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APPLE HÄLT KURS


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 04.11.2022

APPLE IPHONE 14 PRO MAX

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Bildquelle: connect, Ausgabe 12/2022

APPLE iPHONE 14 PRO MAX

Preis: ab1449 Euro

Maße:161 x 78 x 8 mm

Gewicht:240 Gramm

• Design, Haptik und Verarbeitung sind absolute Spitzenklasse

• OLED mit 120 Hertz und herausragender Darstellungsqualität

• bestes AoD in der Branche

• leistungsstarkes SoC

• überzeugende Videofunktionen

• Kamera mit drei Brennweiten und überragender Qualität bei RAW

• intuitives Betriebssystem mit langjährigem Software-Support

• Unfallerkennung und SOS

• herausragende Akkulaufzeit

- • groß und sehr schwer

• Einstiegsvariante nur mit 128 GB

• magerer Lieferumfang

-Urteil: gut (406 Punkte)

Es ist momentan nicht so, dass andere Hersteller eine Innovationsrakete nach der anderen zünden, das zeigt der Blick zu Google. Dessen Top-Smartphones Pixel 7 und Pixel 7 Pro sind genau wie die Serie iPhone 14 typische Weiterentwicklungen, deren Design und Technik stark auf den Vorgängern aufsetzen. Das ist auch der ...

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... Grund, warum Google die Preise stabil hält und für seine neuen Flaggschiffe die gleichen UVPs ansetzt wie im letzten Jahr. Ganz anders Apple: Das iPhone 14 Pro Max kostet in der uns zum Test vorliegenden Variante mit 128 GB satte 200 Euro mehr als der Vorgänger, also 1449 statt 1249 Euro. Die maximale Ausbaustufe mit 1 TB durchbricht erstmals die 2000-Euro-Schallmauer. Wenn man bedenkt, das ein kurzes 4K-Video locker 1 GB belegt, sind 128 GB kaum praktikabel, zumal Apple keine Speichererweiterung per microSD erlaubt. Realistischer sind 256 GB oder besser gleich 512 GB, die den Preis auf 1579 beziehungsweise 1839 Euro treiben. Zum Vergleich: Samsungs Top-Modell Galaxy S22+ ist mit 256 GB für 1029 Euro erhältlich, andere Top-Androiden von Marken wie OnePlus bekommt man für unter 1000 Euro. Die ohnehin schon teuren iPhones werden mit der 14er-Generation also noch teurer, der Abstand zu den Flaggschiffen anderer Hersteller noch größer. Wie macht Apple dem Kunden diesen Preisaufschlag schmackhaft?

Prädikat: herausragend

Eindeutig mit der exzellenten Anfassqualität. Man kann darüber streiten, ob der kantige Rahmen bequem in der Hand liegt. Unstrittig ist aber, dass Apple bei Verarbeitung und Materialwahl Maßstäbe setzt. Der auf Hochglanz polierte Rahmen aus Edelstahl in Kombination mit der seidenmatten Glasrückseite betont Apples Sonderstellung in der Smartphone-Welt. Das extrem elegante Gehäuse ist nach IP68 zertifiziert, also eingeschränkt wasserdicht, wobei Apple mit einer Tauchtiefe von sechs Metern für 30 Minuten – in klarem Süßwasser – weitergeht als andere Hersteller. Das hohe Gewicht von 240 Gramm unterstreicht den hochwertigen Eindruck, zieht aber schon bald die Hand nach unten. Das iPhone 14 Pro Max zählt zu den größten und schwersten Modellen auf dem Markt. Es ist mit 8 Millimetern zwar angenehm flach, aber die drei Optiken auf der Rückseite stehen mehr als vier Millimeter heraus und lassen das Phone stark kippeln, wenn es auf dem Tisch liegt. Eine Schutzhülle, die das Kippeln verhindert, macht das iPhone dann noch größer. Vergleichbare Androiden mit ebenso großem Display sind kleiner und leichter.

