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AQUAMAN: IM SCHNITTRAUM MIT JAMES WAN


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 72/2018 vom 14.11.2018
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Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 72/2018

OT: AQUAMANRegie: James Wan / USA 2018 / tba. Min.Darsteller: Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, Nicole Kidman, Dolph LundgrenProduktion: Peter SafranFreigabe: FSK 12Verleih: WarnerStart: 20.12.2018

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DEADLINE: Was war für dich die größte Herausforderung bei AQUAMAN?
JAMES WAN: aQuaman ist ein Film, bei dem die technische Komponente eine besonders große Rolle spielt und die große Schwierigkeit darin besteht, die einzelnen Teile später zu einem runden Ganzen zusammenzufügen. In unserem Film gibt es unendlich viele Stunts und visuelle Effekte, da ist es gar nicht so einfach, das dann miteinander zu vereinen. Die größte technische Herausforderung war natürlich, die Unterwasserwelt von aQuaman zu kreieren. Wir mussten gucken: Wie sprechen und bewegen sich die Figuren unter Wasser? Wie kämpfen sie? Es sind ja keine normalen Menschen, sondern die Superhelden des Wassers. Wir selbst würden uns nur sehr langsam unter Wasser bewegen, und auch das Sprechen wäre eher schwierig. Unsere Helden hingegen können sich schnell bewegen und ganz normal sprechen.

DEADLINE: Auf welche Set-Grundlagen konntet ihr bei AQUAMAN zurückgreifen?
JAMES WAN: Wir mussten von der Pike auf alles neu kreieren. Es gab durch Filme wie JuStice league zwar bereits ein paar Elemente, aber das waren nur kleine Szenen. Wir haben daher neue Sets gebaut, den Sound kreiert und die Stunts geplant. Also alles neu bei uns. Wir hatten zudem auch eine tolle Crew in Australien. Ich habe das Gefühl, dass wir für aQuaman alle Toptalente Hollywoods gewinnen konnten.

DEADLINE: Wie kam die Zusammenarbeit mit Nicole Kidman zustande?
JAMES WAN: Nicole und ich sollten bereits vor ein paar Jahren bei einem Projekt zusammenarbeiten, leider ist es dann aber doch nicht dazu gekommen. Ich hatte sie aber bei meinen nachfolgenden Projekten stets im Kopf. Als ich dann zu aQuaman kam, dachte ich sofort an sie und war der Meinung, dass sie wundervoll in den Film passen würde. Ich setzte große Hoffnungen in ihre Zusage, und zum Glück hat sie eingewilligt, mitzuspielen. Nicole ist einfach fantastisch und die perfekte Mutter für Aquaman.DEADLINE: Nicole Kidman und der Goldfisch – wie wurde die Szene umgesetzt?

JAMES WAN: Ich habe mich wegen dieser Szene wirklich schlecht gefühlt. Ich zwang Nicole, einen Fake-Fisch wieder und wieder zu essen. Mindestens 15 verschiedene Takes habe ich gemacht. Sie hat das aber überhaupt nicht krummgenommen, sondern sich richtig ins Zeug gelegt und mir immer wieder neue Varianten gezeigt, wie man einen Goldfisch verzehren kann. (lacht ) Ich musste sie sogar darauf hinweisen, dass sie nicht dazu gezwungen ist, den Fake-Fisch tatsächlich zu essen, so engagiert war sie bei der Sache.

DEADLINE: Wie sehr bildete der Aquaman aus JUSTICE LEAGUE die Grundlage für die Figur aus deinem Film?
JAMES WAN: Natürlich musste ich darauf achten, wie Aquaman in dem Film eingeführt wurde, damit ich in meinem die Kontinuität wahren konnte. Aber mir war klar, dass ich in meinem Werk zeigen muss, wie er zum Helden geworden ist. Ich musste seine persönliche Entwicklung erzählen. Denn in JuStice league ist er eher ein misslauniger Kerl, dem vieles egal ist und der sich nur widerwillig an der Rettung der Welt beteiligt. In aQuaman war es wichtig, dass sich diese Einstellung ändert. Ich habe auch besonderen Fokus auf Jason Momoas natürliche Stärke gelegt. Jeder weiß, dass er ein großer, starker Kerl ist. Er beeindruckt da sehr. Aber nur wenige wissen, wie witzig und charmant er sein kann. Das wollte ich vor der Kamera ebenfalls zeigen. Mir war von Anfang an sehr wichtig, dass ich Jason aus seiner Komfortzone des großen, starken Kerls hole und nun auch andere Dinge mit ihm ausprobiere, die er sich sonst womöglich nicht getraut hätte.

