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ANHÄNGER: Ist Ihr Anhänger startklar?


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 40/2020 vom 16.03.2020

Nach einigen Monaten Winterpause ist es an der Zeit, den Anhänger für die anstehende Saison fit zu machen. Was man beim FRÜHJAHRS-CHECK-UP seines Pferdeanhängers beachten muss, erklärt der TÜV-Sachverständige Achim Haspelmann


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Nach der Winterpause muss der Anhänger einem Komplett- Check unterzogen werden.


Foto: St.GEORG

Anhänger ankupppeln, Auto starten und dann erst einmal die Beleuchtung rundum überprüfen!


Die TÜV-Plakette bewahrt den Pferdehänger nicht davor, über den Winter einige gravierende Mängel zu bekommen. Insbesondere wenn der Anhänger in der nasskalten Saison nicht unter einem Dach und auf ...

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... Pflastersteinen stand, ist eine gründliche Kontrolle geboten - unabhängig davon, ob es sich um einen Anhänger aus Holz, Aluminium oder Vollpolyester handelt.

Anhänger bis 3500 Kilogramm Gesamtgewicht werden beim TÜV alle zwei Jahre überprüft. Ungebremste Anhänger (ohne eigene Bremse) haben bis zur Erstüberprüfung drei Jahre Zeit, danach müssen sie alle zwei Jahre vorgestellt werden. Anhänger in gewerblicher Vermietung müssen jährlich durch den TÜV.

ELEKTRIK

Den Kabelbaum sollten Sie zunächst auf Korrosion und Quetschungen überprüfen. Beim Stecker darf nichts lose sein. „Das Zweite, was man nach der Sichtprüfung machen sollte, ist die Kontrolle der Funktionen“, erklärt der TÜV-Sachverständige Achim Haspelmann. Dazu den Anhänger ankuppeln, das Zugfahrzeug starten und dann von außen die gesamte Anhänger-Beleuchtung überprüfen. Ist sie kaputt, kann das zu gefährlichen Auffahrunfällen führen. Zudem muss das Licht im Inneren des Anhängers funktionstüchtig sein. In einem dunklen Anhänger kann sich das Pferd vor Lichtern von außen erschrecken.

KUPPLUNGSKOPF

Kupplungskopf:Kupplung und Bremse müssen überprüft werden.


Bei Reibung kann sich das Metall der Kupplung in Kurven abnutzen. Um das zu vermeiden, kann man den Kupplungskopf des Zugfahrzeuges mit Fett einreiben. Allerdings ist das nur dann sinnvoll, wenn man den Kupplungskopf dann auch mit einem Überzug vor Schmutz und Nässe schützt. Andernfalls kann Reibung wie mit einem Schmirgelpapier entstehen. Aber Achtung: „Bei einer Antischlinger- Kupplung (ASK) muss der Kupplungskopf absolut fettfrei bleiben!“, warnt Achim Haspelmann. Diese Art von Kupplung dient dazu, das Fahrverhalten von Zugfahrzeug und Anhänger zu verbessern. Diese Kupplungen kommen deshalb zum Beispiel vor allem bei Wohnwagen zum Einsatz. Fett kann sich in die „Backen“ der ASK setzen, die dem Kupplungskopf in Kurven besonderen Halt geben sollen. Die Schutzvorrichtung wird auf diese Weise außer Kraft gesetzt. Ein Testkopf kann zeigen, ob die Kupplung Verschleiß aufweist, also ob sie Spiel hat oder vielleicht sogar nicht mehr fest genug verriegelt. Eine gültige TÜV-Plakette ist keine Garantie für einen intakten Kupplungskopf.

Neuere Kupplungsköpfe sind in der Regel mit einer Verschleißanzeige ausgestattet. Wenn der Pfeil dort auf „grün“ steht, dann ist der Kupplungskopf in Ordnung.

ACHSE

„Die Überprüfung der Achse muss ein Fachmann vornehmen“, weiß Haspelmann. Wenn die Achse defekt ist, also z. B. durchgerostet oder verbogen, beeinträchtigt das das Fahrverhalten in gravierendem Ausmaß. Ein Austausch der Achse ist dann unvermeidbar.

DACH, FENSTER UND PLANE

Fenster, Dach, Boden - den Innenraum des Anhängers nach Rissen überprüfen.


