Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

ANDREAS STACH: Was Kleines auf die Schnelle


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 14.08.2019

Vom Kleinhersteller Manfred Sievers aus Hannover kam im Mai 2019 wieder etwas Neues auf den Markt. Vor allem die Liebhaber von Behördenschiffen dürften sich über ein modernes Polizeiboot freuen!


TEST ModellWerft

Artikelbild für den Artikel "ANDREAS STACH: Was Kleines auf die Schnelle" aus der Ausgabe 9/2019 von Modellwerft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 9/2019

Das Vorbild entstand 2011 auf der finnischen Werft Marine Alutech! Dort ist diese Serie von Booten unter der Bezeichnung Watercat 1200 Patrol aufgelistet. Es wurden drei Boote des gleichen Typs geordert, die dann 2012 in Einsatz gestellt wurden. Sie werden an den Stationen Brunsbüttel, Heiligenhafen und Travemünde eingesetzt. Die Einheiten sind 12 Meter lang, 3,40 Meter breit und verdrängen 8,5 ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Modellwerft. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Liebe Leserinnen und Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen und Leser,
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Die Seenotretter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Seenotretter
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Mittler. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mittler
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von RC-Triathlon. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
RC-Triathlon
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von MATTHIAS SCHUMACHER: Mini-Ramborator dahoch Zwei. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MATTHIAS SCHUMACHER: Mini-Ramborator dahoch Zwei
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von KLAUS WACHSMUTH: NEUZUGANG in Schilksee. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KLAUS WACHSMUTH: NEUZUGANG in Schilksee
Vorheriger Artikel
RC-Triathlon
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel MATTHIAS SCHUMACHER: Mini-Ramborator dahoch Zwei
aus dieser Ausgabe

... Tonnen. Angetrieben von zwei Volvo Penta-Maschinen mit je 370 PS erreichen sie 25 Knoten Einsatzgeschwindigkeit.

Der Baukasten

Wie von Sievers gewohnt, finden wir in der Bausatzausstattung nahezu alles für die Fertigstellung des Modells. Nebst einem soliden GFK-Rumpf (der könnte bei diesem kleinen Boot ruhig etwas leichter ausfallen) sind die Stevenrohre mit Wellen, Ruderblätter und Koker sowie die Anlenkhebel dafür im Baukasten zu finden. Wenige Holzteile stehen für die Decksunterzüge zur Verfügung. Alle anderen Teile für Deck und Aufbau sind aus Polystyrolplatten unterschiedlicher Stärke gefräst worden. Auch die gesamten Beschlag- und Ausrüstungsteile sind bereits vorhanden. Geplottete Schriftzüge runden die Bausatzausstattung ab. Das Modell ist im Maßstab 1:20 gehalten. Es kommt also auf einer Länge von 60 cm und eine Breite von 17 cm.