DEADLINE: Wie lange hast du am Schnitt gesessen?
JAMES WAN: Etwa sieben bis acht Monate.DEADLINE: Wann weißt du, dass eine Szene, an der du arbeitest, fertig ist und du nichts mehr dran machen musst?

JAMES WAN: Ich bin mir sicher, dass ich an aQuaman, bis er ins Kino kommt, bis zur letzten Sekunde feintunen werde, da mir immer noch etwas einfällt, was man anders oder noch besser machen könnte. Mein Ziel ist stets, dass meine Filme so gut wie nur irgend möglich werden. Um dies zu erreichen, investiere ich alle Energie, die in mir steckt. Vor allem an kleinen Dingen hält man sich manchmal lange auf, z. B. dass jemand wirklich richtig nass aussieht, wenn er aus dem Wasser steigt, oder daran, die Kontinuität zu wahren. Wir haben auch Kostüme in Wassertanks gelegt, um zu sehen, wie diese sich im Wasser fortbewegen. Auch das nimmt einige Zeit in Anspruch.DEADLINE: Wie schwierig ist der Schnitt, um ein wirkungsvolles Zusammenspiel aus humorvollen Interaktionen und Chemie zwischen den Darstellern zu erzeugen? Wie sorgst du dafür, dass die Szenen auch nach der hundertsten Ansicht noch frisch auf dich wirken?

JAMES WAN: Wenn man am Set einen Film dreht, merkt man in der Regel sofort, ob die Szene funktioniert oder nicht. Ich habe oft auch schon Ideen, wie die Szene später geschnitten werden kann. Vor allem versuche ich, eine positive Linie beizubehalten, wenn ich sie mal gefunden habe. Man hat beim Schneiden den Drang, alles immer noch besser machen zu wollen, deshalb muss man stets aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Man muss versuchen, sich einen frischen Blick auf die Dinge zu bewahren, um zu sehen, ob die Dinge so, wie wir sie geschnitten haben, noch für den Zuschauer funktionieren. Denn es ist wie bei so vielem: Oftmals ist der erste Eindruck auch der richtige.

DEADLINE: Wie gelingt es dir bei einem Film wie AQUAMAN, trotz der diversen Effekte und Screens für die Darsteller eine Umgebung zu schaffen, die sich real anfühlt?
JAMES WAN: Das sind Dinge, womit der Schauspieler von heute eigentlich tagtäglich zu tun hat. Die meisten sind es gewöhnt, vor Screens und Co. zu drehen und sich die tatsächliche Umgebung vorstellen zu müssen, anstatt sie tatsächlich zu sehen. Insofern muss ich da gar nicht mehr so viel machen. Mein Job besteht hauptsächlich darin, meinen Darstellern klarzumachen, wo sie sich in der Geschichte gerade befinden, was ihre Figuren eventuell sagen könnten und wo diese positioniert sind.

DEADLINE: In wie vielen Einzeltakes hast du die Kampfszene zu Hause bei Aquamans Eltern gefilmt?
JAMES WAN: Tatsächlich war das nur eine Einstellung. Die eigentliche Arbeit für uns begann aber erst danach, als wir die etlichen Spezialeffekte in die Szene mit einbauen mussten.

DEADLINE: Wie schwer war es, den Kinder-Aquaman zu casten?
JAMES WAN: Mir war es wichtig, die Figur in verschiedenen Altersstufen zu zeigen. Insgesamt wurde ein und dieselbe Figur von sechs verschiedenen Darstellern in unterschiedlichen Altersstufen gespielt: als Baby, als Dreijähriger, als Achtjähriger, als 13-Jähriger, als 18-Jähriger und dann Jason Momoa. (lacht )

DEADLINE: Wie hast du trotz so vieler verschiedener Darsteller eine Kontinuität im Aussehen wahren können?
JA MES WA N: Unsere größte Herausforderung bestand darin, Kinder zu finden, die so ähnlich aussehen wie Jason Momoa. Dies war gar nicht so einfach, da Jason ein sehr einzigartiges Aussehen hat. Und dann mussten die Kids natürlich auch noch schauspielern können. Insofern war das Casting wirklich schwierig. Aber so etwas ist ein ganz normaler Teil des Herstellungsprozesses eines Films, und ich denke, wir haben tolle, talentierte Kinder gefunden.DEADLINE: Wie hoch ist der Spaßfaktor von AQUAMAN, und wie nervös bist du bezüglich der Reaktion der Fans?