Polyesteranhänger haben Dächer, die ausschließlich aus Kunststoff bestehen. Auf der Innenseite des Daches dürfen keine Risse sein. Die Fenster müssen dicht und ebenfalls frei von Rissen sein. Das kann man mit einem Wasserschlauch prüfen. Sind sie nicht dicht, sollten sie ersetzt werden. Mithilfe von Wasser sollte man auch das wasserabweisende Material der Plane überprüfen. Weist die Plane an manchen Stellen Risse auf, sind diese in der Regel noch reparabel. Ist das Material der Plane jedoch schon porös geworden, muss sie ausgetauscht werden. Bezüglich sämtlicher Bauteile heißt es vom ADAC: „Wir empfehlen dringend, den korrekten Sitz und Halt der Teile zu prüfen. Die Bewegungen eines Anhängers während der Fahrt sind stark und es herrschen hohe Windkräfte. Es müssen also alle Riegel, Verschraubungen und Verschlüsse eingerastet sein und richtig funktionieren. Oftmals vergessen werden die Radkappen, die ebenfalls richtig sitzen müssen.“

SEITENWÄNDE

Meistens haben die Seitenwände von Pferdeanhängern einen Holzkern (außer reine Aluminium- Pferdeanhänger). Wird der Holzkern morsch, dann ist er von Pferden leicht durchzutreten. Klopfen Sie die Seitenwand dazu ab und überprüfen Sie sie auf feuchte Stellen. „Blättert die oberste Schicht ab, wirkt die Holzplatte aufgedunsen und/oder gibt die Oberfläche bei Druck nach, könnte die Holzplatte morsch und nicht mehr tragfähig sein“, erklärt der ADAC-Sprecher.

Risse oder beschädigte Stellen in Seitenwänden, die aus Polyester bestehen, sollten ebenfalls kritisch beäugt werden. Spätestens wenn die Seitenwände verformt oder anderweitig instabil sind, kann sich die Verschließmechanik des Anhängers auch verziehen. Spätestens dann sollte man einen Fachmann aufsuchen.

BREMSEN

Die Riegel der Rampe müssen sich problemlos öffnen und schließen lassen.


Ist der Unterboden der Rampe intakt? Dafür die Matte leicht anheben.


„Steht der Anhänger über mehrere Wochen und Monate, dann sollte man die Handbremse in jedem Fall lösen“, erklärt Haspelmann. Deshalb sollte man unbedingt Unterlegkeile unter die Räder schieben. Dazu muss der Anhänger auf ebener Fläche stehen. Insbesondere nach dem Winter, aber im Grunde vor jeder Fahrt mit Pferd, sollten Sie ohne Vierbeiner an Bord einmal einen Bremstest mit dem angekuppelten Anhänger unternehmen! Denn indem Sie einmal stark auf die Bremse treten, testen sie deren Funktionstüchtigkeit. Bei dem Bremsvorgang darf der Anhänger auf keinen Fall hüpfen. Stattdessen sollte er gleichmäßig zum Stillstand kommen. Tut er das nicht, heißt es: Ab in die Werkstatt! Bremsen und Auflaufeinrichtung müssen ohnehin regelmäßig gewartet werden. Ist die Auflaufbremse unter dem Faltenbalg beweglich in alle Richtungen? Nicht entlastete Bremsen können leicht einen Brand verursachen. Wenn die Beläge zu heiß werden, dann schmelzen sie buchstäblich dahin - und im schlimmsten Fall bricht Feuer aus. Mittlerweile werden Radmuttern in der Regel mit Plastikkappen versehen. Diese Kappen haben einen Zweck: Ist der Bremsbelag einmal zu heiß geworden, dann kann man das an den verformten oder gar vernichteten Plastikhütchen erkennen und muss dringend die Werkstatt aufsuchen. Wenn der Anhänger längere Zeit steht, kann sich Rost in den Bremstrommeln bilden. Im Rollen schleift sich der Rost dann ab und kann die Trommeln zusetzen. Um das zu kontrollieren, muss ein Fachmann die Bremstrommeln öffnen und ggf. reinigen. „Ich würde dazu raten, die Kontrolle der Bremsen jedes Frühjahr vornehmen zu lassen. In der Werkstatt können die Bremstrommeln gereinigt und die Bremsen ggf. neu eingestellt werden, denn die Beläge verschleißen im Laufe der Zeit“, so Achim Haspelmann vom TÜV. Ein Sprecher des ADAC erklärt außerdem: „Es ist empfehlenswert, den Anhänger bei langen Standzeiten hin und wieder leicht zu bewegen - zehn Zentimeter reichen schon, um einem Anrosten der Bremsklötze vorzubeugen.“

RAMPE

Steht der Anhänger längere Zeit, muss die Handbremse gelöst werden. Unterlegkeile unter den Rädern nicht vergessen!


Unter der rutschfesten Beschichtung der Rampe ist normalerweise Holz verarbeitet. Die Gummimatte sollte man deshalb anheben, um zu sehen, ob das Holz morsch geworden oder noch intakt ist. Die Verriegelung der Rampe sollte regelmäßig geölt werden. Falls die Klappe nicht an beiden Seiten bündig schließt, ist das ein Hinweis auf verzogene Seitenwände. Hier kann nur ein Fachmann Abhilfe schaffen.