Dafür entschädigt das iPhone 14 Pro Max mit einem 6,7 Zoll großen 120-Hertz-Display, das eines der besten überhaupt ist. Überraschend ist das nicht, Apple ist dafür bekannt, in die iPhones Panels der höchsten Güteklasse einzubauen. Die Darstellungsqualität ist vergleichbar mit der des Vorgängers, neu ist die Anordnung der Sensorik für Face ID in einem breiten Streifen, den Apple „Dynamic Island“ nennt. Der bietet in unseren Augen nur wenig Mehrwert und ist keine große Weiterentwicklung gegenüber der Notch der älteren Modellgenerationen. Ganz anders dagegen die zweite zentrale Neuerung: Erstmals stattet Apple seine iPhones mit einer Always-on-Funktion (AoD) aus, das bedeutet, dass auch bei deaktiviertem Bildschirm elementare Informationen permanent eingeblendet werden. Die neue Anzeige ist auf die Pro-Serie begrenzt und nicht abwärtskompatibel – 13er-Modelle werden sie nicht per Software-Update erhalten. Denn dafür ist nicht nur ein OLED-Display der neuesten LTPO-Generation nötig, das eine Bildwiederholrate von nur 1 Hertz realisieren kann; es sind auch Co-Prozessoren des neuen SoC Apple A16 beteiligt, um das AoD möglichst stromsparend zu aktualisieren. Wer das AoD auf dem iPhone 14 Pro Max einmal in Aktion gesehen hat, versteht, warum Apple so hohe Anforderungen stellt. Denn de facto wird der gesamte Sperrbildschirm samt Hintergrundbild stark gedimmt angezeigt. Ein längerer Druck darauf genügt, um das Motiv anzupassen oder Widgets hinzuzufügen. Obwohl das AoD fast die gesamte Displayfläche ausfüllt, sind die Auswirkungen auf die Akkulaufzeit gering. Hier kann man eine für Apple typische Strategie erkennen: Man hat lange zugesehen und der Konkurrenz den Vortritt gelassen, die Funktion dann aber technisch perfekt umgesetzt, sodass kein Raum für Kritik bleibt. Salopp formuliert: Spät, aber umso besser.

Always on jetzt auch auf iPhones

Was bei bei Android seit Jahren zum guten Ton gehört, hält nun auch auf iPhones Einzug. Für die lange Wartezeit entschädigt Apple mit einer herausragenden Umsetzung. Optik und Konfigurationsmöglichkeiten gehören zum Besten, was die Smartphone-Welt bisher geboten hat.

Unterm Display arbeitet mit dem A16 das neueste SoC von Apple, das mit einer Strukturbreite von nur 4 Nanometern gefertigt wird. Der Hauptprozessor besteht aus sechs Kernen, davon zwei Hochleistungskerne, die mit bis zu 3,5 GHz takten. Der Arbeitsspeicher ist wieder 6 GB groß. Was im Android-Universum typisch für die untere Mittelklasse ist, genügt bei Apple, um herausragende Performance zu gewährleisten. Das Betriebssystem reagiert immer pfeilschnell, in Benchmarks werden Spitzenwerte erreicht. Grafisch anspruchsvolle Spiele gleiten butterweich über das Display, und es ist kaum möglich, den Prozessor an seine Grenzen zu bringen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich der Leistungszuwachs gegenüber dem A15 aus dem iPhone 13 Pro im einstelligen Prozentbereich bewegt.

Optimales Zusammenspiel

Der starke Prozessor ist nach Design und Display der dritte dicke Pluspunkt des neuen iPhone 14 Pro Max und im Prinzip der gesamten 14er-Serie. Apple kann das Maximum aus der Hardware herausholen, da es der einzige Hersteller ist, der mit dem Betriebssystem und dem Prozessor zwei zentrale Smartphone-Komponenten von Anfang an selbst entwickelt hat. Cupertino ist so in der Lage, die Hard- und Software optimal aufeinander abzustimmen. Die gute Abstimmung ist auch der Grund für den langen Software-Support von iPhones (und iPads). Apple macht keine konkreten Angaben darüber, wie lange welche Modelle mit neuen Systemversionen versorgt werden, aber in der Vergangenheit waren mindestens fünf Jahre die Regel. Dieser lange Zeitraum, der zur Wertstabilität gebrauchter Apple-Produkte einen wichtigen Beitrag leistet, war lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal. Mittlerweile haben Android-Hersteller aber aufgeholt, Samsung zum Beispiel garantiert vier Systemupdates und fünf Jahre lang Sicherheitsupdates, was nahe an Apple heranreicht.

