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Android13: Das bringt das neue OS


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TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 05.09.2022

Smartphone

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? Android 13

Seit Februar dieses Jahres bringt Google nach und nach neue Versionen von Android 13, Codename „Tiramisu“. Nach zwei Entwicklerversionen kam im April die erste Beta, Mitte August schließlich der finale Release. Wir haben uns die offizielle Version von Android 13 angesehen und stellen Ihnen die Funktionen vor, von denen Sie als Nutzer direkt profitieren. Aber Achtung: Wer bereits eine Entwickler- oder Betaversion von Android 13 ausprobiert hat, wird unter Umständen die eine oder andere Funktion darin im finalen Release vermissen. Das ist jedoch bei Google durchaus üblich und heißt nicht, dass diese fehlenden Funktionen in späteren Updates nicht wieder eingebaut werden.

Android 13: So kommen Sie an die neue Version

Bei Redaktionsschluss (Mitte August) war Android 13 nur für die Pixel-Modelle ab dem Pixel 4 per Over-The-Air-Update verfügbar. Die betreffenden Geräte erhalten einen Hinweis in ...

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... der Benachrichtigungszeile, und Sie können das Update über „Einstellungen, System, Systemupdate“ durchführen. Allerdings sollten Sie hier etwas Geduld mitbringen, da das Update relativ lange dauert. Weitere Geräte von anderen Herstellern werden erfahrungsgemäß in den kommenden Wochen folgen.

Wer jedoch nicht so lange auf eine offizielle Version für sein Smartphone-Modell warten, sondern eine Vorabversion von Android 13 ausprobieren möchte, der kann dies tun, sofern er ein kompatibles Smartphone besitzt. So sind beispielsweise für das Asus Zenphone 8, das Lenovo-Tablet P12 Pro, das X20 von Nokia, das Oneplus 10 Pro, das Oppo Find X5 Pro, das Realme GT 2 Pro, das Sharp Aquos Sense 6, das Tecno Camon 19 Pro 5G, das Vivo X80 und X80 Pro, das Xiaomi 12, 12 Pro und das Xiaomi Pad 5 sowie das ZTE Axon 40 Ultra Vorabversionen des Betriebssystems verfügbar. Google verweist hier auf die Webseiten der jeweiligen Unternehmen, von denen aus sich die Installation durchführen lässt (https://bit.ly/3Bz4kQo). Beachten Sie dabei jedoch, dass die Hersteller eventuell nicht alle von Google veröffentlichten Entwickler- und Betaversionen an ihre Geräte angepasst haben und zur Verfügung stellen.

Übrigens: Pixel-Nutzer haben es grundsätzlich einfacher, Entwickler- und Betaversionen neuer Betriebssysteme auszuprobieren. Sie müssen sich mit ihrem kompatiblen Gerät lediglich für das „Android Beta for Pixel Program“ unter https://bit. ly/3cPIDRz anmelden. Anschließend führen Sie das Update wie gehabt direkt am Gerät über „Einstellungen, System, Systemupdate“ durch. Dabei sollte der Akku des Smartphones mindestens zu 50 Prozent geladen und das Smartphone selbst optimalerweise auch mit dem Stromnetz verbunden sein.

Bedienung: Neue Farben, zusätzliche Kacheln und mehr

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Android 13 optisch nicht von der Vorgängerversion. Neues findet sich jedoch in den Tiefen der Einstellungen. Wer sein Smartphone beispielsweise gerne personalisiert, der darf sich über die 12 neuen Farbpaletten freuen, die Android 13 mitbringt.

Auch die App-Icons profitieren von den neuen Farben, denn sie lassen sich nun auch im gewählten Farbschema darstellen: Wenn Sie in den Einstellungen unter „Hintergrund & Stil“ die „Symboldesigns“ aktivieren, die sich aktuell noch in der Betaphase befinden, werden Apps und Ordner im gewählten Farbschema dargestellt (im Dark Mode invertiert).

Doch nicht nur neue Farben hat Google seinem Android 13 spendiert. Die Schnelleinstellungen haben zusätzliche Kacheln bekommen, mit der sich etwa der QR-Codescanner sowie der Einhandmodus aktivieren lässt. Die neue Kachel „Farbkorrektur“ deaktiviert eventuell eingestellte Designschemata mit farbigen Schaltflächen.