BODEN

Der Anhänger-Boden sollte einmal jährlich gecheckt werden: Ist er noch stabil, belastbar und in einwandfreiem Zustand?


Vom ADAC empfohlenes Reifenprofil für Anhänger: mindestens vier Millimeter.


Wie auch bei allen anderen Teilen des Anhängers garantiert die TÜV-Plakette auch beim Boden nicht, dass dieser noch voll belastbar ist. Besonders schiere Holzböden müssen halbjährlich kontrolliert werden. Dazu kann man sich selbst unter den Anhänger legen und den Boden des Pferdeanhängers mit einem Schraubenzieher abklopfen. Fallen da Stückchen von morschem Holz heraus? „Vor allem sollte man die Ecken überprüfen, denn da weicht das Material meist als erstes auf “, berichtet Achim Haspelmann. „Einfach auch mal den Anhänger betreten. Wenn man da schon spürt, dass der Boden an der ein oder anderen Stelle leicht nachgibt, dann sollte die nächste Fahrt direkt in die Werkstatt führen!“ Denn ausgetauscht werden kann der Boden nur vom Fachmann.

Böden aus anderen Materialien müssen einmal im Jahr gecheckt werden. Die Gummiabdeckung des Bodens sollten Sie auf Risse überprüfen, da sonst durchsickernde Feuchtigkeit das Holz schädigen kann. Checken Sie auch den Sitz der Gummimatten. Sie müssen fest liegen, sonst besteht Rutsch-gefahr für die Pferde.

REIFEN

Um die Bereifung zu überprüfen, sollten Sie zunächst die Unterlegkeile entfernen. Prüfen Sie das Material auf Risse und testen Sie den Reifendruck. Dabei gilt es, sich nach den Angaben der Hersteller zu richten. Im Zweifel pumpen Sie die Reifen aber etwas strammer auf, insbesondere vor längeren Stehphasen. Die Tiefe des Reifenprofils sollte mindestens 1,6 Millimeter betragen. „Der ADAC empfiehlt eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern“, heißt es vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club. Aber nicht nur der Verschleiß spielt bei der Beurteilung der Reifen eine Rolle: „Unabhängig vom Verschleiß sollte man in jedem Fall das Alter der Reifen im Auge behalten. Wir sagen immer: Nach spätestens sechs Jahren sollten die Reifen gewechselt werden“, erklärt Achim Haspelmann. Das gilt vor allem für Anhänger, die bei Wind und Wetter draußen stehen. Bei starker Sonneneinstrahlung grauen die Reifen aus, die Weichmacher der Gummimischung verlieren ihre Wirkung. Die Reifen verspröden und werden hart. Das gilt es zu vermeiden. Bei Anhängern mit einer „Tempo- 100-Zulassung“ ist es sogar vorgeschrieben, spätestens alle sechs Jahre einen neuen Satz Reifen aufzuziehen.

REINIGUNG

Grundsätzlich sollte man Holzanhänger nicht mit einem Hochdruckreiniger auf Vordermann bringen, wenn es sich vermeiden lässt. Lieber mit Eimer, Schrubber und Lappen den Frühjahrsputz einläuten. Der hohe Wasserdruck eines Hochdruckreinigers kann den schützenden Lack an Ecken und Kanten nämlich beschädigen. Das Holz weicht dadurch auf. Sowohl bei Vollpoly- als auch bei Holzanhängern sollte man nach der Reinigung ein Pflegemittel auftragen. Natürlich muss der Anhänger nach jeder Fahrt von Urin und Kot gereinigt werden. Im Winter sollte man ihn zusätzlich innen und außen von Salzresten befreien.

ANHÄNGER VERLEIHEN?

Derjenige, der den Anhänger benutzt, muss ihn kontrollieren. Eine Privatperson haftet grundsätzlich nicht, wenn sie einen Anhänger verleiht. Eine Ausnahme davon wäre, wenn der Besitzer des Anhängers vorsätzlich erhebliche Mängel verschwiegen hat. Der Ausleiher haftet also normalerweise für alle Schäden, die er verursacht. Wird der Anhänger in angekuppeltem Zustand beschädigt, greift die PKW-Haftpflicht des des Ausleihers. In abgekuppeltem Zustand haftet die Haftpflichtversicherung des Anhängers. Gloria Alter

CHECKLISTE

VOR JEDER FAHRT

gehören die Papiere für den Anhänger griffbereit ins Handschuhfach des Autos gelegt.
muss geprüft werden, ob das Sicherungsseil sitzt. Reißt der Anhänger ab, leitet das Seil seine sofortige Bremsung ein.
ist die Lichtanlage zu prüfen.
ist ein Bremstest absolvieren.