Dynamic Island ersetzt die Notch

■ Die für Smartphone-Verhältnisse außerordentlich breite Einkerbung des Displays ist endlich Geschichte – zumindest für die Pro-Modelle, bei denen Apple die für Frontkamera und Face ID erforderliche Sensorik in einer ovalen „Insel“ im oberen Displaybereich zusammenzieht. Diese Insel wird per Software clever in die Systemoberfläche integriert, indem sie kontextabhängig größer wird, um Infos oder Bedienelemente einzublenden – daher der Name „Dynamic Island“. Man kann darüber zum Beispiel Anrufe oder den Musikplayer steuern, ohne die auf dem Display aktive App zu verlassen. Vor allem die fließend gestalteten Animationen machen in den ersten Tagen Spaß, doch hat man sich daran gewöhnt, stellt sich eine gewisse Ernüchterung ein. Denn die hier eingeblendeten Icons erreicht man nicht, wenn man das iPhone einhändig bedient. Und die hübschen Visualisierungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein breiter Streifen im oberen Displaybereich schwarz bleibt und nicht genutzt werden kann. Das fällt vor allem bei Fotos und Videos unangenehm auf. Wir halten Dynamic Island nicht für eine bessere Lösung als die Notch, da es noch mehr Platz auf dem Display verschwendet; der schmale Bereich zwischen der schwarzen Insel und dem oberen Rand des Displays lässt sich nicht sinnvoll von der Systemoberfläche einbinden. Nüchtern betrachtet hat Apple die Notch tiefer gezogen und hübscher verpackt. Mit dieser Kritik stehen wir nicht allein da, Dynamic Island zählt zu den umstritteneren Features der neuen iPhone-Pro-Modelle und wird im Internet heiß diskutiert.

Apple iPhone 14 Pro Max im Kameratest

Endlich rüstet Apple die Hauptkamera mit einem 48-MP-Sensor aus und realisiert auf Basis von dessen Daten ein Zweifachzoom. Zusätzlich bietet das 14 Pro ein optisches Dreifachtele und ein Superweitwinkelmodul mit jeweils 12 Megapixeln.

Apples Kamera-App schießt in reduzierter Auflösung JPEGs mit 12 Megapixeln. Wer mit den maximal möglichen 48 Megapixeln fotografieren will, muss auf eine Drittanbieter-App ausweichen. Das lohnt sich, wie die beiden 48-MP-Aufnahmen oben (1,2)zeigen, die wir mit der Halide-App fotografiert haben. Sie haben eine deutlich feinere Zeichnung als die iPhone-Bilder mit 12 Megapixeln (3, 4).Positiv zu vermerken ist auch der moderate Leistungsabfall von viel (1) zu wenig (2) Licht: Die 48-MP-Bilder bleiben detailreich, und negative Effekte wie Rauschen oder Artefakte sind kein Thema. Halide scheint die Bilder etwas kontrastreicher und schärfer abzustimmen als Apples Kamera-App, aber die sehr feine Strukturen werden nicht entstellt. Nachteil der 48-MP-Aufnahmen ist ihr etwa viermal so großer Speicherverbrauch.

■ Die Weitwinkelkamera

Erstmals setzt Apple einen QUAD-Sensor ins iPhone ein. Er hat eine native Auflösung von 48 Megapixeln. Im JPEG- oder HEIF-Format, schießt Apples Kamera-App jedoch grundsätzlich nur 12-MP-Bilder; nur im ProRAW-Format stehen beide Auflösungen zur Wahl. Um 48-MP-JPEGs aufzunehmen, benötigt man eine Drittanbieter-App wie Halide. Da wir in unseren Tests ausschließlich Original-Apps verwenden, erfolgt die Bewertung der Hauptkamera auf Basis der 12-MP-JPEGs. Das ist schade, denn in den 48-MP-Aufnahmen steckt durchaus mehr Potenzial. Mit der 12-MP-Auflösung holt das iPhone 14 Pro bei viel Licht (5000 Lux) genau die Punktzahl, die für die Note „sehr gut“ notwendig ist. Bei wenig Licht sowie in der Gesamtwertung erhält es die Note „gut“. Die Auflösung ist hoch, leichtes, nicht störendes Rauschen auch sichtbar. Die Signalabstimmung arbeitet zurückhaltend. Wenn das Licht nachlässt (200 Lux), lässt sie nur moderat nach. Das Rauschen verstärkt sich dann ein wenig, und die Farben werden etwas blasser. Alles in allem schneidet das iPhone aber mit „gut“ ab. Bei Dunkelheit (5 Lux) zieht die Signalabstimmung im Nachtmodus Kanten und Kontraste stärker an, um Verlusten entgegenzuwirken. Kontrastarme Strukturen verlieren zusehends, die Farben verblassen deutlich. Das reicht nur noch für die Note „befriedigend“.

