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Andampfen im Huserland


Gartenbahnen - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 17.05.2019
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Bildquelle: Gartenbahnen, Ausgabe 2/2019

Die ersten Loks werden auf den Anheizständen vorbereitet


Die Anlage – oberer Teil.


… derweilen drehen die E-Loks schon ihre Runden.


Warten auf das Ausfahrsignal.


Seit vielen Jahren ist das Andampfen im Huserland zum 1. Mai eine feste Größe im Terminkalender und inzwischen zur liebgewonnenen Tradition geworden. Am „Tag der Arbeit“ tut man genau das im Huserland: Kohle schaufeln, Feuer machen, Anheizen und nach Herzenslust dem Fahrbetrieb fröhnen. Arbeiten für und mit dem Hobby! Herrlich!
Werfen wir mal kurz einen Blick ins Bergische Land – wo es am schönsten ist: Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht ...

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Seit vielen Jahren ist das Andampfen im Huserland zum 1. Mai eine feste Größe im Terminkalender und inzwischen zur liebgewonnenen Tradition geworden. Am „Tag der Arbeit“ tut man genau das im Huserland: Kohle schaufeln, Feuer machen, Anheizen und nach Herzenslust dem Fahrbetrieb fröhnen. Arbeiten für und mit dem Hobby! Herrlich!
Werfen wir mal kurz einen Blick ins Bergische Land – wo es am schönsten ist: Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, weitab jeder städtischen Zivilisation, liegt das Huserland im oberen Bevertal. Postalisch noch zu Radevormwald gehörend – aber das Dorf Egen ist viel näher, und das ist schon Wipperfürth. Ohne Navi wird die Anreise zum Abenteuer …
Hier hat sich Michael Huser vor vielen Jahren einen Traum erfüllt. Ein Traum, der immer größer wurde und inzwischen zu den größten (privaten) Anlagen gerechnet werden darf. Die Spurweite 5 Zoll, also 127 mm, war sein Favorit. Sein Gedanke einst: „Ich baue die Gleise, dann kommen die Loks (mit Freunden) ganz von selbst …“ Und genauso hat’s funktioniert. Inzwischen misst die Gesamt-Streckenlänge aller Gleise knapp 1,5 km! Ein Rundkurs auf dem Hauptgleis ist 480 m lang – da ist man schon ordentlich unterwegs! Und auf der langen Steigung, der „Bever-Rampe“, müssen die Loks gegen ca. 2 % Steigung ankämpfen – da qualmt’s gewaltig!

Eine lange Garnitur, gezogen von zwei US-Dieselloks.


Auf den Anheizgleisen sind die Vorbereitungen abgeschlossen – der Dampfdruck stimmt.


Michael Huser – „läuft alles rund??“


Das traditionelle „Andampfen“ am 1. Mai kann beginnen – mit Dampf- , E-und Diesel-Loks.


Fotos: Helmut Harhaus

1997 wurden die ersten Gleise verlegt – unzählige Stunden stecken im Bau des Systems: Schienenprofi le auf Vierkantrohr-Stahlschwellen verschweißen und verzinken, dann im Schotterbett verlegt.
Vor einigen Jahren hatten wir schon einmal über den Ausbaustand der Anlage berichtet, inzwischen ist sie erheblich erweitert worden. Besonders im unteren Teil, im Bereich der Schotterverladung, gibt es viel Neues zu sehen und zu befahren. Dort ist auch das separate Verladegleis mit Waggon-Kipper zum Entladen der Schotterwaggons. Und eine 3-gleisige Rangieranlage.
Über eine hydraulische Hubbühne können die mitgebrachten Lokomotiven auf die Anlage aufgegleist werden. Besonders praktisch für die schweren Boliden – schonmal stehen hier 300-kg-Loks auf dem Gleis! Direkt daneben, der 3-gleisige Anheizstand – erhöht und rückenschonend angeordnet. Über eine Schwenkbühne geht’s dann auf die Anlage. Man erreicht so drei Bahnhöfe, einen Haltepunkt, ein Betriebswerk mit Drehscheibe und 10 Lokomotivständen sowie eine weitere Drehscheibe im Bereich Schotterverladung. Insgesamt sind 32 Bogen-, Doppelkreuzungs- und Dreiwegeweichen verbaut. Also, schon eine beachtliche Anlage, die weder kommerziell betrieben wird noch eine Vereinsanlage ist – eine rein private Initiative; wo fi ndet man solches heute noch?