Ein neues Akku-Widget, das sich in Größe und Position anpassen lässt, verschafft Ihnen Überblick über den Ladestand Ihres Smartphones, angeschlossener Bluetooth-Kopfhörer und unter Umständen auch deren Ladebox (etwa bei den hauseigenen Pixel Buds). Die Farbgebung des Widgets ist adaptiv, passt sich also dem Hintergrund an, wenn Sie es verschieben.

Und auch eine Funktion, die bei Android 12 plötzlich schmerzlich vermisst wurde, hat seinen Weg zurück in Android 13 gefunden: Haben Nutzer ihr Smartphone im Vibrationsmodus betrieben, war dies bei Android 12 nicht mehr als Icon in der Benachrichtigungsleiste zu sehen. Bei Android 13 können Sie die Anzeige in den Einstellungen unter „Ton & Vibration“ über die Option „Im Vibrationsmodus immer Symbol anzeigen“ nun wieder einblenden.

Bei den Bedienungshilfen finden Sie nun unter „Vergrößerung“ die Möglichkeit, Ihren „Eingetippten Text vergrößern“ zu lassen. Ist diese Option aktiv, folgt Ihnen beim Tippen eine quadratische Lupe, sodass Sie das Geschriebene besser entziffern können.

Mehr Einfluss auf Apps: Benachrichtigung und Sprache

Mit Android 13 erlangen Nutzer deutlich mehr Einfluss auf Apps. Mussten Sie bisher ungewollte Benachrichtigungen für jede App einzeln manuell abstellen, haben Sie nun die Möglichkeit, den Erhalt bereits beim ersten Start pauschal abzulehnen beziehungsweise die Benachrichtigungen zuzulassen.

Auch, was die Sprachauswahl angeht, bringt Android 13 Neuigkeiten mit: Bisher hing die eingestellte Sprache einer App von der Systemsprache ab. Unter „System, Sprachen und Eingabe“ findet sich nun bei Android 13 ein Menüpunkt „App-Sprachen“, über die Sie die Spracheinstellungen für einzelne Apps anpassen können. Welche Apps in der Übersicht aufgelistet werden, hängt jedoch davon ab, ob eine App grundsätzlich in mehreren Sprachen verfügbar ist.

Sicherheit: Berechtigungen, Google Wallet & Co.

Eine neue Funktion, die vor allem der Privatsphäre zugutekommt, ist unter Android 13 bei den Berechtigungen zu finden. Bisher mussten Sie, wenn Sie ein Foto oder Video über eine App teilen wollten, dieser App den kompletten Zugriff auf „Dateien und Medien“ erlauben. Android 13 unterteilt diese Rechte nun noch in „Fotos & Videos“ sowie „Musik & Audio“. Die Rechte lassen sich dann auch nachträglich in den Einstellungen der jeweiligen App erteilen beziehungsweise entziehen. Einen Schritt weiter soll dann noch der so genannte „Foto Picker“ gehen, der jedoch in unserer Betaversion noch nicht aktiv war: Er soll die Berechtigungen noch kleinteiliger machen und nur für einzelne Fotos, Videos sowie andere Dateien ermöglichen. Die entsprechende API steht für die Entwickler bereit.

Der Menüpunkt „Sicherheit“ in der Einstellungen-App wurde ebenfalls überarbeitet und zeigt nun eine Übersicht aller sicherheitsrelevanten Dienste und Konfigurationen. Besteht Handlungsbedarf, zeigt Android 13 das an, und Sie können das potenzielle Sicherheitsrisiko gleich beheben.

Mit Android 13 kommt auch erstmals Google Wallet nativ aufs Smartphone. Anders als Google Pay lässt sich Google Wallet nicht mehr nur zum Bezahlen via NFC einsetzen, sondern die App speichert nun auch Tickets aus Gmail, Geschenkkarten sowie Infos von Bonuskarten.

Audio-Unterstützung: Bluetooth LE, Midi 2.0 und mehr

Um den Stromverbrauch bei Bluetooth-Verbindungen zu senken, dabei aber gleichzeitig die Audioqualität zu erhöhen, wird Android 13 Bluetooth LE Audio mit dem neuen LC3-Codec (Low Complexity Communications Codec) unterstützen. BLE Audio ermöglicht Broadcast Audio, eine Technik, dank der ein Audiogerät seine Inhalte über andere Geräte ausgeben kann. Die Verbindung wird dann per QR-Code oder Zugangsdaten aufgebaut.

