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Anonym im Internet unterwegs dank VPN Tunnelbauer


LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 17.10.2019

VPN-Dienste ermöglichen Nutzern eine abgesicherte Verbindung ins Internet. Wir prüfen, was Surfshark bietet.


Artikelbild für den Artikel "Anonym im Internet unterwegs dank VPN Tunnelbauer" aus der Ausgabe 11/2019 von LinuxUser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 11/2019

© Vasyl Nesterov, 123RF

README

Getunnelte Verbindungen ins Netz gestalten das Surfen und den Einsatz zahlreicher Dienste komfortabler und teils sicherer. Ob der noch junge Anbieter Surfshark die Redaktion überzeugt, klärt der Test.

Staatlicher Überwachungswahn, Zensur, kommerzielles Tracking, aber auch kriminelle Machenschaften im Internet nehmen rapide zu. VPN-Dienste erlauben in einem gewissen Maß das anonyme Nutzen des Internets, das verschlüsselte Versenden von Daten und das Umgehen des lästigen ...

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... Geoblockings. Zahlreiche Anbieter von VPN-Diensten buhlen um die Gunst der Nutzer, wobei sich aber längst nicht jedes Angebot für sicherheits- und datenschutzbewusste Anwender eignet.

Der auf den Britischen Jungferninseln beheimatete Dienstleister Surfshark verspricht nicht nur ein Maximum an Sicherheit, sondern dank mehrerer Hundert Server-Standorte in mehr als 50 Ländern darüber hinaus gute Durchsatzraten. Außerdem kommt das Paket mit einer nativen Client-Software für Linux und einem Addon für Firefox und Googles Chrome-Browser.

Das Unternehmen Surfshark bietet seine Dienste in vier Paketen an: Neben einem monatlichen Abonnement (9,98 Euro) lässt sich der Dienst auch für 12 (39,99 Euro), 24 (42,96 Euro) und 36 Monate (64,99 Euro) buchen. Dabei handelt es sich allerdings um Nettopreise ohne Mehrwertsteuer.

Für MacOS, iOS und Android bietet das Unternehmen auch einen kostenfreien Testzugang an. Zusätzlich besteht für die Abonnements eine 30-tägige Geld-zurück- Garantie bei Nichtgefallen. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern beschränkt Surfshark nicht die Zahl der Geräte, die den Dienst gleichzeitig mit einem Konto nutzen dürfen. Somit verbinden Sie beispielsweise Ihren Heimrechner, Laptop und Ihr Smartphone mit nur einem Account.

Das Unternehmen garantiert außerdem, keinerlei Protokolldateien zu führen, die das Nutzerverhalten dokumentieren. An dieser Stelle muss man sich aber naturgemäß auf das Wort des Anbieters verlassen. Da Surfshark außerhalb der EU und der USA sitzt, besteht kein Kooperationszwang mit den dortigen Behörden. Erwähnt sei hier aber, dass die Britischen Jungferninseln zum britischen Überseegebiet zählt. Durch die UKUSA-Vereinbarung pflegt Großbritannien enge Verbindungen mit dem US-amerikanischen Geheimdienst.

Ein Sicherheitsaudit des deutschen Unternehmens Cure53 im November 2018 fand in den Browser-Addons von Surfshark keine problematischen Sicherheitslücken

.

1 Den Zugang zum VPN-Konto schaltet Surfshark sofort nach der Bezahlung frei.


2 Surfshark arbeitet unter Linux als Kommandozeilenanwendung.


3 Der Kommandozeilen-Client bietet vergleichsweise wenig Möglichkeiten. Dazu zählt eine Statusanzeige, die aber eher spartanisch ausfällt.


Installation

Zunächst melden Sie sich über die Webseite von Surfshark an und kaufen dort das gewünschte Paket. Um die Zugangsdaten zu erhalten, geben Sie eine E-Mail- Adresse als Nutzernamen an. Sie erhalten nach dem Kauf ein temporäres Passwort, das Sie auf Wunsch in Ihrem Web- Account ändern 1.

