis demonstriert er seine Qualitäten Nacht für Nacht eindrucksvoll – und hat das große Ziel ganz fest im Blick.


Wenn LeBron James über seine Teammates twittert, muss das nicht immer ausschließlich positive Gründe haben. So erinnert man sich noch zu gut an eine Botschaft des „Kings“ auf der Nachrichtenplattform im Februar 2015, LeBron spielte gerade an der Seite von Kyrie Irving und Kevin Love in Cleveland. Als sich die On-Court-Harmonie vor allem mit Letzterem nicht ...

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... einstellen wollte, schickte James einen Tweet in die Welt, der Love ziemlich direkt dazu aufforderte, sich anzupassen – ein Statement, dass dem inzwischen vierfachen NBA-Champion massig Kritik einbrachte. Seitdem ist es mit „Attacken“ auf eigene Mitspieler allerdings glücklicherweise vorbei. Mittlerweile zeigt sich #23 fast schon als Fan, wenn seinen Teammates ein großartiges Play gelingt.

Denn fast auf den Tag genau sechs Jahre nach dem Love-Vorfall twittert der „King“ am 5. Februar dieses Jahres einen Highlight-Clip von Dennis Schröder, der auf die allabendliche Top Ten wohl nur Außenseiterchancen besitzt – LeBron allerdings trotzdem die pure Anerkennung abverlangt. „Absolut unglaublich, was für ein Play, Dennis the Menace!“ und satte zehn Feueremojis setzt er als Unterschrift unter ein Video, das den Braunschweiger in einem Spiel gegen die Denver Nuggets zeigt. In dem Clip hechtet „DS17“ einem Loose-Ball Rodman-like hinterher, landet auf dem Hardwood, steht sofort wieder auf und sprintet erneut nach dem ins Aus rollenden Ball – auch wenn das Play am Ende nicht von Erfolg gekrönt war, beeindruckt hat es LeBron James trotzdem.

„DENNIS THE MENACE“

Was schlussendlich zeigt: Bereits nach etwas mehr als einem Drittel der laufenden NBA-Saison ist der Braunschweiger voll und ganz bei seinem neuen, glamourösen Arbeitgeber angekommen. „Es gibt nur wenige Coaches in der Liga, die größere Dennis-Fans sind als ich“, erklärte Frank Vogel bereits kurz nach der Ankunft Schröders in Los Angeles. Ein Statement, das er drei Monate später mit Vehemenz unterstreicht. Nach einem 119:112-Sieg der Lakers gegen die Oklahoma City Thunder Anfang Februar erklärt er: „Dennis Schröder ist einer der besten On-Ball-Verteidiger der Liga.“ Ein fast schon verwunderliches Statement, erinnert man sich, dass Schröders Defense beim Wechsel nach Los Angeles am schärfsten kritisiert worden war.

In der aktuellen Saison startet Schröder erstmals wieder seit der Saison 2017/18 (Atlanta).


Dabei ist es der Entwicklung des Braunschweigers am defensiven Ende des Courts überhaupt zu verdanken, dass er in Lila-Gold bislang eine extrem starke Saison aufs Parkett legt. „Man sieht die Energie, mit der er spielt. Gerade jetzt, ohne Fans im Staples Center, ist es einfach großartig, einen Verteidiger wie ‚Dennis the Menace’ zu haben, der Gegenspieler Full-Court aufnimmt, in zwei oder drei Possessions den Ball klaut und den Fastbreak einleitet. Das bringt den Gegner aus dem Rhythtmus und führt zu einer Menge Energie für unser Team“, bestätigt auch LeBron James Vogels Aussagen. „Und diesen Job macht er für uns die gesamte Saison über bislang großartig.“ Frank Vogel stimmt (erneut) ein. „Sein Speed ist ein Problem für Gegenspieler. Er kann Stars wie Trae Young oder Kemba Walker vor sich halten, was uns auf seiner Position eine wichtige, defensive Präsenz gibt.“

Tatsächlich saßen die Lakers nach 31 absolvierten Saisonspielen beim Defensive Rating (106,2) an der Spitze der Liga – und Dennis ist ein entscheidender Grund dafür. Die 105,5 Punkte, die der amtierende Champion in diesem Zeitraum pro Spiel kassiert, werden ligaweit nur von den überraschend starken New York Knicks unterboten (103,5). Zudem erlauben die Lila-Goldenen mit „Dennis the Menace“ als Speerspitze der Defense lediglich eine gegnerische Feldwurfquote von 44,9% (NBA-Rang fünf) und lassen auch nur eine Dreierquote von 35,0% zu (NBA-Rang sechs). Fast wichtiger als die reinen Zahlen, die die Lakers defensiv auflegen, ist jedoch der „Eye-Test“ – bei dem das Team bissig, engagiert und konsequent zu Werke geht. Für einen amtierenden Champion, der eines der älteren Roster in der Association stellt, im Jahr nach dem ultimativen Triumph nicht selbstverständlich.

