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ANDROIDOFFENSIVE


connect - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 06.07.2018

Mit Android Go und Android One schiebt Google zwei Software-Initiativen an, die das Ökosystem enorm bereichern und ein Stück näher an Apple heranrücken – zumindest auf dem Papier. Mittlerweile sind erste Smartphones erhältlich. Zeit für einen genaueren Blick und eine Probe aufs Exempel.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 8/2018

Die Android-Plattform droht, ein Opfer ihres eigenen Erfolgs zu werden. Denn die zunehmende Smartphonl-uerbreitung und die fast schon unheimlichen Wachstumsraten des Google-Systems – aktuell geht man von mehr als 2,3 Milliarden aktiven Androiden weltweit aus – führen zu einer immer stärkeren Fragmentierung. Viele ...

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... Smartphones mit uralten Androil-uersionen stellen ein Sicherheitsrisiko dar, hinzu kommen zahllose Billigmodelle mit einer viel zu schwachen Hardware-Basis. Die Offenheit der Plattform ist einerseits ein Garant für den Erfolg, auf der anderen Seite kann Google Android nur schwer kontrollieren. Doch ein gewisses Maß an Kontrolle ist unabdingbar: Welchen Eindruck hat ein Android-Einsteiger von Google-Diensten, wenn das Smartphone mit Schadsoftware infiziert ist, ständig ruckelt oder abstürzt? Der Internetriese aus Mountain View hat daher ein vitales Interesse an einer gut auf die Software abgestimmten Hardware und an Smartphone-Updates, die die Software auf den Geräten beständig verbessern.

Für die nächsten fünf Milliarden

Nun werden zwei Initiativen in den Vordergrund geschoben, die es zwar schon länger gibt, die aber erst 2018 so richtig Fahrt aufnehmen. Das Android-One-Programm hat Google bereits 2014 vorgestellt, damals noch mit Fokus auf Einsteigermodelle in aufstrebenden Märkten wie Indien. Viele Smartphone-Hersteller, die Android One damals unterstützten, sind hierzulande völlig unbekannt, etwa Micromax, Spice und Karbonn in Indien sowie Mito oder Nexian in Indonesien.

Erst später wurden auch etablierte Firmen in den entwickelten Märkten auf Android One aufmerksam, eine wichtige Rolle spielte der japanische Netzgigant Softbank mit dem Sharp 507SH. HTC folgte Ende 2017 mit dem U11 Life, den endgültigen Durchbruch in Europa brachte Anfang 2018 die Ankündigung von HMD, bei seinen Nokia-Smartphones künftig ausschließlich auf Android One zu setzen.

Android One als Update-Garantie

Google wollte mit Android One ursprünglich einen Mindeststandard für Einsteiger-Smartphones etablieren, um sicherzustellen, dass die eigenen Dienste trotz Billil-uardware eine positive Nutzererfahrung bieten. Mit der wachsenden Fragmentierung, der zunehmenden Relevanz von Sicherheitsupdates und dem aufkommenden Interesse von Herstellern in ent wickelten Märkten verschob sich diese Zielsetzung allerdings. Heute spricht Google von „Android in seiner reinsten Form“ und der „besten Android-Version“. Android One markiert also nicht mehr das Minimum, sondern das Optimum. Dazu passt auch die Tatsache, dass sich ein Hersteller bei Google für das Programm bewerben muss. Nur die Unternehmen dürfen mitmachen, denen die Amerikaner zutrauen, die Vorgaben zu erfüllen:
– System-Updates über zwei Jahre und monatliche Sicherheits patches über drei Jahre
– eine native Android-Oberfläche mit allen Google-Diensten vorinstalliert
– ein System, das schnell und ruckelfrei reagiert

Android One ist also eine Art Zertifikat, dessen Güteklasse von Google überwacht wird. Hier kann sich der Kunde darauf verlassen, einen Software-Support zu bekommen, der vergleichbar ist mit Apples iOS. Die damit einhergehende Software-Standardisierung führt allerdings dazu, dass die Systemoberfläche auf einem 200-Eurl-umartphone genauso aussieht wie auf einem teuren High-Enl-uodell. Dem Hersteller und auch dem Käufer fehlen Differenzierungsmöglichkeiten, weshalb Android One vor allem für Einsteiger und Mittelklasse-Phones gedacht ist. Das kann sich allerdings schnell ändern. Sollte die Softwarl-unitiative in diesem Jahr in Europa gut ankommen, könnte sie sich auch in der Oberklasse breitmachen. Momentan ist das Nokia 8 Sirocco das einzige High-Enl-uhone mit Android One.