Der Bau

Wie immer fängt der Bau mit der Rumpfausrüstung an. Im Rumpf sind bereits die Führungsrohre für die beiliegenden Stevenrohre einlaminiert. Hier kann man eigentlich bei der Ausrichtung derselben nicht mehr viel falsch machen. Die Stevenrohre werden außenbords noch einmal in Wellenböcken abgestützt. Dafür, und für die Ruderkoker, müssen noch Öffnungen in die Rumpfschale eingebracht werden. Hierfür finden wir im Bauplan genaue Maßangaben. Ich empfehle hier vom Heckspiegel aus zu messen. Bei meinem Modell waren die Führungsröhrchen leicht unterschiedlich in der Länge eingeharzt worden. Also Löcher klein vorbohren und dann mit Schlüsselfeilen passend bearbeiten. Die Ru- derblätter zum Ausrichten in die Koker einstecken. Dann alles erst mit Sekundenkleber anpunkten. So sind kleine Korrekturen leicht zu machen. Passt alles, kann von innen mit Zweikomponentekleber befestigt werden. Jetzt können die Antriebsmotoren eingebaut werden. Bei meinem Modell wählte ich 400er-Bürstenmotoren. Denn größere Propeller als die beiliegenden 27-mm-Dreiblatt-Kunststoffexemplare können aus Platzmangel nicht verbaut werden. Statt der Plastikpropeller wurden Raboesch 25er montiert. Aufgrund der relativ geringen Gesamtverdrängung von 1.300 Gramm bieten sich natürlich auch kleine Brushless-Außenläufer an. Ein Standard-Servo reicht zur Anlenkung der Ruderblätter völlig aus. Jetzt können die Decksauflagen aus Sperrholzteilen und Vierkantleisten eingeklebt werden. Hierbei ist die Stärke der Decksplatte zu berücksichtigen. Das Deck, indem bereits einige Details eingefräst sind, wird dann mit Pattex Füll-Mix eingeklebt. Dieser Klebstoff bietet lange Verarbeitungszeit und er bleibt leicht flexibel. Und schon kann die erste Farbe auf den Rumpf – Unterwasserschiff rotbraun, Rumpf in blau. Das Deck wurde grau lackiert. Der umlaufende schwarze Fender wurde mit Gummiklebebeband aufgebracht. Somit ist sogar diese Funktion real. Jetzt wird der Aufbau aus CNC-bearbeiteten Frästeilen erstellt. Das geht zügig voran. Die Teile passen recht gut. Im Dachbereich mussten ein paar Anpassungen gemacht werden. So hielt sich aber das Verspachteln der Steckzapfen und Schlitze in Grenzen, der Grundkörper wird dann verschliffen und weiter ausgebaut. Dazu gehören vor der Lackierung zuerst einmal die Fensterrahmen. Das obere Dach erhält noch die Klimabox aus Resin. Dieses doch recht massive Teil bekommt unten einige Erleichterungsbohrungen. Denn auf den Schwerpunkt des Modells sollte man bei dem doch recht kleinen Rumpf mit wenig Tiefgang schon achten. Der Mast wird auf ein gelötetes Unterpodest gesetzt und besteht aus Resin, Kunststoff und Messingteilen. Das alles lässt sich gut bauen und die Teile passen. Manchmal ist es anhand der doch sehr spärlichen Bauanleitung aber etwas schwierig, die passenden Komponenten zu finden. Aber das ist alles lösbar! Ist der Aufbau lackiert, können die Fensterscheiben, die ebenfalls vorgefräst beiliegen, eingesetzt werden. Hier muss das Material an den Kanten ein wenig nachgeschliffen werden. Aber so passen die Scheiben stramm in die Rahmen und bedürfen nur minimaler Klebungen! Und schon nähern wir uns der Lieblingsbeschäftigung der meisten Schiffsmodellbauer: dem Relingbau! Hier hat Sievers wieder eine Schablone im Bauplan abgedruckt. Ich mache davon immer eine Fotokopie und klebe diese mit Klebestift auf eine Holzbauplatte. Dann wird der Relingdraht, hier 1,5-mm-MS-Material, passend abgelängt und gebogen. Fixiert wird dann mit leicht lösbarem Klebeband. An die Verbindungsstellen noch ein wenig Lötfett und mit einem 60-Watt-Kolben wird dann verlötet. Danach noch ein wenig versäubern und schon kann lackiert werden! Die weitere Ausrüstung geht dann auch recht schnell vonstatten. Viele Teile, die Sievers früher im Metall-Schleuderguss fertigte, liegen nun als sehr saubere 3D-Druckteile bei. Kaum Nacharbeit und sehr gut zu lackieren! Die Modellbeschriftung besteht wieder aus geplotteten Buchstaben, das ist einfach mit der Transferfolie aufzubringen. Eine Besonderheit diesmal hier bei der kleinen „Polizei“- Beschriftung am Aufbau. Hier liegt die blaue Untergrundtafel ebenfalls passgenau aus Folie geplottet bei. Also zuerst die blaue Tafel anbringen und darauf den Schriftzug. Das ergibt ein perfektes Bild. Die Lampenkörper sind, wie immer, beleuchtbar. Nur die Steuer- und Backbordlaterne sind da etwas anspruchsvoller. Es liegen dafür zwar 3D-Teile für das Lampenglas bei. Diese sind aber so klein, dass sie kaum zu beleuchten sind. Auf Bildern im Internet kann man am Original auch winzige Lampengehäuse erkennen, die vermutlich mit starken LEDs bestückt sind. Am einfachsten ist das am Modell mit SMD-Leuchtmitteln zu verwirklichen.

Die für Modellbau Sievers typische Aufmachung


Rumpf und Deck des Polizeibootes


Die Ruderkoker und die Wellen wurden eingeklebt


Die charakteristische Hecktreppe derHabicht


Der typische Alutech-Aufbau entsteht Stück für Stück


Die eingebaute Technik im Rumpf derHabicht


Die Wellen- und Ruderanlage


Erste Lackierungen sind erfolgt


Auf dem Brückenhaus schreitet der Mastbau voran


Die Beschriftung ist durch zwei Schritte sehr realistisch


Der Rohbau derHabicht ist fertig


Erste Fahrten und Fazit

Die ersten Testfahrten fanden noch im Rohbaustadium mit einem 2S-LiPo mit 3.800 mAh statt. Hier zeigte sich, dass da ruhig etwas mehr Vortrieb vonnöten ist. Die Abschlussfahrt und Indienststellung wurde dann mit einem 3S-LiPo durchgeführt. Damit kommt das klei-ne Modell fast komplett ins Gleiten. Der Geradeauslauf ist perfekt und selbst eng gefahrene Kurven mit Vollast stellen kein Problem dar. Der Wendekreis liegt bei langsamer Fahrt bei knapp über einer Schiffslänge. Durch die getrennt ansteuerbaren Motoren geht das auch auf dem „Teller“. Auf das Bugstrahlruder kann wirklich getrost verzichtet werden. Und selbst bei moderater Fahrt rückwärts bleibt dieHabicht voll steuerbar! Mit diesem kleinen handlichen Polizeiboot hat Herr Sievers wieder einmal ein ungewöhnliches Vorbild ausgesucht. Die handliche Größe und der Maßstab 1:20 passen hervorragend für ein Fahrmodell, welches ohne großen Transportaufwand eigentlich überall dabei sein kann. Der Bau ist für den etwas geübten Modellbauer gut zu bewältigen. An einigen Teilen ist zwar ein wenig Nacharbeit vonnöten, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Der Baukasten derHabicht kostet 270-€.

Der Rehlingbau dürfte zu den „beliebtesten“ Arbeiten der Schiffsmodellbauer zählen


Eine erste Testfahrt erfolgt vor der Endausrüstung


Das fertige Modell im Fotostudio


Detailaufnahme des Heckbereichs


Das Modell bei der ersten Einsatzfahrt


Vom Original fast nicht zu unterscheiden


Info & Bezug
Manfred Sievers Portlandstr. 5 30629 Hannover
Tel.: 0511-581125
E-Mail: info@modellbau-sievers.de