■ Das digitale Zweifachzoom

Die hohe Sensorauflösung nutzt Apple zum digitalen Zoomen mit der Hauptoptik. Faktor zwei liefert einen Ausschnitt aus der Sensormitte mit etwa 12 Megapixeln echter Auflösung. Für eine gute Wertung reicht es aufgrund zu niedriger Auflösung dennoch nicht, lediglich für ein durchgehendes „befriedigend“. Unterm Strich stellt das Zweifachzoom zwar eine stabile Leistung unter Beweis und ist verwendbar; eine Empfehlung ist es aber nicht, da bei viel Licht das optische Tele und bei wenig Licht die Hauptkamera noch bessere Resultate liefern.

■ Das optische Tele

Sofern die Motive es zulassen, ist das Dreifachzoom bei viel Licht die bessere Option, denn es kommt im Test auf ein solides „gut“: Die Auflösung und Farben passen, Rauschen ist kein Problem. Leider fällt seine Qualität bei wenig Licht auf ein zu niedriges Niveau ab: nur grobe Strukturen werden vernünftig wiedergegeben, feinere werden zu „Matsch“ gerechnet. Selbst in der Dunkelheit ist die Zeichnung mit dem Nightshot-Modus besser, wenn auch das Bild zu farblos wirkt. In der Summe kommt das optische Tele nur auf ein „ausreichend“.

■ Das Superweitwinkelmodul

Die Superweitwinkelkamera kommt in Summe auf ein „befriedigend“. Bei viel Licht arbeitet sie „gut“, wenn auch nicht ganz so detailreich wie die Hauptkamera. Für Superweitwinkelkameras typisch ist der steile Abfall der Auflösung zum Rand hin. Mit abnehmendem Licht lässt die Kamera merklich nach – es reicht nur noch für „ausreichend“. Feine Strukturen gehen verloren, und Rauschen wird sichtbar. Im Dunkeln kann das iPhone das Niveau dank kräftiger Signalverarbeitung fast halten.

■ Fazit

Insgesamt hat Apples 14. iPhone-Generation fotografisch zugelegt. Die Vorteile liegen jedoch im ProRAW-Format und den 48-MP-JPEGs, die zur Zeit aber eine Fremd-App erfordern. Beides werden in der Praxis nur wenige Fotofans nutzen, darum berücksichtigen wir es nicht. Aber auch im 12-MP-Modus zeigt die Hauptkamera eine „sehr gute“ Leistung bei viel Licht und insgesamt eine „gute“. Freilich sollte auf Basis des 48-MP-Sensors gerade bei Dunkelheit eine bessere Qualität drin sein. Das digitale Zoomen mit der Hauptkamera ist eine Option für ungünstige Lichtverhältnisse, bei viel Licht sollte man zum optischen Dreifachzoom greifen, dessen Leistung bei wenig Licht leider viel zu schwach ist. Das Superweitwinkelmodul überzeugt ebenso bei viel Licht und kann sonst nur als Notlösung dienen.

Die Zoomstufen zwischen einfach und dreifach erzeugt das iPhone 14 digital: Beim Zoomfaktor zwei entspricht der Sensorausschnitt in etwa den echten 12 Megapixeln. Ab Faktor drei greift dann das optische Tele ein. Bei viel Licht liefert es detailreichere Aufnahmen (3) als das digitale Zweifachzoom (1): Ersteres kann feinere Strukturen auch dann besser wiedergeben, wenn die Motive im gleichen Maßstab abgelichtet werden.

Doch leider baut das optische Modul bei wenig Licht zu schnell ab (4): Seine Aufnahmen wirken verwaschen, die Details sind unzureichend scharf. Auch das digitale Zoom (2) lässt etwas nach, kann aber trotz Rauschens und sichtbarer Artefakte mehr Zeichnung erhalten. Für das Fotografieren bei wenig Licht ist die digitale Lösung mit dem kleineren Zoomfaktor womöglich besser.