Mindeststandard für Einsteiger

Die ursprüngliche Rolle von Android One hat unterdessen Android Go übernommen – eine stabile Performance auch bei schwacher Hardware zu garantieren. Google hat die speicheroptimierte Variante Mitte 2017 angekündigt und die Arbeit daran zum Jahresende abgeschlossen. Android Oreo (Go Edition) – so die korrekte Bezeichnung – soll auch dann flüssig laufen, wenn der Arbeitsspeicher nur 512 MB beziehungsweise 1 GB groß ist. Das gesamte System wurde so verschlankt, dass es nur halb so groß ist wie eine normale Androil-uersion. Die Folge: Auf einem Phone mit einem internen Speicher von 8 GB sind nicht mehr nur 4, sondern 6 GB nutzbar.

Erreicht wird das unter anderem mit der Optimierung der Googll-upps, die allesamt für Go neu geschrieben wurden. Viele Funktionen hat Google in die Cloud ausgelagert. Beispiel Google Maps: Im Prinzip handelt es sich um eine Browser-App, die ein Web-Interface der Kartensoftware öffnet. In der Praxis gewöhnt man sich schnell daran, zumal die Funktionalität kaum eingeschränkt ist.

Billig, aber sicher

Wir haben Android Go auf dem Nokia 1 getestet und waren positiv überrascht: Die grobe Darstellung auf dem 4,5-Zoll-Display ist zwar wenig ansprechend, aber das System war auf dem allerneuesten Stand (Patch-Level: Mai 2018) und reagierte trotz leistungsschwachem Mediatek-SoC mit einer akzeptablen Geschwindigkeit. Ein Smartphone für 100 Euro, das tatsächlich benutzbar ist und kein Sicherheitsrisiko darstellt – das ist neu und bemerkenswert. Da das Billiggerät mangels Ausstattung in unserem Testverfahren naturgemäß schlecht abschneidet, läuft es hier außer Konkurrenz. Doch dass die beiden Software-Initiativen eine enorme Bereicherung für das Android-Ökosystem darstellen, steht außer Frage. Wer bei der Kaufentscheidung auf das entsprechende Logo achtet, macht nichts verkehrt.

TESTERGEBNISSE

„EINFACH, SMART UND SICHER“

Der Google-Leitspruch zu Android One bringt es auf den Punkt. Das System kommt ohne Ballast, ist für alle Googll-upps optimiert und wird über einen langen Zeitraum permanent mit Updates versorgt. Ein weiterer Pluspunkt ist der Cloud-Speicher: Mit einem Android-One-Phone geknipste Fotos und Videos werden nicht auf das Speicherkontingent von Google angerechnet. Die Schlichtheit des Systems bringt allerdings auch ein Problem mit sich. Jedes Smartphone mit Android One bietet die gleiche Software, es gibt keine Differenzierungsmerkmale zwischen einem Einsteiger- und einem High-End-Phone.

garantierte Sicherheitsupdates über drei Jahre

+ garantierte Versionsupdates über zwei Jahre

+ keine Bloatware

+ kostenloser unbegrenzter Speicherplatz für Fotos in hoher Qualität volle Smartphone-Funktionalität trotz schwächster Hardwarl-uasis

+ Funktionen wie „Mein Gerät finden“ und Google Assistant integriert

+ regelmäßige Sicherheitsupdates

+ Apps und System verbrauchen deutlich weniger Speicher

- die Systemoberfläche sieht auf jedem Gerät gleich aus

- softwareseitig keine Differenzierung zwischen einem Einsteiger- und einem High-End-Smartphone