Ein Klick auf den ButtonWeiter zu meinem Konto öffnet die Download-Seite für den Client. Hier finden Sie neben einer Firefox- und einer Chrome-Erweiterung auch ein natives Setup-Paket für Linux, derzeit allerdings nur im DEB-Format für Debian und dessen Derivate. Da die Anwendung einer proprietären Lizenz unterliegt, steht kein Quellcode bereit.

Sie installieren das Paket mit einem Doppelklick auf die heruntergeladene Datei. Danach wechseln Sie in ein Terminal und geben die Befehle sudo apt-get update und sudo apt-get install surfshark-vpn ein.

Tunnel bauen

Der Befehl sudo surfshark-vpn startet die Anwendung. Diese fordert Sie anschließend auf, sich mit Ihren Zugangsdaten bei dem Dienst anzumelden. Danach blendet das Programm eine Liste der verfügbaren Server ein, von denen Sie den gewünschten auswählen 2. Möchten Sie die Wahl dem Client überlassen, verwenden Sie den Schalter attack. Das gewünschte Protokoll müssen Sie in jedem Fall selbst bestimmen.

Da Surfshark auf OpenVPN aufsetzt, fragt die Routine anschließend, ob es die VPN-Verbindung mithilfe des UDP- oder des TCP-Protokolls aufbauen soll. Voreingestellt verwendet es UDP, über das sich schnellere Durchsatzraten erzielen lassen als über TCP. Nach dem Bestätigen der Voreinstellung baut die Software die Verbindung auf, im Terminal erscheint Ihre neue IP-Adresse gemeinsam mit einer ersten Statusanzeige über die empfangenen und gesendeten Daten.

Neben dem Verbindungsaufbau erlaubt Surfshark-vpn das Unterbrechen einer bestehenden Verbindung (down), den Aufruf eines kurzen Hilfetexts (help) sowie die Abfrage des aktuellen Status (status) 3. Im Gegensatz zu den Clients für andere Betriebssysteme beherrscht Surfshark-vpn für Linux noch keine Whitelist-Funktion, um für bestimmte Inhalte, etwa Online-Banking- Webseiten, der Proxy zu umgehen.

4 Surfsharks Firefox-Erweiterung integriert sich nahtlos in den Webbrowser.


5 Auch unter Chrome lässt sich der VPNZugang einfach einrichten und nutzen.


Sicherheit

Surfshark bietet verschiedene Sicherheitsmechanismen, die ein Ausspähen der Verbindung erschweren sollen. Zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten nutzt die Software den AES-256-Algorithmus. Als VPN-Protokoll kommt IKEv2/ IPSec oder optional OpenVPN zum Einsatz, die ebenfalls beide als sehr sicher gelten.

OpenVPN müssen Sie beim manuellen Einrichten eines Zugangs unter Linux nachinstallieren, wofür die Surfshark- Entwickler eine ausführliche Anleitung bereitstellen . Darüber hinaus verwendet Surfshark eigene DNS-Server. Starten Sie eine VPN-Verbindung, leitet das System DNS-Anfragen automatisch auf diese um. Das verhindert das Auftreten von DNS-Leaks.

Eine weitere Besonderheit von Surfshark besteht in der Multihop-Option, die Sie beim Start des Clients aktivieren. Dabei leitet die Software die Daten über zwei Server in zwei verschiedenen Ländern, was es nochmals erschwert, Herkunft und Weg der Datenpakete zu ermitteln. Beachten Sie, dass die Datenübertragungsraten dann aber geringer ausfallen können, was sich insbesondere beim Abruf anspruchsvoller Multimediainhalte bemerkbar macht.