JAMES WAN: Ich bin immer sehr gespannt darauf, wie das Publikum auf einen Film von mir reagiert. Da bin ich wirklich unruhig und hoffe nur das Beste. Aber für aQuaman bin ich sehr zuversichtlich, denn die bisherigen Trailer hat das Publikum sehr wohlwollend aufgenommen. Ich weiß, dass vor Beginn dieses Filmprojekts Menschen aQuaman mit einer gewissen Skepsis gegenüberstanden, aber ich denke, mit den Trailern konnten wir die Skepsis in positives Karma verwandeln.

DEADLINE: Ist die Geschichte für diesen AQUAMAN komplett den Comics entnommen?
JAMES WAN: Nein. Vielmehr haben wir aus verschiedenen Ausgaben unterschiedliche Storystränge verwendet, diese zu einem Ganzen verarbeitet und dann noch das eine oder andere inhaltlich hinzugefügt. Das Tolle ist, dass die Welt von aQuaman so vielfältig ist und wir so aus dem Vollen schöpfen konnten. Aber letztlich haben wir eine Rahmenhandlung, die direkt aus den Comics stammt, und diese dann um weitere Elemente aus den Comics oder aus unserer Vorstellungskraft ergänzt.DEADLINE: In welcher Beziehung steht Patrick Wilson zu Jason Momoa im Film?


»ABER LETZTLICH HABEN WIR EINE RAHMENHANDLUNG, DIE DIREKT AUS DEN COMICS STAMMT, UND DIESE DANN UM WEITERE ELEMENTE AUS DEN COMICS ODER AUS UNSERER VORSTELLUNGSKRAFT ERGÄNZT.«


JAMES WAN: Er ist sein Halbbruder. Die Geschichte ist, genau wie im Comic, so ausgelegt, dass beide dieselbe Mutter haben, aber unterschiedliche Väter. Jason wurde von seiner Mutter zurückgelassen, weil diese nach Atlantis zurückkehren musste, um so ihren Sohn zu retten. Sie musste den Mann heiraten, dem sie bestimmt war, den sie jedoch nicht liebte. Mit diesem hatte sie dann doch noch ein Kind, und das ist Patrick Wilson, der Halbbruder.

DEADLINE: Was ist das für ein König, zu dem Nicole Kidman zurückkehren musste?
JAMES WAN: Sein Name ist König Ovax. Er wird im Film zwar erwähnt, kommt als Figur jedoch nicht vor.

DEADLINE: Wie lange hast du eigentlich schon mit AQUAMAN zu tun?
JAMES WAN: Ich bin bereits seit zwei Jahren ein Teil des Projekts aQuaman. Zuvor dachte ich: Soll ich wirklich den Film drehen, über den bereits alle Witze reißen, obwohl er noch nicht mal gemacht ist? Ich schätze stets Leigh Whannells Meinung, er hat auch hier wieder einen kleinen Cameo, und er hat mich überzeugt, dass ich genau der Richtige für aQuaman bin. Denn ich hatte mir mal geschworen: Wenn ich mal einen Superheldenfilm mache, dann einen, wo ich meine komplett eigene Vorstellung verwirklichen kann und es nicht irgendwelche anderen filmischen Vorbilder gibt, an die ich mich halten muss. Und das ist hier der Fall, da ich nun derjenige bin, der Aquaman zu seinem ersten komplett eigenen Film verhelfen darf.

DEADLINE: Nach Horror, Action und Superhelden: Was kommt für dich als Nächstes?
JAMES WAN: Ich mache immer Scherze, dass ich eine romantische Komödie drehen möchte. Aber irgendwann wird es tatsächlich mal so weit sein, da es das Genre ist, welches ich mir im Kino am liebsten ansehe. Einer meiner Lieblingsfilme ist wÄhrenD Du SchliefSt.DEADLINE: Vielen Dank für das Gespräch!
inTErViEW GEFÜHrT Von HEiKo THiElE