Das optimale Zusammenspiel von Hard- und Software ist nicht auf das iPhone beschränkt. Apple hat als einer der ersten Hersteller verstanden, dass der Aufbau eines integrierten Hardware-Ökosystems für den zukünftigen Erfolg entscheidend ist. Die Peripheriegeräte sind nahtlos in iOS integriert – so gut, dass es für iPhone-Besitzer fast zwangsläufig auf Airpods und eine Apple Watch herausläuft, wenn sie neue Kopfhörer oder eine Smartwatch kaufen. Diese Medaille hat aber auch eine Kehrseite. Denn Apple benachteiligt damit indirekt andere Hersteller und grenzt die Auswahlmöglichkeiten seiner Kundschaft ein. Das zeigt die Bluetooth-Unterstützung beispielhaft. Denn das 14 Pro Max funkt zwar mit der neuesten Bluetooth-Version 5.3, bei der vor allem der Substandard Low Energy (BLE) optimiert wurde (gut für IoT-Geräte); spart jedoch Codecs für hochauflösende Audio-Übertragungen wie aptX HD und LDAC aus. Für HiRes Audio verweist Apple auf seinen eigenen Standard ALAC – und auf kabelgebundene Kopfhörer. Kein Wort über die genannten Codecs, stattdessen wird räumliches Hören mit 3D-Audio herausgestellt, das exklusiv von den Airpods und von Beats unterstützt wird, die seit 2014 zu Apple gehören. In Cupertino ist die Wahlfreiheit eingeschränkt, die eigenen Produkte werden in den Vordergrund gestellt.

Dass Apple zu gern sein eigenes Süppchen kocht, zeigt schon seit Jahren der proprietäre Lightning-Anschluss. Während die Welt auf USB-C setzt und die EU alle Elektronikhersteller ab 2024 sogar verbindlich auf die Buchse verpflichtet hat, hält Apple beim 14 Pro Max an Lightning fest, sodass man fürs iPhone immer ein spezielles Kabel mitnehmen muss. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist nicht hoch, und ein Desktop-Modus wie Samsungs DeX oder Motorolas Ready For wird nicht angeboten. Vermisst haben wir zudem Wi-Fi 6E. Apple unterstützt zwar den modernen standard UWB, verzichtet aber auf die Wi-Fi-Erweiterung, die das 6-GHz-Band zugänglich macht. Die Übertragungsraten über Wi-Fi sind in der Spitze nur mittelmäßig, dafür aber wenig störanfällig – der Durchsatz ist selbst dann noch gut, wenn man sich weiter vom Router wegbewegt.Unsere Messungen zeigen zudem, dass Apple den Sound aus den Stereolautsprechern verbessert hat: Die prägnantere Wiedergabe tieferer Frequenzen führt zu einem satteren und voluminöseren Klangbild.

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Eine neue Dimension der RAW-Fotografie

Der 48-Megapixel-Sensor liefert überragende Bildqualität, allerdings nur, wenn man tiefer in die Materie einsteigt und Apples Profiformat ProRaw mit 48 Megapixeln nutzt. Dies muss man unter „Einstellungen>Kamera>Formate“ aktivieren, danach wird in der Kamera-App ein „RAW“-Icon eingeblendet. Wenn JPEG oder HEIF als Bildformat ausgewählt ist, erhält man grundsätzlich nur Fotos mit 12 Megapixeln. Einzig Drittanbieter-Apps wie Halide oder ProCamera erlauben 48-Megapixel-JPEGs (und bieten auch sonst mehr Einstellungen). Die hochauflösenden RAWs sind riesig, je nach Motiv belegt ein Foto zwischen 50 und 100 MB. ProRAW ist also keine Option zum Drauflosknipsen, sondern richtet sich an ambitionierte Fotografen. Die werden vor allem von den 48-Megapixel-RAWs begeistert sein. Hier ist der Leistungssprung nicht nur gegenüber dem Vorgängermodell extrem, auch die Android-Konkurrenz muss sich eindeutig geschlagen geben. Das liegt auch daran, dass Apple praktisch der einzige Hersteller ist, der es erlaubt, bei Multiframe-RAW die volle Sensorauflösung von 48 Megapixeln auszulesen. Hersteller wie Samsung oder Oppo ermöglichen RAW-Aufnahmen nur mit aktiviertem Pixel Binning. Selbst das neue Leica Phone von Xiaomi, das Xiaomi 12 Ultra, macht im RAW-Modus bei 12 Megapixeln Schluss. Apple geht anders vor und erzielt überragende Ergebnisse. Neben einer aktuellen Kleinbildkamera mit 24-Megapixel-Sensor zeigt sich das iPhone 14 Pro als fast schon ebenbürtig. Für Werner Lüttgens, als Chefredakteur des Fachmagazins COLORFOTO ein ausgewiesener Kameraexperte, hat Apple eine neue Stufe der RAW-Fotografie mit dem Smartphone erreicht: „Bei Apple musste man lange auf eine hohe Auflösung warten. Aber wenn sie etwas machen, dann machen sie es richtig. ProRAW mit 48 Megapixeln ist ein kleiner Meilenstein. Ich bin gespannt, wie die Android-Konkurrenz darauf reagiert.“