Browser-Erweiterungen

Sowohl für Mozilla Firefox als auch für Google Chrome stellt der Betreiber eine Erweiterung bereit, die das Ein- und Ausschalten des VPN-Zugangs ohne den Umweg über das Terminal ermöglicht. Die aktuelle Version kooperiert dabei mit Firefox ab der Version 48.0. Die Erweiterung steht auf Mozillas Addon-Seite zum Abruf bereit.

Nach der Installation finden Sie oben rechts neben der Adressleiste im Tray mit den Erweiterungssymbolen das graue Surfshark-Icon. Nach einem Klick darauf blendet das Addon ein kleines Anmeldefenster ein, mit dem Sie durch Eingabe Ihrer Authentifizierungsdaten den Client starten. Danach klicken Sie auf den KnopfSchnellverbindung , um sich automatisch mit einem VPN-Proxy- Server zu verbinden. Indem Sie in der Schalterleiste am unteren Rand der App aufStandorte klicken, wählen Sie den gewünschten Server für den Zugang aus einer Liste selbst aus 4.

Die Browser-Erweiterung bietet zudem die Möglichkeit, per Schieberegler das ModulCleanWeb zu aktivieren, das Werbung, Tracker und Malware filtert. Über die OptionNoBorders in denEinstellungen umgehen Sie Zensurmaßnahmen staatlicher Behörden, wie sie beispielsweise China mit der sogenannten Gro- ßen Firewall praktiziert. Eine Multihop- Konfiguration sieht die Firefox-Erweiterung jedoch nicht vor. Neben Firefox unterstützt das Addon auch den Tor-Browser und den Brave-Browser.

Das Addon für den Chrome-Browser erhalten Sie im Chrome Web Store Nach der Installation finden Sie auch hier ein graues Icon rechts oben neben der Adresszeile. Sie bedienen die Erweiterung wie jene für Firefox. Das Chrome- Addon lässt sich auch im Chromium- Browser und mit Opera verwenden 5.

Weitere Infos und interessante Links www.linux-user.de/qr/43446

Zusatznutzen

Surfshark bietet einige Optionen, die die Sicherheit bei Einsatz des Netzes nochmals erhöhen. Hierbei handelt es sich allerdings um zusätzliche kostenpflichtige Pakete. Dazu gehört die Hacklock-Option, die Sie in Echtzeit darüber informiert, wenn das Risiko besteht, dass Angreifer Ihre Passwörter oder E-Mails abhören. Dazu nutzt der Anbieter externe Datenbanken, die geleakte Inhalte verzeichnet.

Mit Blindsearch stellt Surfshark eine weitere optionale Erweiterung bereit, die ein vollkommen anonymes Suchen im Netz ermöglichen soll. Die Erweiterung arbeitet dabei als anonymisierte Suchmaschine und lässt sich mit Diensten wie Duckduckgo vergleichen. Beide Dienste kosten zusätzlich je 0,89 Euro pro Monat.

Fazit

Surfshark überzeugt als stabil arbeitende und preiswerte VPN-Lösung. Die Transferraten beim Zugang in das Internet über einen VPN-Proxy-Server fallen durchgehend sehr gut aus. Vor allem durch die Firefox-App lässt sich die Verbindung einfach herstellen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Produkts ist die Tatsache, dass sich beliebig viele Clients über einen Account anmelden dürfen.

Weniger erfreulich fällt die Linux-App aus: Einerseits gibt es sie bislang nur als DEB-Paket, andererseits lässt das auf der Kommandozeile zu bedienende Programm zahlreiche Funktionen vermissen, die grafische Clients für andere Betriebssysteme bereits mitbringen.

Für Road Warriors, die unterwegs häufig öffentliche WLAN-Netze nutzen, und für Anwender, die das sich ausbreitende Geoblocking umgehen möchten, bietet Surfshark aber auch unter Linux eine sichere, zuverlässige und preisgünstige Möglichkeit, unnötige Beschränkungen aufzuheben. (tle)