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Apples Pläne für Augmented Reality


Mac Life - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 05.08.2021

Augmented Reality

Schon seit Jahren prophezeien Expert:innen und solche, die es gerne sein wollen, die nächste Revolution der Computernutzung: Augmented Reality (AR). Selbstverständlich fällt darunter auch das Verwenden von Smartphones und Tablets, die am Ende nicht anderes als ultramobile Computer sind.

Im Gegensatz zu ihren Geschwistern für virtuelle Realität (VR) zeigen AR-Brillen ihren Träger:innen keine komplett-synthetische Umwelt, sondern blenden Grafiken in das Bild der realen Welt ein. 3D-Möbelmodelle, die in die Live-Darstellungen der eigenen Wohnung wandern, dienen als beliebtes Beispiel dafür.

Wie sich in Ausgabe 06/2021 lesen lässt, zieht die AR-Technologie gerade in unseren Alltag ein – doch die Hardware-Hersteller halten sich zurück. Oculus feiert seit Jahren Erfolge mit der VR-Brille Quest. Doch die Facebook-Tochter möchte erst in diesem Jahr auch ein erstes AR-Modell auf den Markt ...

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Die Foto collage von Microsoft bildet eher eine Funktionsbeschreibung der Hololens 2 als ihre wirklichen Fähigkeiten ab.
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... werfen.

Apples Brille tut den Augen weh

2017 sorgt ein Unfallbericht für Aufsehen. Nach dem Erproben eines neuen Produktes sollen Mitarbeitende über schmerzende Augen geklagt haben. Der Arbeitgeber setzte Augenärzt:innen und Optiker:innen ein, um weitere Tests zu absolvieren.

Es soll sich bei dem Prototypen um eine Brille gehandelt haben. Beobachter:innen brauchten nicht lange, um eins und eins zusammenzuzählen. Zuvor hatte Apple Ingenieur:innen auf Fachmessen für künstliche Umgebungen geschickt und eindeutige Stellenbeschreibungen veröffentlicht. Spätestens jetzt waren wir uns sicher: Apple arbeitet an einer AR-Brille.

Apple stoppt und ordnet neu

Das Jahr 2019 setzt einen folgenschweren Drehpunkt in der Geschichte der AR-Entwicklung in Cupertino. Angeblich hat die Führungsriege das Projekt abgebrochen. Es wird vermutet, sie stehen entweder vor unlösbaren technischen Problemen oder einem fehlenden Mehrwert gegenüber. Doch eines fällt auf: Apple entlässt keine Mitarbeiter:innen, wie sonst oft in solchen Fällen. Anscheinend wollen sie das Projekt nur temporär einstellen.

Diese Einschätzung bestätigt sich nur wenige Wochen später: Apple habe das AR-Team umstrukturiert und die Entwicklungsveteranin Kim Vorrath an dessen Seite gestellt, lesen wir. Vorrath soll den Gerüchten zufolge die Probleme analysieren und gegebenenfalls Arbeitsabläufe verändern, sowie mit Rat und Tat helfen.

Zudem holt Apple anscheinend Kooperationspartner Valve mit ins Boot. Der Betreiber der Spieleplattform Steam hat eine eigene VR-Brille namens „Index“ im Programm, die jedoch nur Windows und Linux unterstützt.

Sie steht in Konkurrenz zu den Brillen von Marktführer Oculus, der zum Facebook-Konzern gehört und der Vive-Serie des Herstellers HTC. Sie alle beherrschen kein AR, sondern dienen als Accessoires für immersive Computerspiele.

Die Szene munkelt, vielleicht seien doch VR-Funktionen geplant.

Ab 500 Dollar bis 3.000 Dollar

Am 11.11.2019 sind wir uns sicher, dass weiter an der AR-Lösung gearbeitet wird: Apple lädt zu einem internen Meeting ins Steve- Jobs-Theater und berichtet dem Plenum, 2022 mit einem Headset anzutreten. Es soll Mixed Reality beherrschen, also sowohl AR als auch VR.

