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AQABA: WRACK DORADO


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 10.12.2019

Nur 20 Kilometer lang ist der KüstenstreifenJordaniens am Roten Meer. Und dennoch sind diese paar Kilometer die derzeit spannendsten des Rotmeer- Raums. Von »tiefen« Wracks über ein Museum für Militär-Fahrzeuge bis hin zum größten Flugzeugwrack, das als künstliches Riff versenkt wurde: Hier gibt es alles, was Wracktaucher sich wünschen. Und noch viel mehr. Eine Bestandsaufnahme.


Artikelbild für den Artikel "AQABA: WRACK DORADO" aus der Ausgabe 1/2020 von TAUCHEN ehemals unterwasser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 1/2020

Lockhead Tristar

Er ist der jüngste Zuwachs der Wrackfamilie von Aqaba – der Großraumjet Lockhead TriStar L-1011. Am 26. August 2019 wurde die Luft der Trageballons abgelassen. 20 Minuten später setzte das einstige ...

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Er ist der jüngste Zuwachs der Wrackfamilie von Aqaba – der Großraumjet Lockhead TriStar L-1011. Am 26. August 2019 wurde die Luft der Trageballons abgelassen. 20 Minuten später setzte das einstige Passagierflugzeug am »King Abdullah Reef« in 27 Meter Tiefe auf. Hier ruht es nun auf einer Seegraswiese und wartet auf Besucher. Bei optimalen Sichtverhältnissen sieht man das riesige Flugzeug von der Wasseroberfläche aus. Der weiße Riese strahlt aus der Tiefe, sodass man auch schnorchelnd einen Eindruck seiner Größe bekommt. Noch interessanter ist ein Abstieg zum teilentkernten Wrack. Im Passagierraum finden sich noch immer die beiden äußeren Sitzreihen. Das gesamte Cockpit wurde mit vielen Details im Originalzustand belassen, auch die beiden Pilotensitze sind noch da. Fast schon gruselig wirkt der Passagierraum mit den leeren Sitzreihen. Die intakt scheinende Bordküche und die Toiletten sehen ebenfalls aus, als wären sie gerade erst verlassen worden. Es wird spannend, zu beobachten, wie schnell sich Riffbewohner und Korallen an der Lockheed TriStar L-1011 niederlassen werden. Am Beispiel des vor zwei Jahren versenkten »Hercules «-Wracks sieht man, dass es sehr schnell gehen wird, bis die ersten Weichkorallen an den Tragflächen in der leichten Strömung einen prächtig bunten Kontrast zum weißen Flugzeugkörper bilden werden.

Fast schon heimlich, still und leise hatte man wenige Wochen vor der medienwirksamen Versenkung des Lockhead TriStar-Großraumjets einen ganzen Konvoi von Militärfahrzeugen versenkt . Insgesamt 19 Gefährte von großkalibrigen Kanonen bis hin zu zwei Hubschraubern wurden zwischen dem Tauchspot »Eel Garden« und einem Korallengarten in Tiefen von 15 bis 28 Metern in Paradeformation positioniert. Der Tauchgang beginnt in 15 Metern, wo man auf mehrere Transporter, einen Militärkran und Sanitransporter trifft. Es folgen Flugabwehrkanonen, zwei Schwere Panzer und großkalibrige Kanonen. Das Highlight an dem Spot sind die beiden Cobar- AH1-Hubschrauber in 28 Metern Tiefe. Hier endet die »Parade«. Damit präsentiert das Haschemitische Königreich Jordanien das derzeit größte Unterwasser-Militärmuseum, das nicht nur von Tauchern, sondern auch von Schnorchlern - wenn auch von diesen nur aus der »Ferne« - betrachtet werden kann. Für Taucher bietet der Platz genug »Stoff« für zwei bis drei Tauchgänge. Vor allem, wenn man mit Kamera unter Wasser unterwegs ist. Viele Details wurden absichtlich in den versenkten Fahrzeugen belassen. Mal sehen, wie lange diese an Ort und Stelle bleiben. Es gab bereits Verlautbarungen seitens der ASEZA (Aqaba Special Economic Zone Authority), dass man noch weitere Relikte vor der Küste Jordaniens zu künstlichen Rotmeer-Riffen umfunktionieren wird.

Lockhead C-130 Hercules

Im November 2017 sank die vom jordanischen Militär gestiftete viermotorige Turboprop-Maschine an dem Platz, wo sie als Transporter eingesetzt wurde, auf 17 Meter Tiefe. Dort liegt sie mit ihren 30 Metern Länge und 40 Metern Flügelspannweite auf Sandgrund. Die Nähe zum Rifftauchplatz »Sevens Sisters« macht sie zur optimalen Ergänzung eines Rifftauchgangs. Die Turboprop-Maschine wurde entkernt und ist innen betauchbar. Wenn man sie antaucht, vermittelt sie durch ihre aufwärtsgerichtete Lage am abfallenden Sandboden den Eindruck, als wolle sie gerade abheben. Vor allem im Winter, wenn die Sicht unter Wasser noch besser ist als im Sommer, ist das ein Top-Fotomotiv. Im Inneren durchtaucht man den Laderaum bis zum Cockpit, wo eine Metallpuppe die Armaturen des Flugzeugs bedient. Die Lage des Flugzeugs wurde ideal gewählt. So ergibt sich für Techtaucher mit der Kombination eines Tauchgangs an den drei Wracks »Al Shorouk«, »Hercules« und »M42-Duster« eine weltweit einmalige Gelegenheit. Wo sonst kann man ein Schiffs-, ein Flugzeug- und ein Abwehrpanzer- Wrack in einem Satz loggen?