Das iPhone mag Langstrecke

Besonderes Augenmerk legte Apple bei der Vorstellung auf Sicherheitsfunktionen. Die iPhone-14-Modelle haben eine Unfallerkennung: Bei einem Autounfall ruft das Smartphone automatisch den Notdienst an und übermittelt die Position. Außerdem gibt es eine Notruf-Funktion über Satellit, die auch ohne Mobilfunknetz funktioniert. Dieses Satelliten-SOS ist aber vorerst nur in den USA und Kanada verfügbar.

Ein Steckplatz für eine zweite SIM fehlt, aber Dual-SIM wird in Form von eSIM unterstützt. Die Funkeigenschaften im LTE-Netz sind gut, wobei Apple hier allerdings mit der Sendeleistung und der Empfindlichkeit im unteren Drittel des Testfelds liegt und knapp an einem „befriedigend“ vorbeischrammt. Auch die Akustik beim Telefonieren reißt niemanden vom Hocker, das 14 Pro Max kann sich zwar gegenüber der (akustisch bescheidenen) Vorgängergeneration steigern, erzielt aber nur ein befriedigendes Gesamtergebnis. Das ist weniger der Lautstärke als vielmehr dem bescheidenen Klang und der nur mäßigen Geräuschunterdrückung geschuldet. Ganz anders die Akkulaufzeit, damit präsentiert sich das XXL-Smartphone von seiner besten Seite. Mehr als 17 Stunden sind ein beeindruckender Wert und noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber dem ohnehin sehr guten Vorgänger. Mit dem 14 Pro Max genügt es bei moderater Nutzung, alle zwei Tage nachzuladen – das schaffen nicht viele Top-Smartphones.

Zum Aufladen ist kein Netzteil im Lieferumfang enthalten, entweder man hat schon eines oder man kauft im Apple Store nach, hier ist der 30-Watt-Adapter für 45 Euro die schnellste (und teuerste) Option. Damit dauert das Laden etwa anderthalb Stunden – die Android-Konkurrenz, zum Beispiel Motorola mit dem Edge 30 Ultra und 125-Watt- Stecker, ist deutlich schneller. Auch beim kabellosen Aufladen lässt es das iPhone gemächlich angehen, maximal 15 Watt sind möglich.

In der Zusammenfassung ergibt sich ein durchwachsenes Bild, wie es für die Smartphones von Apple typisch ist. Design, Display, Performance und Akkulaufzeit sind herausragend und für sich genommen starke Kaufargumente. Auch das Kamerasystem spielt weit oben mit, hier sind vor allem 48-Megapixel-Fotos und die überragende Video- qualität zu nennen. Dem stehen aber ein veralteter Lightning-Port, ein überdimensioniertes Gehäuse mit weit herausstehender Kamera und ein astronomischer Preis gegenüber. Zu bedenken ist auch, dass die Neuerungen gegenüber dem Vorgänger nicht so groß sind. Wer auf Dynamic Island und die Always-on-Funktion verzichten kann und beim Fotografieren einfach drauflosknipst, wird mit dem 13 Pro Max mehr als zufrieden sein.

Andreas Seeger

Displaymessung

■ Das 14 Pro Max liegt messtechnisch auf dem gleichen Niveau wie sein Vorgänger. Die Blickwinkelstabilität ist herausragend, ebenso die enorme Leuchtkraft und die hohe Kontrastausbeute auch bei Tageslicht. Kritik ist hier fehl am Platz, es ist ganz klar eines der besten OLED-Displays 2022.