„DAS BESTE VON ANDROID“

So lautet zumindest das Versprechen von Google. Und in der Tat bietet die Go Edition von Android Oreo nahezu alle Google-Dienste und Systemfunktionen, die man auch von der Standardversion kennt, sogar ein Always-on-Display, das neue Nachrichten im Standby einblendet. Die grafische Darstellung ist zwar nicht mit einem „normalen“ Smartphone vergleichbar, aber die Geschwindigkeit ist akzeptabel und das System erfüllt die aktuellen Sicherheitsstandards von Google. Wenn es ein Smartphone für 100 Euro sein muss, dann unbedingt mit diesem System.

volle Smartphone-Funktionalität trotz schwächster Hardwarl-uasis

+ Funktionen wie „Mein Gerät finden“ und Google Assistant integriert

+ regelmäßige Sicherheitsupdates

+ Apps und System verbrauchen deutlich weniger Speicher

- die Systemoberfläche sieht auf jedem Gerät gleich aus

- softwareseitig keine Differenzierung zwischen einem Einsteiger- und einem High-End-Smartphone

- viele Google-Apps mit abgespecktem Funktionsumfang und mit altbackener Optik

Aktueller geht es nicht: Schnelle Updates über einen langen Zeitraum sind das zentrale Versprechen von Android One.


Typisch Google: Alles funktioniert reibungslos und präsentiert sich unaufgeregt, es gibt keinen optischen Ballast.


Einige feine Extras haben uns schon bei der Pixel-uerie überzeugt, etwa die Powel-uuttons exakt auf Höhe der Hardwarl-uaste.


Der Googll-ussistent, der unter anderem eine umfangreiche Sprachsteuerung erlaubt, ist fester Systembestandteil.


Auch die abgespeckte Androil-uersion bietet das bekannte Einstellungsmenü und einen Großteil der Funktionen.


Die angepassten Googll-upps machen einen wichtigen Unterschied: Viele Funktionen wurden in die Cloud ausgelagert.


Im Play Store gibt es eine Sektion mit speziell für Android Go optimierten Apps. Normale Apps laufen auch, sind aber langsam.


Ganz stark: Auch das abgespeckte System bekommt Security Patches und bietet umfassende Sicherheitsfunktionen.


Nokia 6 (2018)

Für 280 Euro bekommt der Käufer ein hervorragend verarbeitetes Aluminiumgehäuse und ein schlankes System mit Update-Garantie. Abgesehen von der exzellenten Haptik ist die Hardware klassentypisch.

Nokia 7 Plus

Das beste Modell aus dem aktuellen Nokia-Portfolio. Das Design ist Oberklasse, genauso wie Kamera und 18:9-Display. Und das zu einem Preis um 400 Euro. Klare Empfehlung von uns.

Nokia 8 Sirocco

Das eigenwilligste Smartphone 2018 polarisiert mit einem ungewöhnlich breiten Korpus. Design und Haptik sind außergewöhnlich, der connect-Test (7/18) offenbart aber auch Schwächen. Mit 750 Euro kein Schnäppchen.

BQ Aquaris X2 und X2 Pro

Die neuen Flaggschiffe des spanischen Herstellers kommen mit einem modernen 18:9-Display. Das X2 startet bei 320 Euro, das Pro bei 400 Euro.

Nokia 1

Bei diesem Phone kann man nicht nur den Akku wechseln, sondern auch die komplette Rückseite abnehmen und gegen andersfarbigen Kunststoff tauschen – Nokia nennt dies Xpress-ol-uover. Nokias günstigster Androide ist für 99 Euro erhältlich.

Alcatel 1X

Eines der ersten Android-Go-Smartphones, die mit einem 18:9-Display ausgestattet sind. Die Diagonale von 5,3 Zoll ist in dieser Preisklasse ordentlich, die niedrige Auflösung (960 x 540 Pixel) dagegen typisch. Das Phone kostet momentan um 100 Euro.

Wiko Jerry 3

Mit diesem Modell schafft Wiko es, die magische Grenze von 100 Euro zu unterbieten. Das Jerry 3 kostet nur 89 Euro und kommt trotzdem mit einem 5,5 Zoll großen 18:9-Display. Der interne Speicher ist mit 16 GB doppelt so groß wie beim Nokia 1.