MEHR GIER

Wobei das Front Office der Lakers auch einen exzellenten Job darin gemacht hat, das Erfolgsteam der Vorsaison noch einmal zu verstärken – und so neue Reize zu setzen, was einem Akteur wie Schröder in die Karten spielt. „Dennis gibt unserem Spiel in diesem Jahr eine andere Dynamik“, erklärt Coach Vogel. Wie wichtig der Point Guard für die Lakers bereits wenige Monate nach seiner Ankunft bereits geworden ist, unterstrich ein Saisonabschnitt Ende Februar. Dort verpasste der Braunschweiger aufgrund des „Health und Safety Protocols“ der NBA – trotz negativem Corona-Test – einige Spiele; weil auch Anthony Davis verletzt fehlte gingen gegen Brooklyn, Miami und die schwachen Wizards drei Partien in Folge verloren. „Die Ausfälle von Dennis Schröder und Anthony Davis treffen die Lakers aktuell hart“, twitterte Ex-GM und Franchise-Legende Magic Johnson. „Weil sie sowohl am offensiven, als auch am defensiven Ende des Courts einen Unterschied machen.“

Während letzteres für den Braunschweiger wie erwähnt überraschend gut funktioniert, gibt es, sucht man das Haar in der Suppe, offensiv noch Verbesserungspotenzial. Dass Schröder mit seinem ersten Schritt beinahe jeden NBAVerteidiger stehen lassen und jede Nacht für 20 Punkte sorgen kann, ist aus seiner Zeit in Oklahoma bekannt – einzig der Wille dazu wurde ihm im Lakers-Jersey bislang häufiger abgesprochen. Das weiß auch Schröder selbst. Als Anthony Davis Mitte Februar verletzt ausfällt, erklären ihm „AD“, LeBron und Locker-Room-Leader Jared Dudley, dass er künftig offensiv aggressiver zu Werke gehen müsse. Die Worte der erfahrenen Profis kommen an, beim ersten Spiel ohne Davis legt Schröder 19, eine Woche später gegen Minnesota 24 Punkte auf.

Ein Trend, der sich je nach Länge der Abwesenheit des Big Man fortsetzen könnte – Spielraum für mehr Würfe ist definitiv vorhanden. In den ersten 30 Saisonspielen lief Schröder jedes mal als Starter auf, stand mit 31,1 Minuten pro Spiel sogar länger auf dem Court als im Vorjahr in Oklahoma City (30,8). Dennoch nimmt er fast drei Würfe weniger pro Partie (11,5 in L.A., 14,8 in OKC) und auch Field Goal- sowie Dreierquote sind gesunken, die 14,2 Punkte pro Spiel sind der niedrigste Wert seit der Saison 2015/16. Natürlich hat der Braunschweiger wohl noch nie mit so vielen fähigen Scorern und Schützen zusammengespielt, seine Hauptaufgabe liegt erstmals in seiner Karriere nicht primär im Kreieren von Offense für das Team. Trotzdem wird es ihm niemand in lila-gold übel nehmen, wenn er gerade in einer Phase, wo den Lakers der zweitbeste Scorer fehlt, etwas eigensinniger zu Werke geht.

UND LANGFRISTIG?

Ein Verteidiger vom Schlage eines Avery Bradley, in der vergangenen Saison bis zur „Bubble“ noch teil der Lakers, mag der Braunschweiger nicht sein – dennoch wird er in den Playoffs logischerweise regelmäßig die Aufgabe erhalten, den besten Guard des Gegners im Zaum zu halten – findet er darüber hinaus die perfekte Balance in der Offensive, fällt es auch in diesem Jahr schwer, ein Team zu finden, dass alle Stärken der Lila-Goldenen kontern kann. Was explizit für Schröder spricht – und diesem im kommenden Sommer auch einen amtlichen Zahltag einbringen dürfte. Denn der Vertrag des 27-Jährigen läuft am Saisonende aus, wie es im Anschluss für den „unrestricted“ Free Agent weitergeht, ist trotz großem Wohlfühl-Faktor in Los Angeles noch nicht in Stein gemeißelt.

Denn: Schröder kommt langsam aber sicher in seine „Prime“, es ist davon auszugehen, dass er mit seinem nächsten Vertrag etwas mehr verdienen möchte als die 15,5 Millionen US-Dollar, die er 2020/21 noch einstreicht. Können ihm die Lakers, die mit LeBron und Davis bereits zwei Top-Verdiener bezahlen, dies bieten? Denkt man an die Aussagen des Coaches, von LeBron James und Franchise-Legende Magic Johnson, scheint ein Verbleib auch über das Saisonende durchaus gewünscht – wie schnell es im Business NBA gehen kann, muss dem zweifach getradeten Schröder allerdings niemand mehr erklären.

Was im Sommer ist, ist aktuell aber auch nicht wirklich wichtig. Vielmehr steht die Tatsache, dass sich Schröder beim amtierenden Champion zu einem der wichtigsten Akteure entwickelt hat. Vor allem mit seiner defensiven Präsenz. Und so sollte es auch niemanden wundern, wenn LeBron James künftig wieder über seinen Mitspieler twittert – allerdings ausschließlich aus positiven Gründen.

Mit einer Usage-Rate von 21,3 liegt Schröder nur knapp hinter Raptors-Starter Kyle Lowry (21,4).


LeBron James begrüßte Schröder kurz nach Bekanntwerden des Trades persönlicher per Videochat, wie „DS17“ selbst erklärte.


DIE BESTEN FÜNF-MANN-AUFSTELLUNGEN DER NBA


Fotocredit: Getty Images