Doch damit nicht genug: Ein Jahr später sei eine reine AR-Brille geplant, die technisch anspruchsvoller ausfallen soll. Seitdem ist sicher: Es sind sogar zwei Geräte, an denen Expert:innen in den geheimen Labors feilen. In der Folge bestätigen Zulieferer entsprechende Pläne – wie üblich nur hinter vorgehaltener Hand. Zudem sammeln eifrige Journalist:innen aus den Patentanmeldungen der vergangenen Jahre die passenden Details, spekulieren über Einsatzgebiete und Spezifikationen.

Auch die Codenamen erfahren wir: Das AR/VR-Headset wird intern mit N301 bezeichnet, die leichtgewichtige Brille für Einblendungen in der Alltagswelt N421. Zusätzlich kursieren bereits Preise: So soll N301 zwischen 1.000 und 3.000 Dollar kosten, während Apple für N421 angeblich rund 500 Dollar anvisiert.

„Skibrille“ für Gaming und Konferenzen

Das Headset N301 kannst du dir wie eine Skibrille vorstellen – genauso sieht es in den passenden Patentanmeldungen auch aus. Die Mixed-Reality-Brille besitze diverse Kameras, um sowohl VR als auch AR anzuzeigen, heißt es. Das klobige Gerät sei für den Heim- sowie Büroeinsatz konzipiert und richte sich an Gamer:innen und Teilnehmende von Videokonferenzen.

Dazu passt auch die Übernahme von NextVR, einem Streaming-Anbieter für VR-Liveveranstaltungen. Mit einer kompatiblen Brille konnten die Teilnehmenden die NextVR-Events in 360-Grad- Sicht genießen. Diverse Organisatoren, etwa die US-Basketballliga NBA, der Fernsehsender Fox Sports und die Veranstalter der Wimbleton-Tennis Turniere standen in der langen Partnerliste. Für 100 Millionen Dollar soll Apple nicht nur die Firma, ihre 40 Patente, sondern auch die komplette Belegschaft übernommen haben.

Headset mit Eye Tracking

Zusammen mit den Berichten über das ob und wann kursieren etliche Gerüchte über die technische Ausrüstung der Brillen. Das Headset N301 soll etwa aus ultraleichten Materialien und Stoffen bestehen, um größtmöglichen Tragekomfort zu erreichen.

Im Inneren befeuert an geblich ein Prozessor zwei 8K-Displays, der schneller als das aktuelle Topmodell M1 arbeiten soll.

Wir erfahren, dass 15 optische Kameras für verschiedene Aufgaben verbaut sind. Acht von ihnen seien für Augmented-Reality- Erfahrungen zuständig. Demnach nehmen sie die Außenwelt für den Träger wahr. Für weitere sechs Kameras stehen „innnovative biometrics“ auf dem Programm. Sie erfassen also die Träger:innen selbst und ihre Bewegungen.

Insider sagen, darunter fiele ein innovatives Eye-Tracking. Die Erkennung der Augenbewegung soll das optische Erlebnis und die Bedienung per Blick möglichst intuitiv gestalten.

Zudem dient sie dazu, Rechenpower bei den Bildschirmbereichen zu sparen, zu denen die Nutzer:innen gerade nicht schauen. Ein entsprechendes Patent für die bildinterne Auflösungsänderung hält Apple bereits. Auch eine Authentifizierung per Iris-Scan – etwa zur Freigabe von Apple Pay – geistert durch die Gerüchteküche.

Micro-Displays von Sony im Gespräch

Japanische Medien meldeten letztes Jahr, Apple habe sich nennenswerte Stückzahlen von Sonys Micro-Displays gesichert. Die Semiconductor Group des Technologie-Veteranen bietet ihre OLEDs speziell für Kamerasucher und AR/VR-Produkte an.