Die gewaltige „01“ wird angeheizt.


Neubau: ein Kran im Baustadium.


Fahrbetrieb


An der großen Drehscheibe herrscht lebhafte Betriebsamkeit.


Und an Wochenenden steht die Anlage den Freunden und Bekannten (nach Anmeldung und Absprache) offen. Wer mal eben ein neues Fahrgestell ausprobieren will, kann auch mal auf’n Abend vorbeischauen – gern ’ne Flasche Bier oder Grillwürstchen mitbringen …
Das Besondere sieht und erlebt man aber an den „Thementagen“. So ist im Fahrplan zu lesen, dass es einen Ladebetrieb am neuen Dampfkran geben wird. Nach USVorbild werden dann mittels Seilzügen und Dampfkraft Stammhölzer und anderes Ladegut verladen, dieses dann auf der Anlage verfahren – um wieder dampfbetrieben abgeladen zu werden.
Ein besonderes „Schmankerl“ ist der Fahrtag mit amerikanischen Loks – gewaltige Züge sind dann im Bergischen Land unterwegs. Und, wenn’s passt, ist dann auch die monumentale Dampfl ok Y6B mit auf dem Gleis! Ähnliches wird der Fahrtag „Güterzüge“ bringen. Dabei wird jedes Jahr versucht, den Rekord in Anzahl der Güterwagen am Haken zu brechen.
Im Herbst gibt es dann ein Abdampfen und – schonmal bei tiefem Schnee – ein Nikolaus-Dampfen. Das ist besonders spektakulär, besonders bei Schnee, da dann unglaubliche Abdampf-Fahnen über den Loks stehen bzw. lange Fahnen nachgezogen werden. Das war sogar dem WDR einen Film wert, 2017 drehte der WDR einen ganzen Tag bei eisigen Temperaturen im Huserland. Ein toller Film fl immerte danach über die Mattscheiben (WDR-Lokalzeit, Studio Wuppertal, Dienstag, 12. Dezember 2017).

Mit spezieller Ausleuchtung erstrahlen die Dampfwolken perfekt.


Bild aus der „Blitz-Falle“.


Ja, 20 Jahre ist das Huserland nun schon alt – und lebendig wie nie zuvor. Das merkte man auch beim diesjährigen Andampfen am 1. Mai. Trotz recht kalter Witterung – das Thermometer kroch nicht über 10 °C hinaus – war sehr reger Betrieb zu erleben und zahlreiche Zuschauer waren gekommen. Es wurde – traditionell – mit Dampf gefahren. Ob die kleinen Schmalspurbahn-Loks oder die große „01“ – es qualmte überall und hinter jeder Kurve. Über zehn ELoks, über den Tag wechselnd, waren auf der Strecke und pausenlos verkehrte die Diesellok V51 – TWE 251903.2 mit vier Wagen zur Kinderbelustigung. 16 bis 20 kleine Pöters saßen da auf dem Bock und ließen sich Runde um Runde ziehen. Ab Mittag nahm das hier im Huserland schon den Betrieb einer Kirmes an. Kinder aller Altersklassen hatten unbändigen Spaß. Und einige lernten tatsächlich auch ’was – zum Beispiel, dass man während der Fahrt nicht einfach absteigen kann … Bums – Glück gehabt – nichts passiert. Wie man hörte, werden hier die einschlägigen Veranstaltungen und Fahrmöglichkeiten (in der größeren Region) immer weniger – was für mehr Publikumsverkehr im Huserland sorgt. Man sollte an den Thementagen schon frühzeitig vor Ort sein – die Parkplätze werden bald rar.
Man sieht – es lohnt sich ins Huserland zu kommen! Und gefahren wird hier bei jedem Wetter – ’s ist halt das Bergische Land – eine der regenreichsten Regionen Deutschlands. Aber keine Angst – Sonne können wir auch!

Dank der kühlen Temperaturen bilden sich schöne Kondensationswolken


Michael Huser, Kottmannshausen 1, 42477 Radevormwald www.huserland.de; michael.huser@huserland.de Telefon: +49(0)02195/69048
Veranstaltungen/Fahrplan: http://www.huserland.de/index.php/menue-gartenbahn/menue-fahrplaene/168-fahrplan-2018