Al Shorouk

Dieses Wrack liegt zwischen 38 und 58 Meter tief vor dem Tauchplatz »Eel Canyon«. Das Schiff liegt auf der Steuerbordseite auf dem Dach zweier Riffblöcke, als würde es eine Verbindung zwischen ihnen herstellen. Unter dem Wrack können Tiefen von über 60 Metern erreicht werden. Geplant war es von den Verantwortlichen des Aqaba Marine Parks eigentlich anders, als die »Al Shorouk« 2008 versenkt wurde. Bei der Versenkung triftete sie seewärts ab und ist mit Glück an dieser Stelle auf Grund gegangen. Ein paar Meter weiter und sie wäre in über 100 Meter Tiefe gelandet. Der Maschinenraum und die Brücke sind leicht zugänglich. Das Heck ist der sehenswertere Teil des Schiffsrelikts. Am Bug befindet sich eine Boje, die zum obersten Punkt in 38 Meter Tiefe führt. Praktisch: Beim Austauchen bietet sich ein Besuch der M42-Flag an - auch als »The Tank« bekannt, der in sechs Meter Tiefe liegt.

Taiyong

Dieses Wrack wurde 2004 vom »Dive Aqaba Tec«-Team entdeckt. Es liegt auf der Steuerbordseite in 50 Metern Tiefe vor dem als »Japanese Gardens« bekannten Tauchplatz. Die maximale Tiefe des Wracks beträgt 57 Meter, die höchste Stelle liegt auf 35 Meter. Die »Taiyong « wurde 1974 von der Hafenbehörde von Aqaba gekauft und diente zur Entladung von Schiffen. Ein Unfall führte dazu, dass der Ausleger des Krans herunterfiel und den Laderaum beschädigte. Die Reparatur gelang nur notdürftig. So wurde sie 1999 zur Versenkung freigegeben. Schwärme von Füsilieren und der Weichkorallenbewuchs machen das Relikt sehenswert. Der A-förmige Kranaufbau macht es zudem äußerst fotogen. Am Bug befinden sich große Glasfischschwärme samt Rotfeuerfischen, von denen sie gejagt werden. Das Wrack kann innerhalb eines Tauchgangs vom Heck zum Bug erkundet werden. Besonders sehenswert sind der Kranaufbau und die Bereiche der Brücke.

M42-Duster

Besser bekannt als »The Tank«. Dieser amerikanische M42-Duster war als Flak ursprünglich im Einsatz der jordanischen Armee und wurde am 1. September 1999 von der jordanischen Royal Ecological Diving Society als künstliches Riff versenkt. Seine Nähe zum Tauchplatz »Eels Garden« macht ihn zum krönenden Abschluss eines entspannten Rifftauchgangs. Das Fahrzeug selbst steht auf Sandgrund und erweckt so den Eindruck, als wäre es mitten in der Wüste verlassen worden. Herrlich surreal, wenn die Sonne ihre Strahlen durch das blaue Wasser des Roten Meeres auf die Flag scheinen lässt.

Tarmac 5

Diese Plattform wurde 1996 versenkt, nachdem Alcatel die Verlegung der elektrischen Kabel nach Ägypten abgeschlossen hatte. Sie liegt nicht weit von der »Cedar Pride« entfernt. Als sie in den Tiefen des Meeres verschwand, landete sie über der Ecke eines alten Fischerbootes, das seit den 1970er Jahren dort liegt. Obwohl das Wrack selbst nicht allzu attraktiv ist, beherbergt es viel Leben: Blaupunktrochen, Anglerfische, Muränen und kleinere Fischschwärme. Das Innere ist voll von gebänderten Korallengarnelen. Ein Abstecher zur »Tarmac 5« sollte zu Beginn des Tauchgangs an der »Cedar Pride« eingeplant werden, da sie tiefer als die »Cedar Pride« liegt.

Cedar Pride

Vor 34 Jahren wurde sie für Taucher versenkt und gilt als eines der fotogensten Wracks des Roten Meeres. Am 16. November 1985 trat der ehemalige Stückgutfrachter seine letzte Reise an. Drei Jahre zuvor hatte ein Brand an Bord dafür gesorgt, dass er im Hafen von Aqaba unbeachtet vor Anker liegen blieb. Bis Abdullah II., damals Kronprinz von Jordanien und selbst Taucher, sich dafür einsetzte, den 74 Meter langen Stückgutfrachter als künstliches Riff zur Unterwasserattraktion zu machen. Heute ist die »Cedar Pride« ein Topdivespot zwischen den Tauchplätzen »Rainbow Reef« und »Japanese Gardens«. Auf der Backbordseite liegend, ist sie 130 Meter vom Ufer entfernt. Mit 25 Meter Maximaltiefe und einer Mastspitzenhöhe bis in sieben Meter Tiefe ist sie ideal für alle taucherischen Schwierigkeitsgrade.


Fotos: Janez Krajnc, Ivana Orlovic Kranjc

Fotos: Saeed Rashid

Fotos: Alexander Kaßler

Fotos: Alexander Kaßler