Sie wirbt für mit der ultraschnellen Reaktionszeit ihrer Bauteile von 0,01 Milli sekunden und einem Kontrastverhältnis von 100.000:1. Jüngere Berichte bringen Apples eigene Display- Produktion ins Spiel, die mit Micro-LEDs in aktuellen iPads Furore gemacht hat.

Im März 2020 übernahm Apple zudem die Micro-LED- Schmiede Plessey, die auf AR- Displays spezialisiert war. Andere Berichte behaupten, TSMC stelle die Augenbildschirme her. Denkbar sind auch unterschiedliche Anbieter für die beiden Brillen-Varianten.

Apple Glasses für den Alltag

Das Sichtgerät N421, nennen wir es „Apple Glasses“, wird wie eine normale Brille aussehen und ausschließlich AR-Funktionalität besitzen. Zu der Sicht der realen Welt blendet das System Informationen ein.

Das können beispielsweise Navigations- oder Fitness daten sein, Erklärfelder zur Umgebung oder iPhone-Benachrichtigungen wie auf der Apple Watch. Als Jony Ive noch als Chef-Designer in der Führungsriege saß, soll er diese Form im Vergleich zum Headset bevorzugt haben. Doch der Brite ist bekannt für Meinungsänderungen. Zur Google Glass sagte er einmal: „Wir bei Apple dachten immer, dass Brillen kein cleverer Schachzug sind, weil viele Menschen sie nicht tragen wollen.“ Wenig später stieg das Unternehmen in die Entwicklung genau solcher Brillen ein.

Apple Glasses als iPhone-Accessoire

Die Brille N421 soll als iPhone- Zubehör vermarktet werden. Sie greift also auf die Rechenpower des Smartphones zurück und kann dadurch dünn und leicht ausfallen. Trotzdem besitzt sie Lidar- und andere Sensoren, um den Raum und den Träger zu erfassen. Wer selbst Brillen träger:in ist, kann voraussichtlich die eigene Stärke angeben und erhält dann Smart- Glass-Gläser mit Dioptrien – natürlich gegen Aufpreis.

Apples iPhone-Fertiger Foxconn soll letztes Jahr bereits Produktionsanlagen für die Herstellung der Gläser vorbereitet haben. Das Ganze sei im iPad-Werk Chengdu geschehen. Aus Zulieferkreisen hören wir, Apple lasse unter Reinraum-Bedingungen sowohl halb-transparente als auch polarisierende Gläser herstellen. Sie bestünden aus vielen ultradünnen Schichten verschiedener Materialien. Den Quellen zufolge seien sie weiterhin etwas größer als die handelsüblicher Brillen. Da es sich um Testmuster handelt, lässt sich freilich ihre endgültige Form darüber nicht herleiten.

Vermeintliche Augenzeug:innen berichten, sie sollen der berühmten Ray Ban Wayfarer ähneln. Angeblich plant Apple sogar ein Steve-Jobs-Gedächtnis- Design, das als limitierte Edition die Brillenform des Gründers imitiert. Andere Quellen bezeichnen das als „complete fiction“.

Software und Möglichkeiten

Ähnlich zu watchOS soll in den Brillen ein eigenes On-Chip-System werkeln, das sich von iOS ableitet. Der Name rOS fiel, er steht für „Reality Operating System“.

Apple experimentiert wohl mit Sprach-, Gesten- und Touchbefehlen. Bei den Apps sind Maps, Textprogramme und virtuelle Konferenzräume sowie 360-Grad-Videos in der Erprobung. Auch ein eigener App Store steht auf dem Projektplan.

Der letzte Schritt: AR-Kontaktlinsen

In einer ganz frühen Erprobungsphase sollen sich smarte Kontaktlinsen befinden. Das sogenannte Invisible Computing hat auch Google bereits angestoßen. Wann entsprechende Geräte auf den Markt kommen, lässt sich unmöglich vorhersagen. Einige Expert:innen visieren 2030 für derartige Devices an.