Musiker dürfen sich vor allem darüber freuen, dass Android 13 nun auch erstmals Midi 2.0 unterstützt und entsprechende Geräte darüber miteinander kommunizieren können. Auch der Surround-Sound-Effekt wurde verbessert, er funktioniert nun bei entsprechenden Inhalten und Geräten statisch, aber auch dynamisch, indem er der Kopfbewegung des Nutzers folgt.

Fazit: Nützliche Funktionen – noch mehr werden kommen

Bereits die letzte Betaversion vor dem finalen Release zeigte, dass Android 13 viele Funktionen mitbringen wird, die zwar nicht weltbewegend, aber doch sehr nützlich sind. Der QR-Scanner im Schnellzugriff, die Lupe als Schreibhilfe und nicht zuletzt die Unterstützung von Bluetooth LE Audio und Midi 2.0 sind Features, die sinnvoll und praktisch sind.

Und Google hat bereits weitere Neuheiten angekündigt, die nach und nach umgesetzt werden sollen. Beispielsweise dürfen Entwickler die Symbole ihrer Apps auch im Material-You-Design gestalten und benutzerdefinierte Kacheln erstellen. Die Uhr auf dem Sperrbildschirm soll sich in Position und Design ändern lassen, und Geräte in der Nähe finden Sie künftig leichter über WLAN, ohne dass dazu Standortinformationen abgefragt werden müssen. Vom Homescreen aus soll ein Nutzerwechsel möglich sein, falls Sie mehrere Nutzer auf Ihrem Gerät eingerichtet haben. Zweitnutzer sollen zudem NFC-Zahlungen durchführen können. Außerdem soll Android 13 DNS über HTTPS nativ unterstützen.

Android 13 im Emulator

Bevor Sie Ihrem Smartphone ein Update mit Android 13 spendieren, können Sie die Version auch erst einmal am PC im Emulator ausprobieren. Sie benötigen dazu lediglich die englischsprachige Entwicklungsumgebung Android Studio (unter https://developer.android.com/studio), in der Sie dann ein virtuelles Smartphone oder Tablet mit Android 13 erstellen.

Und so geht’s: Installieren Sie Android Studio, und starten Sie das Programm. Sie werden zu Beginn dazu aufgefordert, Ihre Entwicklerplattform anzupassen. Wählen Sie hier am besten „Standard“, dann das Farbschema. Akzeptieren Sie die Lizenzvereinbarungen, und schließen Sie mit zweimal „Finish“ ab. Wählen Sie im Willkommensbildschirm unter „More Actions“ die Option „SDK Manager“. Wechseln Sie zum Reiter „SDK Tools“ und stellen Sie sicher, dass der Haken bei „Android Emulator“ gesetzt ist. Klicken Sie auf „OK“, um die neueste Version zu installieren, falls nicht bereits geschehen.

Zurück im Willkommensbildschirm wählen Sie „New Project“, „No Activity“ und „Next“ sowie zweimal „Finish“. Nachdem Android Studio Ihr Projekt gestartet hat, wählen Sie „Tools“ und „Device Manager“. Erstellen Sie ein neues Smartphone mit „Create Device“ und entscheiden Sie sich für eines der angegebenen Modelle, etwa das Pixel 5. Klicken Sie auf „Next“ und im nächsten Bildschirm auf „Download“ vor dem Image von Android 13, welches die Bezeichnung „API 33“ trägt. Stimmen Sie der Lizenzvereinbarung zu, und klicken Sie auf „Next“. Schließen Sie mit „Finish“ ab. In der Image-Übersicht wählen Sie „Next“ und können dann noch ein paar Anpassungen an Ihrem virtuellen Smartphone vornehmen, etwa die bevorzugte Startanzeige (Hoch- oder Querformat). Schließen Sie mit „Finish“ ab. Um die Emulation zu starten, klicken Sie auf den Play-Button rechts neben dem angezeigten virtuellen Device. Das Pixel 5 fährt hoch wie ein reales Modell, und Sie können anschließend mit der Maus auf Icons klicken und durch Ziehen der Maus Gestenbefehle ausführen.

Verena Ottmann

Verena Ottmann ist langjährige Redakteurin der PC-WELT für die Themengebiete Kameras, externe Festplatten und alles rund um Android.